Montag, 6. August 2018

Nur mal zum drüber nachdenken ...

Was, wenn der Erfolg des Islams darauf beruht, dass er seinem Wesen nach der Natur des Menschen viel näher ist, als die westliche Demokratie? Ist im Menschen nicht der Wunsch nach sozialer Ordnung, Hierarchie und klaren Herrschaftsstrukturen angelegt?

Das mag nicht für alle gelten, gewiss aber für die große Mehrheit, die eigentlich nur gut funktionieren will - im Austausch für Sicherheit und Ordnung. Viele politische Denker gehen davon aus, dass alle Menschen Freiheit und Unabhängigkeit lieben und nach großem streben, weil sie das selbst auch tun. Doch wenn man hinausgeht und die Menschen, ihr Handeln und ihre Ziele beobachtet, bemerkt man, dass diese Sichtweise romantisierend und falsch ist.

Zu einer Zeit, als die katholische Kirche noch stark war und Gehorsam und Unterwerfung einforderte, fand der Islam keinen Nährboden in westlichen Ländern. Sobald aber durch den Wegfall starker Autoritäten ein Vakuum der Belanglosigkeit, Sinnlosigkeit, Richtungslosigkeit entstand konnte der Islam Fuß fassen und sich immer rascher ausbreiten. Das System, das näher an der Natur des Menschen ist, wird sich immer durchsetzen.

Wohingegen Demokratie, wie man sie uns vorgaukelt, niemals die Natur des Menschen abbilden wird. Kaum jemand will alles wissen, alles entscheiden, überall mitbestimmen, sich überall anmaßen kompetent zu sein. Entscheidungen anderen zu überlassen sorgt bei vielen Menschen für ein Gefühl von Geborgenheit, das sie sich aus der Kindheit ins Leben mitgenommen haben.

Wir spielen seit vielen Generationen Demokratie und dennoch ist nie jemandem aufgefallen, dass der gelernte Österreicher viel mehr dem Grundsatz vertraut "die da oben verachten wir zwar aber sie wissen schon was sie tun und irgendwie wirds schon passen". Das ist kein anderes Denken als unter einem Clanherrscher, König oder Kaiser.

Genau dieses Denken serviciert der Islam, der für das gesamte Leben und die Herrschaftsstrukturen klare Vorgaben hat und keine Fragen offen lässt. Wenn der aufgeklärte, ehemals fortschrittliche Westen dem kein vergleichbar klares Konzept gegenüberstellt, ist der Siegeszug des Islams unaufhaltbar und unumkehrbar.

In der Betrachtung der großen Religionsmisere fällt auf, dass es vor Jahrzenten noch massive Abwehrreaktionen Seitens der großen Christenkirchen und der Gesellschaft gegen Sekten gab. Unsummen wurden investiert, Beratungsstellen gegründet, Fachleute ausgebildet und ständig durch die Medien geführt - Sekten waren böse. Und das waren sie teilweise ja auch, sei es die verweigerte medizinische Hilfe für Kinder im Jehova Umfeld oder der Psychoterror im Scientology-Bereich. Genauso wie die beharrliche Verfolgung von Aussteigern die Existenzen zerstörte und Selbstmorde provozierte.

Ich habe aber weder bei Scientology noch bei Jehova je gehört, dass man aus Gründen irgendeiner "Ehre" die eigenen Kinder und Frauen ermorden muss. Keine der genannten Sekten - und auch kaum eine der hunderten anderen - erachtet Ungläubige als unwertes Leben, das man töten oder versklaven muss. Keine dieser Sekten sieht es als straffreie Lappalie oder gar wünschenswert an, Frauen (oder Kinder) wie Nutzvieh zu handeln, zu behandeln oder nach Belieben zu vergewaltigen.

Es stellt sich die Frage, was in den letzten Jahrzehnten dazu geführt hat, dass die Amtskirchen ihren Abwehrkampf gegen andere religiöse Strömungen beendet haben - ja sogar dieser einen, bestimmten Religion sogar noch Vorschub leisten und sie als gleichberechtigt und gleichwertig akzeptieren. Es stellt sich auch die Frage, wie die Funktionäre der Amtskirchen kollektiv all ihre religiösen Überzeugungen über Bord werfen und diese Vorgehensweisen mittragen konnten. Keine Sektenberatungsstelle spricht, kein Experte der "guten, offiziellen Seite" warnt. Ich weiß nicht, ob es diese Stellen und Einrichtungen überhaupt noch gibt, aber spätestens jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, ihren Sinn zu überdenken und alle Mittel zu streichen.



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Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)





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