Samstag, 14. Juli 2018

Heimisches Superfood: Heidelbeeren

Ihnen kann keiner widerstehen – den intensiv blau gefärbten Kügelchen aus dem Wald mit einzigartigem Aroma. Leider sind sie nur schwer zu pflücken, zudem ist der Ertrag der Waldheidelbeere eher bescheiden. Mit Kulturheidelbeeren aus dem eigenen Garten kann man sich allerdings selbst versorgen! Heidelbeeren lassen sich nur einige Tage aufbewahren, die Kulturheidelbeere hält sich etwas besser. Besonders gesundheitsförderlich sind enthaltene Flavonoide und Phenolsäuren. Heidelbeeren kann man zwischen Juli und September ernten ...

Die wilden Beeren wachsen auf einem bis zu 50 Zentimeter hohen Halbstrauch und werden erbsengroß; die Frucht der kultivierten Form erreicht die doppelte Größe, sie wird bis zu kirschgroß. Durch den Farbstoff Anthocyan ist die Heidelbeerenschale dunkel- bis schwarzblau. Die Kulturheidelbeeren haben eine etwas dickere Schale als die wilde Form. Das Innere der Waldheidelbeere ist dunkel gefärbt, nicht so bei der Kulturheidelbeere, die farbloses Fruchtfleisch sowie farblosen Saft enthält. Im Gegensatz zur Himbeere oder Brombeere hat die Heidelbeere nur sehr kleine Kerne, die beim Kauen von vielen als weniger störend empfunden werden. Während die Waldheidelbeere ausschließlich im Wald oder Moor bzw. an Lichtungen oder Heiden gedeiht, kann die Kulturheidelbeere im Garten gepflanzt werden und wird bis zu zwei Meter hoch. Sie liefert auch deutlich mehr Ertrag.

Die häufig im Supermarkthandel erhältlichen Kulturheidelbeeren stammen dagegen nicht von der in Europa heimischen Heidelbeere ab, sondern von der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) und anderen nordamerikanischen Arten. Sie erzeugen keine Blaufärbung im Mund.

Vor dem Verzehr selbstgepflückter, ungewaschener Heidelbeeren wird, trotz fehlenden Nachweises, wegen angeblich möglicher Anhaftung von Eiern des Fuchsbandwurms immer noch gelegentlich gewarnt. Wenn man dieses Risiko ausschließen will, sollte man die Beeren kochen. Geerntete Heidelbeeren halten sich nicht allzu lange.

Heidelbeeren enthalten kein Cholesterin, dafür Ballaststoffe, viel Vitamin C, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Besonders wichtig für ihre Naturheilkraft sind ihre Pflanzenfarbstoffe, die Anthocyane. Sie hat auch viele Gerbstoffe.

Dass die Heidelbeere medizinische Wirkungen entfaltet, ist wissenschaftlich erwiesen. Bereits im Mittelalter wusste die Äbtissin Hildegard von Bingen um die Heilwirkung der blauen Beere. Mediziner wie Tabernaemontanus beschrieben in Kräuterbüchern detailliert, wie die Heidelbeere zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden kann.

Die frischen Beeren regen die Verdauung an, während getrocknete Heidelbeeren gegen Durchfall gut sind. Heidelbeeren senken den Cholesterinspiegel, völlig ohne Nebenwirkungen. Wegen ihrer Gerbstoffe kann man sie äußerlich gegen Hautentzündungen einsetzen. Ihre Proanthocyanidine verhindern Blasenentzündungen. Heidelbeeren stärken das Immunsystem, schützen vor Herzinfarkt bei Kreislaufproblemen. Nach medizinischen Studien wurde erkannt, daß sie auch den Stoff Lutein enthalten, der schützt vor Nachtblindheit und vor der Makuladegeneration.

Heidelbeeren werden auch Blaubeeren, Schwarzbeeren und Moosbeeren genannt. Die kleinen Wildheidelbeer sind wesentlich intensiver in Geschmack und Farbe, als die grösseren Zuchtheidelbeeren.



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Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)





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