Montag, 11. Juni 2018

Plastik: Der Fluch der Meere

Die Verschmutzung der Meere nimmt äusserst dramatische Ausmasse an. Bisher sah man zwar die enormen Mengen an Plastikmüll, bis hinunter in die Tiefsee. Man erkannte, dass Meerestiere, Säuger, Fische und Weichtiere Plastik und Plastikteile in ihren Mägen ansammelten, Millionen Tiere durch treibenden Müll wie Netze, Kisten und Autoreifen sterben, Plastikmüll durch UV-Strahlung, Salzwassereinfluss und Gezeiten in kleinere Stücke zerfällt und diese eine grosse Verletzungsgefahr darstellen. Doch das wahre Drama beginnt erst ...

Plastikmüll zerfällt in noch kleinere Stücke als bisher angenommen, in Verbindung mit Plastikbestandteilen wie Weichmacher, verschmutzen diese Partikel zusätzlich das Meer und die Strände. Selbst Plankton und Muscheln sind schon "plastikverseucht". Und damit sind diese Plastikpartikel am Beginn der Nahrungskette zu finden. Sie kennen das ja: Krebse ernähren sich von Plankton, kleiner Fisch frisst Krebse, Fisch frisst kleinen Fisch, grosser Fisch frisst Fisch und schlussendlich kommt der grosse Fisch bei uns auf den Tisch.

Was Micro- und Nanoplastikteilen, und natürlich die Bestandteile wie Weichmacher, im menschlichen Körper auslösen oder bewirken, kann noch kaum jemand voraussagen. Gutes verheisst es aber sicher nicht!

Wir blicken nach Asien und Afrika, wo vermüllte Flüsse gigantische Mengen an Plastik, Unrat und Chemikalien in die Meere befördern. Doch wir, die umweltbewussten Europäer gehen zwar mit dem Jutesackerl statt dem Plastiksackerl einkaufen, setzen vermehrt auf Glasflaschen statt PET-Flaschen, verbieten Plastikbesteck und Plastikgeschirr, doch wir pflegen uns mit Kosmetika und Hygieneartikel, die Nanokunststoff enthalten und diese natürlich über den Abwasserkanal und die Kläranlagen in die Umwelt gelangen und schlussendlich in den Meeren landen.

Heute muss man vor Nahrungsmittel, die aus dem Meer stammen, inklusive Meersalz, bereits warnen! Man sollte Fisch, Krustentiere und Muscheln nicht mehr öfters essen. Doch schauen sie sich die Arte-Produktion:  Plastik: Der Fluch der Meere an ... dann wird ihnen in Zukunft ein "ungesundes Schweinsschnitzerl" mit Sicherheit lieber sein!


Plastik: Der Fluch der Meere


Vor einigen Jahren entdeckte man weit draußen im nordpazifischen Ozean eine kreiselnde Strömung mit etwa 100 Millionen Tonnen Plastikmüll. Das Phänomen fand sich auch im Nordatlantik. Inzwischen vermuten Strömungsforscher einen Müllstrudel auch südlich des Äquators. Die Dokumentation begleitet ein Expeditionsteam um den Umweltaktivisten Marcus Eriksen. Er will den Südpazifik durchqueren, um den bisher nicht eindeutig nachgewiesenen Müllstrudel auf der Südhalbkugel zu finden. Irgendwo zwischen Osterinsel und chilenischem Festland soll er sich befinden. Aber wie muss man sich so eine riesige Ansammlung von Abfällen vorstellen? Und was würde es bedeuten, wenn Eriksen fündig würde? Parallel zu Eriksens Suche versuchen Wissenschaftler herauszufinden, was Plastik im Meer eigentlich anrichtet. Dabei geht es nicht nur um strangulierte Seelöwen, erstickte Vögel und tödlich verletzte Schildkröten. Chemiker und Meeresbiologen haben festgestellt, dass die eigentliche Gefahr in der toxischen Wirkung des Plastiks auf die Meeresfauna und -flora liegt. Sie scheint wesentlich höher zu sein, als bisher angenommen. Die Dokumentation ist eine Spurensuche nach den wahren Auswirkungen der Plastikflut. Wie ein Puzzle setzen sich einzelne Erkenntnisse nach und nach zu einem erschreckenden Gesamtbild zusammen. Erst kürzlich fanden Wissenschaftler heraus, dass sich - in weitaus größerem Rahmen als bisher angenommen - in der arktischen Tiefsee große Mengen Müll am Meeresboden befinden. So ist der Plastikmüll längst zu einem globalen Problem geworden, dessen Lösung der Anstrengungen aller bedarf.



„Das Mittelmeer droht zur Plastikfalle zu werden“ - Das Mittelmeer geht laut der Umweltorganisation WWF in Plastik förmlich unter. Besonders für Mikroplastik seien wahre Rekordmengen nachgewiesen worden, wie zum Tag der Meere am Freitag mitgeteilt wurde. Die Konzentration der winzigen Kunststoffpartikel sei fast vier Mal so hoch wie im nördlichen Pazifik. Bis zu 1,25 Millionen Fragmente finden sich pro Quadratkilometer. (krone.at)








Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)





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