Sonntag, 18. Februar 2018

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

Nun erreicht auch Graz die unsägliche Diskussion von Bezeichnungen rund um die Namen Mohr und Neger.

Beide kannte ich. Ein "Neger" (Neger als Familienname) ist mit mir in die Volksschule gegangen. Später war ich bei einer Bank Kunde, wo der Bankdirketor "Mohr" hiess.

So leitet sich zB. auch der Name "Mohrenbräu" aus Vorarlberg nicht primär vom schwarzen Afrikaner ab, sondern vom Namen der Brauereifamilie. Das sollte diskriminierend sein?

Jene, die darauf drängen, diskriminierende Namen und Bezeichnungen abzuschaffen, wissen meist nicht um die tatsächliche Bedeutung der diversen Worte.

Lassen wir den Betreiber der "Mohren-Apotheke" aus Graz den Mohr im Namen erklären, der Christian Müller besonderen Ärger bringt. Die Anschuldigungen reichen von Rassismus bis zur Herabwürdigung von Menschen mit schwarzer Hautfarbe: "In Wahrheit ist es gar keine Beleidigung, sondern eine aus dem Sprachgebrauch verschwundene Bezeichnung. ’Mohr‘ ist keine abfällige Bezeichnung, sondern nur ein altes Wort. Es kommt vom Wortstamm ‚Maure‘, was sich wiederum vom Wort Mauretanien ableitet“, erklärt der Apotheker. Apothekennamen könne man laut ihm in drei Gruppen unterteilen: Heilige, Orte und starke Tiere.

Für Müller fällt der Name „Mohrenapotheke“ in die letzte Gruppe. Der Begriff „Mohr“ steht jedoch nicht für ein Tier. Vielmehr war er im 18. und 19. Jahrhundert ein Symbol für Stärke. In dieser Zeit stammten viele Zutaten für Medikamente aus Afrika; das Wort „Mohr“ soll somit eine Assoziation mit diesem Kontinent wecken. Die Plastik über der Apotheke stellt einen Medizinmann dar, ein Symbol für Weisheit und Stärke. Mit diesen Erklärungen versucht er Vorurteile auszuräumen und Anfeindungen zu verhindern. Im deutschen Sprachraum gibt es insgesamt 50 Mohrenapotheken. Die jüngste Umbenennung einer deutschen Mohrenapotheke in Möhrenapotheke findet Christian Müller einfach nur lächerlich.

Auch der kleine Mohr im Firmenlogo von Julius Meinl hatte ursprünglich die Bedeutung aufzuzeigen, dass Julius Meinl Kaffee aus Kaffeebohnen aus Afrika produziert wird. Eine Diskriminierung?

Das Wort "Neger" mag diskriminierend sein, der "Mohr" ist es wahrlich nicht, wenn man die wahre Bedeutung kennt. Doch darüber scheinen die Gegner nicht nachzudenken ...

Oder sollten wir den Mohren gegen Bumi (bunter Migrant) austauschen? So wie "Bumi-Apotheke" oder "Bumi-Bräu"? Das wäre meines Erachtens tatsächlich diskriminierend ... und vor allem lächerlich wie die "Möhren-Apotheke".






Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)





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