Mittwoch, 12. Oktober 2016

Die faszinierende Welt des Räucherns

Die Kunst des Räucherns ist uralt. Über Tausende von Jahren hat sie nichts an magischer Anziehungskraft und Wirkung auf Körper, Geist und Seele verloren. Sie reicht bis zu den ersten Feuerstellen der Menschheit in den Nebeln der Zeit zurück, mit denen unser Unbewusstes heute noch das Wissen verknüpft, dass Feuer gleichbleibend mit Leben ist. Mit dem aufsteigenden Rauch, der sich aus dem Verglimmen (nicht Verbrennen) der Harze, Hölzer, Wurzeln und Blätter ergab, schickten unsere Vorfahren Gebete und Wünsche zu den Göttern. Zu dieser sakralen Bedeutung des Räucherns gesellte sich auch bald ein medizinischer Aspekt. Irgendwann lehrte die praktische Erfahrung, dass bestimmte Pflanzen, die geräuchert wurden, nicht nur eigene Düfte verströmten, sondern auch unterschiedlichen Zwecken dienten. Manche linderten Krankheiten, andere beflügelten die Stimmung oder ermöglichten Visionen. Über die Jahrtausende hinweg war Räuchern in allen Hochkulturen ein fester Bestandteil des täglichen Lebens, der Medizin und der religiösen Praktiken. Unsere Vorfahren wussten um die feinstofflichen Kräfte der Pflanzen und um die Unterstützung, die sie aus dem Pflanzenreich erhielten. Haus und Hof wurden mit dem Rauch verglimmender Kräuterbüschel geschützt, die man zu besonderen Tagen achtsam und mit großem Respekt vor dem Pflanzengeist des jeweiligen Krautes sammelte. Die tiefe Verbundenheit mit der Natur machte unsere  Vorfahren offen für die Begegnung mit der Wesenheit der Pflanzen, die hinter der äußeren Erscheinung liegt. Die Hilfe eben jenes Pflanzengeistes erbat man, wenn es um die Vertreibung von Krankheitsdämonen oder den Schutz vor destruktiven Kräften ging.

Beinahe wäre die archaische Kunst des Räucherns verloren gegangen. Während die Verwendung ätherischer Öle in den letzten Jahren steigende Bedeutung fand, befindet sich die alte Kunst des Räucherns noch in einer langsamen Wiederentdeckungsphase. Der Wunsch nach der Verbundenheit mit der Natur, nach dem Einklang mit dem Rhythmus der uns umgebenden feinstofflichen Welt, bringt uns wieder in die Nähe der Kräfte aus dem Pflanzenreich. Räuchern hat viele wohltuende, unterstützende Facetten. Den rituellen Räucherungen, z.B. im Rahmen einer energetischen Hausreinigung, einer Meditation oder der Schaffung eines erotisch, sinnlichen Ambientes steht der vielfältige aromatherapeutische Einsatz von Räucherpflanzen gegenüber. In diesem Bereich wird überliefertes Wissen mit den Erkenntnissen der modernen Duftforschung ergänzt und kombiniert.

Seit vielen Jahren fasziniert es mich täglich aufs Neue, welch weites und spannendes Spektrum an Möglichkeiten altes Wissen über Räucherpflanzen in der zeitgemäßen Verwendung und Anwendung ermöglicht. Eine der kreativsten und einfachsten Möglichkeiten mit Pflanzenenergien Gesundheit und Wohlbefinden zu unterstützen oder gute Energie in Räume zu zaubern, ist das Verglimmen von getrocknetem Pflanzenmaterial auf dem Metallsieb.

Auf einfache Weise können Sie damit:

  • Störfelder im Wohnbereich neutralisieren, also Räume und die Aura reinigen
  • Krankenzimmer desinfizieren und frisch machen
  • Essensgerüche vertreiben
  • In Erkältungszeiten vorbeugen (Wacholder)
  • Motten, Gelsen, Wespen usw. vertreiben
  • Festliche Anlässe begleiten
  • Weihnachtsduft ins Haus holen
  • Energie aufbauen
  • Die Konzentration verbessern (Schulkinder)
  • Selbstvertrauen und Willensstärke fördern
  • Meditieren
  • Entspannen
  • Sich zentrieren
  • Veränderungen und Neubeginn begleiten
  • Ein erotisches, sinnliches Ambiente schaffen
  • Oder einfach nur Ihr Wohlbefinden steigern

Wem das Räuchern auf Kohle bislang zu umständlich war, dem sei ein Räuchergefäß mit Teelicht und Sieb ans Herz gelegt. Es ist nicht nur mühelos zu bedienen, sondern die angenehme Wirkung der schonend verglimmenden Pflanzen ist auch rasch spürbar.

Räuchern zählt zu den Wurzeln unserer Kultur und verglimmende Pflanzen verbinden uns mit dem Wissen der vielen Generationen vor uns. Wer Lust hat, auf den Spuren heimischer Räuchertraditionen zu arbeiten und zu experimentieren, wird feststellen, dass viele der damit verbundenen Pflanzen leicht im Garten oder auf dem Balkon zu ziehen sind.

Taucht man in den Zauber dieser ebenso praktisch erfahrbaren wie mystischen Welt des Räucherns ein,  so entdeckt man ein heilsames Stück Rückbindung an die Kräfte der Natur. Wenn der duftende Rauch Sie aus dem Alltag heraushebt, so erliegen Sie der Faszination des Räucherns vielleicht ebenso willig und dankbar wie ich.

Mag. phil. Renate Kauderer studierte Germanistik und Anglistik in Graz, wo sie heute auch lebt und als Autorin tätig ist.




Mag. Renate Kauderer - Graz / Rauch-Zeichen (rauch-zeichen.at)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)





Keine Kommentare: