Sonntag, 25. Januar 2015

Vorhang auf zum letzten Akt!

Draghi und die EZB haben den Startschuss zum QE (Quantitative Easing), zur Monetisierung der Euro-Staatsschulden gegeben. Es ist der letzte Akt der ohnehin schlechten Komödie rund um die Gemeinschaftswährung.

Die 1,14 Billionen Euro für Anleihekäufe dürften nur der Anfang sein, grössere Beträge werden folgen. Denn nun haben Staaten die Möglichkeit, ihre Staatsschuld einfach und schnell zu vergrössern ... ohne Sparen zu müssen.

Dabei ist die Finanzierung der Euro-Staaten mittels der elektronischen Notenpresse ein Verstoss gegen den Maastricht Vertrag. Er verbietet der EZB ausdrücklich, die öffentlichen Haushalte zu finanzieren. Durch dieses Verbot sollten die Bürger vor einer Allmacht des Staates geschützt werden, die droht grenzenlos zu werden, wenn der Staat seine Ausgaben mittels Anwerfen der elektronischen Notenpresse finanzieren kann. Genau in diese Richtung arbeiten aber die EZB-Anleihekäufe.

Der EZB-Beschluss, Staatsanleihen zu kaufen, kam zwar nicht überraschend – er sollte jedoch selbst den hartgesottensten Befürwortern der Euro-Einheitswährung klar gemacht haben: Der Einheitswährungsraum lässt sich nur zusammenhalten, wenn die nationalen Staats- und Bankschulden im Euroraum kollektiviert werden und die Kaufkraft des Euro durch Inflation vermindert wird.



Was sind die Konsequenzen von „QE“?

1. Tiefere Zinsen

Wenn die EZB Staatsanleihen kauft, senkt sie die Zinsen der Euro- Staatsanleihen künstlich ab: Die Zinsen werden unter das Niveau gedrückt, das sich ergeben würde, wenn die Zentralbank diese Papiere nicht nachfragen würde. Niedrigere Zinsen entlasten zwar die Staatshaushalte und schaffen den Regierungen neue Ausgabenspielräume. Gleichzeitig senken sie jedoch den Reformeifer – weil sinkende Zinskosten den Druck, Reformen anzugehen und durchzuführen, verringern.

2. Steigende Geldmenge

Der Aufkauf von Staatsanleihen bedeutet spiegelbildlich ein Ausweiten der (Basis-)Geldmenge. Wenn die EZB Euro-Staatsanleihen von sogenannten Nichtbanken (hierzu zählen zum Beispiel Versicherungen, Pensionsfonds und private Sparer) kauft, überweist sie den Kaufbetrag direkt auf das Konto des Verkäufers. In diesem Fall steigen Basisgeldmenge und die nachfragerelevanten Geldmengen M1 bis M3 in Höhe des Kaufbetrages an.

3. Abwertung des Euro-Außenwertes

Eine steigende Euro-Geldmenge wird Abwertungsdruck auf den Außenwert des Euro ausüben. Die Befürworter meinen, dass eine abwertende Währung die Exporte eines Landes preislich wettbewerbsfähiger macht und auf diese Weise die heimische Nachfrage stärkt. Angesichts weltweit miteinander verflochtener, arbeitsteilig organisierter Volkswirtschaften ist das jedoch eine verkürzte Sicht. Eine Währungsabwertung verteuert die Importgüter, und sie schmälert vor allem auch die Kapitalimporte – und das wiederum schwächt die Wachstums- und Prosperitätsaussichten.

4. Höhere Inflation

Eine steigende Geldmenge wird notwendigerweise zu höheren Preisen führen (im Vergleich zu einer Situation, in der die Geldmenge nicht ausgeweitet wird). Wo der Preiseffekt zuerst in Erscheinung tritt, lässt sich allerdings nicht vorhersagen. Es ist gut möglich, dass zunächst die Preise für Bestandsgüter (wie Aktien und Häuser) in die Höhe gehen, bevor dann die Preise der Lebenshaltung ansteigen. In jedem Falle schwindet die Kaufkraft des Euro, sobald die Geldmenge ausgeweitet wird.

5. Machtmissbrauch

Der Grund, warum im Maastricht-Vertrag der EZB verboten wurde, Staatsanleihen aufzukaufen, ist folgender: Staatsanleihekäufe durch die Zentralbank bedeuten Haushaltsfinanzierung durch die elektronische Notenpresse – etwas, was in der Vergangenheit immer wieder zu hoher Inflation geführt hat. Denn den politischen Begehrlichkeiten, die dadurch freigesetzt werden, dass die Politiker Zugriff auf die elektronische Notenpresse haben, lässt sich kaum mehr Einhalt gebieten. Die Regierungen müssen sich ihren Finanzierungsspielraum nicht mehr von den Steuerbürgern beziehungsweise dem Parlament genehmigen lassen, sondern können sich das benötigte Geld sprichwörtlich selbst drucken. Das parlamentarische Mitbestimmungsrecht zum Haushalt wird stark eingeschränkt.



Warum QE kein Wachstum schafft

Dadurch, dass die EZB Euro-Staatsanleihen kauft und die Euro-Geldmenge ausweitet, kann kein Wirtschaftswachstum geschaffen werden. Der Grund: Geld hat nur eine Funktion, und zwar die der Tauschmittelfunktion. Die Vermehrung der Geldmenge macht eine Volkswirtschaft nicht reicher. Sie führt lediglich zu einer Zwangsumverteilung und zu einer Verringerung der Kaufkraft des Geldes.

Wächst die Geldmenge, werden diejenigen, die die neu geschaffene Geldmenge als Erste erhalten, besser gestellt auf Kosten derjenigen, die die neu geschaffene Geldmenge erst zu einem späteren Zeitpunkt erhalten.

Denn die Erstempfänger des neuen Geldes können noch zu unveränderten Preisen kaufen (sie werden reicher), während die Spätempfänger des neuen Geldes nur noch zu bereits erhöhten Preisen kaufen können (und folglich werden sie ärmer). Eine QE-Politik erzwingt demnach eine Umverteilung: Die Erstempfänger des neuen Geldes gewinnen auf Kosten der Spätempfänger.

Eine steigende Geldmenge vermindert zudem die Kaufkraft des Geldes – im Vergleich zu einer Situation, in der die Geldmenge unverändert geblieben wäre. Entweder sorgt die steigende Geldmenge für höhere Preise oder aber sie verhindert, dass die Preise fallen (was sie tun würden, wenn die Geldmenge nicht ausgeweitet wird). In beiden Fällen fallen die Preise höher aus (im Vergleich zu einer Situation, in der die Geldmenge unverändert bleibt).

Marktverzerrungen

Die künstlich gesenkten Zinsen führen zu Fehlentwicklungen. Der Zins kann nämlich seine Funktion nicht mehr erfüllen: Sparen, Investieren und Konsumieren aufeinander abzustimmen. Fehlinvestitionen stellen sich ein. Es kommt zu einem Rückgang der Ersparnisbildung, zu überzogenem Konsum. Auf den Finanzmärkten bauen sich Übertreibungen auf, Spekulationsblasen entstehen, die knappes Kapital in Investitionen lenken, die volkswirtschaftlich nicht sinnvoll sind. Die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen säen gewissermaßen die Saat für die nächste Krise.

Verzweiflungstat

Bei der aktuellen Kredit- und Geldarchitektur handelt es sich um ein ungedecktes Papiergeldsystem. Banken schaffen Geld durch Kreditvergabe, und zwar durch Kredite, die nicht durch „echte Ersparnis“ gedeckt sind.

Die Banken operieren hier mit einer Teilreserve: Sie haben nur einen ganz geringen Teil ihrer jederzeit fälligen Verbindlichkeiten in Form von Kassenguthaben vorrätig. Im Euroraum etwa belaufen sich die jederzeit fälligen Kundenguthaben der Banken auf 4.700 Mrd. Euro, ihre Kassenguthaben auf etwas mehr als 200 Mrd. Euro.

Das Monopol der Geldproduktion liegt bei der Zentralbank. Sie produziert das Basisgeld, das die Geschäftsbanken brauchen, damit auch sie Geld durch Kreditvergabe in Umlauf bringen können. Die Kredit- und Geldschöpfung der Banken erfolgt also nicht autonom, sondern hängt entscheidend davon ab, dass die Zentralbank Basisgeld zu niedrigen Zinsen bereitstellt.

Die QE-Politik ist eine Verzweiflungstat. Zentralbanken greifen zu ihr, wenn das Kredit- und Geldsystem zu kollabieren droht – beziehungsweise wenn der Schwindel des Teilreserve-Bankwesens aufzufliegen droht. Das kann passieren, wenn das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Schuldner schwindet.

Zwar kann die Zentralbank mittels QE alle Schuldner zahlungsfähig halten, denn sie kann ihnen jederzeit jede gewünschte Geldmenge bereitstellen. Jedoch wird die Zentralbank – stärker als sie es ohnehin schon ist – zum dauerhaften Spieler im Kreditmarkt. Ein Ausstieg aus dem QE ist im Grunde nicht mehr möglich.

[Quelle: rottmeyer.de]



1.140.000.000.000 Euro. Fürs Erste. (rottmeyer.de)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Europäische Zentralbank verschießt letzte Patrone (heise.de)

Ein Spiel ohne Grenzen – Draghi druckt Europa in den Bankrott (finanzmarktwelt.de)

EZB provoziert die größte europäische Blase aller Zeiten (goldreporter.de)

Draghi verrichtet Goldman’s Werk - Die Goldman “Mario”nette® von der EZB hat gestern die Geldschleusen sehr weit aufgerissen. Ein Segen für die Banken, die nun die Möglichkeit haben, ihre Schrottpapiere loszuwerden. Endlich können die Banken ihre Kellerleichen gewinnbringend bei der EZB entsorgen. (krisenfrei.de)

Euro-Krise: Staatspleiten & Banken-Crashs sind jetzt nicht mehr aufzuhalten - Die europäischen Notenbanker und Politiker führen eine Schlacht, die sie nicht gewinnen können. Der Euro ist wahrscheinlich der größte geldpolitische Reinfall der Geschichte (propagandafront.de)


Euro: raus, raus, raus! Die Pleite- und Plünderunion liegt in den letzten Zügen. Euro auf 12-Jahrestief.  Der Währungsvernichter Draghi geht aufs Ganze: Die Euro-Geldmenge wird mindestens noch mal um 1 Billion aufgebläht durch Aufkauf dubioser Anleihen. Mit der EZB-Entscheidung gestern erhielt Gemeinschaftswährung quasi den Todesstoß. (mmnews.de)

Wolfgang Effenberger: EU-Parlament von US-Kriegsvirus infiziert - Man sieht sich an die Resolution 758 des US-Repräsentantenhauses im Dezember erinnert, die einer Kriegserklärung gegen Russland gleichkommt: Das EU-Parlament unterstützt den Kriegskurs der USA mit einer höchst einseitigen Entschließung zur Ukraine am 15. Jänner, die in Mainstreammedien praktisch nicht stattfand. Darin wird der bewaffnete Widerstand von Teilen der Bevölkerung in der Ostukraine gegen den Putsch und seine Folgen als Terrorismus eingestuft; Waffenlieferungen an Kiew werden unterstützt. (ceiberweiber.at)

Kurz hält Österreicher für dümmer als Zuwanderer (unzensuriert.at)

Heimischer Marmeladeproduzent muss Strafe zahlen - Mit voller Härte trifft ein EU- Diktat den bekannten Produzenten Wolfgang Stix: Der Ökopionier muss 186,40 Euro Strafe zahlen. Einziges Vergehen: Er hatte Fruchtiges von der Marille - wie seit jeher - als Marmelade verkauft. Das ist sie tatsächlich, doch Brüssel schreibt die Bezeichnung Konfitüre vor. (krone.at)

Griechenland: Same procedure as every Year - Seit dem gemeinsamen Auftritt von Merkel und Steinbrück 2008 hat sich nichts getan. Traumrediten in Euro sind durch Spekulation auf „Rettungspakete für Griechenland“ möglich, die letztlich der Steuerzahler zu begleichen hat, während die einfachen Griechen weiter in die Röhre schauen. (iknews.de)

USA bringen EU auf Linie und blockieren Annäherung an Russland (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)

Kiew ersucht IWF um Hilfe: Ukraine kann Schulden nicht bedienen (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)

Ukraine: Militär-Ausgaben auf Rekord-Niveau (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)

Pentagon bestätigt, dass Truppen der Vereinigten Staaten von Amerika im Frühjahr in der Ukraine eingesetzt werden (antikrieg.com)

Hungrig, ausgebombt, von der Welt vergessen - Hunderttausende wurden durch die Kämpfe in der Ostukraine vertrieben. Die ersten Hungertoten werden gemeldet. Flüchtlingshelfer vor Ort erheben schwere Vorwürfe gegen die ukrainische Regierung. (bazonline.ch)

Beschuss und Angst in Donezk ... mit Videos (russland.ru)

Obama: Krise ist beendet – Mahnmal für historische Ignoranz (finanzmarktwelt.de)

Wollen die USA einen globalen „Maidan“? (lupocattivoblog.com)

Warnung vor einer Selbstüberschätzung der Nato im Baltikum - Ein schwedischer Militär-Experte warnt vor einer Selbstüberschätzung der Nato im Baltikum: Die Amerikaner könnten keine Luftüberlegenheit erreichen, wenn es wirklich zu einer militärischen Auseinandersetzung mit Russland käme. (marialourdesblog.com)

„Atomkriegsuhr“ um zwei Minuten auf 23.57 vorgestellt - Der symbolische Großzeiger der sogenannten Uhr des Jüngsten Gerichts ist um zwei Minuten auf 23.57 vorgestellt worden. Das berichtete das „Bulletin of the Atomic Scientists“ (Berichtsblatt der Atomwissenschaftler) am Donnerstag in Washington. (sputniknews.com)

Außerirdische Lebensform? Astrobiologen präsentieren weiteren unbekannten Organismus aus der Stratosphäre (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de)

Klima-Lüge: 2014 war gar nicht das wärmste Jahr, das jemals aufgezeichnet wurde (euro-med.dk)

Welche Ironie: 1700 Privatjets landen in Davos, um auf dem Weltwirtschaftsforum über den Klimawandel zu diskutieren (kopp-verlag.de)

Sensation: Deutschland erlaubt Zweitfrau!! Dieses Gerichtsurteil dürfte für die einen den Horror bedeuten, für andere wäre es eine erfreuliche Bereicherung. In Deutschland darf man eine staatlich anerkannte Zweitfrau haben. Deutschland übernimmt islamische Gesetze und die Islamisierung des Landes schreitet unaufhörlich voran. (schweizmagazin.ch)

Weil sie Tauben züchten und Fußball schauen: IS-Krieger richten 16 Jugendliche hin (focus.de)

"Vorläufige Anwendung" von TTIP soll Nationalrat entmachten (ots.at)





1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Und wie lange wird das ganze noch gut gehen?
Vielleicht so lange biss wir alle nur noch in der Unterhose durch die Straßen spazieren.
Ich möchte meine alte Währung wieder haben. :(
Da bekam ich noch für relativ wenig Geld,ziemlich viel zu essen.