Samstag, 31. Januar 2015

3 Briefe, 3 Themen

Es sind 3 Briefe, die ich im Internet gefunden habe, welche 3 verschiedene Themen behandeln, aber allesamt zum Nachdenken anregen!



"Billig - aber bio, genfrei und fleckenlos"

Ein deutscher Bauer, der die Schnauze gestrichen voll hat, rechnet mit jenen Konsumenten ab, denen das Leben eines Landwirts herzlich egal ist und für die nur der Preis zählt. Etwas zum Nachdenken.

Heute habe ich dermaßen die Schnauze voll. Habe heute Morgen die Abrechnung meines Nachbarn von Pommes-Kartoffeln außerhalb des Vertrages gesehen: 1 LKW = 25 Tonnen = 250 Euro. Für die, die nicht rechnen können: Das ist 1 Cent pro Kilogramm! Und was 1 Kilo Tiefkühl-Pommes kostet, wisst ihr ja. Irgendeiner macht sich da gewaltig die Taschen voll. Dann habe ich im Internet die Preise an der MATIF für Getreide und Raps für 2015 gesehen. Und gelesen, dass die Hersteller von Dünger die Preise deutlich angehoben haben. Konsequenz: Mir werden in diesem Jahr wohl 25% Gewinn fehlen. Wenn´s reicht! Aber mir reicht´s! Drum habe ich mich entschlossen, dir, dem Verbraucher, diesen Brief zu schreiben:

Du, lieber Verbraucher, willst doch nur noch eines: billig. Und dann auch noch Ansprüche stellen! Deine Lebensmittel soll genfrei, glutenfrei, lactosefrei, cholesterinfrei, kalorienarm (oder doch besser kalorienfrei?) sein, möglichst nicht gedüngt und wenn, dann organisch. Aber stinken soll es auch nicht, und wenn organisch gedüngt wird, jedenfalls nicht bei dir. Gespritzt werden darf es natürlich nicht, muss aber top aussehen, ohne Flecken. Sind doch kleine Macken dran, lässt du es liegen. Die Landschaft soll aus vielen kleinen Parzellen bestehen, mit bunten Blumen und Schmetterlingen. Am liebsten wäre es Dir wahrscheinlich, wenn wir noch mit dem Pferd pflügen würden. Sieht doch so nett aus und Pferde findest du so süß! Und die Trecker würden dich auch nicht beim Joggen auf unseren Wirtschaftswegen behindern.

Du hast keine Ahnung - und davon ganz viel. Ist dir eigentlich bewusst, dass wir Landwirte von unserer Hände Arbeit leben müssen? Dass auch wir Anspruch auf Urlaub haben, (den wir selten genug machen), dass auch wir Kinder haben, die, genau wie deine, ein Smartphone haben wollen und Designerklamotten? Und studieren wollen? Wie sollen wir uns das denn leisten, wenn wir unsere Produkte verramschen (müssen)?

Erkläre du mir mal, wie ich anders reagieren kann, als mit noch mehr ausgefeilter Technik einen noch höheren Naturalertrag zu erwirtschaften. Klar kann ich auf Bio umstellen, aber da bekomme ich genau das an Mehrerlös, was ich an Minderertrag habe. Und von einem „guten Gefühl“ allein kann ich nicht leben. Darüber lässt sich gut reden, wenn man davon keine Familie ernähren muss.

Und was mir noch gewaltig auf den Zeiger geht: Für jeden Scheiß, den ich mache, kann ich ein Formular ausfüllen, werde von Satelliten überwacht - ob meine Feldgrenze auch auf den Zentimeter genau eingehalten wird-, muss jedes Kilo Dünger aufschreiben, damit das von Kontrolleuren nachgerechnet werden kann. Dafür, dass meine Produkte auf Rückstände untersucht werden, bezahle ich selbst. Natürlich findet man nichts, aber ist ja Vorschrift. Wie bei BSE damals. Noch heute werden dafür jährlich 400 Millionen Euro ausgegeben. Weißt Du, wie viele Menschen an BSE in Europa gestorben sind? Keiner, nicht ein einziger! Wieviel waren es bei der Vogelgrippe, wie viele bei der Schweinepest? Aber wir kontrollieren uns zu Tode. Was ist eigentlich aus dem Waldsterben geworden? Im kollektiven Gedächtnis bleiben immer nur die (oft vermeintlichen) Katastrophen hängen. Und wir Bauern sollen es wieder gewesen sein. Da ist keiner, der es wieder zurechtrückt. Wir Bauern dürfen die Scherben alleine zusammenkehren.

Und dann noch was: dir sind Lebensmittel nichts wert. Sonst würdest Du nicht so viel wegschmeißen. Und: Mindesthaltbarkeitsdatum heißt nichts anderes, als dass es bis zu diesem Datum mindestens haltbar ist. Ich esse das Joghurt auch noch eine Woche danach. Mindesthaltbarkeitsdatum bei Haferflocken: Was soll der Schwachsinn? Leute, das ist gequetschtes Getreide. In den ägyptischen Pharaonengräbern hat man Getreidekörner gefunden, die waren 3000 Jahre alt. Wahrscheinlich muss ich demnächst bei meiner selbstgemachter Marmelade auch noch einen Stempel drauf machen…

Du sagst, du würdest regional einkaufen? Stimmt doch nicht! Wer kauft denn jetzt, im Jänner (!) die Weintrauben aus Chile, den Spargel aus Südafrika, die Mangos aus Brasilien und Äpfel aus China? Du doch! Sonst würden die beim REWE das längst nicht mehr anbieten. Aber unsere Möhren bleiben liegen. Schon mal was von Wirsing gehört, oder Weißkohl? Nein, Artischockenherzen müssen es sein. Falls du dein Essen überhaupt noch selbst zubereitest! Es gibt in der Tiefkühltheke ja so viele leckere Fertiggerichte mit so viel leckeren Zutaten wie E 222 = Natriumhydrogensulfit oder E 310 = Propylgallat. Da klingt ja schon der Name eklig.

Auch sonst behauptest du viel: dass Du auf Qualität achtest, dir die Inhaltsstoffe auf der Packung jedes Mal durchliest, auf Nachhaltigkeit achtest und überwiegend fair einkaufst. Alles Quatsch: was du liest sind die Wurfzettel vom Discounter: 10 Eier für 1 Euro. Jetzt aber schnell los, bevor die weg sind. Freiland-Eier sind teurer? Egal, die billigen sind ja nur zum Backen.

Warum ich das schreibe? Um dir mal ein Gefühl für meine Situation zu vermitteln. Gefühle sind etwas irreales, da gibt es kein richtig oder falsch. Die hat man einfach. Aber dass mir manchmal die Lust an meinen Beruf vergeht, kannst Du jetzt vielleicht etwas nachvollziehen. Ich weiß auch, dass wir Landwirte keine Heiligen sind, dass es da auch schwarze Schafe gibt. Aber auch nicht alle Ärzte sind Pfuscher, nicht alle Handwerker Gauner, nicht alle Politiker korrupt und nicht alle Polizisten Schläger. Wir Landwirte wirtschaften aus eigenem Interesse nachhaltig. Das brauchen wir uns von keinem noch so klugen Politiker, noch so schlauem Journalisten oder irgendeinem ahnungslosen Verwaltungsfuzzi sagen zu lassen. Die bekommen ihr Gehalt nämlich jeden Monat, ohne unternehmerisches Risiko.

Ich sehe mich als Statthalter, als Verwalter unseres Hofes, den ich von meinem Vater bekommen habe, um ihn an unseren Sohn zu übergeben. Deshalb unternehme ich alles, um ihn – die Gebäude, die Äcker, den Boden – für die nächsten Generationen zu erhalten. Ja, wir sind Unternehmer. Aber wir sind keine Heuschrecken, wir können (und wollen) nicht weiterziehen, wenn alles abgegrast ist. Wir können (und wollen) unsere Produktionsstätte nicht nach Asien verlagern. Wir bleiben hier. Und produzieren weiter so gut wie wir es können. Und man uns lässt.

Das musste jetzt einfach mal gesagt werden.

Euer Bauer Willi



"Billig - aber bio, genfrei und fleckenlos" (kleinezeitung.at)

Entschuldigung, liebe Verbraucher (kleinezeitung.at)







Frust bei Polizei nach Crash

Verfolgungsjagd mit Tram-Kollision trug der Polizei viel Häme ein. Uns erreichte ein alarmierendes Schreiben eines Polizisten.

Verfolgungsjagd mit Tram-Kollision trug der Polizei viel Häme ein. Der "Kleinen Zeitung" erreichte ein alarmierendes Schreiben eines Polizisten.

War das schneller, als der Polizei erlaubt ist? Haben die Beamten, die den kroatischen Kriminellen durch Graz gejagt haben, die Verhältnismäßigkeit ihres Einsatzes richtig bewertet? Oder sind sie ein zu hohes Risiko eingegangen, wie ihre Kollision mit der Tram nahelegen könnte? Das Crash-Video war im Internet ein „Hit“, in Online-Foren ergossen sich Spott und Häme über die Exekutive. Wie ein Polizist einer steirischen Inspektion das Einsatzdilemma sieht und welcher Frust bei der Exekutive herrscht, verrät ein Schreiben, das an die Redaktion ging und die "Kleine Zeitung" publizierte:

Der Brief

Geschätzte Redakteure, ich bin Polizist und verrichte seit Jahrzehnten Dienst auf einer Polizeiinspektion. Ja, auch ich habe dieses Video vom Dienstunfall der Kollegen in Graz gesehen und mir gedacht: „Wahnsinn, Gott sei Dank ist hier nicht mehr passiert.“

Ich kann die Ausgangssituation nicht beurteilen, da ich persönlich bei dieser Amtshandlung nicht dabei und nicht involviert war. Also unterstelle ich den Kollegen lediglich, dass sie sich in Ausübung ihrer Pflicht in ihrer stressbedingten Einschätzung des Gefahrenmomentums verkalkuliert haben.

Ich wünsche den Kollegen jedoch alles Gute für ihre Genesung! Leider haben sie nunmehr mit allerlei Konsequenzen zu rechnen. Der Dienstgeber wird zumindest vom Fahrer einen Selbstbehalt für die entstandenen Unfallkosten einfordern. Durch die Krankenstände werden die Kollegen auch sogleich einen Verdienstentgang hinnehmen müssen. Möglicherweise fühlt sich auch jemand dafür verantwortlich, hier disziplinär vorgehen zu müssen.

Das alles bestätigt mich immer wieder, meinen Dienst sorgfältigst zu überdenken. Meine oberste Prämisse lautet schon länger: Komm nur mehr heil aus jedem Dienst nach Hause! Glauben Sie mir, ich kenne viele Kollegen, die so denken. Derartige Verfolgungsjagden werden wir nie mehr durchführen!

Erst vor wenigen Wochen wollte ich mit einem Kollegen beim Nachtdienst um 1.30 Uhr einen Fahrzeuglenker anhalten und kontrollieren. Dieser gab Gas, der Kollege musste zur Seite springen, wir in unseren Dienstwagen und hinterher. Ich fuhr ihm mit Blaulicht und Folgetonhorn mit weit überhöhtem Tempo nach. Es gelang uns, den Lenker nach sieben Kilometern einzuholen und anzuhalten. Er war – Gott sei Dank – lediglich betrunken und stand unter Drogeneinfluss. Derartiges passiert mir nie mehr wieder, ich schwöre!

Ein einstmals sehr guter, weil engagierter Polizeibeamter.



Frust bei Polizei nach Crash (kleinezeitung.at)







Brief eines kanadischen Bürgermeister an muslimische Eltern

Muslimische Eltern haben gefordert, Schweinefleisch aus den Schulkantinen zu verbannen. Der Bürgermeister von Dorval, eines Vororts von Montreal, verweigerte sich diesem Ansinnen und erklärte in einem Rundbrief an alle muslimischen Eltern, warum er das tat:

„Muslime müssen begreifen, dass sie sich an Kanada und Quebec anzupassen haben. Sie müssen begreifen, dass sie ihren Lebensstil ändern müssen, nicht die Kanadier, die sie so großzügig aufgenommen haben. Sie müssen begreifen, dass die Kanadier weder rassistisch, noch xenophob sind. Die Kanadier haben viele Immigranten vor den Muslimen akzeptiert. (Umgekehrt ist das nicht der Fall. Kein muslimischer Staat akzeptiert nicht- muslimische Immigranten).
Genau wie andere Nationen, sind die Kanadier nicht bereit, ihre Identität und ihre Kultur aufzugeben. Kanada ist ein Land mit Willkommenskultur. Fremde werden nicht vom Bürgermeister von Dorval willkommen geheißen, sondern von der Bevölkerung Kanadas und Quebecs insgesamt.
Schließlich müssen Muslime verstehen, dass in Kanada (Quebec) mit seinen jüdisch-christlichen Wurzeln, Christbäumen, Kirchen, und religiösen Festen, Religion eine Privatangelegenheit bleiben muss.

Der Stadtrat von Dorval hat das Recht, keine Konzessionen an den Islam und die Scharia zu machen. Muslimen, die mit der Säkularisation ein Problem haben und sich deshalb in Kanada unwohl fühlen, stehen 57 wunderschöne muslimische Länder zur Verfügung, die meisten davon mit zu wenig Bevölkerung, die Zuwanderer mit offenen Halal-Armen aufnehmen, in Übereinstimmung mit der Scharia. Wenn sie Kanada gewählt haben, statt eines anderen muslimischen Landes, war das, weil sie wussten, dass das Leben in Kanada sehr viel besser ist, als dort, wo Sie herkommen. Fragen Sie sich: Warum ist das Leben in Kanada besser, als dort, wo sie herkommen? Weil es Schweinefleisch in Schulkantinen gibt!"

Soviel Mut, Weitblick und Realitätsgefühl vermisse ich bei unseren Politikern, die nicht nur unsere Heimat, sondern auch unsere Kultur für ein paar Wählerstimmen verscherbeln ...



Gefunden bei hartgeld.com







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)





1 Kommentar:

Alles Hinterfragen hat gesagt…

Hier die Klarstellung der Stadt Dorval zu diesem Brief!

(Quelle: http://www.ville.dorval.qc.ca/en/article/the-city-of-dorval-denounces-false-news-circulating-on-the-internet )

Press Releases
The City of Dorval Denounces False News Circulating on the Internet
Dorval, January 27, 2015 – For a number of weeks now, false news has been circulating on social networks, as well as via a string of emails, about the Mayor of Dorval having allegedly refused to follow up on a request from Muslim parents asking him to remove pork from the City’s school cafeterias. The story also quotes speculative comments from the Mayor in regards to Muslims.
The City of Dorval wishes to denounce this false article and resents this identity usurpation. Internet users across the world have published this false news as it was true, and the Mayor would like to set the record straight by saying that, on no account, he, nor any the City’s representatives, have made such comments.
Albeit difficult to track the origins of this hoax, our research has led us to believe that it started in the United States. A similar hoax about a Mayor in Belgium had traveled the Web in 2013.

Kurz der Inhalt dieses Dementis auf deutsch:
Der Bericht bezieht sich auf die angebliche Aussage des Bürgermeisters, so wie auch die Geschichten, die sich um die Aussage gebildet haben. Die Stadt Dorval, sowie auch der Bürgermeister, der angeblich die Aussage getätigt haben soll, sagen ganz klar aus, dass diese Aussagen falsch sind und weder vom Bürgermeister, noch von einem Stadtmitarbeiter getätigt wurden.
Der Pressebericht sieht diese Geschichte als Hoax an, welcher nach eigener Überzeugung aus den Vereinigten Staaten stamme und dessen ähnliche Worte auch schon 2013 angeblich von einem belgischen Bürgermeister gesprochen worden sein sollte. Auch dies war ein Hoax, der sich weltweit verbreitete.