Montag, 21. Oktober 2013

Wie wahrscheinlich ist ein Systemzusammenbruch?

Nun wird, angesichts der US-amerikanischen Finanzmisere, wieder laut über einen möglichen Systemcrash diskutiert. Als Auslöser ein Dollar-Crash oder ein Bankrott der USA?

Beides ist derzeit eher nicht wahrscheinlich. Ein globaler Systemzusammenbruch allerdings schon. Doch es wird nicht einen Auslöser geben, sondern eine ganze Reihe von Faktoren, die das überzogene, instabile Gebilde in den Abgrund reissen werden.

Sicher ist, dass unser System bis an die Grenzen, oft auch darüber hinaus, ausgenützt wird. Wie instabil dieses komplexe, weltweit vernetzte System ist, hat der Beginn der Krise 2008 eindrucksvoll aufgezeigt. Damals stand die Welt plötzlich am Abgrund, Politiker wie Ökonomen wurden von der Wucht und Intensität überrascht und die offensichtlichen Systemschwächen wurden drastisch aufgezeigt.

Diese sind nichts anderes als unglaublicher Gier- und Machttrieb der Menschen an den neuralgischen Punkten, den Banken. Sie schöpfen aus dem Nichts unglaubliche Mengen Geld, das allerdings kaum etwas wert ist, Buchgeld. Aber trotzdem steht hinter jedem neuerschaffenem Geldbetrag eine Schuld. Und diese Schulden sind das Damoklesschwert des Systems.

Unser Geldsystem kann ohne Schulden nicht existieren, weil es auf Schulden basiert. Heute existieren wesentlich mehr Schulden als Geld. Das heisst, dass die existierenden Schulden niemals je zurückbezahlt werden können. Im Gegenteil, sie werden, durch unser Zinssystem, jeden Tag höher. Schulden sind Alltag geworden. Doch die Refinanzierbarkeit ist nur solange möglich, solange man neues Geld zuschiesst. Doch dieses wird wiederum aus Schulden erschaffen. Es ist, als würde man Feuer mit Benzin zu löschen versuchen ...

Natürlich kann man behaupten, dass Zentral- bzw. Nationalbanken wie die FED oder EZB Geld ohne Limit erschaffen können, um dieses System zu halten und auf diese Art zu finanzieren. Im Prinzip ist diese Überlegung gar nicht so falsch. Und doch wird durch die extreme Anhebung der Geldmenge, also dem "Neudrucken" von Geld, der Wert des Geldes vermindert, weil kein tatsächlicher Wert mehr hinter dieser Währung steht. Inflation, wahrscheinlich sogar Hyperinflation setzt ein und die Währung, das Geld, wird immer schneller immer weniger wert.

In Zeiten hoher Inflation kann die Entschuldung, die Refinanzierung bestehender Schulden, voran getrieben werden. Durch den verminderten Wert und die höhere Geldmenge steht theoretisch mehr Geld zur Verfügung. Wenn, ja, wenn die Wirtschaft wächst. Tut sie das nicht, was zu erwarten ist, weil durch die schnell steigende Inflation und die nicht so rasch steigenden Löhne - sinkender Reallohn - der Konsum sinkt, dadurch auch die Wirtschaft schrumpft und das notwendige Wachstum ausbleibt. Die Steuereinnahmen für den Staat brechen ein.

Beispiele dafür gibt es sehr viele - sowohl in der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart.

Da seit 2008, dem Ausbruch der Krise, keine effizienten Lösungen gesucht und gewollt wurden, hat sich an der Instabilität und Verletzlichkeit des Systems nichts geändert. Man hat "nur" versucht, bisher erfolgreich versucht, das System mit noch mehr Geld, das heisst mit noch mehr Schulden irgendwie am Laufen zu halten.

Tatsächlich haben die Summen mittlerweile jede vertretbare Grenze überschritten und sind nicht mehr fassbar und nicht mehr vorstellbar. Redeten wir 2008 von ein "paar Milliarden", so sind heute Billionen im Spiel. Eine Vertausendfachung der Summen, die jede Vorstellungskraft übersteigen.

Das globale Finanzsystem ist äusserst komplex und extrem vernetzt. Es erinnert daran, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings Wirkung im gesamten Universum hat. Dieses äusserst fragile System hat viele Schwachpunkte und kann durch die offensichtliche Instabilität jederzeit zusammenbrechen. Vor allem die globale Vernetzung der Banken gibt Anlass zur Sorge.

Solange nicht versucht wird, ein gerechteres, nicht korruptes, nicht elitäres Geldsystem zu schaffen, das das bestehende ablösen könnte, wird ein Zusammenbuch des Geldsystems und damit unseres gesamten Systems wahrscheinlich sein. Und die Wahrscheinlichkeit steigt mit jedem Tag, solange keine grundlegenden Veränderungen die Schulden weiterhin steigen lassen ... Betroffen wird nicht nur der US-Dollar oder der €uro sein, sondern jede Währung dieser Welt!






Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Es wird KEINEN sanften Übergang geben (der-klare-blick.com)

Kydland: "Die Eurozone war von Beginn an ein Fehler" - Wirtschaftsnobelpreisträger Finn Kydland über die Berechenbarkeit von Politikern, den Grundfehler bei der Umsetzung der Euro-Währungszone und darüber, was man von Irland lernen kann. (diepresse.com)

Putin über Versailler Vertrag und Gemeinsamkeit von globalen Entscheidungen (pravdatvcom.wordpress.com)

Deutschland: Ein Land spart sich kaputt - Egal ob Rathäuser, Kanalisation, Krankenhäuser, Schulen oder Polizeistationen – allerorten bröckelt der Putz. Auch die deutschen Straßen sind in katastrophalem Zustand, genauso wie das Bildungssystem. Der Investitionsstau in Deutschland ist gewaltig. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans Böckler Stiftung (IMK) beziffert den Nachholbedarf auf rund 300 Milliarden Euro. (format.at)

Schwellenmärkte halten riesige Mengen an Dollarreserven (propagandafront.de)

China, der Goldpreis und die Gefahr eines US-Staatsbankrotts (kopp-verlag.de)

Aktienblase: Merrill Lynch erwartet Ausverkauf an europäischen Börsen - Das billige Geld der Zentralbanken treibt die Anleger in europäische Aktien. Über 600 Milliarden Dollar sind in die Vermögenswerte geflossen. Merrill Lynch zufolge gibt es nun erste Signale, dass die Blase platzt. (marialourdesblog.com)

Die späte Rechnung für die Krise - Die US-Großbank JP Morgan akzeptiert den Rekordvergleich von 13 Milliarden Dollar für Geschäfte vor dem Jahr 2008. In Summe gehen die amerikanischen Behörden gegen 17 Banken vor. (diepresse.com)

USA: Der lange Arm des Ex-Finanzministers Bob Rubin - Bill Clintons Finanzminister Robert Rubin hat den US-Finanzmarkt dereguliert und so den Keim der Krise gepflanzt. Seine Protegés dominieren heute Barack Obamas Team. (diepresse.com)

USA: Eine Bananenrepublik rettet sich - Manchmal glaubt der Verstand nicht, was das Auge sieht oder das Gehör vernimmt. So auch bei der angeblichen Rettung der Welt durch die USA. Die Welt wäre einer Katastrohe entkommen, heißt es wohlwollend in den Medien. Natürlich fand der Held, die USA, die Lösung für ihr Problem in allerletzter Minute, ... (start-trading.de)

USA – Vor dem nächsten Budget-Streit in Washington fällt das Land weiter auseinander (markusgaertner.com)

Vollständiger Zusammenbruch & Wirtschaftskernschmelze: Die USA machen’s auch nicht mehr lange (propagandafront.de)

MeltUp - Die US Wirtschaft mit Volldampf in den Untergang - Die Kultdokumentation aus dem Internet über den Untergang der USA und den Zusammenbruch der US-Wirtschaft jetzt endlich auch in deutscher Sprache. (iknews.de)

Washingtons Einwohner fordern Schließung von Guantanamo (ruvr.ru)

Die Revolte kommt nach Amerika - Der Ausfall des EBT-Systems (Essensmarken) und das kurzfristige Chaos das vergangenen Wochenende daraus resultierte, (siehe vorhergehenden Artikel), zeigt uns wie abhängig grosse Teile der Bevölkerung in den USA vom Staat geworden sind und was für ein Chaos bei einem längeren Ausfall stattfinden wird. Jeder siebte Amerikaner bekommt Essenmarken und Millionen mehr warten auf die Genehmigung ihrer Anträge dafür. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Russland reaktiviert Militärstützpunkte in der Arktis (marialourdesblog.com)

AKW Fukushima: Grundwasser hoch radioaktiv kontaminiert (heise.de)

Riesige Höhle mit eigenem Wettersystem in China entdeckt - Eine Gruppe von 15 britischen und amerikanischen Speläologen (Höhlenforschern) hat kürzlich in der chinesischen Provinz Chongqing ein riesiges Höhlensystem entdeckt. Es ist so groß, dass es darin Wolken, Nebel, Flüsse und sehr viel Vegetation auf dem Höhlenboden gibt. (kopp-verlag.de)





Kommentare:

Hundsstern hat gesagt…

Fed - vorher Bernanke jetzt Yellen

EZB - Mario Draghi - ehemaliger Vizepräsident von Goldman Sachs

Bank of England - Mark Carney - 13 Jahre lang in führenden Positionen bei Goldman Sachs

Goldman Sachs - Lloyd C. Blankfein

Staaten - versklavt über die Staatsverschuldung

Da gäbs noch so viel mehr. Das müsste man mal alles schön auflisten bzw. grafisch darstellen.

Letztendlich is alles miteinander verstrickt. Und damit mein ich auch CFR, Bilderberger, Group of Thirty, Trilaterale Kommission, Rockefeller, Rothschild, Familie Warburg, Disney, Starbucks, Hollywood usw. usf.

Hier noch ein interessanter Link.

Man bedenke dass das auf der Website von "The Times of Israel" veröffentlicht wurde.

Grüße

Freiwirtschaftler hat gesagt…

Ende der Arbeitsteilung

Sind die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (die Makroökonomie, insbesondere die Bodenordnung) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (das Geld) fehlerhaft, ist alles fehlerhaft, was das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft. Angebot und Nachfrage sind nicht im Gleichgewicht, es entstehen Konjunkturen und Krisen, systemische Ungerechtigkeit, der Zwang zur Lüge, Bürger- und Völkerkriege, Umweltverschmutzung und -zerstörung, Terrorismus, Kriminalität, materielle und geistige Massenarmut, Fehlernährung – bis hin zur genetischen Degeneration.

Was Zivilisation ist, findet sich ab Genesis_2,4b als "Paradies", und die Ursache, warum die Menschheit bis heute nicht zivilisiert ist, unter Genesis_3 als "Erbsünde" mit genialen archetypischen Bildern und Metaphern exakt umschrieben. Der religiöse "Normalbürger" erkennt die zahlreichen Negativsymptome der "Mutter aller Zivilisationsprobleme" nicht als deren zwangsläufige Folgen, sondern interpretiert sie als vermeintliche Folgen einer "Sündhaftigkeit des Menschen" – die durch eine "Moral" zu verbessern sein müsste.

Die vom "Normalbürger" als "vernünftig" gedachten Moralvorstellungen bestimmten die Kulturentwicklung über Jahrtausende und führten dazu, dass die wahre Zivilisation nicht nur allgemein unverstanden blieb, obwohl sie nach dem tatsächlichen Stand des Wissens längst verwirklicht sein müsste, sondern die "Moral" von der "etablierten Wissenschaft" sogar als "entscheidender Vorteil" des Menschen in der gesamten Evolution angesehen wird.

Unterstützt wird die "Moral" von der Religion, deren Aufgabe es war, die Erbsünde – solange noch niemand wusste, wie sie zu überwinden ist – aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes auszublenden, damit das, was wir heute "moderne Zivilisation" nennen, überhaupt entstehen konnte; denn kein vernünftiger – nicht religiös verblendeter – Mensch wäre dazu bereit, in einer a priori fehlerhaften Arbeitsteilung zu arbeiten, wenn er weiß, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg unvermeidlich ist.

Damit wurde der Krieg zum "Vater aller Dinge", was er jedoch nur solange sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab! Das heißt nun nicht, dass ein "Frieden durch ultimative Abschreckung" möglich wäre. Um die ganze "moderne Zivilisation" – von einem Tag auf den anderen – auszulöschen, ist es nicht erforderlich, dass irgendein wahnsinniger Präsident den "roten Knopf" betätigt – es reicht schon aus, wenn wir gar nichts machen.

In der Heiligen Schrift heißt das Ende der Arbeitsteilung "Armageddon"; so genannte "Wirtschaftsexperten" und "Spitzenpolitiker" schwafeln irgendwas von "Finanzkrise"; und wer etwas von Makroökonomie versteht, nennt diese größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte - nach J. M. Keynes - globale Liquiditätsfalle!

Glaube Aberglaube Unglaube