Mittwoch, 6. Februar 2013

Inflation & Wirtschaftswachstum

Fast jeder hat das Gefühl, dass unser Geld schneller entwertet wird, als die offiziellen Statistiken und Zahlen das belegen. Kurz, wir bekommen immer weniger um unser Geld. Trotzdem hat sich die Inflationsrate in den letzten Jahrzehnten nach offizieller Darstellung kaum erhöht.

Die Inflation wird aus dem Preismittel eines imaginären Warenkrobes errechnet. Dort findet man von Grundnahrungsmittel, KfZ-Kosten bis zu Immobilien und Mieten fast alles was den täglichen Bedarf betrifft.

Das Problem ist aber die unterschiedliche Preis- und Warenpolitik in den verschiedenen Branchen. Wem ist nicht aufgefallen, dass zB. gewisse Lebensmittel und Abgaben an die öffentliche Hand bzw. Energieproduzenten teilweise um mehr als 20% pro Jahr stiegen.

Dazu kommt, dass die Verpackungsgrössen nicht mehr vorgeschrieben, sondern für den Produzenten frei definierbar sind. So kann eine bisherige Packung irgendeines Lebens- oder Reinigungsmittel zB. 250g oder 250ml umfasst haben, der Preis bleibt gleich oder steigt nur geringfügig, die Pakungsgrösse bleibt gleich, aber der Inhalt schrumpft. Plötzlich ist um 15 oder 20% weniger an tatsächlicher Ware in der Packung. Dies nennt man eine versteckte Inflation ... die im offiziellen Warenkrob nicht berücksichtigt wird. Die Verpackung ist ja gleich gross geblieben ...

Andererseits geben diverse Branchen wesentlich höhere Rabatte als früher, weil der Absatz ihrer Produkte einbricht - zB. die Autobranche. Zwei Möglichkeiten stehen ihnen offen: Auf Neuwagen höhere, teilweise für Händler ruinöse Rabatte zu gewähren oder sogenannte Kurzzeitanmeldungen zu machen und die Autos als "Vorführwagen" mit noch höheren Rabatten anzupreisen. Das senkt natürlich die offiziellen Inflations-Statistiken ...

Wenn in desen Zeiten von einer geringen, offiziellen Inflation gesprochen wird und diese maximal 2 - 3% Prozent beträgt (teilweise auch noch geringer!!!), haben wir doch eine gefühlte Inflation von 8 - 10% pro Jahr - in einigen Bereichen sogar darüber.

"Glaube nur jenen Statistiken, die du selbst gefälscht hast!", wird beim Thema Inflation leider wahr. Man braucht es nur in Massen (in allen Mainstreammedien - TV, Print & Online) publizieren, das Siegel einer offiziellen Stelle darunter anmachen und schon glauben die meisten jeden Schmarr´n. Wer hat schon die alten Rechnungen aufgehoben, wieviel er vor einem Jahr für diverse Artikel bezahlte?

Bei der jetzigen echten Inflation ist unser Geld bereits in wenigen Jahren nur mehr die Hälfte wert. Das spüren wir im Alltag. Egal ob im Supermarkt, im Gasthaus, beim Energielieferanten oder den Gemeindeabgaben. Die Preiserhöhungen liegen teilweise bei 20 bis 30% pro Jahr!!!

Weniger berührt uns der Preisnachlass beim grossen SUV, wo der Händler auf Grund Absatzschwierigkeiten Rabatte bis zu 18% und mehr gewährt ...

Allerdings wird diese deflationäre Entwicklung ebenfalls in der offiziellen Statistik berücksichtigt. Ebenso der Preisverfall bei Computer, Unterhaltungselektronik und Mobiltelefonen. Der allerdings meist auf höhere Produktionstückzahlen zurückzuführen ist.

Das was wir benötigen, Lebensmittel, Wasser, Energie, etc. verteuert sich extrem. Diese Entwicklung wird auch weiter gehen. Und ihr können wir nicht entkommen. Spekulationen auf Lebensmittel liefern einen nicht unentscheidenden Beitrag dazu.

Unterm Strich kommt heraus, dass unser Geld, der Euro, jährlich um mindestens 8 - 10% (und auch mehr) weniger wert wird. Das heisst, um diese Wertminderung bekommen wir innerhalb eines Jahres weniger an Gegenwert, an Waren.

Aber wie erwähnt, wenn die offiziellen Stellen nur oft genug behaupten, die Inflation bewegt sich jährlich zwischen 2 und 3%, dann glaubt das der Grossteil der Bevölkerung. Auch wenn die Realität eine andere ist!

Seit Einführung der neuen Gemeinschaftswährung hat sich der Wert des Euro mehr als halbiert!







Eine zweite Lüge ist die Mär vom "ewigen Wirtschaftswachstum", das als Gradmesser für die Produktivität und die Reputation eines Landes hergenommen wird.

Zum einen, nichts auf dieser Welt kann ewig (also unendlich) wachsen! Zum anderen sollte man das Wirtschaftswachstum mit der Inflation vergleichen. Wenn die Wirtschaft pro Jahr um 2 - 3% wächst und der Wert des Geldes im gleichen Zeitraum um 8 - 10% schrumpft, kann man nicht von Wirtschaftswachstum sprechen.

Denn eine Steigerung der Produktivität, deren Ertrag um die erhöhte Inflation wertbereinigt wird, kann ich beim besten Willen in offizielen Studien und Datenbanken nicht finden! Klar, eine so hohe Inflation gibt es offiziell gar nicht ...

Das hiesse ja, wir haben, um jetzt ein wunderschönes (Ironie!!!) deutsches Wort zu verwenden, seit Jahren ein "Minuswachstum". Es wird zwar mehr an Waren und Dienstleistungen produziert, doch der Wert wird wegen der hohen Inflation, geringer. Da kann man wohl kaum mehr von Wirtschaftswachstum sprechen!

Den offiziellen Zahlen nach, liegt das Wirtschaftswachstum ohnehin prozentuell unter der Inflationsrate. Und alle Prognosen, so rosig sie auch waren, mussten schlussendlich im Laufe des jeweiligen Jahres stetig nach unten korrigiert werden.

Demnach sieht die Situation ein weniger anders, nämlich wesentlich prekärer aus, als diese von den offiziellen Stellen und Medien publiziert wird.

Wir sind in einem Jahrzehnt extrem hoher Inflation (teilweise über 8 - 10%) und dadurch auch in der Zeit eines Wirtschaftsrückganges, nicht nur einer Stagnation. Und das sollte uns zu Denken geben!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)  



Medienschau:



Gold-Vorkommen in 32 Jahren erschöpft? (goldreporter.de)

Die Privatisierung des Weltgeldsystems - Die Geschichte versucht die Kriege und Machtkämpfe der Vergangenheit immer durch historische Anlässe und nationale Aggressionen zu erklären, doch leider nie durch das Geld. Die Geschichtsschreiber wurden dafür bezahlt, die Vorkommnisse zu mystifizieren und jegliche wirtschaftlichen Betrachtungen immer nur auf den Wohlstand und die Kaufkraft des kleinen Mannes zu beschränken und Geld zu ignorieren. Tatsächlich wurden aber alle geschichtlichen Entwicklungen – zumindest seit Einführung des Bankwesens im 16. Jahrhundert durch die internationale ‘Hochfinanz’ manipuliert. (der-klare-blick.com)

Crash: Krise 2.0? Aus heiterem Himmel stürzen die Aktienmärkte wieder in den Keller. Während das Plunge Protection Team in den USA die Börsen vor Schlimmeren bewahrt, gehts in Europa drastisch bergab. - Schuldenbombe: Die Lunte brennt. (mmnews.de)

Die Krise ist tot, es lebe die Krise!
(krisenfrei.wordpress.com)

Die Deregulierer haben noch immer nichts begriffen - Langfristige Phänomene in ihrer historischen Perspektive betrachten ist unverzichtbar. Dieser hervorragende Film tut genau das. Die Ursachen der derzeitigen fatalen Weltlage werden sauber analysiert, Zusammenhänge hergestellt und Zukunftsaussichten beschrieben. (uhupardo.wordpress.com)

Die Lüge Europa – „die Vereinigten Staaten von Europa“ werden niemals funktionieren! (lupocattivoblog.com)

Die Draghi-Spirale reicht bis in britische Garagen-Einfahrten
(markusgaertner.com)

Deutschland: Strafe für kriminelle Banker: Für die Banken spricht einer, der 10 Milliarden Euro verbrannt hat - Die Bundesregierung möchte ein Gesetz verabschieden, bei dem Banker sogar mit der Haft rechnen müssen, wenn sie ihre Risiko-Vorschriften grob verletzten. Der Bankenverband bezeichnet das Gesetz als übereilt. Kein Wunder: Der Geschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer, hatte als Chef der BayernLB den Verlust von mindestens 10 Milliarden Euro an Steuergeldern zu verantworten. (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)

Was Sie schon immer über Silvio Berlusconi wissen wollten
(format.at)

Die Spanien-Rettung: Hallo Deutsche, hört mal einen Moment zu, bitte! (uhupardo.wordpress.com)

Spanien: realwirtschaftliches Desaster! (querschuesse.de)

4600 Euro für Konfetti - Spanien versinkt im Korruptionssumpf. Hunderttausende fordern Rücktritt von Ministerpräsident Mariano Rajoy (jungewelt.de)

Memorandums-Politik kostet Griechenland 25 Prozent des BIP - Laut einer Analyse der EFG Eurobank sank in Griechenland 2008 – 2012 das Pro-Kopf-BIP um 20 Prozent und wird bis Ende 2013 um weitere 5 Prozent zurückgehen. (griechenland-blog.gr)

Crash-Gefahr: Chinesische Unternehmen haben gigantische Schulden (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)

S&P: "Selbst Deals von Kühen hätten ein Rating erhalten" - Standard & Poor's wird in der Klage des Justizministeriums mit zynischen Mails konfrontiert. Die Analysten wussten, dass ein Crash unausweichlich ist. (diepresse.com)

Geheim-Memo: US-Regierung kann Bürger ohne Gerichtsverfahren töten - Ein Memo der US-Regierung beschreibt das Vorgehen beim Drohneneinsatz gegen die eigenen Bürger. Sie tötet nach eigenem Ermessen, ohne dass die Verdächtigen Stellung zu den Vorwürfen nehmen können. Eine richterliche Anhörung findet nicht statt. (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)

US-Justizministerium: Klage gegen Standard & Poor’s (iknews.de)

Israel plant den Einmarsch in Syrien (alles-schallundrauch.blogspot.co.at)

Todesstaub: Uran – Kriegsverbrecher-Munition und die Folgen (pravdatvcom.wordpress.com)

US-Notenbank wurde Ziel von Hacker-Angriff - Mit Anonymous in Verbindung stehende Hacker sollen eine interne Seite der Fed geknackt haben. (derstandard.at)

Wissenschaftlervereinigung warnt: Mobilfunk-Nutzung fördert Stress und Burn-Out - Handys, SmartPhones und Tablets fördern Stress und Burn-Out, nicht nur durch die Datenflut, den Zwang zur ständigen Erreichbarkeit, neuen Leistungsanforderungen durch den Datenstrom, sondern auch durch die Strahlenbelastung. Darauf weist die Wissenschaftlervereinigung "Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie" in einem Forschungsbericht mit dem Titel: "Steigende 'Burn-out'- Inzidenz durch technisch erzeugte magnetische und elektromagnetische Felder des Mobil - und Kommunikationsfunks" hin. (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de)

C 8,7 Eruption - nicht stark aber spektakuläres Schauspiel (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.co.at)

Das Malmö-Desaster - Gescheiterte Integration: Eine Stadt wird zum Lehrbeispiel für Europa
(preussische-allgemeine.de)






1 Kommentar:

hark86 hat gesagt…

Die wirtschaftliche Entwicklung ist maßgeblich für das Wohlbefinden der gesamten Menschheit. In wirtschaftlich starken Zeiten wird es der Bevölkerung wesentlich besser gehen als in Zeiten einer Depression. Es gibt unzählige Faktoren, welche auf die Wirtschaft Einfluss haben – Leitzinsen, Inflation, Deflation, Bevölkerungsentwicklung, technischer Fortschritt … Mit der Kenntnis über die wirtschaftliche Entwicklung lässt sich auf Profit machen (Börsen). Durch eine ganze Anzahl von wirtschaftlichen Indikatoren kann man die wirtschaftliche Entwicklung frühzeitig erkennen. Jeder ist von der Wirtschaft betroffen, umso wichtiger ist es frühzeitig über die wirtschaftliche Situation Bescheid zu wissen. Ein wirtschaftliches Grundverständnis soll von jedermann mitgebracht werden. Die Leitzinsen, Inflationserwartungen, Bankenprobleme oder das Wirtschaftswachstum betreffen im Endeffekt alle!