Donnerstag, 31. Januar 2013

Vabanquespiel Schi-WM Schladming

Am Montag beginnt in Schladming die alpine Schi-Weltmeisterschaft 2013. Seit drei Jahren bereiten sich die Schladminger und das nähere Umland darauf vor, für zwei Wochen der Nabel der Schiwelt zu sein. Das ehemals verschlafne Bergdorf im Ennstal hatte schon 1982 gemeinsam mit Haus im Ennstal, dort fanden die Damenbewerbe statt, eine Schi-Weltmeisterschaft ausgerichtet.

Damals war eine enorme Entwicklung der gesamten Region und eine Steigerung des Touristenaufkommens das positive Ergebnis. Heute bietet die Dachstein-Tauern-Region eine fantastische Schischaukel, mehrere zusätzliche Schigebiete, mit zusammen fast 1000 km präparierte Pisten, fast 300 Aufstiegshilfen (Schilifte, Sessellifte, Seilbahnen), unzählige Loipen und viel Apres Schi ...

Nun wurde nochmals kräftig investiert, geschätzte mehr als 400 Millionen Euro (!!!), teilweise aus Landes- und Bundesmittel. Hotels wurden gebaut, in die Infrastruktur wurde investiert und ein neues Kongresszentrum entstand dort wo früher die Tauernhalle stand.







Die alpine Schi-WM 2013 in Schladming in Zahlen:
(Quelle: kleinezeitung.at)

Ski-WM in Schladming, das ist ein Garant für Rekorde: Das Spektakel setzt neue Maßstäbe – der alpine Wettkampf wird zum Mammutprojekt, wie ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht.

  • Über 400.000 Besucher erwarten die Veranstalter an den 14 WM-Tagen. Insgesamt 28.000 Gästebetten stehen in der Region zur Verfügung – die durchschnittlich 25 Prozent, die diese zur WM teurer sind als sonst, stören da niemanden mehr. Dabei erwartet man für die WM-Saison ein Minus bei den Nächtigungen, weil tausende Zimmer für Athleten, Trainer und Betreuer nur als Einzelzimmer belegt sind.
  • 650 Athleten aus 70 Nationen treten insgesamt in den Wettkampf ein und kämpfen um 33 zu vergebene Medialen. Über 13.000 Betreuer, Serviceleute. Teammitglieder, FIS-Offizielle und Funktionäre werden zudem erwartet. Zu Erinnerung: Schladming hat "normalerweise" knapp 4.500 Einwohner.
  • 1.050 Freiwillige kümmern sich um das Wohlergehen der Fans und Sportler – vom Zielraum, über den Parkplatz bis hin zum VIP-Bereich. Darunter auch ein Volontär aus Kanada.
  • 27.000 Zuschauer fasst der spektakuläre Zielraum der Schladminger Ski-WM. Über allem thront der 35 Meter hohe "Skygate".
  • 2000 Tonnen Stahl wurden im Zielraum verbaut. Unter einer Tribüne findet sich sogar ein Bierzelt.
  • 1.500 Journalisten aus aller Herren Länder werden sich um die besten Bilder, schönsten Geschichten und lustigsten Sager reißen. 25 TV-Stationen übertragen das WM-Spektakel in alle Welt.
  • Knapp 40.000 Meter Netze wurden rund um die WM-Strecken angebracht. Dazu kommen knapp 3.000 Meter Stromkabel alleine im Zielraum und immerhin stolze 1.500 Meter Datenkabel.
  • 300 Polizisten und 230 Securities privater Sicherheitsfirmen werden während der WM die Sicherheit im Auge behalten. Auch dabei: Kobra-, Alpin-, und Kriminalpolizei.
  • 200 Einsatzkräfte des Roten Kreuz kümmern sich hingegen um das gesundheitliche Wohl der Gäste. Auf die Athleten achten 13 Rennärzte, hinzukommen noch 40 Personen der Bergrettung.
  • 7.000 Parkplätze warten auf die anstürmenden Besucher in und rund um Schladming.
  • 99 Schneekanonen stehen bereit, sollte sich der Winter nicht in WM-Laune präsentieren. Die Pisten werden zudem von mehr als 550 Mitarbeitern umsorgt.
  • 300.000 Tickets warten auf die Ski-Fans, sie wurden in mehreren Tranchen aufgelegt. Zuerst ausverkauft war die Herren-Abfahrt.



weiters:

400 Millionen Euro zusätzliche Wertschöpfung ergeben sich laut "Szenario 2020"-Studie aus der wachsenden Nachfrage. Rund 100 neue Jobs sollen entstehen.

400.000 Besucher werden bei den elf Bewerben in den knapp zwei WM-Wochen in Schladming erwartet. Darunter 3000 Medienvertreter aus der ganzen Welt.

4,3 Millionen Euro wurden im Vorfeld der Weltmeisterschaft von Bund, Land, Stadtgemeinde und privaten Financiers in die Verbesserung der Infrastruktur in und rund um Schladming investiert.

44.000 Gästeübernachtungen zusätzlich durch den Werbeeffekt der WM weist eine Nachhaltigkeitsstudie von Michael Steiner (Uni Graz) für die kommenden Jahre für die Tourismusregion aus.







Die Zeit nach der WM

Davor fürchten sich nicht wenige Schladminger. Kann sich die kleine Ennstaler Gemeinde die neuen Investitionen überhaupt leisten, wenn die Schirennfahrer, Kameras und Journalisten wieder weg sind? Wenn der Alltag wieder einkehrt?

Bisher ist sich das Budget immer ausgegangen und die Verschuldung ist, wie zu erwarten hoch gewesen. Schladming zählt nicht zu den reichen Gemeinden wie Zürs, Lech oder Ischgl.

Der Schiurlaub wird immer teurer, die Erwartungen der Gäste immer höher, kein Wunder dass viele Schigebiete auf der Strecke bleiben, weil der erwirtschaftete Gewinn immer kleiner wird.

Im Grunde ist die Ausrichtung von grossen Sportevents ein Vabanquespiel das meist schlecht für die Veranstalter ausgeht. Siehe die letzten Olympischen Spiele, von denen die meisten neu gebauten, ultramodernen Sportstätten nun dahinrosten und nicht mehr benützt werden. Was geblieben ist, sind Milliardenkosten bzw. Milliardeschulden (Athen, Peking).

Ist dieser gigantische Aufwand für zwei Wochen, zum Teil auf Kosten der Steuerzahler überhaupt tragbar? Klar, jetzt sind die Schladminger euphorisch. Was werden sie aber in ein, zwei Jahren sagen, wenn die Stadt zugeben muss, die Kosten nicht mehr alleine tragen zu können?

Ich hoffe, es geht sich aus, sonst muss der Steuerzahler ein zweites Mal sein Geldbörsel zücken ... Anders gefragt, ist ein derartig grosser und kostspieliger Sportevent überhaupt wichtig für ein kleines Land und ein kleines Dorf in der Obersteiermark? Denn es nur unter dem Aspekt Werbung abzutun, ist ein klein wenig naiv ...



Schladming 2013: Die Ski-WM in Zahlen (kleinezeitung.at)

Was bleibt von der WM? Laut Tourismuschef darf sich Schladming nach der WM über mehr Gäste und höhere Umsätze freuen. Es gibt aber Kritik an den Nachhaltigkeitsprognosen. Die Vorhersagen eines Experten liegen ziemlich genau zwischen Touristiker-Hoffnung und Politiker-Bedenken. (kleinezeitung.at)

Schladming teurer als New York Urlaub in Schladming während der Ski-WM kann ganz schön teuer werden. (kurier.at)

Schladming rutscht ins Minus - Die Steirer haben sich für die Ski-WM fein herausgeputzt. Sorgen macht Gemeinderat Hans-Moritz Pott aber das Danach. Die Gemeinde hat sich schwer verschuldet und fast alle Geldreserven aufgelöst. Öffentliche Gelder wird es in Zukunft kaum geben. (derstandard.at)



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)  



Medienschau:



Offizielle Crash-Warnung: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht gefährliche Blase - Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt die Banken vor einem Crash: Durch die niedrigen Zinsen hätten sich bei vielen riskanten Assets Blasen gebildet. Konkret heißt das: Auch die Zentralbanken sind am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)

Hier kommt der nächste Stresstest für die Europäer - Der Euro bewegt sich wie eine dieser Marionetten in der Augsburger Puppenkiste. Die Fäden hält nach Darstellung der Medien Mario Draghi in der Hand. Denn begründet wird die Rally des Euro-Wechselkurses zum Greeback – die sich auf 1,36 zubewegt – vor allem mit den “Helden”-Taten des EZB-Präsidenten. Im Sommer versprach er, alles Nötige zu tun, um die Gemeinschaftswährung zu schützen. (markusgaertner.com)

Achtung, Realsatire: "Die Europäer bekommen ihr Geld zurück" ... verspricht der griechische Zentralbankchef. Griechenland befinde sich in einem Änderungsprozess. Die Bevölkerung und die Politiker hätten verstanden, dass es um "die letzte Chance für Griechenland" gehe. (kleinezeitung.at)

Deutsche Bank macht 2,15 Milliarden Euro Verlust - Die Höhe des Verlusts der größten deutschen Bank im vierten Quartal 2012 kommt überraschend. Die Bankchefs zeigten sich dennoch zufrieden. (diepresse.com)

Was nun, Deutschland? „Der Rechtsstaat ist unterhöhlt, die Gewaltenteilung ist eine Farce. Die Meinungsfreiheit ist durch die Political Correctness stark eingeengt. Die Parteien beherrschen alles.“- Was in Deutschland alles fehlläuft, wohin das wieder führen kann  und was dagegen getan  werden könnte. (mmnews.de)

Jetzt rettet der deutsche Steuerzahler auch noch die Konten der russischen Oligarchen auf Zypern (jjahnke.net)

Der Rebell aus Österreich: “Bitte schicken Sie uns kein Geld mehr!” - Sie erinnern sich an Heini Staudinger, den “Rebell” aus Österreich? In dieser Rede schildert er seine skurrilen Erfahrungen mit den Banken. Das begann damit, dass man ihm den Kreditrahmen für seine Firma von zwölf auf sieben Millionen kürzte, weil er 40 Prozent mehr Umsatz machte. Klingt albern? Ist es auch. Begründung des Bankdirektors: “Weil ich will und weil ich kann!” (uhupardo.wordpress.com)

Druck auf Draghi steigt: Staatsanwalt ermittelt gegen italienische Notenbank (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)

Portugal: miese Industrieproduktion und erschreckende Details dazu (querschuesse.de)

Schwarze Kassen der Partido Popular - Rajoy soll kräftig kassiert haben (n-tv.de)

Spanische Rezession: Schönreden hilft nicht - Zum Jahreswechsel sprachen führende Politiker aus Brüssel von einem Ende der Krise in Europa. Sie sprachen von erfolgsversprechenden Schritten, die unternommen wurden. Von ersten Erfolgen aus Griechenland, Portugal und vor allem aus Spanien. Während das iberische Land in immer mehr Chaos zerfällt und die Banken ... (start-trading.de)

Letzter inhaftierter Junta-Offizier in Griechenland verstorben - Der seit 38 Jahren in Griechenland inhaftierte Junta-Offizier Nikolaos Dertilis ist verstorben, ohne jemals auch nur einen einzigen Tag Freigang gehabt zu haben. (griechenland-blog.gr)

US-Schuldenobergrenze „vorübergehend aufgehoben“? (goldmoney.com)

Das irre Billionen-Spiel der US-Notenbank - Der Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), Ben Bernanke, wird demnach monatlich weiterhin Hypothekenanleihen im Umfang von 40 Mrd. Dollar und Treasuries im Volumen von 45 Mrd. Dollar kaufen, erwarten die 44 befragten Ökonomen. (format.at)

US-Wirtschaft schrumpft trotz Geldflutung - Selbst massives Gelddrucken der US-Notenbank und die massive Neuverschuldung des US-Bundeshaushalts sind anscheinend keine Garantie für Wachstum ... (bullionaer.de)

Kein Wachstum für die USA, und keine Kondom-Lösung für die Fed (markusgaertner.com)

Noam Chomsky: USA ist ein terroristischer Staat - Der berühmte US-Kritiker und Professor Noam Chomsky hat die Vereinigten Staaten auf Grundlage des Völkerrechts als “terroristischen Staat” bezeichnet. Bereits Anfang der 80er-Jahre hat er den heutigen “Krieg gegen Terror” der US-Regierung vorhergesagt. Der US-Professor Noam Chomsky sagte im Interview mit Press TV, dass die Vereinigten Staaten auf Grundlage des Völkerrechts einer der führenden terroristischen Staaten der Welt seien. (gegenfrage.com)

Israel soll Waffen-Konvoi in Syrien bombardiert haben - Die USA bestätigen laut "New York Times" einen Angriff Israels nahe Damaskus. Syrien behauptet, Ziel sei eine Forschungseinrichtung gewesen. (diepresse.com)

IAEA - Keine Explosion in Fordo/Iran (alles-schallundrauch.blogspot.co.at)

Die Weltkarte der Korruptionsanfälligkeit im Militärsektor (derstandard.at)

Shell muss Schadenersatz zahlen - Die Ölverschmutzung im Nigerdelta gilt als eine der größten Umweltkatastrophen der Welt. Der Konzern Shell zeichnet dafür mitverantwortlich. Zu diesem Urteil kommt ein Gericht in Den Haag. Rechtsexperten sprechen von einem historischen Prozess. (n-tv.de)

Büchse der Pandora geöffnet: Schiefergas bringt Energierevolution - Schiefergas hat die USA zum größten Erdgasproduzenten gemacht, Preise und Machtstrukturen purzeln. Die industriepolitische Herausforderung für Europa ist groß - zudem wird ein riesiger Rückschlag für erneuerbare Energien und die Umwelt befürchtet. (kleinezeitung.at)

Forscher finden Leben in der oberen Troposphäre - In der mittleren und oberen Troposphäre, also in etwa 6 bis 10 Kilometern oberhalb der Erdoberfläche, haben US-Wissenschaftler bedeutende Mikrobenpopulationen entdeckt, die hier sogar das Klima beeinflussen könnten. (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de)

Forscher warnen für 2013 vor Naturkatastrophe - Und noch etwas mehr! - Die Sonne wütet und löst womöglich eine heftige solare Eruption aus. Dieses astronomische Feuerwerk könnte der Erde eine der schlimmsten Naturkatastrophen bescheren und ein großes Sterben auslösen. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.co.at)

Drohnen: Überwachung nun mit Gigapixel Argusaugen - “Das ist die neue Generation der Überwachung” – mit diesen deutlichen Worten bring es der Ingenieur Yiannis Antoniades von BAE Systems INC auf den Punkt. Aus einer Flughöhe von mehr als 5000 Metern können ganze Städte so mit einer Drohne überwacht werden. Möglich machen das die 368 einzelnen Videochips, die zusammen einen Videostream mit 1,8 Gigapixeln erstellen. Eigentlich wollte BEA einen eigenen Videochip erstellen, die DARPA trat jedoch auf die Kostenbremse und so griff man zu einer Lösung, die in jeder Hosentasche steckt: Handykameras. (iknews.de)

Interview mit Andreas Popp - Warum eine dezentrale Ausrichtung nichts mit Nationalismus zu tun hat. (krisenfrei.wordpress.com)





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