Samstag, 10. November 2012

SuperMarkt: Das Wunder von Wien

Das anerkannte US-Magazin »Foreign Policy« ist dem »Austrian Miracle« auf der Spur – und macht dabei ziemlich erstaunliche Beobachtungen. Was Kapitalismus kann und wofür er nichts kann.

Die vergangene Woche war für dieses Land wohl eine der besten des laufenden Jahres. Die Ratingagentur Fitch bescheinigt dem Schuldner Österreich allerbeste Bonität, und das renommierte US-Magazin „Foreign Policy“ schwärmt geradezu verliebt vom „österreichischen Wunder“. Die zur Washington-Post-Gruppe gehörende Publikation ist hingerissen vom kleinen Alpenvölklein, das die niedrigste Arbeitslosenrate Europas aufweist und dessen Wirtschaft auch noch wächst und gedeiht, wenn die Prognostiker schon mit gesenkten Häuptern durch die Straßen der besten Stadt der Welt streifen. Wer es nicht mitbekommen haben sollte: Wien ist laut einer Studie des Beratungsunternehmens Mercer jene Stadt, in der es sich weltweit am besten lebt.

So etwas hört man gerne in einem Land, das es in jüngerer Zeit nur noch mit grauenhaften oder peinlichen Erzählungen auf die Titelseiten internationaler Medien geschafft hat. Jetzt sind wir wieder wer, zumindest in punkto Staatsführung und guten Wirtschaftens, man kann das gar nicht oft genug sagen. Die im Ausland wissen gar nicht, wie viel Lob wir vertragen können.

Besonders gilt das für jene, die den Staat immer wieder gegen unfaire Angriffe verteidigen. Oder für jene, die tagtäglich von heimischen Medien für ihr Tun geprügelt, aber jetzt von ausländischen Beobachtern rehabilitiert werden. Wie zum Beispiel Finanzministerin Maria Fekter, die das von Fitch bestätigte „AAA“ dem konsequenten Reformkurs der Regierung geschuldet sieht, der stabilitätsorientierten Wirtschaftspolitik und den starken heimischen Institutionen, den flankierenden Geländern des „österreichischen Weges“.

Genau so sieht das auch „Foreign Policy“. Dass Österreich so gut dastehe, liege nicht zuletzt an der funktionierenden Sozialpartnerschaft. Und am „great Chancellor“ Bruno Kreisky, der das „österreichische Wunder“ erst möglich gemacht hat. „Weil 50 Prozent der österreichischen Industrie in Staatshand blieb, hatten fast alle Menschen in Österreich die Chance, ihre Ausbildung abzuschließen und einen guten Job zu finden – mit der Aussicht auf eine gute Rente am Karriereende.“ Eine vergleichsweise originelle Sicht der Dinge. Angeblich soll es ja noch Menschen geben, die sich an den kolossalen Zusammenbruch der verstaatlichten Industrie erinnern. An die Unsummen, die in den öffentlichen Industriehallen versenkt wurden und an die tausenden Arbeitslosen, die nach Jobs suchten. Aber die Zeit heilt eben alle Wunder, wie die deutsche Band „Wir sind Helden“ weiß.

Dabei ist dieses Land tatsächlich reich an Wundern. Dass sich eine hart arbeitende Bevölkerung Monat für Monat von Vater Staat das Lohnsackerl ausräumen lässt, um nach erledigtem Raubzug noch artig „Danke“ zu sagen und mitanzusehen, wie das Geld von 22 Sozialversicherungsträgern und zahllosen Verwaltungseinheiten verspeist wird, ist eines dieser schwer zu erklärenden Naturereignisse. Zweifellos ein Wunder ist, dass sich hierzulande immer wieder Unternehmer finden, die bereit sind, ihre ganze Existenz für eine Idee einzusetzen, um im Falle des wirtschaftlichen Erfolges den Gewinn mit einem Staat zu teilen, der sich nicht mehr blicken lässt, wenn die Sache schiefgeht.

Ein schwer zu erklärendes Phänomen ist wohl auch, dass hierzulande noch immer von „konsequenten Reformkursen“ zu hören ist, obwohl der Bundeshaushalt seit 58 Jahren ununterbrochen im Minus ist.

Zu den unerfreulichen Wundern zählt das Faktum, dass es in Österreich noch immer Armut gibt. Und das, obwohl der Staat pro Jahr an die 90 Milliarden (nicht Millionen) Euro unter dem Titel „Soziales“ verteilt – und dennoch Menschen materielle Not leiden müssen. Weil zu wenig gegeben wird? Weil es zu wenig Solidarität gibt? Nein, weil im staatlichen Umverteilungsmoloch zu viel Geld verschwindet – und sich niemand fragt, warum das so ist.

Höchst wundersam ist auch, wie sich Rechnungshofberichte zu riesigen Türmen stapeln, ohne dass auch nur ein politischer Amtsträger mit dem Ohrwaschel wackeln müsste. Wie ungestört der Staat bei jedem seiner größeren Bauprojekte die geplanten Kosten in wenigen Jahren verdoppeln darf – ohne dass auch nur ein Staatsanwalt danach fragt, wie so etwas möglich ist. Ob es daran liegt, dass die Bevölkerung vor der Auftragsvergabe mit niedrigen Projektkosten getäuscht wird, oder ob die Kostenexplosionen einfach nur „part of the game“ sind.

Nichts als ein Wunder ist der unerschütterliche Glaube an das österreichische Pensionssystem. Dabei sind im Bundeshaushalt jährlich 18 Milliarden Euro bereitzustellen, um die Renten ehemaliger Staatsbediensteter zahlen und die Löcher in den öffentlichen Pensionskassen stopfen zu können. Das sind knapp 40 Prozent der Netto-Steuereinnahmen des Bundes (Steuern minus EU-Beitrag und Anteile der Länder und Gemeinden). 40 Prozent der Einnahmen sind also bereits verbraucht, bevor ein öffentlich Bediensteter entlohnt ist, Zinsen für die Staatsschulden bezahlt sind, eine Autobahn geteert oder eine Schule umgebaut wird. Was Pensionistenlobbys und Gewerkschafter nicht daran hindert, dem staatlichen Pensionssystem das Gütesiegel „absolut sicher“ umzuhängen.

Bleibt das wohl schmutzigste Geheimnis dieses Landes: das österreichische „Jobwunder“. Es ist nämlich keines. Was jedem klar wird, der sich einmal in den Schulungsräumen des AMS umschaut. Oder in der Statistik kramt, um das faktische Pensionsantrittsalter mit jenem anderer Länder zu vergleichen, die in der Arbeitslosenstatistik etwas weiter hinten auftauchen. Und sich ansieht, wie lange in Österreich ein Studium im Schnitt dauert (13 Semester) und wie lange in vergleichbaren Staaten (8 Semester). Um zu erkennen, in welchem Alter Akademiker auf den Arbeitsmarkt drängen und statistisch als arbeitssuchend erfasst werden.

All das zeigt: Österreich ist ein wunderschönes Land, in dem es sich hervorragend leben lässt. Aber auch eines, das mit ganz normalen Problemen zu kämpfen hat. Ein Land, dessen Politiker nicht alles falsch machen, aber vieles. Ein Land, in dem tüchtige Beschäftigte und findige Unternehmer für Prosperität sorgen. Aber auch eines, in dem seit vielen Jahrzehnten Wohlstand konsumiert wird, der nie erwirtschaftet worden ist. Das ist kein Wunder. Sondern nur eine Erklärung für Österreichs gigantischen Schuldenberg. Auch wenn sich das noch nicht bis in die Redaktionsräume von „Foreign Policy“ durchgesprochen haben dürfte.

franz.schellhorn@diepresse.com  - Die Presse, Print-Ausgabe (diepresse.com)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)  



Medienschau:



Im Wendekreis der Notbremse - „Es gibt ab jetzt keine Erholung mehr, keine Pause, alle bestehenden Systeme werden fallen, es implodieren die Widersprüche, es wird ein unfassbares Schockerlebnis, auf den wir zurasen, ein Domino-Drama, wie beim Prager Fenstersturz und dem darauf folgenden Dreißigjährigen Krieg.“ Damit beendete der heute 60-jährige Biophysiker Anfang Oktober 2009 seine Leipziger Ausführungen, schenkte dem bangen Publikum noch ein aufmunterndes Lächeln und ergänzte: „Viele Topleute aus der Wirtschaft und der Politik, die zu meinen Vorträgen kommen, spüren das und begreifen: all das gegenwärtige Geschehen ist Illusion, es gibt in ihm keinen inneren Halt mehr, wir stehen am Abgrund. Aber wir haben noch einen Schlüssel in der Hand. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.co.at)

Das vom Hause Rothschild geleitete Wirtschaftssystem wurde erschaffen, um der Weltbevölkerung den Lebenssaft auszusaugen (lupocattivoblog.com)

"Eskalierende Konflikte mit Bürgern werden zunehmen" - Politologe Volker Mittendorf über Bürgerinitiativen und den Umgang der Politik mit der Mitsprache. (derstandard.at)

Europas Draghödie: Wird aus dem Powerhaus der kranke Mann 2.0? CNN zeigt eine zerknirschte Angela Merkel und sagt Deutschland Stagnation vorher. Steigende Arbeitslosigkeit, höhere Steuern sowie geringere Regierungs-ausgaben würden das “Powerhaus” der vergangenen Jahre trotz einigermaßen ordentlicher Exportsituation ausbremsen. Europas größte Volkswirtschaft erscheine nicht länger immun gegen die Krise, von der sie eingekreist wurde. (markusgaertner.com)

Autoland ist abgebrannt - In der sich entfaltenden Krise der europäischen Autoindustrie spiegeln sich die inneren Schranken, an die das kapitalistische Weltsystem stößt. Europas Autobauer können angesichts der sich zuspitzenden Krise - mal wieder - auf großzügigste Hilfsmaßnahmen hoffen. Die Europäische Kommission sei dabei, einen "Aktionsplan" für die angeschlagene Autobranche auszuarbeiten, hieß es in Medienberichten. Im Gespräch seien unter anderem Zuschüsse für die Entwicklungsabteilungen der europäischen Autogiganten, die aus dem rund 80 Milliarden Euro umfassenden Forschungsbudget der EU bis 2020 fließen sollen. Im Rahmen des Krisenkonzepts, das von EU-Industriekommissar Antonio Tajani ausgearbeitet wird, sollen auch Sozialprogramme bei eventuellen Werkschließungen in Europa vereinbart werden. Überdies ist - kein Witz! - eine "Einbindung" der Autoindustrie bei der künftigen Klimaschutzgesetzgebung geplant. (heise.de)

Waldviertler-Chef: “Ich gehe notfalls ins Gefängnis” - Heini Staudinger denkt nicht daran, im Konflikt mit der FMA nachzugeben. Seinen Anlegern will er ab heuer Bilanzen vorlegen. (w4tler.at)

Das Zwangsräumungsdrama in Spanien - Die beiden großen Parteien wollen sich nun auf eine Gesetzesänderung einigen, um nach etwa 400.000 Räumungen das gravierende soziale Problem einzudämmen. (heise.de)

Frau stürzt sich kurz vor Zwangsräumung aus dem vierten Stock in den Tod (uhupardo.wordpress.com)

Griechenland im Katastrophenmodus – Blaupause für EU? Das Griechenland nicht zu retten ist, war ökonomisch Interessierten bereits Anfang 2010 klar, wo noch eine Summe von 30 Milliarden zur Rettung der Helenen im Raum stand. Wie schon zuvor bei Irland oder auch der HRE, wurden die Bürger in kleinen Schritten an mehrstellige Milliardenbeträge gewöhnt um Proteste und Widerspruch zu vermeiden. Die Entwicklungen in Griechenland sind dramatisch und die Jugendarbeitslosigkeit sprengt alle Rekorde mit nun 58%. (iknews.de)

Bürgerkriegsähnliche Zustände in Athen (marialourdesblog.com)

15000 Steuerbescheide wegen Auslandsüberweisungen in Griechenland - In Griechenland begann der Versand von 15.000 Bescheiden an Steuerpflichtige, deren Auslandsüberweisungen nicht mit ihren deklarierten Einkommen in Einklang stehen. (griechenland-blog.gr)

Horror-Inflation: Iran verbietet Import von Luxusartikeln (goldreporter.de)

Amerikas Großbanken fürchten den “Bumerang aus Massachusetts” (markusgaertner.com)

Gold und die sich immer weiter aufblähende Bilanz der US-Notenbank - Während die US-Wähler immer noch ihre Stimmen abgaben, legte Gold bereits aufgrund der guten Aussichten auf eine Wiederwahl Barack Obamas eine Rally hin. Jetzt, wo die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl bestätigt worden sind ... (propagandafront.de)

Nach »Sandy«: Einwohner von New York und New Jersey bewaffnen sich mit allem, was sie finden können – Gewehre, Bogen, Baseball-Schläger, Macheten ... (kopp-verlag.de)

Wintersturm führt zu Schnee-Chaos in New York – Rationalisierung des Benzins (pravdatvcom.wordpress.com)

WIEDER AKTUELL: Klimawandel - der größte Betrug des Jahrhunderts! (der-weg.org)





Kommentare:

Der Nordländer hat gesagt…

Eigentlich ist dieser Artikel sooo interessant das ich nichts dazu sagen könnte, da fällt mir eben nichts lapidares zu ein. Habe ihn aber trotzdem gelesen soviel Respekt muss sein, ich schaue öfter mal hier rein und dann lese ich eben.
Zum Artikel werde ich nichts sagen weil mir eben nichts dazu einfällt. Nur, irgendwo im unteren Teil da steht was in roter Schrift.
Im Wendekreis der Notbremse Mal wieder was von meinem Lieblings verblödungs – Blog.
Hier wird der satanische Broers wiedermal in den Himmel NEIN in den Vordergrund geschoben.
Transformation zur Neuen Weltordnung. Das evt. Aufwachen der verführten Voll++++ten wird grässlich sein und ich sehe,,,, es hat nichts genützt, SATAN hat mit seinen Dämonen auch diesen Blog immer noch voll im Griff, möge dir Gott gnädig sein wenn du vor ihm stehst zum Gericht.

Sag dann nicht das DU nichts gewusst hast. In der Endzeit trennen sich die wahren Christen von den verführten und denen die sich zur dunklen Seite hingezogen fühlen. Es gibt dann kein zurück mehr.
Gesegnet sind alle die ihr vertrauen setzen auf Jesus Christus.

mfg

3DVision hat gesagt…

Der Artikel ist zehn Kilometer lang,hab erst gar nicht angefangen zu lesen.Weil der Artikel mich auch nicht interessiert.
Nur die untersten Zeilen,

Österreich ist ein wunderschönes Land, in dem es sich hervorragend leben lässt.

Der erste Satz stimmt,wenn man nur die Natur betrachtet.
Der zweite Satz kann ich nicht glauben,aber ja doch wenn man eine Druckerei hat die Teuros druckt.
Mit Geld kann man überall oder fast überall gut leben.
Es sei denn man sieht die einheimischen nicht sondern nur mit Gardinen und Tischdecken bekleidete Individuen.Kein Bock auf so was.

Was Zeitenwende angeht,
Die Seite ist die reinste verarsche.
Und Broers ein Scharlatan der
mit guten Dummen sein Geld macht.
Der kleine dicke von Zw übrigens auch.
Was für eine verarsche,man wird überall immer nur verarscht.
Aber wen wunderts,in so einer verkommenen Welt.