Montag, 14. Mai 2012

Kunst & Krise

In letzter Zeit wurde ua. die Frage gestellt, wie es mit der Kunst (im weitesten Sinne) weitergeht, falls der Euro bzw. unser System kollabieren sollte. Wäre dies auch das Ende der Kunst? Weil Kunst in den letzten Jahrzehnten mit Investiton, Geldanlagen und teilweise astronomischen Summen verknüpft wurde.

Der Kunstmarkt als solches muss grundsätzlich in zwei grosse Gruppen geteilt werden, die im heutigen Artikel relevant sind. Zum einen die Gruppe der Maler, Bildhauer und Aktionskünstler (bildende Kunst), zum anderen die Musiker, Literaten, Dramatiker, etc. (darstellende Kunst).

Grundsätzlich ist Kunst immer ein Ausdruck der Gesellschaft, der Kultur und der Zeit gewesen. Auf der Wiener Secession, unterhalb der Kuppel prangt in goldenen Lettern der Wahlspruch der Secession: Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit (von Ludwig Hevesi).

Die Uferlosigkeit, Irrationalität und Dekandenz unserer Gesellschaft musste natürlich auch in der Kunst ausgedrückt werden. Immer neue, abstraktere und verrücktere Kunstarten und -formen wurden "erdacht". Die moderne Kunst war nicht mehr von jedem zu verstehen, geschweige denn zugänglich. Die Kunst ist tatsächlich der Spiegel unserer Gesellschaft ... und das seit ewigen Zeiten. Kunst ist ein Zeitdokument.

Kunst war nicht mehr der Inbegriff von "Können", sondern von Interpretationen. Der Begriff "abstrakt" wird ziemlich strapaziert und teilweise sogar ad absurdum geführt (Exkremente als Kunstwerke).

Kritiker, Medien und Sammler, die mehrheitlich nichts anderes als Investoren sind, schraubten die Preise kontinuierlich in astronomische Höhen. Künstler wurden zu gefeierten Superstars und Cashcows ...

Damit ist vermutlich zu jenem Zeitpunkt Schluss, an dem sich unser System in einem Riesenknall verabschieden wird. Geld wird für wichtigere Dinge gebraucht und der Kunstmarkt, wie wir ihn kennen, wird zusammenbrechen.

Da allerdings jede Gesellschaft, jede Kultur Kunst als Ausdruck und Spiegel ihres Selbst benötigt, wird es Kunst in jedem Fall weiterhin geben. Nur in einer gemässigten, wieder leistbaren und nicht fliessbandartigen Form. Ob als Bilder, Skulpturen, Literatur, Dramen und Tänze. Kunst bleibt Zeitdokument und wird, wie die Gesellschaft auch, völlig verändert und vor allem wieder realistischer (ist meine Meinung). Der imaginäre Lifestyle und Zeitgeistaspekt wird verloren gehen. Ebenso die sehr oft nicht nachvollziehbaren Interpretationen diverser wortgewaltiger Kritiker und Mäzen.

Dadurch werden auch die dafür gebotenen Summen auf ein leistbares Niveau fallen. Dass Kunst immer einen gewissen Wert hatte, wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Ebenso, dass Organisationen, aber auch der Staat, die Verpflichtung haben wird, Kunst zu fördern. Das wird jedoch in einem, nicht so wie jetzt ausufernden und nach oben offenen, Niveau stattfinden.

Ebenso wird sich die Musiklandschaft ändern. Wie in den letzten Jahren ein gewisser Trend zu den kulturellen Wurzeln erkennbar ist (zumindest hier in Österreich), werden die Weltstars wieder - so wie früher - auf einer Hand abzuzählen zu sein. Dass ausserordentliche Talente immer wieder über die Grenzen begeistern werden, wird auch in Zukunft so sein. Nur werden wir die globale Uniformität ablegen und jede nationale Kultur wird wieder ihren eigenen Weg, ihre eigene Identität suchen.

Speziell in der Musik ist es seit Jahren wichtig, will man international mitspielen, dieser verdammten Uniformität Tribut zu zollen. Dabei wird oftmals nicht mehr die Herkunft der Band, des Musikers oder der Songs eruierbar. Die Musik, im Besonderen die Populärmusik, ist austauschbar geworden. Ein Einheitsbrei, der in Europa, Amerika bis Asien überall gleich klingt. Ganz wenige Künstler haben es international geschafft, ihre Wurzeln, ihre Traditionen mit einfliessen zu lassen (Ein gutes Beispiel ist Gogol Bordello, eine ukrainisch-amerikanische Band mit starken Einflüssen aus der Sinti und Romakultur).

Ein Trend der letzten Jahre wird jedenfalls verschwinden, denn Superstars können nicht durch Castingshows (plötzlich) entdeckt und hervorgebracht werden, Superstars können nur durch harte Arbeit, viel Erfahrung und aussergewöhnliches Talent in einem jahrelangen Prozess "entstehen".

Auch wird sich die MultiKulti-Kultur verabschieden und es werden Kunstwerke einer neuen nationalen Gesellschaft entstehen. Das Projekt MultiKulti, durch Politik und Gesellschaft geschaffen, ist am zerbrechen. Die Einmischung fremder Kulturen in unsere Gesellschaft, auch in die Kunst, ist zu einem grossen Problem unserer Zeit geworden. Nationale Identität wird immer stärker gefordert und ist auch immens wichtig für die Traditionen und für die Kultur eines Volkes. In einigen Staaten, ua. in (und nicht nur in) Deutschland ist das Problem der Überfremdung ein sehr brisantes geworden und wird auch vor anderen Staaten kaum aufzuhalten sein.

Im Neusprechkaudawelsch der deutschen Sprache wird es in der Kunst wohl bald heissen: "Back to the Roots", zurück zu den Wurzeln. Der Zusammenbruch unserer Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme lässt uns nachher weniger Spielraum. Die Brötchen, die gebacken werden, werden wohl viel kleiner sein als bisher. Ebenso wird sich die Kunst anpassen, eben weil sie auch Spiegel und Ausdruck der Gesellschaft ist und dies ihr traditinelles Recht und auch Pflicht ist!

Eine Gesellschaft ohne Kunst hat es noch nie gegeben. Auch wenn sie durch verschiedene Politsysteme weitgehend gesteuert und beeinflusst war. Gerade dieser Faktor beweist, dass Kunst nicht nur ein Spiegel der Gesellschaft, sondern auch ein Zeitdokument ist und war.

Nur glaube ich, dass die Trends wesentlich langlebiger werden und nicht, so wie in den letzten Jahren fast jährlich wechselten. Die Suche nach Sensationen wird zu Ende sein, man wird wird sich wieder auf das Geniessen beschränken und konzentrieren können ...

Das heisst aber nicht, dass es keinen Wandel, keine Innovation mehr geben wird. Solange es den Menschen gibt, wird es Veränderungen und Entwicklungen geben - in allen Bereichen, auch in der Kunst. Mal schneller, mal langsamer, aber niemals stagnierend!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Parallelwährung: Ausweg aus dem Euro-Drama? Einzig alternativlos ist, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Gibt es eine Lösung für die Eurokrise? Billionenschwere Rettungspakete sind es offenbar nicht. - Die „starken“ Euro-Länder sollen eine Parallelwährung einführen dürfen, als Stabilitätsanker für die Euro-Zone: die Guldenmark. Ein Vorschlag aus Berlin. (mmnews.de)

Die gefährliche Sekte der Ökonomen - Die vergifteten falschen Ratschläge der "hochseriösen Experten". (derstandard.at)

Rating-Kahlschlag: Moody's droht 100 Banken mit Bonitätsabstufung (format.at)

Banken: CDS Explosion - Die Versicherungsprämien für Banken sind in den vergangenen Tagen drastisch nach oben gegangen. Besonders betroffen die Finanzinstitute der Südschiene, aber auch Commerzbank und Deutsche Bank mit starkem Anstieg. (mmnews.de)

Bundestag fordert Aufklärung über die Bilanzierung der Goldreserven (berlinerumschau.com)

Mit NRW gehen Merkels gute Karten langsam verloren - Die CDU fuhr im einwohnerstärksten deutschen Bundesland das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein. Sollte sich eine Rot-Grüne Mehrheit ausgehen, wäre der Schaden für die Christdemokraten noch größer. (diepresse.com)

Der Revolutionär mit Steuerdomizil Zug - Der kanadisch-österreichische Milliardär Frank Stronach verwaltet sein Vermögen in Zug. In Österreich, um das er sich «grosse Sorgen» macht, will er jetzt «eine Revolution» auslösen. (tagesanzeiger.ch)

Gewaltsame Proteste Italiens Regierung berät über Einsatz von Armee (spiegel.de)

Spanische Polizei prügelt auf Demonstranten ein (welt.de)

Plan “G” – Vorbereitungen für Griechenland-Ausstieg auf vollen Touren - Spätestens seit Wolfgang Schäuble in der vorigen Woche seinen umgehend berühmt gewordenen Pokerspruch zu Protokoll gab – die Eurozone würde auch ohne Griechenland überleben – laufen die Vorbereitungen bei Banken, Firmen, Behörden und Notenbanken auf vollen Touren. Seit 13 Jahren besteht die Eurozone, und vielleicht überlebt sie nur noch Wochen in der bekannten Form. (markusgaertner.com)

Island erlässt Hypothekenschulden aller Einwohner (marialourdesblog.com)

Eurokrise und Dollar-Anleihen: Sitzt China in der Falle? Die Situation in der Eurozone entwickelt sich düster. So düster, dass europäische Hedgefondsmanager inzwischen davon ausgehen, dass der Euro auf Parität zum Dollar abwerten wird, was nach heutigem Wechselkurs einem Wertverlust von rund 25% entspricht. China würde dadurch extrem unter Druck kommen, weil die gesamte chinesische Wirtschaft von den Entwicklungen von Euro und Dollar abhängt. (gegenfrage.com)

Wie es zum Handels-Debakel von J.P. Morgan kam (wallstreetjournal.de)

JP Morgan-Desaster – Ist die Fed Schuld? (markusgaertner.com)

Derivatebombe: JPMorgans $2-Milliarden-Verlust wohl erst die Spitze des Eisbergs - Analysten und Investoren wie Janet Tavakoli oder Jim Rogers sind seit langer Zeit der Meinung, dass Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, sein Institut nicht unter Kontrolle hat. Nachdem die Bank am letzten Donnerstag wie aus dem Nichts einen Verlust von $2 Milliarden im Derivatehandel bekannt gab und die Ratingagentur S&P das Institut herabstufte, fragen sich Investoren, ob dies schon alles gewesen ist. Laut Ansicht von Dawn Kopecki sei das Eingeständnis von JPMorgan erst die Spitze des Eisbergs. (wirtschaftsfacts.de)

JP Morgan: Kommt der Kollaps? (iknews.de)

CME im Anflug auf das Erdmagnetfeld - Der CME vom 11. Mai ist mit einer Geschwindigkeit von ca. 1000 km/s = 3,6 Mio Km/Stunde auf dem Weg zur Erde. Die sich sehr schnell bewegende Wolke wird das Magnetfeld der Erde voraussichtlich am 14. Mai um 14.30 Uhr UT (16:30 MESZ) streifen. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Die Erde in 121 Megapixel - Zeitraffer-Video zeigt Tagesverlauf aus 35.000 Kilometer Höhe. Russischer Wettersatellit liefert Aufnahhmen. (kurier.at)

US-Ingenieur fordert: Baut ein echtes Raumschiff Enterprise - In der Vision des Star-Trek-Erfinders Gene Roddenberry wird das erste "Rauschiff Enterprise" erst im Jahre 2151 gebaut. Angesichts der seit den 1960er Jahren massiv fortgeschrittenen Technik ist sich ein US-Ingenieur sicher, dass dies schon mit heutigen Mitteln innerhalb der nächsten 20 Jahre zu schaffen sei und fordert von der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA genau das: Baut eine echte Enterprise! Bis ins Detail ausgearbeitete Pläne, Finanzierungskonzepte und Missionsvorschläge liefert er gleich mit ... (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de)

Gepixelte Schweine aus Respekt vor dem Islam - Wenn Meinungsfreiheit im Namen des Glaubens zur Provokation deklariert wird, wahrt man besser eine Äquidistanz. Stößt Meinungsfreiheit wirklich dort an ihre Grenzen, wo eine "Provokation" stattfindet? (welt.de)

Papst erhebt Hildegard von Bingen auch zur Heiligen der Universalkirche (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




1 Kommentar:

Anrufe ohne Meldung hat gesagt…

wird sich wieder auf das Geniessen beschränken und konzentrieren können - ob da nicht leider eher der wunsch der vater des gedankens ist?