Sonntag, 13. Mai 2012

Crashmonat Juli?

Der Euro beginnt sein Endspiel! Abgesehen von den Duchhalteparolen der Politiker, glaubt fast kein ernstzunehmender Ökonome daran, dass es unsere Währung noch lange gibt.

Zu unterschiedlich waren von Beginn an die Volkswirtschaften und deren Systeme. Es musste langfristig Verlierer und Gewinner geben. Wobei es nun offensichtlich kaum Gewinner gibt. Jede Volkswirtschaft ist durch die extreme Schuldenpolitik in den Strudel hineingezogen worden. Obwohl es in einigen Ländern noch relativ gut geht, andere stehen vor einem vernichtenden Chaos.

Das spiegelt sich natürlich auch im Wählerverhalten und die Wähler suchen auf Bundes- wie Landesebene Alternativen. Bisher kleine Parteien, oftmals ohne wirkliches Programm oder radikal-nationalistisch feiern enorme Zuwächse. Regieren wird immer schwerer, der Unmut der Bürger immer grösser.

Tatsächlich gibt es aus diesem System kaum einen realistischen Ausweg. Selbst Austritte aus der Eurozone wird für viele Staaten mittelfristig auch keine Verbesserung der Wirtschaft und des Staatssäckels bringen. Im Gegenteil, eine hohe Inflation und damit extreme Teuerung für alle Importwaren wäre die logische Folge. Und möglicherweise eine gewisse Isolation.

In den nächsten Monaten haben wir weitere Hiobsbotschaften zu erwarten, die möglicherweise das Eurosystem zum Kollabieren bringen können. Laut einigen Ökonomen wird es, nicht so wie in den letzten Jahren, ein heisser Sommer. Als Schlüsselmonat wird der Juli genannt. Zuviel Aufgestautes, Verheimlichtes und Heruntergespieltes wird in den nächsten Monaten frei. Das könnte einen Dominoeffekt bewirken.

Griechenland ist im Grunde unregierbar geworden. Die drastischen Sparprogramme, die von der EU, der EZB und dem IWF gefordert wurden, haben vor allem die unteren Shichten der Bevölkerung völlig verarmen lassen. Die Steuern sind eingebrochen, der Konsum im freien Fall und die Bürger sind wütend, unzufrieden und perspetivlos. Die Arbeitslosenrate ist fatal hoch, Insolvenzen, auch Privatinsolvenzen, steigen drastisch und egal welche Regierung an die Macht kommt, ihr ist keinesfalls ein langes Leben beschieden. Man erwartet, dass Griechenland noch im Sommer aus dem Euro aussteigen wird!

In Portugal ist die Situation nicht minder katastrophal. Ein in Graz lebender Portugiese erzählte mir von über 50% Jugendarbeitslosigkeit, einer Wirtschaft im freien Fall und einer Regierung, die nichts dagegen tun kann. Alernativen fehlen völlig, eine Anti-Euro- bzw. Anti-Eu-Stimmung macht sich im Land breit. Die Bevölkerung verarmt in rasanter Geschwindigkeit und damit stagniert der Konsum und auch die Steuereinnahmen. Eu-Sparprogramme ruinieren die Wirtschaft und die Regierung versucht gar nicht mehr, die Wirtschaft zu stärken, da keine Mittel vorhanden sind.

Spanien ist der grösste und gefährlichste Pleitekanditat der europäischen Südschiene. Ausgelöst durch die geplatzte Immobilienblase kommen immer mehr Banken unter Druck. Noch kann die spanische Regierung mit EU-Gelder den Zusammenbruch der spanischen Banken mehr recht als schlecht hinauszögern, doch es sind vermutlich über 200 Milliarden Euro in nächster Zeit notwendig, die spanischen Banken zu retten. Die Arbeitslosigkeit ufert aus, in gewissen Gegenden sind über 30% Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Auch in Spanien wächst die Unzufriedenheit und Wut des Volkes. In den letzten Tagen meldete sich die Protestbewegung wieder zurück und kündigte neue Massendemonstrationen an. Spanien bewegt sich am Rande des Staatsbankrottes und hofft auf EU-Hilfe. Doch die benötigten Summen steigen ins astronomische und können bald jene Grenze erreichen, wo selbst die EU nicht mehr helfen kann (und will).

Italien rast ebenfalls Richtung Staatsbankrott. Die etablierten Parteien, vor allem jene des Berlusconi, verlieren drastisch bei den Wahlen und radikale Parteien finden als Protestparteien Zulauf. Der Staat versucht, sich mit unpopulären Massnahmen hinterzogene Steuern zu holen, das lässt die Stimmung im Volk kochen. Das Land wird immer abhängiger von der Mafia, die scheinbar - als Staat im Staat - noch bestens funktioniert. Sollte Spanien "fallen", zieht es auch Italien in den "Bankrott-Strudel" hinein. Die Bemühungen der Regierung, Sparprogramme durchzuziehen und gleichzeitig die Wirtschaft zu stärken (was im Grunde ohnehin ein Paradoxon ist), ist vollkommen fehlgeschlagen. Nach Spanien der nächste Pleitekanditat! Und ebenfalls auf Grund der Verluste und Schulden kaum mehr rettbar!

Frankreich hat mit dem Wahlsieg von Hollande ebenfalls eine Trendwende vollzogen. Ob allerdings Hollande, wie im Wahlkampf angekündigt, den Sparkurs verlässt und mit hohen Summen die Wirtschaft stärken will, bleibt vorerst dahin gestellt. Zum einen ist er, wie auch Sarkozy, Bilderberger, zum anderen stehen ihm nur relativ geringe Mittel zur Verfügung. Befürchtet wird jedenfalls ein Kurs Richtung weiterer Überschuldung und Staatsbankrott. Die grosse Gefahr in Frankreich sind allerdings die seit Jahren immer wieder ausbrechenden Sozialkonflikte.

Wenn die EU mit einem Land (Griechenland), das kaum mehr als 1% der gesamt EU-Wirtschaftsleistung bringt, nicht fertig wird, ist das natürlich bei wirtschaftlich stärkeren Staaten schon gar nicht möglich!

Die EU selbst versucht sich als totalitäre, alles bestimmende Diktatur zu etablieren. Alle noch existierenden demokratischen Strukturen werden möglichst schnell und effizient vernichtet und der Europarat zu einem Kasperltheater degradiert. Pleitekanditaten werden ruinöse Programme aufgezwungen, so dass in diesen Ländern logischerweise die Anti-EU-Bewegungen immer stärker werden ...

Der Euro selbst verliert immer mehr an Wert, selbst gegenüber dem ohnehin schon schwachen US-Dollar. Von einer harten, stabilen Währung, wie vor Einführung angekündigt, kann nicht mehr gesprochen werden. Die Inflation, offiziell zwischen 2 und 3%, liegt real bei fast 10% und darüber. Seit Einführung des Euros hat unsere Währung über 50% ihres Wertes verloren! Man braucht nur selbst nachrechnen, was man damals in Schilling oder Deutsche Markt bezahlt hat. Noch dazu ist die Reallohnerhöhung im Durchschnitt unter der Inflation geblieben - dh. wir verdienen (im Durchschnitt) von Jahr zu Jahr weniger!

Ein grosses Fragezeichen ist und bleibt die USA und der US-Dollar. Wie lange spielen die Finanziers der Vereinigten Staaten, die Käufer und Besitzer von US-Treasuries, noch mit. Klar ist, dass für Länder wie China der amerikanische Konsummarkt nach wie vor der wichtigste der Welt ist. Doch die mittleren und unteren Schichten der USA verarmen in unglaublich schnellem Tempo. Berits mehr als 15% aller Amerikaner sind Lebensmittelmarkenbezieher! Die Arbeitslosigkeit ist gefährlich hoch und die tatsächliche Wirtschaftsleistung immer schwächer. Fast alle amerikanischen Markenprodukte werden im Ausland herstellt (Apple, Nike, Levis, etc.). Die USA ist zu einem Dienstleisterland geworden.

Besorgniserregend sind die gewaltsamen Auflösungen und Zerschlagungen demokratisch legaler Demonstrationen. Die Gesetzgebung hat die berühmte amerikanische Verfassung schon lange für nichtig erklärt und definiert die USA als willkürliche Diktatur. Dies zeigt auch der Bau von Konzentrationslagern (FEMA-Lager), die radikale Aufrüstung der Polizei und die Stärkung der willkürlichen Staatsgewalt.

Sollten weitere erdölexportierende Staaten sich vom US-Dollar abwenden und die Besitzer von US-Staatsanleihen das Vertrauen in die USA verlieren, werden die Vereinigten Staaten in einem noch nie dagewesenen Chaos versinken, der US-Dollar kollabieren und das Bundesstaatengefüge zusammenbrechen.

Was in allen diesen Pleitekanidatenstatten zu beobachten ist, dass auch die Länder (Bundestaaten) und Metropolen sich am Rande des Bankrotts bewegen, teilweise sogar schon bankrott sind. Dadurch werden Strukturen, vor allem im Sozialbereich, "kaputtgefahren". Öffentlichen Pflichten, wie Strassenverwaltung, Sicherheit, etc. kann nicht mehr im vollen Umfang nachgekommen werden.

So gesehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis unser System kollabiert. Ein Grossereignis, das eigentlich schon überfällig ist, kann einen gewaltigen Dominoeffekt auslösen. Wie lange dieses Ereignis noch hinausgezögert werden kann, weiss niemand, weil es einfach zuviele Risikofaktoren gibt. Darum erscheint mir auch der von einigen Ökonomen favorisierte Juli als neuraligscher Monat, der durchaus zum Crashmonat mutieren könnte ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Preisgekrönte Aufarbeitung der Euro-Krise, die unter dem Titel "Eine Bombenidee" erschien. Viele interessante Details ... (dasgelbeforum.de.org)

Rettung unmöglich: Euro kommt jetzt auf die Intensivstation - Interview mit Prof. Wilhelm Hankel (kopp-verlag.de)

Bocker – Realitätsverweigerung - Professor Bocker über Realitätsverweigerer und andere merkwürdige Zeitgenossen. Unbedingt ansehen! (der-klare-blick.com)

Gegen ESM: Über 800.000 Emails im Bundestag eingetroffen (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

TARGET2 geht durch die Decke! (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Deutschland fürchtet Straßengewalt durch Islamisten (diepresse.com)

Domino-Effekt: Spanischen Banken fehlen 30 Milliarden Euro - Die spanische Bankenkrise weitet sich aus. Den Instituten fehlen mindestens 30 Milliarden Euro. Die Regierung will sich das ganze Ausmaß des Desasters immer noch nicht eingestehen. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Spanien: "Wir geben nicht auf, kommen wieder" - Mit Massenprotesten gegen Banken meldet sich die spanische Protestbewegung zurück und will bleiben - trotz Räumungen durch die Polizei. Spaniens Krise hat Millionen Menschen arbeitslos gemacht und in den Ruin getrieben. (diepresse.com)

Roubini erwartet Spanien-Bailout noch in diesem Jahr (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Spanien: Kollaps rückt näher - Spanien verstaatlicht Bankia, oder anders, die spanischen Sparkassen. Da bekommt man doch ein Dejavu, wurden die nicht bereits 2010 verstaatlicht? Nun die Bankia ist noch nicht einmal 2 Jahre alt und ist seinerzeit aus dem Zusammenschluss der Caja Madrid mit einer Reihe kleinerer Sparkassen hervorgegangen. Bankia ist das viertgrößte Finanzinstitut des Landes, allerdings auch mit den größten Problemen behaftet. Bei der Bilanzsumme von 328 Milliarden Euro, gelten mindest 180 Milliarden als Toxisch. Ein Desaster in den Startlöchern, so könnte man sagen. (iknews.de)

Banco de España: Feuer aus allen Rohren (querschuesse.de)

Griechenland: Staatspräsident will All-Parteien Koalition (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Medien schießen sich auf Euro-Austritt Griechenlands ein (goldreporter.de)

Milliarden für Athen auch bei Euro-Austritt (diepresse.com)

Türkei erhöht Ölimport aus dem Iran — USA not amused (politaia.org)

Malaysisches Gericht verurteilt Bush zum Kriegsverbrecher (gegenfrage.com)

Das FBI als Terror-Organisation? Angeblich haben die Sicherheitsbehörden in den vergangenen Jahren häufig in allerletzter Minute etliche Terroranschläge verhindert. Doch bei den Aktionen hatte stets das FBI seine Hände im Spiel. Im Rahmen verdeckter Operationen ermunterte die US-Bundespolizei Menschen zu Terroranschlägen. Was geschieht da eigentlich hinter den Kulissen? (kopp-verlag.de)

Nach JP Morgan-Debakel: Angst vor Banken-Crash in Amerika (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

JPMorgan: Das große Zittern beginnt erst - Nach Bekanntwerden der milliardenschweren Fehlspekulationen laufen die Finanzwetten weiter. Die bange Frage lautet: Wie schlimm wird es noch? (diepresse.com)

Jamie heult – Die Schadenfreude ist riesig, das Entsetzen nicht so - Hohn, Spott, Gelächter, Schadenfreude. Viele außerhalb der Wall Street klopfen sich auf die Knie, dass ausgerechnet die arroganteste Bank der USA den Regulierern eine Steilvorlage für die geplanten – und von dieser Bank vehement bekämpften – Reformen liefert. (markusgaertner.com)

U.S. Postal Service: Kein Cash mehr für Gesundheitsvorsorge von Ex-Mitarbeitern (wirtschaftsfacts.de)

Türkische Tageszeitung: CIA und Mossad stecken hinter den syrischen Anschlägen (politaia.org)

Iran: Atombomben-Netzwerk aufgedeckt? Die Volksmudjaheddin wollen die Struktur des geheimen Militärprogramms der Mullahs enthüllt haben. Sie nennen Namen und Adressen. Die Atombehörde in Wien schweigt dazu. (diepresse.com)

Iran verbietet Firmen Nutzung ausländischer Server (diepresse.com)

Israelische Zensurbehörde beobachtet mit neuem System das Internet (heise.de)

Quanten-Teleportation Wissenschaftler verschicken Teilchen über 97 Kilometer (golem.de)

Polsprung - Katastrophale Versuchsanordnungen (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Warum das Zerschlagen von Schaufenstern nichts mit Anarchismus zu tun hat (propagandafront.de)

Der Plan der Eliten – eindeutige Zitate (derhonigmannsagt.wordpress.com)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




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