Mittwoch, 28. März 2012

Keine Entwarnung trotz Frühlingsgefühle!

Frühlingsstimmung, die Natur beginnt zu Erwachen und zu Spriessen - so wie jedes Jahr. Auch beim Menschen verschwindet die Trägheit des Winters und es setzt ebenfalls ein Erwachen ein. Die helleren Tage, das zarte Grün und erste verhaltenene Aufblühen produzieren beim Menschen einen Energieschub und Tatendrang. Offensichtlich auch überschwenglichen Optimismus, denn plötzlich kursieren wieder Meldungen, das Ende der Krise sein erreicht, das Schlimmste bereits vorüber! Das ist schön, nicht?

Aber es ist völlig realitätsfremd!

Eher sind solche Meldungen, die offensichtlich bewusst in vielen Medien lanciert werden, mit Durchhalteparolen zu vergleichen. Das oder ein mögliches Ende der Krise ist so weit entfernt wie nie zuvor.

Ich verstehe nicht, dass sich sich Journalisten oder Redakteure für solche Kampagnen hergeben, denn dadurch werden sie immer unglaubwürdiger. Also machte ich einen Anruf bei einer österreichischen Tageszeitung, die eben heute einen dieser optimistischen Geschichten, unterlegt mit stimmungsvollem Frühlings/Osterbild, gebracht hatte. Auf meine Frage, welche Daten für diesen Artikel verwendet worden seine, hiess es: APA (Austrian Presse Agentur) ... also nicht recherchiert, nur kopiert (abgeschrieben). Ich frage weiters, ob der werte Herr Redakteur der Meinung ist, dass die anstehenden Probleme, die die Krise ausgelöst und genährt bzw. beschleunigt haben, gelöst und beseitigt wären. Ja, die Bereitstellung der Milliardenhilfen der EZB und die verschiedenen Rettungsmechanismen hätten dazu beigetragen. Abschliessend sagte er, er glaube, wir könnten jetzt positiv in die Zukunft sehen, das Schlimmste scheint wirklich vorbei zu sein!

Ich muss betonen, bei diesem Journalisten handelt es sich NICHT um einen Wirtschaftsjournalisten, er arbeitet in der Abteilung Chronik-Inland ... ich möchte auch seinen Namen nicht nennen, denn dieses kurze Telefonat zeigte, dass hier jemand nur etwas kopierte und selbst absolut keine Ahnung von der Materie hat!

Die Krise ist weder entschärft, noch zu Ende, noch überwunden, noch bewältigt! Im Gegenteil, sie verschärft sich weiterhin, Tag für Tag! Und die Summen die sie verschlingt, steigen exponentiell!

Denn,

... wir sind immer noch in jenem Geld- und Währungssystem verhaftet, wo jede neu erschaffene Summe Geld ausschliesslich aus Schuld erschaffen wurde! Hinter jeder Hilfs-, Rettungs-, Weiss-ich-was-Zahlung steht eine Schuld und ein Schuldner. Irgend jemand muss die ganze Chuzpe einmal zurückzahlen ... samt den bestehenden Schulden. Oder nicht?

Nein, eben nicht. Denn so viel Geld, wie die Schulden ausmachen, existiert nicht, bei weitem nicht! Also können niemals alle oder annähernd alle Schulden getilgt werden. Somit MÜSSEN immer weiter und vor allem immer höhere Schulden gemacht werden, um überhaupt das System noch am Laufen zu halten!

Deshalb ist es auch egal, ob Griechenland Milliarden bekommt oder nicht, es muss nur diesem System dienlich sein. Und Griechenland bekommt ja schon lange (fast) nichts mehr, die astronomischen Summen tilgen Zinsen und Zinseszinsen ... sonst nix!

Das heisst aber auch, dass der Aufwand exponentiell höher wird, um dieses System überhaupt halten zu können. Halten zu können heisst, dass fast ausschliesslich Staaten, Banken und bald auch Versicherungen, Pensionsfonds, Länder, Gemeinden, etc. vor dem Untergang bewahrt werden müssen. Alles andere hat kaum Relevanz, wie zB. die Belebung oder Stützung der Wirtschaft, des Mittelstandes, des Konsums, etc.

Ich habe schon öfters darauf hingewiesen, wie sich die Rettungsummen potenzierten ... und auch weiterhin potenzieren werden: 2008, bis zur Lehmann-Pleite waren "nur" hunderte Millionen notwendig, nach der Lehmann-Pleite wurden es einige Milliarden. 2011 haben wir die Billionen-Grenze überschritten, das ist eine "Vertausendfachung" in 3 Jahren! Exponentiell heisst, dass die nächste "Vertausendfachung" schon 2012, spätestens 2013 ansteht.

Aber im Ernst, wer glaubt ernsthaft, dass unser Geldsystem noch so lange halten wird?

Wenn jemand das Ende der Krise herannahen sieht, darf sich nicht auf seine Frühlingsgefühle verlassen, sondern muss nachweisen, dass die schlimmsten Probleme der Krise, nämlich die Auslöser und Gründe, behoben wurden. Das wiederum müsste bedeuten, dass es keine Verzinsung von Zinsen mehr gibt! Dass alle relevanten Staaten die Investitions- und Spekulationsgesetze völlig neu beschlossen haben. Dass es zu weitreichenden und erheblichen Steuererleichterungen gekommen sein muss, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Und ... das ist wahrscheinlich das wichtigste, dass es plötzlich Politiker gibt, die Rückgrat haben, die dem Volk (und nicht dem eigenen Arsch oder der Partei) verpflichtet sind und die nicht nur heisse Luft und Lügen verbreiten ...

Demnach ist leider zu erwarten, dass sich die "leidliche Krise" weiterhin verschärft und mittelfristig in einem zunächst europäisch begrenzten, langfristig globalen Crash mündet! Unser Geldsystem ist am Ende, es kann mit "normalen" Mitteln nicht mehr gerettet werden!



"In der Euro-Krise ist das Schlimmste vorüber" - Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hält die Lage in der Euro-Zone für stabil. Er verteidigt zudem die Milliarden-Kredite für den Bankensektor. (welt.de)

Ist die Krise überwunden? Die Börse brummt, die Firmen verdienen gut, in der Realwirtschaft wächst das Vertrauen. Was bleibt noch übrig von der Krise? (kleinezeitung.at)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Unbegrenzte Kontovollmacht - Wenn die Hausgemeinschaft Vollmacht über die Konten ihrer Wohneigentümer hat ... (saarbruecker-homepage.de)

"Geldsystem führt zu Krieg, Crash oder Revolution" - Die Geldexpertin Margrit Kennedy hält nicht viel vom derzeitigen Geldsystem. Alternativen gibt es schon, sie gilt es zu erproben. (derstandard.at)

Draghi: Finanzsystem im November vor Kollaps - Draghi rechtfertigt die EZB-Geldschwemme. Die Märkte hätten im November wieder mal vor dem Zusammenbruch gestanden wegen einer Kreditklemme unter den Banken. Damit rechtfertigt er die Billion, die an die Banken verteilt wurden. Eine Inflation befürchtet er gleichwohl nicht und verspricht: alles unter Kontrolle. (mmnews.de)

Insider sagt Euro- und Dollar-Crash voraus, jedoch erst ab Juli 2012 (crash-news.com)

Banken bricht Milliardengeschäft weg - Weltweit verdienen Banken ein Drittel ihrer Erträge mit Derivaten. Doch die EU will das strenger regeln. Experten rechnen mit Ertragseinbrüchen von bis zu 40 Prozent. (ftd.de)

Europas sozialistische Sklavenstaaten: 30% arbeiten, 70% saugen an der Staatszitze (propagandafront.de)

So gefährlich ist die Lage in den Schuldenstaaten - In den Hauptstädten Europas herrscht gute Laune. Dank der Milliarden der EZB hat sich die Schuldenkrise entspannt. Das könnte sich schnell wieder ändern. (focus.de)

«Die Eurozone hat grössere Probleme als Griechenland oder Portugal» - US-Ökonom Chris Probyn wacht über 2000 Milliarden Dollar Anlagevermögen. Und er spricht Dinge aus, an die Europas Staatschefs nicht einmal zu denken wagen. (tagesanzeiger.ch)

Portugal: Sparprogramm geht über Leichen (schildverlag.de)

Auswanderungswelle: Massenflucht aus Portugal (manager-magazin.de)

Selbsternannte Hüter der öffentlichen Ordnung in Griechenland (griechenland-blog.gr)

Flüssiges Gold: Geldwäsche wörtlich genommen - In den USA sorgen große Waschmittel-Diebstähle für Aufregung. Es soll am Schwarzmarkt inzwischen sogar als „Währung“ dienen. (diepresse.com)

US-Milliardär: “Bondmarkt ist eine Blase, die bald platzen wird” (eilpost.org)

Wie US-Behörden bei Facebook und Twitter schnüffeln (sueddeutsche.de)

US-Militär hatte 15.634 Megaupload-Accounts (kurier.at)

USA: F-35 Kampfjet wird zum Billionen-Dollar-Grab (gegenfrage.com)

Wenn für 48 Stunden der Strom ausfällt - Eine neue Studie beschäftigt sich mit Folgekosten großflächiger Stromausfälle in Österreich. (derstandard.at)

Fukushima-Reaktor schwerer beschädigt als angenommen (derstandard.at)

Vermisster Fischtrawler nach einem Jahr gesichtet (kleinezeitung.at)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




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