Sonntag, 8. Januar 2012

Spekulationsobjekte Lebensmittel

Seit die Krise unsere Ansichten über Banken, Finanzmärkte, Spekulationen und Börsen verändert hat, wird auch das grosse Thema "Spekulieren mit Lebensmittel" diskutiert.

Grundsätzlich sind Spekulationen (Investitionen mit Gewinnabsicht) bei Lebensmittel überhaupt nicht notwendig. Vor allem in den letzten Jahren sind sie zusehens mehr in den Fokus von Spekulanten geraten und entsprechend hohe Berg- und Talfahrten durchgemacht.

Klar ist, wenn Investoren grössere Mengen von Lebensmittel, meist noch vor der Ernte, aufkaufen, haben sie auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Preis. Und Tatsache ist, dass Investoren, speziell Hedgefonds, keine sozialen oder caritativen Organisationen sind, sondern ausschliesslich auf hohe Gewinne ausgerichtet! Die Nebeneffekte, dass sich plötzlich in vielen Regionen Asiens und Afrikas die Menschen die lebenswichtigen Grundnahrungsmittel, wie Reis oder Getreide, fast nicht mehr leisten können, weil der Preis exorbitant gestiegen ist, lässt weitgehend kalt. "Das sind die Gesetze des Marktes!", heisst es. Doch, dass diese Investoren und Heuschrecken diesen Markt so manipulieren, dass sie möglichst viel Gewinn daraus erzielen, verschweigen sie.

In einem Dokumentarfilm des Zentrums für politische Schönheit (politicalbeauty.de) über Nahrungsmittelspekulationen gibt es auch den Mitschnitt eines Gespräches mit einem Pressesprecher der Deutschen Bank. Er betont, dass Menschen in Somalia für ihre Armut selbst verantwortlich seien und nicht Händler von Banken ...

Dieser Satz eines Bankangestellten (Pressesprecher der Deutschen Bank), in noblen Zwirn mit modischer Krawatte, satt, zufrieden und finanziell abgesichert, klingt wie blanker Hohn! Zeigt aber auch Skrupellosigkeit und Profitgier (nicht nur) der Banken auf. Hauptsache es wird Gewinn produziert! Dass auf Grund ihrer Investitionen und ihrer Gewinnerwartung es möglich sein kann, dass Menschen sterben, weil sie sich die Spekulationsobjekte, die ihre Grundnahrungsmittel sind, nicht mehr kaufen können, weil das Geld nicht mehr reicht!

Das Problem ist nicht neu und schon länger viel diskutiert. Warum, frage ich mich, gelingt es Politikern nicht, diesen Spekulationen gemeinsam einen Riegel vorzuschieben und entsprechende Gesetze zu erlassen.

Ich habe von meinen Eltern, die eine Konditorei hatten, immer wieder gehört: "Mit dem Essen spielt man nicht!" Und ich esse gerne und koche gerne! Für mich haben Lebensmittel einen gänzlich anderen Stellenwert. Ich versuche auch meine kleine Küchenlogistik so zu halten, dass möglichst wenig verdirbt und weggeschmissen werden muss. Kurz, ich achte auf Lebensmittel, denn ich benötige sie, wie du auch, zum Leben.

Spekulationen mit Gewinnerwartung erhöhen auch bei uns spürbar die Preise. Das konnten wir in den letzten zwei Jahren beobachten - kaum ein Grundnahrungsmittel, das nicht wesentlich teurer wurde. Sicher, auch Wetterextreme und die davon betroffenen Ernteausfälle, aber auch die extreme Monopolstellung in vielen Regionen des amerikanischen Kraken Monsanto und dessen minderwertiges, oftmals genmanipuliertes Saatgut, tragen dazu bei.

Die Leidtragenden sind nicht jene, die wegen der Teuerung weniger Kaviar, Lachs, Wachteln oder Kobe-Rind auf den Tisch bekommen, sondern jene viel grössere Masse an Menschen, denen die tägliche Handvoll Reis oder Getreide das Überleben ermöglicht!

Ich bin mir gar nicht sicher, so wie der Ausspruch des Pressesprechers der Deutschen Bank auch deutlich macht, dass sich diese Zocker und Spieler überhaupt im Klaren sind, was sie anrichten. Offensichtlich sind Lebensmittel bzw. Grundnahrungsmittel genauso Mittel zum Zweck wie Devisen, Aktien, Edelmetalle, seltene Erden oder ganze Firmen. Es trifft immer die unterste Schicht! Und wenn diese unterste Schicht zwar sich den Hunger nicht mehr stillen kann, auf deutsch, nichts mehr zu essen hat, ist es ohnehin egal, weil die sind ein paar tausend Kilometer weit weg, auf einem anderen Kontinent ...

So super-g´scheit und über-drüber, wie sich Frauen und Herren Politiker selbstüberschätzend immer präsentieren, müsste schon lange ein globales, gesetzliches Verbot von Spekulationen bei Lebensmittel geben. Doch die Hungernden die sind ein paar tausend Kilometer weit weg, auf einem anderen Kontinent ...

Aber, kommt mir der Verdacht, vielleicht ist das gar nicht möglich, denn die Politiker sind ohnehin nur Marionetten der wirklich Mächtigen. Und die scheinen es zu sein, die mit unseren Lebensmittel spekulieren und enorme Gewinne einfahren ... auf unser aller Kosten! ... auch auf deine Kosten, mein lieber Freund!



Die Hungermacher im globalen Rohstoff-Kasino - Nach dem Platzen der „Dotcom-Blase“ liegt die Spekulation mit Rohstoffen wie Mais oder Weizen voll im Trend. Mit ihren Wetten treiben Banken die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe und machen sich mitschuldig am Hunger in der Welt. Die globale Rohstoff-Zockerei muss gestoppt werden! (foodwatch.de)

Nahrungsmittelspekulation: Deutsche Bank will Dokumentarfilm zensieren - Das Zentrum für Politische Schönheit hat sich dem Thema Nahrungsmittelspekulation in einem rund 16 Minuten langen Dokumentarfilm genähert. Darin gibt es auch den Mitschnitt eines Gespräches mit einem Pressesprecher der Deutschen Bank. Die findet die Aussage ihres Sprechers, dass Menschen in Somalia für ihre Armut selbst verantwortlich seien und nicht Händler von Banken, nicht mehr schön und möchte die Passage jetzt aus dem Film haben. (netzpolitik.org)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Gegen alle Regeln - Wer Fehler macht, soll auch die Folgen spüren. - Dieses Kerngesetz der Marktwirtschaft wird seit den 5 Jahren Krise mit Füßen getreten. Die Politik muss entscheiden zwischen Wohlstand und Moral, schreibt die Zeit. (presseurop.eu)

Soros: "Lage ist gefährlicher als 2008" - Dem US-Starinvestor bereitet die Krise großes Kopfzerbrechen. Die EU arbeitet indes an der Ausgestaltung des Fiskalpakts. (kurier.at)

‘EU-Zusammenbruch, Bankfeiertage und Krieg’ - Gerald Celente sagte im Interview mit dem Nachrichtensender ABCNews Australia, dass die EU binnen 90 Tagen zusammenbrechen und Bankfeiertage und Krieg die Folge sein könnten. ”Ich würde sagen, dass ich seit Beginn meiner Tätigkeit vor 30 Jahren niemals besorgter war als heute”, so Celente. (gegenfrage.com)

Portugal: Top-Unternehmer erwartet Euro-Crash (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Inside Job: Charles Ferguson im Interview über die Ursachen der Finanzkrise - Charles Ferguson gewann 2011 den Oskar für den besten Dokumentarfilm. Mit "Inside Job" erhob er eine brennende Anklage gegen die Wall Street und ihre Rolle in der Entstehung der Finanzkrise von 2008. Dabei scheute sich der Filmmacher nicht davor, unbequeme Fragen zu stellen. (ibtimes.com)

Führende Wirtschaftsnationen brauchen mehr als $8 Billionen in 2012 - Die auslaufenden Staatschulden von Regierungen der weltweit führenden Wirtschaftsnationen werden sich im Jahr 2012 auf mehr als $8 Billion belaufen. Steigende Zinssätze an den Bondmärkten haben für die meisten dieser Länder steigende Kreditkosten zur Folge. Vor allem Europas angeschlagene Eurozonenländer werden im Jahr 2012 im Fokus der Märkte stehen. Unterdessen wächst die Hoffnung vieler Investoren, dass die jüngsten Maßnahmen zur Liquiditätsflutung des europäischen Bankensystems durch die EZB die Refinanzierung der meisten Staaten erleichtern wird. (wirtschaftsfacts.de)

Krisenstaaten bürden EZB neue Milliardenrisiken auf - Die EZB-Risiken sind sehr viel höher als bislang bekannt. Vor allem Italien bedient sich mit staatlich garantierten Bankanleihen bei der Notenbank. (welt.de)

EZB ist PIGS-Schuldenpulverfass - Lügt die EZB? Risiken wegen Schuldenkrise höher als bekannt. 212 Milliarden wurden bisher für den Ankauf von Staatsanleihen ausgegeben. Hinzu kommen noch einmal 208 Milliarden Kredite für marode PIGS-Banken. - Im Falle von Staatspleiten drohen Nachforderungen in dreistelligen Milliardenbereich. (mmnews.de)

Euro- und Bankenkrise schlägt auf Kunden durch - Als Journalist – zumal als einer, der sich vor allem mit dem Thema Finanzen auseinandersetzt – hat man es in diesen Tagen gar nicht so einfach, den Blick vom Duell „Bild“/Wulff ab- und auf die in Wahrheit viel spannendere Euro-Rettung zuzulenken. Dabei ist doch klar, warum diese spannender zu werden verspricht: Während die Wulff-Affäre immer mehr in peinliche Marginalien abgleitet, gerät das dramatische Geschehen um den Euro in den Mittelpunkt eines Wirtschaftskrimis ... (rottmeyer.de)

EZB kauft wieder Staatsanleihen von Italien und Spanien (boerse-go.de)

Ratingagentur watscht Orban ab - Mitten in den Bemühungen Ungarns um einen Notkredit des internationalen Währungsfonds folgt die Ratingagentur Fitch dem Urteil des Konkurrenz und senkt die Kreditwürdigkeit des Landes. Damit nimmt der Druck auf Premier Orban zu, der bislang einen Konfrontationskurs steuert. Denn Ungarn gilt ohne baldige Hilfe von außen als Pleitekandidat. (n-tv.de)

Bei Pleite Ungarns wackelt Österreichs Spitzenbonität - In Ungarn spitzt sich die Lage dramatisch zu. Alle großen Ratingagenturen bewerten die Bonität des Landes mit „Ramschniveau“. Die heimischen Institute haben in Ungarn Kredite von 31,85 Mrd. Euro ausständig. (diepresse.com)

Trotz naher Staatspleite - Griechenland spart nicht bei Rüstung (derstandard.at)

Troika stürzt Griechenland in die Armut (bueso.de)

Der griechischen Regierung läuft die Zeit davon - Ein Zahlungsausfall Griechenlands rückt näher: Die Gewerkschaften widersetzen sich Lohnkürzungen, die Verhandlungen mit Banken verlaufen zäh. Beides muss aber gelingen, damit das Ausland nochmal Hilfe leistet. (faz.net)

Schwellenländer: Ist die Bric-Party schon vorbei? Die vier größten Schwellenländer waren eine der größten Erfolgsstorys der letzten zehn Jahre. Jetzt mehren sich die Zeichen, dass künftig härtere Zeiten anbrechen werden. Das Wachstum bremst sich ein. (diepresse.com)

US-Dollar unter Druck: Nun Russland und der Iran - Nicht genug kann man betonen, wie gefährlich die aktuellen Entwicklungen für den US-Dollar sind. Immer mehr Nationen trennen sich von der Leitwährung Dollar bei der Abrechnung. Mit dem Iran als drittgrößtem Ölexporteur der Welt, bekommt nun auch der Petrodollar einen weiteren Knacks. Das Eis für die USA wird immer dünner, soviel ist sicher. (iknews.de)

Wie Argentinien den IWF vor die Tür setzte und daran gesundete - Staatsbankrott, harter Schuldenschnitt, Abwertung der eigenen Währung und Rausschmiss des IWF: Ein TAZ-Artikel beschreibt den wirtschaftlichen und politischen Wiederaufstieg Argentiniens aus eigener Kraft. Mit Sparmaßnahmen auf der einen und gezielten Konjunkturhilfen auf der anderen Seite ist das Land wieder auf die Beine gekommen. Was lernen wir daraus? Zumindest eines: Solange es nur um Banken-Rettung geht, wird auch Europa nicht gesunden. (goldreporter.de)

"Manchmal schreit sie vor Schmerzen" - Azza Suleiman ist das Gesicht der Revolution. Die Tochter eines Generals wurde auf dem Tahrir-Platz in Kairo fast totgeschlagen. Jetzt klagt sie an. (welt.de)

Saudis, Gulf states on war alert for early US-Iran clash (debka.com)

Vorbereitungen auf Atomschlag gegen Iran: »Keine Option ist vom Tisch« 1 (kopp-verlag.de)
Vorbereitungen auf Atomschlag gegen Iran: »Keine Option ist vom Tisch« 2 (kopp-verlag.de)

Das neue Wettrüsten auf dem Meer: Die Macht der Flugzeugträger (n-tv.de)

Rätsel um den Polwechsel - Ändert das Erdmagnetfeld seine Richtung? (fosar-bludorf.com)



Jahresprognose: “Laut Voraussagen dürfte die Erde 2012 von nichts getroffen werden.” (presseurop.eu)



Die dümmste Antwort auf den Goldpreis-Fall - Eine Reporterin erklärt im kanadischen Fernsehen die Hintergründe für den Goldpreisverfall: Dümmer geht's nicht. (mmnews.de)



Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




Kommentare:

Maldek hat gesagt…

Feedback:
Dieser Beitrag ist leider sehr schlecht mit der Realität vereinbar. Man könnte sagen: "In etwa auf dem Niveau des Vergleiches - Gold ist ja ungedeckt"

Nicht "Spekulanten" sind am Anstieg der Lebensmittelpreise schuld - es ist das viele neue Papiergeld bei gleich bleibendem Ernteertrag.

1kg Weizen bei 1 Zettel -> Preis = 1

1kg Weizen bei 3 Zettel -> Preis = 3

Die Regierungen der USA und EU tun seit Jahren alles, damit Essen zu Hause so billig wie möglich ist und sich nur ja jeder satt fressen kann. Ein voller Bauch revoltiert nicht gerne.

DAS wirkt sich dann auf die 3. Welt aus, da diese ohne Subventionen auskommen müssen und der nach unten manipulierte Weltmarktpreis die Leute arm macht.

Spekulanten sind, falls überhaupt, ein positiver Faktor, da sie die Manipulation durch die Politik ausnutzen und damit aufdecken bzw. erschweren.

Die beste Hilfe für die 3. Welt wäre ein Ende der EUSA Agrarsubventionen; angefangen mit der Subvention für Bio-diesel.

Der Nordländer hat gesagt…

Subventionen für Biodiesel ?
Das beste wäre diesen Biodiesel Schwachsinn ganz aufzugeben das ist Vollverblödung pur!
Spekulanten sind schuld am Anstieg der Preise denn sie steigen Blitzartig und das Papiergeld hat sich nicht signifikant geändert. Hast Du das noch nicht gemerkt?
Wenn Spekulanten speziell diese Sorte oder auch allgemein ein positiver Faktor sein sollten dann weiss ich nicht welch geistig Kind du bist. Ich erspare mir weitere evt. anstössige Bemerkungen. Spekulanten sind darauf aus Gewinn zu machen soweit klar oder, und WER zahlt den am Ende ,,, positiver Faktor,,nehh ich könnt ( kotz). Also denke mal über Dein Niveau nach, aber bevor hier wieder was über einen Beitrag steht.

"Mit dem Essen spielt man nicht!"

unser täglich Brot gib uns Heute,,

Die Menschen haben auch hier versagt, es wird Zeit das zu ändern, und ER wird es tun.

mfg

frauen aus russland hat gesagt…

Danke für euer Posting. Ich suchte nach so einem Beitrag lange Zeit. Schliesslich habe ich ihn in eurem Blog gefunden.
frauen aus russland