Donnerstag, 12. Januar 2012

Götterdämmerung, letzter Akt ...

Die letzten vorweihnachtlichen Aktionen der EZB bzw. EU, wo man fast eine halbe Billion Euro für die europäischen Banken flüssig machen musste und die auch sofort in Anspruch genommen wurden - ich erinnere, nur italienische Banken benötigten über 120 Milliarden Euro - war offensichtlich nur dazu gedacht, den Banken die Möglichkeit zu geben, überhaupt halbwegs bilanzieren zu können. Hätte es diesen Bailout nicht gegeben, wären, Experten zufolge, noch Ende 2011 einige der grossen europäischen Bankinstitute gekippt. Die Situation hatte sich, wieder einmal, extrem zugespitzt.

Aber anscheinend hat dieser Monsterbailout bei weitem nicht so geholfen, wie die Initiatoren es gedacht haben. Kürzlich wurde bekannt, dass den französischen Banken unlimitierte Kreditlinien bei der EZB gewährt werden! Was das heisst ist klar, es brennt der Hut noch immer und die "schwarzen Löcher" in den Banken werden immer monströser und gefrässiger. Nur, diese unlimitierten Kreditlinien, sind ein hervorragendes Mittel, um weitere Bailouts mehr oder weniger zu verheimlichen ... und damit die extreme Situation zu verschleiern!

Die EZB, und damit auch der Euro, befindet sich in einem Teufelskreislauf, aus dem es kaum mehr ein Entrinnen gibt ...

Die Situation bei den Staaten ist auch nicht besser. Die Sparprogramme drücken die Wirtschaftsleistung, es werden weniger Steuern eingenommen und der Geldfluss stagniert - mit Ausnahme des sogenannten Crack Up Booms, der schon angelaufen ist, wo vorhandenes Geld in Realgüter getauscht wird. Und Sparen heisst bei den Politikern nicht, keine neuen Schulden aufzunehmen, sondern nur die extrem ausufernde Neuverschuldung möglichst nieder zu halten. Wenn du, mein lieber Freund, hörst, dass Staaten sparen, so werfen sie nicht mehr mit beiden Händen das Geld zu Fenster raus, sondern nur mit einer Hand ;-)

Auch in den Pleitestaaten ist das Problem der ausufernden Neuverschuldung trotz (und wegen) der Sparprogramme kaum in den Griff zu bekommen. Das grösste Problem dabei sind alte Staatsanleihen (Staatsschulden), die fällig werden. Diese können klarerweise aus dem "normalen" Budget nicht bedient werden. Ergo muss man frisches Kapital auftreiben oder auf Hilfs- bzw. Rettungsgelder von der EU warten.

Durch die schlechte Bonität vieler Staaten steigen auch die Zinsen rasant, so dass eine Refinanzierbarkeit der Anleihen unmöglich wird. Ökonomen betonen, dass diese Grenze der Refinanzierbarkeit bei maximal 6,5% Zinssatz liegt. Einige Staaten müssen weit höhere Zinsen bieten, um ihre Anleihen los zu werden.

Das wiederum heisst, dass die Grenzen der Finanzierbarkeit im Grunde schon erreicht sind! Das kann auch die EZB mit Bereitstellung von mittlerweile Billionen Euro und den Aufkauf der Anleihen, nicht verhindern. Denn wir wissen, dass Geld nur durch Schuld erschaffen wird. Bekommt also eine Bank oder Staat von der EZB Geld, egal in welcher Höhe, entsteht gleichzeitig eine Schuld. Das Geld wird nicht hergeschenkt, sondern geliehen ... und muss zurückbezahlt werden!

Durch die permanente Aufstockung der benötigten Mittel erreichen wir Summen, die weit jenseits der Vorstellbarkeit liegen. Und das muss auch betont werden, diese Geldsummen werden nicht für Investitionen, die irgendwann Gewinne bringen sollten, sondern für Verluste benötigt. Also Investitionen, die keine Gewinne brachten.

Bildlich erklärt, wenn ein Unternehmer einen Kredit benötigt, um beispielsweise ein neues Produkt herstellen zu können - Betriebsmittelkredit, Investition in die Fertigungsanlage, etc. - so rechnet er damit, dass durch die Produktion und den Verkauf der neuen Produktlinie eine möglichst rasche Rückzahlung der Schulden möglich ist.

Wenn allerdings der Unternehmer in finanziellen Schwierigkeiten steckt und neues Geld dazu benötigt, um ohne neue Produkte und ohne neue Fertigungsanlagen den Betrieb am Laufen zu halten bzw. angelaufene Verluste abzudecken, muss er einen sogenannten Sanierungsplan vorlegen, der Einsparungen und Strukturstraffungen beinhaltet. Verändert der Unternehmer nichts, so wird dieses neue Kapital seine Lage nicht verbessern, sondern die Pleite nur hinauszögern. Er muss gewisse Strukturen in seinen Betrieb verändern, so dass eine Refinanzierbarkeit wieder möglich wird.

Und genau dies, ist bei der Situation der überschuldeten Staaten nicht der Fall. "Man" wurschtelt weiter, präsentiert ineffiziente Sparprogramme, die nur die Auswirkung haben, die nationale Wirtschaft in Bedrängnis zu bringen und eine mehr oder weniger grosse Kapitalflucht anzuheizen - wer (noch) Geld hat, versucht dies vor der drohenden Katastrophe und dem Staat in Sicherheit zu bringen. Und man versucht, über Steuererhöhungen und neue Steuern mehr Geld aus der Bevölkerung herauszupressen. Doch unterm Strich werden mittelfristig trotzdem die eingehobenen Steuergelder nicht mehr werden, weil der Bevölkerung immer weniger Geld zum Ausgeben bleibt. Nur, dass sie immer weniger an Gegenwert bekommen, weil der Anteil der Steuern immer höher wird.

Das wird auch den für den Staat nachteiligen Effekt haben, dass die Schattenwirtschaft steigen wird und gesetzliche Steuern dem Staat entzogen werden ... trotz steigender Kontrollmassnahmen! Auch die Begrenzung des Bargeldverkehrs wird die Schattenwirtschaft fördern. Abschaffen könnte man dies nur, durch völliges Bargeldverbot! Darauf wird offensichtlich auch hingearbeitet ...

Das heisst, die Krisenmassnahmen gehen in die völlig falsche Richtung. Anstatt die Wirtschaft zu fördern, die Bürokratie abzubauen und den Geldfluss langfristig zu beschleunigen, wird alles getan, um eben dies zu verhindern.

Bei den Banken ist die Situation noch schwieriger zu lösen und scheint überhaupt unlösbar zu sein. Zum einen sind die grossen Banken in einem unübersichtlichen und intransparenten Grad untereinander vernetzt und verwoben. Geht eine grosse, sogenannte systemrelevante Bank pleite, reisst sie viele andere in den Abgrund mit. Durch Bereitstellung von fast unendlichen Mitteln soll das verhindert werden.

Bei Grossbanken sind die "normalen" Bankgeschäfte, Kontenverwaltung, Sparbücher, Kredite, etc. schon lange in den Hintergrund gerutscht und, da nicht sehr renditeergiebig, auch nur ein "lästiges Anhängsel". Richtig viel Geld gemacht - oder auch richtig grosse Verluste - wird im grosse, globalen Zockercasino, in dem meist ohnehin nur fiktive Werte die Runde machen. ZB. beim Geschäft mit Staatsanleihen. Die meisten Staaten schreiben vor, in konservativen Fonds in Staatsanleihen als quasi Sicherheit zu investieren. Doch die Rendite ist bisher bei Staatsanleihen eher bescheiden ausgefallen. Deshalb sind die Banken übergegangen, ua. mit "Begleiterscheinungen" beim Ankauf von Staatsanleihen die wirklich grossen Gelder einzufahren. Staatsanleihen werden gegen Zahlungsausfall versichert. Diese Rückzahlungsausfallsversicherungen nennt man Credit Default Swaps (CDS). Mit diesen Papieren ist ein riesen bankeninterner Markt entstanden, wobei viele dieser Papiere gleich mehrmals verkauft wurden. Sie kursieren zwischen den Banken und bringen bei jedem Verkauf viel Kohle. Derzeit sind wertmässig mehr dieser CDS weltweit im Umlauf, als die gesamte Geldmenge. Das teuflische daran, irgendwann werden sie fällig und die Kette der ehemaligen Halter dieser Papiere geht retour. Fällt nur einer dieser Zahler aus, stockt das Räderwerk und das Kartenhaus fällt zusammen.

Und gerade dies ist das unlösbare Problem in der Bankenwelt. Es wird hauptsächlich mit fiktiven und nicht realen Papierwerten gehandelt. Deshalb sind auch diesbezügliche Prognosen und Berrechnungen nur grob abzuschätzen. Auch fehlt eine sogenannte Meldestelle, wo all diese Emissionen und Transaktionen dokumentiert werden müssen. Eine Grauzone, die der Bankenwelt Kopf und Kragen kosten kann und wird.

Noch kann die prekäre Situation bei Staaten und Banken mit einem unvorstellbaren finanziellen Aufwand gerade noch irgendwie kurzfristig entschärft werden. Doch es werden in immer kürzer werdenden Abständen immer mehr Gelder notwendig, um dieses System am Laufen zu halten.

Erinnern wir uns an 2008, als durch Lehman & Brothers die Krise ihren ersten Höhepunkt erreichte, da waren ein "paar Milliarden" notwendig um die grössten Löcher zu stopfen. Heute, drei Jahre später, geht es bereits ums Tausendfache, um Billionen!

Vorsicht, die nächste Vertausendfachung wird keine drei Jahre dauern und wir befinden uns in der Billiarden-Zone (in Zahlen geschrieben: 1 Billiarde ist 1.000.000.000.000.000).

Deshalb warnen immer mehr, die diese Entwicklung erkennen, vor einem riesigen Crash, weil dieses teuflische System, das seinen Ursprung im Zinseszinssystem hat, einfach nicht mehr finanzierbar ist!

Im Grunde ist dies ein gigantisches Schneeballsystem, ein Pyramidenspiel, das irgendwann an seine natürlichen Grenzen stösst. Diese sind nun erreicht ... trotzdem wird (noch) weitergespielt und weiter gezockt, so getan als wäre dieses Spiel von ewiger Dauer.

Das heisst, solange nicht wirklich grundlegende, tiefgreifende Veränderungen realisiert werden, und dazu gehört die restlose Eliminierung des Zinseszinssystems, bleibt die Situation extrem angespannt und extrem labil. Ich denke, dass die Politik, die hier gefordert wird, sich, aus welchen Grunde auch immer, nicht dazu entschliessen kann. Deswegen wird dieses System sich auch selbst vernichten! Eher früher, als später. Wir befinden schon seit einiger Zeit in der finalen Phase der Auflösung und des Zusammenbruchs. Die Gier, die Profit- und Renditemaximierung, die realitätsfremde Inkompetenz der Politiker und die Ignoranz und das Unwissen der breiten Bevölkerung sind die idealen Komponenten eines gigantischen Finanzkollapses. Der nicht nur kommen wird, sondern auch kommen muss!

Man muss kein Schwarzmaler sein, um diese Entwicklung vorauszusehen. Jeder, der über das Geld- und Zinssystem Bescheid weiss, es durchschaut muss zu diesem Schluss kommen! Es helfen auch keine Medienberichte und Politikerreden, dass es ohnehin bald wieder aufwärts geht ... im Gegenteil, diese sind höchst kontraproduktiv und manipulieren nur die breite Masse, die dumm und in falscher Sicherheit gehalten werden muss. Denn sonst wären sie längst auf der Strasse und würden die Verantwortlichen (zumindest die, die sie dafür halten) davon jagen oder im schlechtesten Falle lynchen. Doch das wird noch kommen!

Die Situation auf ein besonderes musikalisches Werk umgesetzt, befinden wir uns im letzten Akt von Richard Wagners Götterdämmerung, dem letzten Teil des Ring der Nibelungen. Wotan, der Göttervater fällt und die Welt geht in Flammen unter. Eine realistische, bildhafte Metapher, die uns bald erwartet!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Zu viele Krisen: Weltuntergangs-Uhr eine Minute vorgestellt - Nukleare Bedrohung, Klimawandel, blutige Krisen rund um den Erdball – laut einer Gruppe von internationalen Wissenschaftlern rückt der jüngste Tag immer näher. Die Forscher, unter denen sich 18 Nobelpreisträger befinden, haben die Zeiger der symbolischen Weltuntergangs-Uhr um eine Minute weiter gedreht. Jetzt ist es fünf vor zwölf. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Roubini: Euro-Crash „sehr wahrscheinlich“ - Für Nouriel Roubini ist der Zusammenbruch der Euro-Zone nur mehr eine Frage der Zeit. Um Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien eine Überlebenschance zu geben, müsste der Euro um bis zu 30 Prozent abgewertet werden. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Gerald Celente über geplante Gefechte und neue Gesetze: »Die können mir jetzt einfach das Hirn rausblasen« - Gestern berichtete der amerikanische Zukunftsforscher Gerald Celente über den bevorstehenden Zusammenbruch Europas im Frühjahr 2012 und über die bedenkliche Rolle der Bankster und Politiker. Heute untersucht der zeitkritische Autor die laufenden Kriegsvorbereitungen auf den Iran und die möglichen Folgen für die ganze Welt. Und wieder spricht er über größenwahnsinnige Politiker, die nicht nur unser gesamtes Finanzsystem sprengen, sondern nun auch durch gefährliche Kriege und neue »Anti-Terror-Gesetze« den Globus in Brand setzen werden. (kopp-verlag.de)

Negativzinsen sind nichts Gutes - Am Montag war Premiere für Deutschland. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wurde bei einer Anleiheauktion ein Negativzins ermittelt. Das bedeutet, der Käufer der Anleihen wird nach der sechsmonatigen Laufzeit weniger Geld zurückerhalten, als er verliehen hat. (start-trading.de)

PIGS Zinswunder pusht Banken - Spanien und Italien erhielten heute an den Märkten problemlos Milliarden zu überraschend niedrigen Zinsen. Das wiederum pushte die Banken nach oben. – Was steckt hinter dem Zinsrutsch? Hat die EZB nachgeholfen? (mmnews.de)

Spanier können sich Häuser nicht mehr leisten - Die Wirtschaft stagniert, jeder fünfte im Land ist arbeitslos. Folge: Hunderttausende verlieren ihr Eigenheim. (kurier.at)

Spanien plant massive Steuererhöhungen (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Schuldenkrise visualisiert: Wie viel sind eine Billion Euro? (goldreporter.de)

Raue See voraus - Chinas Handelsüberschuss sinkt. Die Ausfuhren asiatischer Länder zeigen deutliche Bremsspuren. Reedereien kämpfen. Rohstoffe sind unter Druck, Frachtraten auch. In Europa hat es jetzt auch “den Leuchtturm” erwischt, wie das ein Händler an der Wall Street heute mit Blick auf Deutschland formulierte. Er meinte die negative BIP-Zahl von 0,25% für das vierte Quartal 2011. (markusgaertner.com)

China: Arbeiter drohen mit Massen-Selbstmord - Um gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung zu protestieren, greifen immer mehr chinesische Fabrikarbeiter zu bizarren Aktionen: In den chinesischen Fabriken des Elektronikherstellers Foxconn drohten nun 300 Mitarbeiter mit Selbstmord. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

EU-Staatsschuldendebakel hält USA über Wasser - Entgegen der weit verbreiteten Auffassung, dass die USA unter dem EU-Staatsschuldendebakel zu leiden hätten, handelt es sich bei der Schuldenkrise der Europäer um den entscheidenden Grund, warum in Amerika zurzeit überhaupt irgendwelche positiven Wirtschaftsimpulse ausgemacht werden können. (propagandafront.de)

USA-Staatsbürger : Das entscheidet sich nach Tageslaune - Die heutige Topnews in der New-York-Times überrascht kaum, jedoch zeigt diese recht deutlich, wie die USA mit zweierlei Mass messen. Amir Mirzaei Hekmati wurde im Iran wegen Spionage für die USA zum Tode verurteilt, wie hoch der Wahrheitsgehalt ist, lässt sich kaum abschätzen. Interessant ist der Umstand, wie in der NYT als Topstory versucht wird ihn als ehrenhaften Ex-Marine und US-Bürger zu stilisieren. Hier muss jedoch die Frage erlaubt sein, was mit anderen US-Bürgern ist, die ohne jede Verhandlung nur eines Verdachts wegen, in Guantanamo-Bay halb zu Tode gequält werden. Da reicht es schon, wenn nur der Finger auf der Landkarte einen arabischen Staat gestreift hat. (iknews.de)

USA: Soldaten sollen auf Leichen uriniert haben - Auf einem Amateurvideo sind Männer in US-Uniform zu sehen, die die Leichen von Afghanen schänden. Das US-Marinekorps prüft das Video. (diepresse.com)

Internet-Zensur salonfähig - Nach Finnland nun auch Zensur in den Niederlanden. Piratenpartei warnt vor immer mehr Netzsperren in Europa. Andreas Popp: "Die Beispiele aus Finnland und den Niederlanden zeigen sehr deutlich, was passiert, wenn das Mittel der Netzzensur salonfähig wird." (mmnews.de)

Gesunde Ernährung - Jeder kann frei entscheiden, wie er sich ernährt und hat damit großen Einfluss auf seine Gesundheit. Nur weiß eigentlich keiner so genau, was gesunde Ernährung in Wirklichkeit ist. Und gleichzeitig werden immer wieder dieselben zwei Ammenmärchen erzählt: Erstens die übliche Ernährung sei ideal für den Menschen oder gar zweitens, nämlich dass Ernährung mit Gesundheit nicht viel zu tun habe. (derhonigmannsagt.wordpress.com)

Selbstversorger - Die Angst vor dem großen Crash (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Krisenvorsorge: Wie bereitet man sich eigentlich auf einen Wirtschaftszusammenbruch vor? (propagandafront.de)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




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