Sonntag, 15. Januar 2012

Frankreich und Österreich verlieren ihr Top-Rating

Nun hat es, neben anderen europäischen Staaten auch Österreich erwischt und S&P hat die Bonität von AAA auf AA+ gesenkt. Deswegen, liebe Freunde, geht die Welt zwar nicht unter, aber es wird sich trotzdem einiges ändern. Vor allem die Zinsen für neue Schulden werden empfindlich steigen. Und im Parlament wird noch emotionaler gestritten werden, als je zuvor und die Schuldzuweisungen werden eskalieren.

Auf hartgeld.com habe ich den Link zu einem Video gefunden, in dem der Ex-FPÖ und jetzige BZÖ-Politiker Ewald Stadler der Regierung die Leviten liest ... zwar schon vom November 2011, aber nicht desto weniger hoch aktuell! Ein echtes Kleinod emotional geführter Politik - beachten sie die teilnahmslosen und ignoranten Gesichter der in seiner Rede angesprochenen Politikerkollegen, man ist leicht versucht, zu verstehen, dass da viel faul in unserem Staate ist ...







In jedem Fall war das Downgrading der Bonität Österreichs genauso zu erwarten, wie jenes von Frankreich. Die Engagements der österreichischen Banken in Osteuropa, allen voran die Erste und die Raiffeisen, könnte für die Republik sehr schnell und plötzlich enorme Probleme bringen. Das kommende und zu erwartende Bankdesaster im Osten hängt wie ein Damoklesschwert über der Regierung ...

Wir wissen aus der Erfahrung der letzten Jahre, dass die Banken kaum Warnungen veröffentlicht haben, sondern plötzlich und meist "unvorhersehbar" pleite waren, bzw. Milliardenzahlungen zum Überleben benötigten. Soweit die offizielle Version. Natürlich haben Blogger und einschlägige Medien meist schon vorher darüber geschrieben, das wurde allerdings ignoriert. So wird sich auch dieses Desaster "plötzlich" und "unvorhersehbar" abspielen.

Das grosse Problem ist der relativ niedrige Eigenkapitalanteil gegenüber der aushaftenden Summe der Banken im Osteuropageschäft. Nicht nur ich in meinem Blog, schreiben von diesem kommenden Desaster seit zwei Jahren! Und seit zwei Jahren wurde dagegen kaum etwas unternommen. Nur der ungarische Markt wurde bisher weitgehend abgeschrieben und 2011 in den Büchern der Ersten und Raiffeisen als Verluste gebucht.

Zu gross war das Engagement des relativ kapitalschwachen Österreich gegenüber zB. Deutschlands. Was natürlich die Nähe und Lage unseres Staates ausmacht und die Einschätzungen, in Osteuropa sei sehr viel zu holen, hat doch die Wirtschaft enormen Aufholbedarf. Es wurde auch fast westeuropäischer Standard erreicht, doch vorrangig auf Kreditbasis. Und genau da, bei den Krediten - sowohl private wie auch gewerbliche und kommunale - wird die Ausfallsrate sehr hoch sein.

Deshalb könnten (und werden) die Haftungen des Staates Österreich garantiert schlagend werden. Dann ist Österreich so gut wie pleite!

Die anderen Probleme, die ebenfalls zur Bonitätsabwertung geführt haben, sind der nicht vorhandene Reformwillen in der Verwaltung und die Pensionen. In Österreich geht man viel zu früh mit hohen Pensionen in die Rente. Bisherige Reformen waren nur kosmetischer Art und haben tatsächlich kaum etwas gebracht. Neben den Bankhaftungen sind auch die Pensionen das schwarze Loch der Republik, die uns sogar relativ kurzfristig Kopf und Kragen kosten können.

Auch wenn die hohen betroffenen Politiker, Faymann, Spindelegger, Fekter, ... scheinbar vollkommen überrascht waren und vor wenigen Tagen noch hochnäsig und präpotent behaupteten, das Triple-A-Rating wäre so was von sicher und einbetoniert, abgezeichnet hat sich das Downgrading in jedem Fall!

Der legendäre Spruch unseres ehemaligen Sonnenkanzlers Dr. Bruno Kreisky, Österreich wäre eine Insel der Seligen, hat nun keine Relevanz mehr!

Die nächsten Emissionen von Staatsanleihen werden zeigen, wieviel mehr Österreich für neue Schulden an Zinsen zahlen muss. Es kann viel teurer werden, muss es aber nicht. Doch warum ist überhaupt eine Neuverschuldung notwendig, wenn die Regierung ständig beteuert, sie würde sparen?

Übrigens, die Neuverschuldung Österreichs dient fast ausschliesslich zur Begleichung der Zinsen bestehender Schulden!

Noch geht es uns relativ gut, abgesehen von immer höheren Steuern und Abgaben. Denn die Regierung versucht alles, wirklich alles, uns die Wahrheit vorzuenthalten. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, entweder sie belügen uns bewusst und wissen, wie katastrophal die Situation ist, oder sie erkennen auf Grund ihrer Inkompetenz und Ahnungslosigkeit nicht den Ernst der Lage. Zweiteres wäre nämlich wirklich schlimm, denn von solchen Politikern regiert zu werden, gleicht wohl einem Himmelfahrtskommando. Und ich befürchte dies ist die Tatsache. Ich jedenfalls, nehme sie schon lange nicht mehr ernst und sehe das Partei-Polit-Geplänkel als traurige Realsatire die uns der Lächerlichkeit preisgibt.

Schon lange müssten wirklich fähige, kompetente und innovative Politiker (gibt es die überhaupt?) unsere parteiindoktriniertes Kasperltheater abgelöst haben. Aber bitte nicht auf die Art wie in Italien und Griechenland, wo man einfach ehemalige Goldman & Sachs Leute, eine der Banken, die die Krise mitverursacht haben, inthronisiert! Dort wird nicht für das Volk regiert, sondern für die Banken. Trotzdem werden Staatsbankrotte (oder vielleicht sogar deswegen) unausweichlich sein.

In jedem Fall wird die Abwertungsorgie von S&P eine Beschleunigung der Krise in Europa bewirken und möglicherweise ein Ablenkungsmanöver von den ebenso prekären und mittelfristig ausweglosen Problemen der USA ...



AA+: Warum Österreich herabgestuft wurde - Die Herabstufung durch S&P kam nur für die Politik überraschend. Die Ratingagentur vermisst ernsthafte Reformbemühungen auf europäischer, aber auch auf österreichischer Ebene. (diepresse.com)

Warum Österreich sein Triple-A verliert - Neben Frankreich wird mit Österreich wohl der nächste Triple-A-Staat sein Top-Rating verlieren. Gründe sind unter anderem das Engagement österreichischer Großbanken in Osteuropa sowie die Angst vor einer Pleite Ungarns. (handelsblatt.com)

Neun auf einen Streich: S&P-Rating, die Euro-Zone oder wer wem vertrauen kann - Standard & Poor´s hat gestern die Kreditwürdigkeit von Frankreich und Österreich um eine Stufe von AAA auf AA+ heruntergesetzt. Das Rating von Malta, der Slowakei und Sloweniens wurde ebenfalls um jeweils eine Stufe zurückgenommen. Die Bonität von Italien, Spanien, Portugal und Zypern verschlechterte sich um zwei Stufen. (querschuesse.de)

Abstufung: Europa ist sitzen geblieben - S&P hat ihre Ankündigung wahr gemacht und hat neun Staaten in Europa eine Senkung der Kreditwürdigkeit verpasst. Man könnte auch sagen “ein schlechtes Zeugnis” ausgestellt. Es ist wie in der Schule. Wenn man schlechte Leistungen erbringt, dann bleibt man sitzen und muss das Schuljahr wiederholen. Sogar einen ... (start-trading.de)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Erst der Griff nach den Sternen, dann der tiefe Fall - Wo die Wolkenkratzer in den Himmel schiessen, ist die Finanzkrise nicht mehr fern. Dies sagen zumindest die Analysten von Barclays Capital. Stimmt die Theorie, sehen die Aussichten für einige Länder düster aus. (tagesanzeiger.ch)

Steuern: Wenn der Staat "Raubritter" spielt - Sie rasierte Bärte, deckte Häuser ab, löste Revolutionen aus, war meist der Geldhahn zur Kriegsfinanzierung und drängte preußische Jungfrauen ins Ehebett. Seit Jahrtausenden steuert uns die Steuer. (diepresse.com)

Dirk Müller: "Der perfekte Sturm" - DAX vor dramatischem Absturz (daf.fm)

Was hat der Tag der Abrechnung mit Kartoffeln zu tun? (saarbruecker-homepage.de)

SuperMarkt: Russisches Roulette im Hochsicherheitstrakt - Staatsanleihen gelten auch nach der jüngsten Orgie an Abstufungen als mündelsicher. Dabei wären viele Eurostaaten ohne die EZB längst pleite. Kaum ein Land kann die Rückzahlung seiner Schulden glaubhaft garantieren. (diepresse.com)

Frankreich lehnt weitere Sparmaßnahmen ab - Der französische Premierminister François Fillon schloss nach dem Downgrade durch S&P weitere Sparmaßnahmen aus. Man wolle sich lieber auf „strukturelle Reformen“ konzentrieren. Nicolas Sarkozy schweigt unterdessen ungewohnt deutlich zum Verlust des Triple A. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Luxemburg wegen versteckter Schulden gefährdet - Eine neue Facette der Verschuldung in Europa ergibt sich, wenn man auch die verdeckten Schulden einbezieht. Demnach steht Luxemburg wegen des großzügigen Rentensystems so schlecht da wie kaum ein anderes Land der Euro-Zone. Nur Griechenland liegt noch hinter Luxemburg. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Föderalregierung will Barzahlungen erschweren - Waren, die mehr als 5000 Euro kosten, dürfen künftig in Belgien nicht mehr bar bezahlt werden. Der für Steuerbetrug zuständige Staatssekretär Crombez bestätigte entsprechende Presseberichte. (brf.be)

Kurz vor dem Staatsbankrott - Regierungschef Orban will nun doch mit dem IWF kooperieren – Pleite könnte auch den Euro gefährden. (tagesspiegel.de)

Außenminister: "Staatsbankrott ist ausgeschlossen" - János Martonyi versichert, dass Ungarn nicht am Abgrund steht und den Dialog mit der EU will. (kurier.at)

Crashtest für Premier Viktor Orbán - Für die rechtsnationale Regierung wird es eng: EU und IWF fordern Gesetzesänderungen, nur dann gibt es Notkredite. (kurier.at)

Griechenland steht vor der Pleite - Am Freitag sind die Gespräche mit den Banken über einen freiwilligen Schuldenschnitt gescheitert. Damit dürfte Griechenland das erste Land sein, das in eine Staatspleite schlittert. (simablog.eu)

S&P-Downratings: Erklärt Griechenland den Staatsbankrott? Die Ratingagentur S&P hat am Freitag mit Herabstufungen der Ratings zahlreicher Euro-Länder für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Somit steigen die Zinsen für Fremdkapital in den entsprechenden Ländern und einhergehend auch die Finanzierung des EFSF. Doch gibt es offenbar noch ein viel größeres, altbekanntes Problem: Griechenland. (gegenfrage.com)

Italien: Finanzbeamte arbeiten schwarz als Steuerberater (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

US-Wirtschaftszusammenbruch beschleunigt sich: Meldungen über Erholung sind reine Propaganda - 24 Statistiken, die zeigen, dass es in den USA in Wirklichkeit keine Wirtschaftserholung gibt und auch in Zukunft nicht geben wird … Man sollte sich stets vor trügerischen Hoffnungen und Illusionen in Acht nehmen. Aktuell wird in den USA viel darüber gesprochen, dass sich die Wirtschaft erholt – doch das sind nichts weiter als Lügen. (propagandafront.de)

Delaware: Das vollendete Steuerparadies - Der US-Bundesstaat verwöhnt Unternehmen mit totaler Anonymität. Das zieht dubiose Gelder an – auch aus Österreich. (kurier.at)

Geschmierte Ökonomen - Wenn wissenschaftliche Experten sich räuspern, dann tun sie das nicht immer unabhängig. Auch bei Ökonomen ist so manche Aussage gekauft. In den USA wurden nun erstmals Ethikrichtlinien für Volkswirte beschlossen. (handelsblatt.com)

froschgrafik: Bombentaugliches Material in der Welt - Iran, Iran, Iran?? (dasgelbeforum.de.org)

Neue Explosion in Fukushima? (dasgelbeforum.de.org)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




1 Kommentar:

yvonne hat gesagt…

Da wäre noch die Frage, wer wohl hinter diesen Rating Agenturen so sitzt? Ihr hört einfach zu viel auf diese Agenturen. Würde dort alles mit rechten Dingen zugehen, wären die USA schon mit Griechenland gleich zu setzen. Sind sie aber "nicht"! Na, warum wohl? ;-)