Freitag, 27. Januar 2012

Europas Schuss gegen den Iran geht nach hinten los

Der Beschluss der EU, ab Juli 2012 kein Erdöl aus dem Iran zu importieren, könnte sich durchaus als "Schuss, der nach hinten losgeht" entpuppen.

Einige europäische Länder wie Griechenland, Italien und Spanien beziehen einen beträchtlichen Teil ihrer Erdölimporte aus dem Iran. Zum Teil zu besonderen Konditionen. Italien bezahlt für iranisches Erdöl überhaupt nichts, es es rechnet mit alten Schulden Irans gegen. Besonders diese drei finanzschwachen Länder würde ein Boykott schwer treffen.

Auf den Boykott-Beschluss der Europäer hat der Iran schnell reagiert und dreht Europa von sich aus und kurzfristig den Erdöl-Hahn zu. Noch vor Beginn des Handelsboykotts Europas gegen den Iran werden die Lieferungen aufhören.

Starke Preisanstiege sind deswegen bei Erdölprodukten zu erwarten! Vor allem, weil die ausfallenden Iranlieferungen nicht so kurzfristig und höchst wahrscheinlich nicht so günstig kompensiert werden können.

Nun steht wegen des bevorstehenden Boykotts nicht der Iran, sondern Europa vor Problemen. Der Iran kann den boykottbedingten Lieferausfall relativ leicht kompensieren, denn vor allem die asiatischen Staaten, allen voran China und Indien benötigen ohnehin immer mehr Erdöl und nehmen die eigentlich für Europa eingeteilten Lieferungen gerne an.

Interessant ist auch die Meldung, dass Indien die Erdöllieferungen vom Iran nicht mehr mit den üblichen US-Dollar aus den Devisenreserven bezahlt, sondern mit Gold. Macht dieses Beispiel Schule, was durchaus zu erwarten ist, falls der US-Dollar weiter an Wert verlieren wird, kann die US-Währung schnell unter Druck und in Schwierigkeiten kommen.

Denn die wichtigste Währung für Erdöl ist der US-Dollar. Weicht man, aus welchen Gründen auch immer, auf andere Währungen oder Gold aus, so verliert der US-Dollar seinen "Erdöl-Standard" und demnach auch an Wichtigkeit. Ein drastischer, wenn nicht sogar lethaler Kursverlust wäre die logische Konsequenz ...

In Europa wird sich vor allem in Griechenland, Italien und Spanien die Situation, sollte der Iran kein Erdöl mehr liefern, zuspitzen, wenn nicht sogar eskalieren. Denn grössere Preiserhöhungen bei Erdölprodukten würde die Wirtschaft enorm belasten und die Inflation extrem hochschrauben. Nicht nur, dass auch für die Privaten die höheren Treibstoffpreise eine neue enorme Belastung wären.

Damit hat der Iran ein Druckmittel gegen Europa in der Hand! Auch der IWF warnte vor einem Öl-Boykott. Dieser war keine politische Meisterleistung unserer EU-Bonzen, die sich, wie schon so oft, heillos überschätzten! Schlussendlich wird diese fatale Fehlentscheidung wieder einmal das Volk ausbaden müssen!

Doch so einseitig dürfen wir diese Sache nicht betrachten. In Iran wachsen die internen Spannungen, weil durch den Erdöl-Boykott der USA und EU der iranische Rial wieder stark an Wert verlor, werden Importe für die Iraner immer teurer. Der Unmut gegen die eigene Regierung wächst. Ausserdem ist Angst vor einem bevorstehenden Krieg latent, was sich auch auf den Konsum im Land negativ auswirkt. Viele Iraner, darunter vor allem Studenten, wollen das Land verlassen. Der politischen Führung rund um Ahmadinejad wird immer weniger getraut.

Sajdeh Hosseini, ein Vater aus Teheran, hat eine Tochter, die an Multipler Sklerose erkrankt ist. Er muss etwa 500 Dollar pro Monat für Medikamente ausgeben. Sein gesamtes Kapital beträgt nur 4.000 Dollar. „Meine Frage an Herrn Khamenei lautet: Warum haben Sie zugelassen, dass ein Idiot wie Ahmadinejad den Reichtum eines Landes verprasst? Was, wenn es mit uns endet wie mit Irak und dem Food-for-Oil-Programm? Was, wenn Medikamente sanktioniert werden und wir keine Medikamente für die Kranken produzieren können? Was, wenn es Krieg gibt?" Dann fügt er noch hinzu: „Mit Sanktionen, Armut und einer Regierung, die außer Gewalt nichts kennt, wird der Zustand unserer Gesellschaft sich nur weiter verschlechtern. Wir werden mehr Drogenabhängige, mehr Diebstahl und mehr Depressionen haben. Ich mache mir große Sorgen und sehe eine dunkle Zukunft für das iranische Volk. Ich weiß, dass das Regime seinen eigenen politischen Tod mit Hilfe seiner Freunde China und Russland zu verhindern versuchen wird. Aber das Volk und die Struktur der Gesellschaft werden sich von innen zersetzen. Am Ende wird niemand die Verantwortung übernehmen, genau wie damals zu Zeiten des achtjährigen Krieges und danach."







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Über die wirklichen Ursachen der Krise - In der Financial Times geht die Serie “Kapitalismus in der Krise” weiter. Mich langweilt das inzwischen ein bisschen. Ich hatte gehofft, dass zumindest einer der Autoren uns mitteilen könnte, was die Krise war. Stattdessen haben wir viele Meinungen erhalten; keine erhellte die Natur der Krise deutlich, und viele boten nur mehr Dunkelheit und brachten somit kein Licht ins Dunkel ... (rottmeyer.de)

Baltic Dry: Barometer für Schifffahrt dramatisch gesunken (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Marc Faber: "Das ganze Finanzsystem wird eines Tages kollabieren" (ibtimes.com)

Banken führen Krieg gegen die Völker! Die EZB-Zinsen lagen 2002 bei 2,57% und seit Juli 2009 bei 0,12%, 2011 vorübergehend bei 0,37% und 2012 wieder bei 0,12%. Die Differenz zu den Marktzinsen sind ein Geschenk an die Geschäftsbanken. Daran sieht man auch, daß die Zentralbanken niemals dem Gemeinwohl dienen. Die paar Milliarden Gewinn, die sie mitunter an den Staat? abführen, sind nur Augenwischerei, Peanuts, Volksverdummung! Würden die ZB das Geld nicht den Privatbanken schenken, sondern dem Staat, gäbe es keine Staatsverschuldung! (freitag.de)

JPMorgan: Spekulation gegen Euro-Staaten hat „soziale Gründe“ - Der Chef von JPMorgan, Jamie Dimon, sagt, seine Bank habe im Herbst überlegt, aus Euro-Staatsanleihen auszusteigen. Aus „sozialen Gründen“ sei man jedoch geblieben. Tatsächlich hat die Investment-Bank in den vergangenen Monaten heftig zugekauft – um von einer möglichen Griechenland-Pleite zu profitieren. Auf die Spur zu dieser Erkenntnis bringt uns Dimon selbst, weil er eine wesentliche Zahl ausplaudert. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Rothschilds 500 BILLIONEN - Dieses Video zeigt den Reichtum der Rothschilds, der auf über 500 BILLIONEN US-Dollar geschätzt wird – mehr als die Hälfte des Reichtums der ganzen Welt. (lupocattivoblog.wordpress.com)

Der finale ESM-Vertrag - Ende von Demokratie und Parlamentsvorbehalt - Kein Parlamentsvorbehalt für 167 Mrd. deutsche Zahlungsverpflichtungen. (freiewelt.net)

Schuldenkrise: Deutschland & Frankreich werden Euro-Projekt gemeinsam beerdigen - Nach den Wahlen in Frankreich und Deutschland dürften beide Länder das Euro-Projekt beenden. Und sollte Marine Le Pen vom Front National den CIA-Agenten in der ersten Wahlrunde der französischen Präsidentschaftswahlen rauswerfen, ist der Euro so oder so Geschichte. Der Swap-Geldregen der Fed und die LTRO-Geldspritzen der EZB dürften den Banken als Übergangsgeld dienen. (propagandafront.de)

Fiskus überrumpelt Auslandsrentner (ftd.de)

Cameron: Deutschlands Exporte sind schuld an der Krise - Der britische Premier David Cameron hat in Davos eine scharfe Attacke gegen Deutschland geritten. Er attackierte auch die Franzosen. Die Finanztransaktions-Steuer nannte er „ganz einfach Irrsinn“. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Italien: Bares ist nicht mehr Wahres - In Italien dürfen Rechnungen über 1000 Euro nicht mehr bar bezahlt werden. Darunter leidet vor allem die Hotellerie. (kleinezeitung.at)

Italien-Streik: Gemüsepreise explodieren, Panik-Käufe in Rom - In mehreren italienischen Städten ist es zu Panik-Käufen gekommen. Die Versorgung mit Obst und Gemüse funktioniert beispielsweise in Rom so gut wie nicht mehr. Wo es noch etwas gibt, sind die Preise im Vergleich zum Samstag um 200% gestiegen. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Italien: Das Benzin ist nun alle (dasgelbeforum.de.org)

Träumen von einem neuen Staat - Ideen zur Abspaltung des florierenden italienischen Nordens hatte die Lega Nord schon immer. Nun präsentiert sie gar eine neue Landkarte. Mit der Schweiz, Österreich, Bayern und Savoyen soll der Staat Padanien gebildet werden. Reine Folklore ist das nicht. In Italien finden abstruse Vorschläge mehr Zuspruch, als man gemeinhin denkt. (sueddeutsche.de)

Spanien: ESM muss höher aufgestockt werden - Etwas mehr darf es schon sein, so die einhellige Meinung des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Nach seiner Ansicht, wird die Inanspruchnahme des ESM mit seiner steigenden Größe immer unwahrscheinlicher. Von der Logik her fällt mir ein passender Vergleich ein. Man muss in Äthiopien die Speisekarte nur lang genug machen, dass die Hungernden sich einfach nicht entscheiden können, dann wird es unwahrscheinlicher, dass sie sich etwas zu essen bestellen? Spanien gehört mit zu den kritischsten Staaten in Europa und nach Italien, wird es dort zum großen Crash kommen. (iknews.de)

Mehr Geld für Griechen nötig- Seit Tagen kursiert das Gerücht. EU-Währungskommissar Olli Rehn nutzte das Weltwirtschaftsforum in Davos, um es offiziell zu bestätigen: Das zweite Rettungspaket für Griechenland muss wohl nochmal aufgestockt werden, um wie geplant die Schuldenlast des Landes von derzeit 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2020 auf 120 Prozent senken zu können. (derstandard.at)

Israel auf Zerfall der Eurozone gefasst (irib.ir)

Iran dreht selbst den Ölhahn zu - Teheran kommt dem Öl-Embargo der EU zuvor und will selbst den Export stoppen. Für viele Europäer ein harter Schlag. (kurier.at)

Wie Iraner auf die neuen EU-Sanktionen reagieren (ibtimes.com)

USA – Der Fahrplan in die Apokalypse steht - Obama reimt sich auf Drama. Seit Dienstag Abend wissen wir, wie sich das in den USA bis zum Ende des Jahrzehnts abspielen wird. – Dank Obama. Der hat in seiner Rede zur Lage der Nation einen Schwenk in der Strategie angekündigt, der scheinbar nur leicht ist. Aber er wird die Welt verändern. (markusgaertner.com)

Ron Paul warnt: Polizeistaat in Amerika gerät außer Kontrolle - Am 23. Januar 2012 wurde US-Senator Rand Paul von der amerikanischen Transportsicherheitsbehörde, TSA, festgehalten, nachdem er sich geweigert hatte, sich einem illegalen, verfassungswidrigen »erweiterten Abtasten« zu unterziehen. Solch ein Abtasten bedeutet eine Verletzung des Vierten Zusatzes zur Bill of Rights der Vereinigten Staaten, ja sogar ein Verbrechen gegen eine Privatperson, wenn TSA-Agenten dabei selbst den Intimbereich von Flugpassagieren befingern. (kopp-verlag.de)

Muss die Physik wegen der neuesten Erkenntnisse im CERN neu geschrieben werden? (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Aserbaidschan: 1050-Meter-Wolkenkratzer geplant (diepresse.com)
Die größten Wolkenkratzer: Fällt bald die 1000-Meter-Marke? (diepresse.com)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




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