Freitag, 20. Januar 2012

Die "bösen" Ratingagenturen ...

Ratingagenturen haben, besonders jetzt in Europa, ein sehr zweifelhaftes Image. Klarerweise steht die Frage im Raum, wie weit die Bewertungen politisch motiviert sind. Und vor allem, ob sie die USA, der weltgrösste Schulder überhaupt, ein wenig aus dem Rampenlicht entfernen und damit weniger angreifbar machen.

Man weiss, es herrscht ein brutaler Währungskrieg zwischen den nordatlantischen Kontinenten. Jeder versucht sich selbst im besten Licht zu zeigen und den anderen zu verunglimpfen. Pleite - oder fast pleite - sind sie alle. Zugeben will und kann das natürlich keiner. Und so wird der Krieg ua. über die Ratingagenturen geführt. Wobei in diesem Krieg die USA die besseren Karten haben, denn die Big Three der Ratingagenturen sitzen in den USA ... und wer sägt an jenem Ast, an dem man sitzt?

Wenn jemand in ein Unternehmen oder einem Staat investieren möchte, benötigt dieser Investor eine neutrale Stelle, der diese bewertet. Denn zu schnell kann man Geld verlieren, wenn jenes Unternehmen oder jener Staat zwar schon angeschlagen ist, dies aber nicht öffentlich kundtut - und ehrlich, wer macht das schon?

Ratingagenturen versuchen die Unternehmen, aber auch Staaten, Länder und grosse Kommunen in ihrer Bonität zu bewerten. Grundsätzlich eine gute Sache, wenn der Investor, ohne selbst Recherchen anstellen zu müssen, weiss, wie Kreditwürdig diese Unternehmen und Staaten sind, ob er seine Investition verzinsen kann, zu welchem Zinssatz und ob er sein Kapital jemals wiedersehen wird oder kann ...

Doch ob die Agenturen neutral bewerten, sei grundsätzlich dahin gestellt. Eine gewisse Abhängigkeit jenem Land gegenüber, in dem sie sich befinden, muss einfach angenommen werden. Deshalb könnte es sein, wie viele behaupten, dass die USA im globalen Rating bevorzugt wird. Die Grunddaten der USA sind seit Monaten äusserst besorgniserregend und doch wird das Top-Rating nicht in Frage gestellt ... zumindest nicht bei den Agenturen. Nur der Ausblick wurde von einer Agentur abgewertet - wie man dies auch immer interpretieren kann.

Ja, man weiss mittlerweilen, dass viele Abstufungen (Downgradings) ziemlich spät erfolgen, wie man bei den krisengebeutelten PIGS-Staaten beobachten konnte. Allerdings ist der Staatsanleihenmarkt ohnehin ein intransparenter, kaum rationell nachvollziehbarer, wo nicht die Direktinvestition, also der Kauf der Staatsanleihen, das alleinige Geschäft ist, sondern die sogenannten Nebengeräusche, wie die Rückzahlungsausfallsversicherungen, die berühmt-berüchtigten CDS.

Denn wer, liebe Freunde, investiert mittel- bzw. langfristig Milliarden in ein Land oder ein Unternehmen, das möglichweise innerhalb der Laufzeit bankrott gehen kann? Offensichtlich gibt es diese Investoren, und nicht zu knapp, denn sowohl Spanien, wie auch Italien setzen ihre Staatsanleihen ab. Allerdings, wer die Investoren sind, erfährt man auch nicht - möglicherweise die EZB ...

Nun wurde Österreich abgewertet und legte heute sogar eine 50 jährige Staatsanleihe auf - Laufzeit 50 Jahre!!! - und auch diese sind restlos weggegangen. Mexiko hatte sogar schon Anleihen mit 99 Jahre Laufzeit ausgegeben! Für eine Zeit, wo so offensichtlich wie noch nie, grosse Veränderungen auf uns zukommen, ein keinesfalls kalkulierbares Risiko - weder 99 noch 50 Jahre!

Der Staatsanleihenmarkt, insbesondere mit den dafür abgeschlossenen und ebenso gehandelten CDS, ist eine finanzielle Massenvernichtungswaffe geworden. Ein instabiler und in der Zukunft unberechenbarer Markt, von dem durchaus die Initialzündung eines Finanzcrashes ausgegehen kann.

Doch zurück zu den Ratingagenturen. Leider haben es die Europäer nicht geschafft, eine Alternative zu den US-Agenturen zu installieren. Viele betroffene Regierungen, so wie auch die österreichische, beklagen sich über die "scheinbare Willkür" der Bewertungen, doch so willkürlich sind diese nicht, auch wenn einiges an politischer Motivation gegeben ist.

Sie werden gebraucht, damit überhaupt ein Bewertungsschema vorhanden ist und sie werden gleichzeitig verteufelt, weil sich jeder Betroffene ungerecht behandelt fühlt.

Doch wir Geldsklaven wissen, wenn wir zur Bank gehen und einen Kredit benötigen, wird, egal owir Private oder Unternehmer sind, die Bonität geprüft. Erst wenn eine positive Bonität festgestellt wurde - bei KSV, Schufa, oä. - dann kommen wir in den Genuss des geliehenen Geldes.

Die selbe Arbeit machen Ratingagenturen auch, sie bewerten die Bonität von Staaten, Länder, Kommunen und Unternehmen. Dass die Bewertungen objektiv sind, darf man nicht erwarten, denn auch diese Agenturen haben Anhängigkeiten. Sie sind deshalb als subjektiv anzusehen. Maximal eine Empfehlung, mehr nicht!

Dass sie Staaten schaden können, wenn durch Abwertungen erhebliche Zinserhöhungen anstehen, ist klar. Dass allerdings Staaten schon lange hätten reagieren müssen und damit aus dem Schussfeld dieser Agenturen zu kommen, ist eine völlig andere Geschichte. So müssen sie mit der Abhängigkeit und etwas Good-Will durch die Ratingagenturen leben ... zumindest so lange es noch geht!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Europäische Banken bereiten sich auf den schlimmsten Fall vor - Europäische Banken halten eine ernste Verschlimmerung der Krise jederzeit für möglich. Deshalb haben sie damit begonnen, übermäßig hohe Mengen Geld zu horten. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Baltic Dry Index: Kollaps - Der Baltic Dry Index stürzt seit Monaten nach unten. Verlust in den letzten drei Monaten: über 50%. Nach einem kurzen Aufbäumen aufgrund diverser globaler Konjunkturprogramme drohen wieder historische Tiefs. Vorbote für die Entwicklung der Weltwirtschaft? (mmnews.de)

Weltweiter Wirtschafts-Crash: Stellen Sie sich auf das Schlimmste ein - Die Weltbank der Vereinten Nationen korrigierte ihre BSP-Prognosen für 2012 massiv nach unten und rechnet mit einem globalen Finanz- und Wirtschaftsschock, sollte sich die europäische Staatsschuldenkrise weiter zuspitzen. Ihre Empfehlung für den Rest der Welt lautet, sich auf „das Schlimmste vorzubereiten“. Doch die Weltbank ist nicht die einzige Organisation, die einen gigantischen Finanz-Sturm heraufziehen sieht, Tag für Tag kommen weitere prominente Stimmen aus der Finanzwelt hinzu, die vor einer verheerenden Finanzkatastrophe warnen. (propagandafront.de)

Does Goldman Sachs rule the world? - Student politics society New Turn gathered at the University of London Union recently to put forward a debate on the proposition: “Goldman Sachs rules the world.” (arabnews.com)

«Es braucht einen Währungsfonds mit 4000 Milliarden Euro» - Willem Buiter, Chefökonom von Citigroup und bekannt für ungeschminkte Äusserungen, hofft, dass die Eurozone Bestand hat. Und prophezeit, dass die meisten europäischen Banken verstaatlicht werden. (tagesanzeiger.ch)

Geld ist nicht die Lösung, sondern das Problem - Der nächste Geldregen kommt. Der IWF hat angekündigt, seine Kassen auf 1 Billion Dollar zu erhöhen. Dies ist ein neuer Schritt, um die weltweite Abschwächung der Konjunktur zu bekämpfen. Sofort springen die Finanzmärkte an und die Medien freuen sich über die neuen Geldscheine, die vom Himmel regnen werden. Nur mit mehr Geld wird das Problem nicht gelöst, sondern nur verschlimmert. (start-trading.de)

Geld-Tsunami: Flutet die EZB den Markt mit 10 Billionen Euro wegen Griechenland-Pleite? Wenn das stimmt, was der amerikanische Blog zerohedge von der Credit Suisse erfahren haben will, dürfte eine Pleite Griechenlands nunmehr beschlossene Sache sein. Zerohedge zitiert aus einer Analyse der Großbank, dass die EZB am 29 Januar die unglaubliche Summe von 10 Billionen Euro an Krediten an die Banken vergeben will. Und nein, Billionen ist kein Übersetzungsfehler aus dem Englischen. Es sind wirklich Billionen. (simablog.eu)

EU-Schuldenschock: Ohne die US-Notenbank wäre die Eurozone schon lange tot - Mit dem USD 1 Billion Swap der Federal Reserve dürften die Elitisten das europäische Bankensystem vorerst für ein weiteres Jahr gerettet haben. Wahrscheinlich werden die Banken dank der Papiergeldschwemme sogar den Austritt Griechenlands überstehen. Nichtsdestotrotz würde die Staatspleite Griechenlands den Anfang des Endes der europäischen Einheitswährung und wohlmöglich sogar der Europäischen Union einläuten. (propagandafront.de)

IWF, ESM,etc: Das Cash-Karussell dreht auf Hochtouren - Die Aufwärmphase scheint vorbei zu sein und so dreht sich das Schuldkarussell nun im Billionenbereich. Milliarden waren Gestern, heute darf es ruhig etwas mehr sein. Sorgfältig wird an der Akzeptanz seitens der Bürger gearbeitet, schließlich darf niemand verstehen, was hier eigentlich abläuft. “Frog in the Pot”, das ist die Devise und glauben Sie mir, das Wasser beginnt langsam zu kochen. Die Systemkrise erreicht langsam aber sicher ihren Höhepunkt. (iknews.de)

Standard & Poor's stuft EFSF herab - Die Herabstufung Frankreichs bringt den provisorischen Rettungsschirm EFSF in Bedrängnis. Er hat nun seine Bestnote verloren, und muss damit voraussichtlich höhere Zinsen bieten. Das könnte die Euro-Rettung erschweren. (tagesspiegel.de)

Was, wenn Hellas pleite ist? Die Gefahren einer unkontrollierten Pleite für Europa. (kleinezeitung.at)

Athen vor Untergang - EU-Kommission bangt um Griechenland. Schon zu Beginn der Troika-Mission steht praktisch fest, dass die Griechen ihre Versprechen wieder nicht erfüllt haben. - Rehn fordert Deutschland und andere exportorientierte Länder auf, den schwächeren Euro-Staaten mehr zu helfen. (mmnews.de)

"Bei Griechenland pokern alle bis zuletzt" - CDU-Finanzexperte Meister warnt davor, Athen vor Erfüllung aller Auflagen neue Hilfen zu geben und mahnt Banken zur Einigung. (welt.de)

Referendum geplant: Schottland will Abspaltung von England (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Crash-Angst in China: Stahlproduktion bricht ein - Die immens sinkende Nachfrage nach Stahl in den vergangenen Monaten stellt China vor weitere Herausforderungen. Die Stahlproduktion in China stieg nur um 1,2 Prozent im Jahr 2011. Chinesische Unternehmen mussten hohe Verluste in Kauf nehmen. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Peter Schiff - Die Schuldenkrise in den USA ist weit schlimmer als jene in der EU - Mit mehr als 15 Billionen Dollar Schulden sind die USA in einer weit bedrohlicheren Krise als die EU. Doch damit nicht genug, Obama will die Schuldenobergrenze um weitere 1,2 Billionen Dollar anheben. (ibtimes.com)

Finanzbetrug – Barrett Capital klaut Kundengelder - Wie bereits vermutet, war MF Global nur der erste aufgedeckte Fall einer ganzen Reihe von betrügerischen Machenschaften im Dunstkreis der Banken. Bereits einige Wochen später folgt nun die zweite Fall – Barrett Capital Management, eine kanadische Firma für Derivatehandel. (der-klare-blick.com)

US-Konzerne lassen das Netz zensieren - Zwei US-Gesetzentwürfe zur Internetkontrolle sind so umstritten, dass nun sogar Wikipedia in Streik tritt. Die größte Lobby für mehr Netzzensur ist dabei die US-Unterhaltungsbranche. Sie macht sogar weltweit Druck auf ausländische Regierungen - mit rabiaten Mitteln, mit Hilfe der US-Regierung. (spiegel.de)

Datenschützer lesen „kleine Spione“ in Kleidung aus - Protest gegen Schnüffel-Etiketten: Der Datenschutz-Verein FoeBud hat RFID-Chips ausgelesen, die in Kleidung von Kunden eines Gerry-Weber-Geschäfts versteckt waren. (handelsblatt.com)

Geständnis: Briten spionierten Russen mit "Plastikstein" aus - Es klingt nach James Bond: Ein britischer Ex-Regierungsmitarbeiter gesteht erstmals den Einsatz eines "Hightech-Plastiksteins" in den Straßen Moskaus. (diepresse.com)

Planspiel Iran – Amerikas nächster Krieg - In Anlehnung an den Artikel “US-Wars : Bombadieren als Akt der Nächstenliebe” vom 17.01.2012, möchte ich einen weitere Dokumentation empfehlen. Diese ergänzt die zuvor Veröffentlichte, wie ich meine, auf kongeniale Weise. Bereits die ersten zehn Minuten der Dokumentation machen deutlich, wie die sogenannten Denkfabriken arbeiten und wie sehr die Massenmedien, in ihrer Funktion als willenlose Erfüllungsgehilfen, den Mächtigen dieser Welt dienen. Und das offensichtlich weltweit! (iknews.de)

Ägypten: Radioaktives Material aus AKW gestohlen (derstandard.at)

Russen verdächtigen US-Radar als Absturzursache - Warum ist die russische Marsmond-Sonde "Phobos-Grunt" abgestürzt? Russische Raumfahrtexperten behaupten nun, eine amerikanische Radaranlage könnte für die Panne verantwortlich sein. Vize-Regierungschef Rogosin droht schon jetzt mit "technischen und politischen Konsequenzen". (spiegel.de)

Rare Caterpillar-like Horizontal Earthquake Discovered (ouramazingplanet.com)

Erdbebentätigkeit der letzten Tage > MAG 6.0 hat stark zugenommen (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Astronomen wollen erstmals das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße direkt abbilden - Schwarze Löcher sind astronomische Objekte mit einer derart großen und auf verhältnismäßig kleinstem Raum konzentrierten Masse und mit einer entsprechend gewaltigen Gravitation, dass alles, was den sogenannten Ereignishorizont überschreitet unweigerlich davon angezogen wird. Ihre Anziehungskraft ist dabei derart groß, dass ihr selbst das Licht nicht mehr entkommen kann. Astrophysiker gehen davon aus, dass besonders massereiche Schwarze Löcher die Zentren von Galaxien bilden. Auch im Zentrum der Milchstraße vermuten sie ein entsprechendes kosmisches Monster. Ein internationales Astronomenteam will dieses Schwarze Loch nun erstmals abbilden. Auf einer Konferenz treffen sich nun internationale Teilnehmer an dem Projekt. Zugleich soll das erhoffte Ergebnis auch Einsteins Relativitätstheorie testen. (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com)

Grüne "Gartenstädte" sind ein ökologisches Desaster - Grün sollen Städte heute sein, mit riesigen Parks und Einfamilienhausgebieten. Doch das ist nicht nachhaltig und macht weder ökologisch noch ökonomisch Sinn. (welt.de)

Neuigkeiten aus Fukushima: Alles im Griff? Die japanische Regierung verkündete kürzlich, dass sich das Atomkraftwerk in Fukushima im Zustand der Kaltabschaltung befindet und das Unglück unter Kontrolle ist. Wirklich? Weltweit melden Medien erhöhte Strahlungswerte und der Betreiber Tepco steht seit letzter Woche vor einem neuen Rätsel. (gegenfrage.com)

Mitten in Europa : Durch Armut in den Selbstmord - Bari, ein beschaulicher Ort in Süditalien wo die Familie meiner Frau herkommt, wurde zum Ort eines tragischen Schauspiels. Ein verzweifeltes Ehepaar nahm sich nach jahrelangem Kampf gegen die Behörden das Leben. Eine traurige Chronik, welche den aktuellen Zustand der Gesellschaft beispielhaft widerspiegelt. (iknews.de)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




1 Kommentar:

3DVision hat gesagt…

Von wem werden diese Leute überhaupt bezahlt?
Ich meine diese Rate mal Agenturen. :D