Dienstag, 20. Dezember 2011

Regionalwährung & Schattenwährungen

Regionalwährungen, viel wird derzeit in den Medien darüber berichtet. Und immer wieder liest oder hört man, dass Regionalwährungen eine Euro-Alternative sind. Das ist ausdrücklich falsch! Regionalwährungen sind nur ein regionaler, äusserst beschränkter Euro-Ersatz. Und nur wenige sind tatsächlich erfolgreich!

Regionalwährungen, ob dieser Chiemgauer, Berchtesgardener oder Reinischkogler genannt wird, ist egal. Das Prinzip ist immer das (fast) gleiche. Tausche deine Euros 1:1 gegen die Regionalwährung und kauf damit ein. Damit sind diese Papiergelder keine echten Währungen! Sie werden mit Euro erworben und später wieder gegen Euros getauscht. Dass ein Teil davon als "Provision" für den organisierenden Verein abgezogen wird, merkt zwar nicht der private Konsument, wohl aber der Unternehmer, der diese Regionalwährung akzeptiert - bis zu 5% werden abgezogen.

Natürlich gibt es einen Vorteil (solange es den Euro in dieser Form gibt), das Geld bleibt in der Region. Doch selbst das ist eine vage Spekulation. Denn ausgegeben wird der verdiente Euro auch in der Region ... beim Kaufmann, beim Friseur, beim Bäcker, etc. Warum also mit Regionalwährung bezahlen? Nur um Mitzumachen und die Idee zu unterstützen!

Hinzu kommt der Versuch, einen möglichst schnellen Geldfluss zu erzwingen. Viele Regionalwährungen haben ein Ablaufdatum, sprich eine befristete Gültigkeit. Wird der Papierschein länger gelagert oder aufgehoben, verliert dieser an Wert. Keine schlechte Idee, das Geld muss fliessen, damit wird die Wirtschaft gestärkt. Totes Kapital ist tatsächlich tot und nicht in den Wirtschaftskreislauf eingebunden. Doch der Anteil an "Regionalgeld ist sehr klein. Vor allem auch, weil meist nicht alle Unternehmen die Regionalwährung, aus welchen Gründen auch immer, akzeptieren bzw. unterstützen.

Es gibt auch Regionalwährungen, die an eine fixen Regionalbank gekoppelt sind. Zwar zahlt diese zwischen 1 und 2,5% der Provision an den Verein, nutzt aber die Rückseite als Werbefläche. Verdammt günstige Werbung, vor allem weil die werbende Bank ein, ich möchte schon sagen, fast caritatives Images bewirbt. Und caritativ ist beileibe noch nie eine Bank gewesen! Aber die Verwender dieser Regionalwährung sind permanent einer Werbekampagne ausgesetzt. Diese ist, in Summe gesehen, weitaus billiger als vergleichbare Werbung in regionalen Printmedien.

So gesehen sind Regionalwährungen nichts anderes, als ein Euroersatz. Sie verlieren (oder gewinnen) an Wert, so wie der Euro auch international berechnet wird. Keine wirklich eigenständige Währung und damit auch keine, wenn auch nur regionale, Alternative zum Euro! Nur der Versuch, das Geld in der Region zu halten. Crasht der Euro, so crashen auch die Regionalwährungen.

Sie müssten, um sich vom Euro abkoppeln zu können, als Grundlage einen fix definierten Standard haben. Dieser muss nicht unbedingt Edelmetall sein, zB. Gold, sondern könnte durchaus in genau definierten Leistungen angegeben sein. Statt Gold- oder Silberstandard, eben Leistungsstandard. ZB.: ein Massanzug kostet eine Unze Gold, demzufolge eben 100 Einheiten der Regionalwährung. Dadurch liesse sich jede Ware und jede Leistung leicht berechnen. Grundlage wäre nicht eine illusionäre Papierwährung, sondern der Goldkurs. Und dieser ist, mit Verlaub gesagt, sicherer gegen Inflation und Deflation, wie unsere Gemeinschaftswährung.

Ja, das gibt es bereits. Zwar nicht an den Goldpreis gekoppelt, sondern immer noch an den Eurokurs, aber doch wesentlich selbständiger. Jeder, der bei diesem System mitmachen möchte, muss seine eigene Leistung einbringen und diese vom Wert her genau definieren ... seien es Waren oder Dienstleistungen.

Ähnlich dem Fei Lun, dem fliegenden Rad (antikes, chinesisches Geldsystem auf Tauschhandelsbasis), bietet jeder, was er kann. Sei es Nachhilfestunden, Handwerkerdienste oder selbst angebautes Obst und Gemüse. Fixe Wertsätze regeln den Preis und jeder der mitmacht kann davon profitieren bzw. konsumieren.

Besonders in Zeiten, wo Geld immer mehr zur Mangelware wird, müssen sich Menschen mit selbst angebotenen Diensten und selbst hergestellten Waren ein eigenes, kleines Wirtschaftssystem mit eigener Währung aufbauen. Dann kann man sich Dinge leisten, die auf "normalem" Weg wesentlich teurer sind und dadurch oft nicht leistbar!

Vor allem, diese Systeme sind wesentlich weniger inflationär oder deflationär, als unser Währungssystem. Die einzelnen Einheiten, egal wie man sie nennt, reagieren nicht auf die Auf- und Abbewegungen der offiziellen Währung und werden daher auch Schattenwährung bezeichnet.

Diesbezüglich sehr interessant ist der ARD-Bericht über solche Schattenwährung im krisengebeutelten Griechenland (siehe Link unten). Dadurch kann auf kleiner Ebene ein Wirtschaftsstillstand abgeblockt werden. Und das besondere daran ist, es fallen keine Steuern an. Das heisst, man bekommt 100% Leistung rückvergütet ... und nicht weniger als 50% Gehalt oder Lohn, wie im derzeit herrschenden Wirtschaftssystem.

Klar, dass man damit keine Computer, Plasma-TV-Geräte, etc. "kaufen" kann. Aber diese System ist aus einer Notlage heraus entstanden. Es profitieren vor allem jene, die kaum Geld verdienen (Arbeitslose) oder Unternehmer, die auf Grund der Krise zusperren müssten, da ihre Produkte oder Dienstleistungen keinen Gewinn abwerfen.

Anschaulich: die arbeitslose Lehrein kann wieder frisches Gemüse kaufen, weil sie Nachhilfestunden anbietet. Die Landwirtin kann dadurch liefern und mit ihren erworbenen Einheiten eine Autoreparatur oder sonstiges bezahlen.

Die alten Chinesen haben dieses System zur Perfektion gebracht und es ist immer noch in ländlichen Gebieten aktiv ... bis heute!

Somit kann gesagt werden, dass die währungsabhängigen Regionalwährungen mit einem Euroverfall ebenso in Bedrängnis geraten und auf kurz oder lang verschwinden werden. Genauso wie der Euro selbst. Schattenwährungen, die nach dem Prinzip des chinesischen Fei Lun funktionieren, werden stärker, wenn die Währung crasht. Weil hinter dieser Schattenwährung ein Wert steht - und wenn es "nur" die eigene Dioenstleistung, das eigene Können, das eigene Wissen ist!

Schattenwährungen können bei unseren Bedürnissen kaum alleine existieren, denn über die Region hinaus kann dieses Prinzip nicht funktionieren. Dazu benötigt man Geld, das akzeptiert wird. Doch Schattenwährungen bzw. das Fei Lun Prinzip kann Wunder wirken, wenn alles andere zusmmenbricht! ... siehe Griechenland!



Griechenland - die Schattenwährung (daserste.de)
Regionalwährung "Styrion" hatte zu viel Erfolg (kleinezeitung.at)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Dem Euro vertrauen, Erspartes am Konto lassen - Warum wir auch nach der Krise in Euro zahlen werden und die Stabilität der Preise nicht in Gefahr ist - Von Raiffeisen-Chef Herbert Stepic. (derstandard.at) ... Realsatire !!! auch die Kommentare lesen ...

EZB warnt vor Finanzkollaps in Europa - Mit ungewohnt deutlichen Worten hat EZB-Chef Mario Draghi vor einer Verschärfung der Finanzkrise gewarnt. Er erwartet, dass Großbanken massiv unter Druck stehen werden – und spielt gleichzeitig die Bedeutung von Ratingagenturen herunter. (focus.de)

Strauss-Kahn: Es kann innerhalb von Wochen zum Crash kommen - Europa erlebe eine bespiellose Führungskrise. Der ESM werde zu spät kommen, weil man nicht mehr Monate Zeit habe, sondern höchstens Wochen – sagt der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Britisches Nein gefährdet Aufstockung der IWF-Mittel - London beteiligt sich nicht an der Aufstockung der IWF-Mittel für verschuldete Euro-Länder. Das Ziel einer Anhebung um 200 Mrd. Euro ist gefährdet. (diepresse.com)

Versteckte Risiken und Nebenwirkungen für 2012 - Wo im kommenden Jahr die Landminen liegen, das wissen wir längst: Euroschulden, irrationale US-Außenpolitik vor der Präsidentenwahl, Iran, Unruhen in China etc. (markusgaertner.com)

Prognose: DAX 2000 2012 - Das kommende Jahr dürfte dramtisch werden an den Aktienmärkten. Die wichtigsten Probleme sind ungelöst und werden sich in 2012 noch verschärfen. Das wird für die Aktienmärkte rund um den Globus und speziell für den DAX nicht ohne Konsequenzen bleiben. (mmnews.de)

Höchstgericht kippt Ungarns Mediengesetz - International scharf kritisiertes Mediengesetz verstößt in wesentlichen Punkten gegen Pressefreiheit - Verfassungsgericht entschied allerdings auf Basis jener Verfassung, die nur bis Jahresende gilt. (derstandard.at)

Der gefährlichste Markt der Welt - Die Preise der chinesischen Häuser haben sich in den letzten vier Jahren verdoppelt. Kommt jetzt der lange befürchtete Immobiliencrash? (tagesanzeiger.ch)

Investoren wegen Lage in China alarmiert - Für viele institutionelle Anleger ist Europa ein kleiner Fisch. Sie sind alarmiert über die Nachrichten aus China. Weil die Investoren den offiziellen Zahlen aus Peking nicht mehr trauen, haben sie nun Teams entsandt, die die echten Fakten über die Wirtschaftslage erheben sollen. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Nackte Beamte erschüttern Gesellschaft in China (epochtimes.de)

Hyperinflationärer Dollar-Crash: Grausige Daten aus den USA - Katastrophale Finanzlage: Steigende Defizite und wegbrechende Steuereinnahmen. Aus geldgeschichtlicher Perspektive haben die USA die Wegmarke, an der sich eine Regierung für oder gegen die Hyperinflation entscheidet, schon vor langer Zeit passiert. Die Dollarentwertung wird in 2012 immer offenkundiger werden und dürfte bei Gold und Silber massive Preisansteige zur Folge haben. (propagandafront.de)

1,6 Millionen Kinder in den USA obdachlos - In vier Jahren ist die Zahl der obdachlosen Kinder um mehr als ein Drittel gestiegen. Die meisten sind jünger als sechs Jahre. Die Situation ist schlimmer als nach dem Hurrikan Katrina. (diepresse.com)

Nordkorea: Experten befürchten "Machtkampf" - Nach dem Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-il sollen bereits hunderte Beamten bei "Säuberungen" hingerichtet worden sein. Ob die nordkoreanische Elite geschlossen hinter Kim Jong-un steht, ist unsicher. (diepresse.com)

Irak: Haftbefehl gegen Vize-Präsidenten - Innenpolitische Krise im Zweistromland: Vize-Präsident Tareq al-Hashemi steht unter Terrorverdacht. (kurier.at)

Ein Protonenschub nach dem anderen bringt das Magnetfeld zum Erglühen! (einfachemeditationen.wordpress.com)

Die Erde hat weitere temporäre Monde - Anhand der Art und Weise, wie die Erde Asteroiden einfängt, schlussfolgern US-Astronomen, dass unser Planet immer wieder über mindestens einen weiteren natürlichen Mond verfügen muss. Tatsächlich wurde ein solcher weiterer, zeitweiliger Erdtrabant bereits entdeckt. (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com)

Menschen sind schon unglaublich ... und die Natur auch. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)








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