Freitag, 2. Dezember 2011

Der Bondmarkt ist die grösste Gefahr!

Die Flutung der Märkte durch Geld von verschiedenen Notenbanken, scheint einen gewichtigen Grund gehabt zu haben. Laut Gerüchten stand eine grosse europäische Bank kurz vor der Insolvenz. Billiges Geld musste die Bank stützen und die Märkte beruhigen.

Die Börsen dankten es mit einem eintägigen Kursfeuerwerk (!!!), doch schon einen Tag später hat sich die Sache relativiert, viele Börsen drehten ins Minus oder stiegen nur mehr gering.

Die Warnungen vieler Experten und Insider, dass der Euro kurz vor dem Kollaps steht, gehen intensiviert weiter. Kaum jemand glaubt noch, dass die Kurve noch zu kratzen ist. So hat die britische Regierung bereits die eigenen Botschaften in Europa angewiesen, wie bei einem Eurocrash zu verfahren ist. Auch Unternehmen bereiten sich auf diesen Crash vor und spielen die möglichen Szenarien durch.

Die Politik steht mit dem Rücken zur Wand, kann nicht mehr agieren, sondern nur mehr reagieren. Laufend Krisensitzen und wichtige Treffen, vorab Ankündigungen und die tatsächliche mediale Vorbereitung auf einen möglichen Währungskollaps. Laut Gerüchten überlegt Finnland, die Eurozone zu verlassen, der Austritt Griechenlands scheint mittlerweilen fest zu stehen. Die Konsequenzen sind derzeit noch nicht absehbar! Es ist ein Prozess ohne Konzept und ohne feste Regeln, da dies bei der Gründung der Eurozone nicht vorgesehen war.

Man darf auch erwarten, dass die Politik bei weiteren "plötzlichen Überraschungen" mit Milliardenflutungen reagiert - mehr können sie ohnehin nicht mehr tun, die Kontrolle ist ihnen schon lange entglitten. "Das Vertrauen in den Euro darf nicht schwinden!", ist der Tenor unserer Politiker. Dass dieses Vertrauen nicht nur stark strapaziert wurde, sondern auch nur mehr periphär vorhanden ist, wird selbstüberschätzend ignoriert.

Wir befinden uns in keiner Liquiditätskrise. Geld kann theoretisch fast unendlich produziert (gedruckt) werden. Wir befinden uns in einer Vertrauenskrise gegenüber unserer Währung und gegenüber unserer Politik. Und dadurch wird es immer enger und die Krise spitzt sich drastisch zu! Und es wird definitiv in den nächsten Tagen oder Wochen ein existentieller Kampf um den Euro. Und alle Zeichen stehen auf Sturm!

Da die Politik bereit ist, den Euro noch länger dahin siechen zu lassen und keine wie auch immer gearteten Lösungen parat hat, wird bei "plötzlichen Überraschungen" die Gelddruckmaschine angeworfen. Doch wie lange kann das noch funktionieren? Wie lange kann sich der Euro noch halten?

Der Crash kommt von aussen! Durch das rapid schwindende Vertrauen der Investoren in den Euro findet derzeit eine Kapitalflucht statt. Jeder möchte seine Werte, sein Vermögen sichern. Und die Eurozone ist derzeit kein guter Platz für langfristiges Investment. Die Eurozone ist unsicher, labil geworden. Keiner kann definitiv voraussagen, wie es weiter gehen wird.

Kommt der crash über den Bond-Markt? Europäische, mittlerweilen auch deutsche, Staatsanleihen werden immer mehr zu Hochrisikopapieren. Es wird auch kein Eurobond helfen, egal in welcher Variante. Dem zu Folge steigen auch die Zinsen. Eine schlechte Nachricht aus einem relevanten Eurostaat (zB. Italien, Spanien) kann durchaus der Auslöser sein, dass durch Panik an den Märkten der Staatsanleihenmarkt kollabiert. Ob dies die EZB durch Massenaufkäufe relativieren kann, bleibt dahin gestellt. Ein Crash am Bondmarkt würde sofort auch die Börsen in Panik versetzen und alles, was noch irgendwelchen Wert hat, wird auf den Markt geschmissen ... die Kurse brechen ein.

Das teuflische daran ist, dass die Finanzmärkte in einem sagenhaften Tempo reagieren! Vor allem, weil die Situation ohnehin bis zum Äussersten angespannt ist und laufend genauestens beobachtet wird. Ein Kollaps des Bondmarktes hat zur Folge, dass binnen weniger Stunden die meisten der europäischen Grossbanken und Versicherungen pleite sind. Hierbei geht es allerdings um Summen, die nicht mehr auffangbar sind! Vor allem bricht auch binnen kürzester Zeit jener Markt zusammen, der der gefährlichste von allen ist - der Handel mit CDS, die durch den Bondcrash plötzlich fällig werden. Hier reden wir nicht von Milliardensummen, sondern von Billionensummen!

Du, mein lieber Freund, kannst dir das so vorstellen, dass du an diesem Tag, der wie ein ganz normaler Tag beginnt, morgens zur Arbeit fährst ... und am Abend geht nichts mehr. Deine Bankomat oder Kreditkarte wird nicht mehr akzeptiert, Waren bekommst du, wenn überhaupt noch vorhanden, nur mehr gegen Bares. Die Banken haben geschloseen, die Supermärkte sind leer geräumt. Und die meisten Menschen sind völlig überrascht ...

Am Abend wirst du dich, wie alle anderen auch, vor dem Fernseher setzen und die Nachrichten, die permanent als Sondersendungen laufen, ansehen. Politiker werden beteuern, es sei alles plötzlich gekommen, diese Entwicklung sei nicht absehbar gewesen. Alles Lüge, doch kaum jemand hat die Entwicklung tatsächlich mitbekommen. Es sind nur ganz wenige, die auf Grund der leeren Supermärkte, der nicht mehr existierenden Infrastruktur und der Bankschliessungen noch genügend zu Essen und Trinken haben.

Polizei und Militär streifen durch die Strassen und bewachen Regierungsgebäude und Banken - schützen sie vor dem mittlerweile wütenden Mob, der hungrig revoltiert und lautstark durch die Srrassen zieht.

Der Bondmarkt ist die grösste Gefahr in unserem Finanzsystem. Vor allem, weil es sich um astronomische Summen handelt, die auf Grund der finanziellen Lage vieler Euro-Staaten höchstes Risiko bedeuten!

Die zweitgrösste Gefahr ist der Aktienmarkt. Nur durch Unmengen billigem Geldes, also Fremdkapital mit extrem niedrigen Zinsen, kann der Aktienmarkt derzeit - mehr schlecht als recht - sich über Wasser halten. Die Verluste im letzten Halbjahr sind trotzdem enorm, mehr als ein Drittel der Werte musste abgeschrieben werden - siehe DAX. Vor allem Finanztitel brachen ein. Die plötzlich wieder signifikant steigende Arbeitslosensituation, die erwarteten Gewinnaussichten, die nicht erfüllt werden konnten und die abstruse, verlusttreiche Situation bei vielen börsennotierten Unternehmen kann durchaus beitragen, dass die übliche Jahresendrallye heuer von einem Börsencrash verdrängt wird. Auch ein Börsencrash entsteht aus dem mangelnden Vertrauen heraus. Aktienbesitzer beginnen abzustossen und dadurch kann durchaus eine Verkaufspanik entstehen. Sobald Börsen temporär schliessen müssen, weil die Verluste eine gewisse Grenze in einer gewissen Zeit überschritten haben, facht die Panik erst richtig an.

Daran werden weder Sarkozy noch Merkel mit ihrem angekündigten Masterplan etwas ändern können. Denn Frankreich ist nicht mehr so stark wie früher, sie stehen ebenfalls, wie Italien, Spanien, Portugal, Irland und Griechenland kurz vor dem Bankrott. Und Deutschland hat als Zahler für ganz Europa alle Hände voll zu tun. Es werden wohl wieder Absichtserklärungen oder nicht effiziente, realitätsfremde Werkzeuge sein, die sie bekannt geben. Denn gäbe es eine wirkliche, effiziente Lösung, die den Bond- und Aktienmarkt nachhaltig entschärfen und die Finanzierbarkeit der bankrotten Staaten langfristig - ohne Tricks und Bad Banks - sichern würde, hätte man dies schon lange präsentiert bzw. durchgezogen. Doch wie schon eingangs erwähnt, die Politk kann nur mehr reagieren, nicht mehr agieren. Der Euro ist ein Spielball in einem strategischem Spiel geworden, in dem es um nicht mehr vorstellbare Summen geht. Das Vertrauen ist dahin, eine Kapitalflucht hat begonnen und nun müssen wir, leider weitgehend handlungsunfähig, zusehen und abwarten was passieren wird. Einfluss nehmen können wir, auch unsere Politiker, nur mehr in äusserst geringem Ausmass.

Das derzeitige Spiel um den Euro erinnert an Russisches Roulette. Eine Kugel in einer der sechs Kammern des Revolvers. Niemand weiss, ob beim nächsten Abdrücken ein metallisches Klick oder das tödliche Bäng kommen wird. Haben wir noch Tage oder Wochen ... niemand weiss das genau.

Aber gut zu wissen, dass man vorgesorgt hat. Mit Lebensmittel, Trinkwasser und warmer Kleidung, evtl. einem alternativen Heizgerät, kann man sich, zumindest die ersten Tage, entspannt zurücklehen und beobachten, wie sich die Situation entwickelt. Und wer die möglichen Szenarien jemals durchgedacht oder durchgespielt hat, weiss, dass es verdammt brutal werden wird!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



"Eurogeddon": Angst vor Ausschreitungen und sozialen Unruhen - Das britische Außenministerium hat seine Diplomaten dazu angehalten, sich auf einen möglichen Euro-Kollaps einzustellen und dabei auch die Wahrscheinlichkeit von Unruhen mit einzubeziehen. (heise.de)

Das Euro-Endspiel gewinnt ungeheuer an Dramatik - Die Notenbanken versuchen, den Euro-Flächenbrand mit Fluten an „frisch gedrucktem“ Geld zu löschen. Das wird uns eine heftige Inflation bescheren. (diepresse.com)

Morgan Stanley: Nach dem 9. Dezember droht massiver Bank Run - In einer Analyse der Investmentbank Morgan Stanley werden für Europa nur noch zwei mögliche Szenarien aufgezeigt: Entweder kommt die EU bis zum 9. Dezember mit einer überzeugenden Lösung zu einer umfassenden Fiskalunion, oder wir erleben einen echten Bank Run. (readers-edition.de)

Gestern wurde ein Eisberg gerammt. Und schön gefeiert. Noch im Oktober glaubten die Finanzalchimisten in Brüssel genug Zeit zu haben, den Schuldenverschiebebahnhof EFSF so groß aufblähen zu können, dass alle Gläubiger mit einem „leistungsgestörten“ PIIGS-Staatsanleihenportfolio dieses hätten zum Problem des europäischen Steuerzahlers machen können ... (rottmeyer.de)

Wie sich Europas Politiker gegenseitig blockieren - Die Notenbanken haben vor allem eines bewiesen: Handlungsfähigkeit. Davon sind Merkel, Sarkozy und Barroso weit entfernt – sie blockieren sich gegenseitig. Die Zentralbanken helfen, die Politik ist hilflos. (wiwo.de)

USA ist mit 100% des BIP verschuldet - Eine historische Rekordmarke wurde durchbrochen. Die Verschuldung der Vereinigten Staaten hat das Brutto Inlandsprodukt (BIP) gerade überschritten. Damit ist die USA mit über 100 Prozent seiner jährlichen Wirtschaftsleistung verschuldet. Schauen wir uns die Zahlen an. Laut Internationalen Währungsfonds (IWF) wird das BIP der USA für 2011 auf 15,065 Billionen Dollar geschätzt ... (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Finnlands Aussichten auf einen Euro-Austritt - Verlassen der Währungsunion rechtlich kaum möglich - Die Partei der "Wahren Finnen" will den Euro loswerden - geht das? Wohl kaum, meint EZB-Jurist Phoebus Athanassiou. Ein eigenmächtiger Rückzug eines Euro-Mitglieds aus der Währungsunion sei rechtlich unmöglich. Es sei denn, das Land trete gleichzeitig auch aus der EU aus, schrieb Athanassiou 2009 in einem Aufsatz über die komplexe Rechtslage. (wienerzeitung.at)

EU-Beitritt: Vom Traum zum Albtraum? - Am 4. Dezember wählt Kroatien sein neues Parlament. Ein paar Tage danach soll Zagreb seinen EU-Beitrittsvertrag unterzeichnen. Bevor das Land ab Juli 2013 zur Union gehört, sind tiefgreifende Reformen vonnöten. Aber weder Regierung noch Opposition scheinen bereit, den Wählern reinen Wein einzuschenken. (presseurop.eu)

Kriegstrommeln – auf besorgniserregend breiter Front - Wie sich die Welt in wenigen Tagen verändern kann – und an wie vielen Schauplätzen gleichzeitig: In Russlands syrischer Marinebasis Tartus wird im kommenden Jahr der russische Flugzeugträger Admiral Kusnetzow mit drei Begleitschiffen stationiert. Russland beharrt darauf, dass diese Stationierung seit einem Jahr geplant sei. Bei uns kann niemand das Gegenteil beweisen, Besuche dieses Verbandes in Genua, Beirut und Zyperns stehen an. Die Anmeldedaten sind nicht kurzfristig zu überprüfen. Doch sagt der ehemalige russische Marinechef, Admiral Krawtschenko, der Verband sei dazu da, »den Ausbruch eines bewaffneten Konflikts zu verhindern« Im Zweifel mag die Wirkung jedoch eine ganz andere sein. (kopp-verlag.de)

150,000 Iran missiles awaiting Israel - Iran's Defense Minister Brigadier General Ahmad Vahidi says Iran will teach Israel a good lesson if the entity tries to attack the Islamic Republic. (presstv.com)

Iran schlägt überall zu, sobald er angegriffen wird - Bei einem Krieg gegen den Iran muss nicht nur Deutschland mit Gegenangriffen rechnen. Auch die Türkei ist bedroht. Israel hält sich alle militärischen Optionen offen. (welt.de)

Briten bereiten sich vor - Laut dem "Guardian" bereitet sich Großbritannien auf einen Militärangriff auf Ziele im Iran vor. Sollten die USA angreifen, können sie demnach mit Unterstützung der Briten rechnen. (taz.de)

Iranischer Kleriker: USA und Europa werden in ein paar Jahrzehnten islamisch - In seinen letzten Reden, diskutiert Ahmad-Hossein Sharifi, stellvertretender Vorsitzender und Research Director beim Imam Khomeini Education and Research Institute, die Gefahren die Irans schiitischer Gesellschaft durch den Westen drohen. Dennoch, so der Kleriker, verbreite sich der Islam rasant im Westen. Die USA und Europa würden innert Jahrzehnten ohnehin islamisiert werden. (ibtimes.com)

Hurra!!! Ein neues U-Boot für Israel! Die "Ausplünderung Deutschlands" übersteigt damit locker die "18 Billionen Euro bis 2010!" - "...Deutschland hat, auch im Gefolge der beiden Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts, astronomische Beträge an Reparationen, Wiedergutmachung, Entwicklungshilfe, Ausländerintegration und -beihilfen sowie für ähnliche Aufgaben geleistet, teilweise gezwungenermaßen als Besiegter der Kriege, teilweise aus übertriebener Reue- und Bußhaltung. Bezeichnenderweise gab es bisher keine einigermaßen umfassende Zusammenstellung aller dieser Zahlungen. Im Gegenteil: Von den Verantwortlichen in den Ministerien wurde eher versucht, diese Ausgaben in möglichst vielen verschiedenen Haushaltstiteln zu verstecken, sodass der interessierte Bürger sie nicht finden kann ..." (willkommenimfaschismus.blogspot.com)

Kernschmelze fraß sich fast durch Behälter - Wie sieht es im Inneren der zerstörten Fukushima-Reaktoren aus? Zwar wird es Jahre dauern, bis das Reaktorinnere untersucht werden kann. Doch neue Simulationen zeigen: Die Kernschmelze hat sich tiefer als angenommen durch den Sicherheitsbehälter gefressen. (spiegel.de)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)








Kommentare:

Der Nordländer hat gesagt…

Mal wieder ein sehr guter Artikel !

Habe ihn gleich ausgedruckt und einem Nachbarn zum lesen gegeben, soon schmieriger Typ der schon immer alles besser wusste und seit Jahren versiert in der Materie ist. Nun nach einiger Zeit klappte ihn die Kinnlade herunter und er verschwand. Tolle Wirkung. ;-)

Den meisten Leuten fällt es schwer die zusammenhänge zu erkennen hier im Artikel ist es mal einfach auf den Punkt gebracht, wenn ich so Argumentiere mit Nachbarn,,, dann kommt man meistens über den 3. Satz nicht hinaus, dann winken sie ab. Lesen ist da immer noch effektiver.

Viele können sich unter Pleite eigentlich nichts vorstellen, Pleite na ja ist ja nur der Staat, was geht’s mich an ich gehe zur Arbeit malochen und verdiene mein Geld was der Staat so macht hmm das wird er schon wieder richten wir werden sehen.Ich kann diese bescheuerten Ausreden einfach nicht begreifen, oder sagen wir mal ich kann nicht begreifen wie total verblödet unser Umfeld ist.

Es wird bestimmt brutal wenn die zum Bürgermeister rennen und ihm sagen er soll mal was zu essen auftreiben, das Gerangel um Lebensmittelkarten, der Neid auf andere,,,,, .

Zieht euch warm an.

mfg

Wa Si hat gesagt…

Europäische Unternehmen würden ein Drittel ihres Kapitalbedürfnisses über Anleihen und Zweidrittel über Bankkredite stillen, während das Verhältnis in den USA genau umgekehrt sei. Doch ein Blick zurück ins Jahr 2008 zeigt, dass bei europäischen Unternehmen schon damals 68 Prozent ihrer Schulden auf das Konto von Anleihen gingen. [Quelle: http://www.finance-magazin.de/geld-liquiditaet/kredite-und-anleihen/fitch-bondmarkt-ueberholt-bankkredite-in-europa/ ]
Gründe für diesen Trend sieht Fitch aktuell im niedrigen Zinsumfeld verbunden mit dem Rückzug der Banken.

Gruß,
W.