Samstag, 26. November 2011

Wer ist schuld an der Krise?

Jetzt, wo die Währungs- und Wirtschaftskrise (zumindest) in Europa ein baldiges Finale erleben wird, suchen viele den oder die Schuldigen. Wer ist schuld an dieser Krise bzw. wer hat die Krise verursacht?

Waren es die Politiker, die völlig falsch reagierten und lange die Existenz einer Krise dementierten? Und als sie 2010 wieder aufflammte keine wie auch immer gearteten, realistischen Lösungsvorschläge hatten?

War es Schuldenpolitik der Staaten, von denen einige völlig bankrott sind und noch mehr kurz davor stehen. Zu viele Schulden senkt die Bonität und damit steigen die Zinsen für weitere Schulden. Es immer mehr Geld für die Schuldentilgung ausgegeben werden, das anderswo fehlt.

Waren es die Banken und Hedgefonds, die in ihrer grenzenlosen Gier nach noch mehr Rendite und noch mehr Profit mit immer höheren Risiko zockten und wie Spielsüchtige an den Automaten zusehen mussten, wie ihre Einsätze verloren gingen. Um das Auszugleichen mussten sie das Risiko erhöhen. Neue, völlig absurde Finanzprodukte wurden erfunden und die Einsätze erklommen astronomische Höhen. Staaten mussten mit Steuergelder einspringen um noch grössere Schäden zu verhindern.

Waren es die Wirtschaft und Industrie, die wegen niedrigerer Lohn- und Fertigungskosten, und wegen oftmals nicht vrohandener Umweltauflagen ihre Produktionen in vor allem asiatische Länder "outsourcten" (welch schönes Neusprechwort!) und damit wichtige Produktivität und Arbeitsplätze in den Stammländern vernichteten.

War es die völlig überzogene Sozialpolitik, die jedem viel, viel Geld in den Hintern steckte, ohne dass er irgendwelche Leistung bringen musste? Arbeitslosengeld, Frührente, Sozialgeld, Sozialwohnungen, Subventionen, etc. ... und entsprechend hohe Steuern und extreme Lohnnebenkosten.

Oder war es der freie Markt, der durch Eingriffe, vor allem seitens der Politik, keiner mehr war und völlig verzerrt ist. Durch Subventionen und Förderungen in fast allen Bereichen wurde das Grundprinzip des freien Marktes, die Nachfrage regelt das Angebot, ad absurdum geführt wurde. Viele Preise sind heute nur mehr mit Manipulationen zu halten. Eine natürliche, ehrliche Preispolitik gibt es fast nicht mehr.

Ja, all diese aufgezählten haben die Krise mit beeinflusst, sie auch mehr oder weniger beschleunigt. Aber der wahre und eigentliche Grund ist unser Geldsystem! Und bei unserem Geldsystem sitzt der Teufel im Zinssystem. Nein, noch schlimmer, im Zinses-Zinssystem!

Zum einen wird neues Geld immer aus einer Schuld heraus geschaffen und das bedingt, wie jeder Kreditnehmer weiss, mehr oder weniger hohe Zinsen. Diese wurden allerdings nicht geschaffen, diese müssen aus der bereits bestehenden Geldmenge bezahlt werden.

Bekannt ist ja das Beispiel, wenn Jesus vor ungefähr 2.000 Jahren ein paar Cent (Sesterzen, Taler, Gulden, was auch immer) auf ein Sparbuch einbezahlt hätte. Wäre unser System nur ein Einfach-Zins-System, so wären heute ein paar hundert Euro auf dem Konto, weil jährlich ein paar Prozent Zinsen auf das Kapital gerechnet werden würden. Doch wenn die Zinsen auch verzinst werden, weil sie das Kapital vermehren, so wäre heute in diesem Sparbuch ein Betrag angeführt, der die gesamte Geldmenge der Erde um ein vielfaches Übersteigen würde ...

Da Geld immer aus einer Schuld heraus geschaffen wird und dafür Zinsen und Zinseszinsen zu zahlen sind, muss logischerweise immer mehr Geld (wiederum aus Schuld) geschaffen werden, um die alte Schuld abzudecken. Und zwar in immer kürzeren Abständen, denn sowohl die Schuld wie auch die Zinsbelastung steigen exponentiell an. Das heisst, unser Geldsystem ist ein Schneeballsystem, ein riesiges Pyramidenspiel.

Wenn man weiss, wie sogenanntes Networkmarketing oder Strukturvertriebe (sind im Grunde das selbe) funktionieren, kann man sich ausrechnen, wann eine Marktsättigung erreicht ist. Im schlechtersten Fall (rein mathematisch gesehen) ist dann jeder sein eigener Vertreter oder Verkäufer. Spätestens dann ist Schluss, denn dann hat dieses System seine eigenen Grenzen erreicht und kann nicht mehr wachsen. (Was in der Realität fast nie passiert, weil nicht jeder zum Verkäufer geboren ist und dadurch die angestrebten Hierarchien nicht so schnell wachsen ... dadurch erreichen viele nicht ihre Gehaltsvorstellungen und springen wieder ab ;-) Aber grundsätzlich lässt sich auch leicht ausrechnen, jene, die am Beginn dabei waren oder es gar initiierten, sind die wahren Profiteure. Alle anderen nur Trittbrettfahrer ...

Auf unser Geldsystem (vereinfacht) umgelegt, es ist ebenso ein Schneeballsystem oder Pyramidenspiel. Jene, die den Anfang machten, es waren Banken (!!!) und Herrscherhäuser als Bankenbesitzer, haben davon profitiert. Wir, das gemeine Volk, waren immer in der letzten Hierarchie, wo ab und zu ein paar Krümmel abfielen - mehr nicht!

Interessant ist die Tatsache, dass sowohl Schneeballsysteme wie auch Pyramidenspiele gesetzlich verboten sind. Und das aus gutem Grund. Warum verbietet man nicht das ZinsesZinssystem, das im Grunde nichts anderes ist, als ein gigantisches Schneeballsystem oder Pyramidenspiel!

... und das in gewissen Abständen von 50 - 80 Jahren kollabieren muss, weil es an seine Grenzen stösst. Und unser jetziges System ist an seine Grenzen gestossen!

Natürlich, dies ist ein stark vereinfachter Erklärungsversuch und es spielen noch viele andere Faktoren mit, denn es ist ein sehr komplexes system, wo auch kaum ein Staat aussteigen kann und ein einfaches Zinssystem einführen. So wie es moslemische Banken und Staaten praktiziren, die gar keine Zinsen, geschweige denn Zinseszinsen verrechnen. Dort ist eine einmalige oder jährliche Bearbeitungsgebühr üblich!

Doch zurück zu unserem Schneeball-Zinseszinssystem. Spätestens jetzt muss jedem klar sein, warum die Verluste bzw. Schulden exorbitant und rasant steigen. Weil jeder Euro, jeder Cent, der neu geschaffen wird um bestehende Schulden abzudecken, wiederrum nur neue Schulden sind. Dadurch werden wir, solange dieses System besteht, nicht aus dem Teufelskreis herauskommen. Im Gegenteil, es wird immer kritischer ... bis das System kollabiert!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Wieso Wien Europas Hauptstadt wird - 2021 sei Brüssel nicht mehr das Zentrum der europäischen Politik, schreibt der Historiker Niall Ferguson. In seinem Zukunftsszenario für Europa ändert sich fast alles – ausser für die Griechen. (tagesanzeiger.ch)

Euro-Zone vor neuer Schockwelle - Griechenland fordert überraschend ein höheres Zugeständnis der Privatwirtschaft. Zugleich entbrennt ein Streit über den ständigen Rettungsschirm der Währungsunion. Standard&Poor's ärgert Belgien - und um Spanien gibt es neue Krisengerüchte. (ftd.de)

Die letzte Pokerrunde - Um den Euro zu retten, muss die deutsche Kanzlerin wohl ihren Widerstand gegen Eurobonds aufgeben. Doch gratis tut Merkel das nicht. (tagesanzeiger.ch)

Zinsputsch in Brüssel - Die neuen Wahn-Ideen der Euro-Retter - Die Geld-Drucker wollen die Macht. Sie träumen von finanziellen Wunderwaffen – wie Euro-Bonds – und fordern von Deutschland Milliarden-Gegenleistungen wegen aktueller Zinsvorteile. (focus.de)

Planspiele für den schlimmsten Fall - Noch erscheint der Ausstieg eines Landes aus der Euro-Zone den meisten Experten höchst unwahrscheinlich. Trotzdem fordern Notenbanker und Regulierer die Geldhäuser auf, sich auf den schlimmsten Fall vorzubereiten. (handelsblatt.com)

Is this really the end? Unless Germany and the ECB move quickly, the single currency’s collapse is looming. (economist.com)

Fondsverwalter: „Europas Banken sind eine absolute Desaster-Zone“ - Die Kapitalflucht aus den europäischen Banken scheint unumkehrbar. Institutionelle Investoren erwarten eine Austrocknung des europäischen Bankensektors. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Volksbank AG: Eine Milliarde fliegt davon - Bei der Volksbank AG überspringt der Verlust heuer die Milliarden-Grenze. Neues Staatsgeld könnte nötig werden. (kurier.at)

Commerzbank bietet Wette auf eigenen Kursabsturz (t-online.de)

"Ungarn hat ein Glaubwürdigkeitsproblem" - Das Land werde nicht "angegriffen", laut Ökonom Sandor Richter mangelt es einfach an strukturellen Reformen. (derstandard.at)

Desaströse italienische Anleiheauktion - Bei der ersten Versteigerung unter dem neuen Regierungschef Monti muss Italien doppelt so hohe Zinsen wie noch im Oktober zahlen. (heise.de)

Italienische Auktionen mit Rekordzinsen - Italien befindet sich mittlerweile deutlich in der Todeszone, die Rendite 2-jähriger Staatsanleihen liegt aktuell (14:15 Uhr) bei 7,803%, die Rendite 5-jähriger liegt bei 7,806% und die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen steigt auf 7,353%. Dies hat unmittelbar Folgen auf die laufende Refinanzierung italienischer Staatsschulden am Kapitalmarkt. Eine heutige Auktion von italienischen Staatsanleihen mit 6-monatiger Laufzeit bei einem Volumen von 8 Mrd. Euro erbrachte einen Rekordzins von 6,504% und damit fast doppelt so viel wie bei der letzte Auktion vor einem Monat mit 3,535%. Dies war der höchste Zinssatz für 6-Month Bills seit 1997. Die Auktion 2-jähriger italienischer Staatsanleihen mit einem Volumen von 8,575 Mrd. Euro war heute nur zu einem Zinssatz von satten 7,814% am Markt zu platzieren. (querschuesse.de)

Russland kaufte 19,5 Tonne Gold im Oktober - Obwohl der Goldmarkt eine relative Ruhepause einlegt, scheint der Bedarf für Gold weiter hoch zu sein. Russland, Kasachstan, Kolumbien, Weissrussland und Mexiko zusammen kauften 25,7 Tonnen Gold im Wert von 1,38 Milliarden Dollar im Oktober, wie die Zahlen des IWF zeigen. Russland alleine erhöhte seinen Bestand um 19,5 Tonnen auf 871,1 Tonnen. Ist ja auch sinnvoll Währungsguthaben die einer Inflation unterliegen in etwas wertbeständiges umzutauschen. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Daimler verabschiedet sich vom Superluxus Maybach - Konzern-Chef Zetsche sieht bessere Absatzchancen für die S-Klasse von Mercedes. Eine weitere Luxusmarke will er sich nicht länger leisten. (welt.de)

"Rena" noch schlimmere Umweltbombe als befürchtet - In 21 Containern ist die gefährliche Substanz Eisstein - die Rettungsleute müssten bei den Bergungsarbeiten am havarierten Schiff nun besonders vorsichtig sein. Ein anderer Grund zur Sorge ist erneut das Wetter. (kleinezeitung.at)

Kolumbien: Alarm am Vulkan Galeras - Das kolumbianische Geologische Institut hat am Freitag (25.) vor einem Ausbruch des Vulkans Galeras (Urcunina) innerhalb von Tagen oder Wochen gewarnt und die Alarmstufe “Orange” ausgerufen. Laut Angaben der Behörden traten in den letzten Stunden vermehrt kleinere Erdbeben auf, die Regierung hat die Vorbereitung von Notunterkünften angeordnet. (latina-press.com)

El Hierro Vulkan - dramatischer Anstieg der Gaskonzentration (elhierro1.blogspot.com)

Hinter-Gründe - Das dritte Auge, Ihre Zirbeldrüse und Sie!! Immer wieder machen sich viele unserer Leser darüber Gedanken, wie es sein kann, das schwache elektro-magnetische Felder, auch die, die von der Sonne und/oder unserer Galaxie gesendet werden, unser Bewusstsein, unser Verhalten und die "Erleuchtung", oder bei manchen auch die „Verdunkelung“, beeinflussen. Viele suchen deshalb nach einer Antwort. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




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