Dienstag, 4. Oktober 2011

Die "Einschläge" kommen in immer kürzeren Abständen

Es war ein richtungsweisendes und schonungsloses Wochenende, samt einen deutschen Feiertag am Montag (Tag der Deutschen Einheit). Es wurde offensichtlich, dass die Politiker samt den Vertretern der Troika (IWF, EU, EZB) derzeit völlig ohne Plan dastehen und trotz Aussichtslosigkeit den Euro und damit die EU ohne ausreichende Ressourcen und mit wirkungslosen Mitteln retten möchten. Schauen wir uns die Situation näher an:

Um weitere Milliarden zu bekommen, überprüften Vertreter der Troika, wie weit die Sparmassnahmen und Auflagen in Griechenland bisher gegriffen haben. Man hatte weitere Zahlungen von einem positiven Bericht abhängig gemacht. Dieser wird allersings negativ ausfallen, so die Vorabinformation des Berichtes, der in rund zehn Tagen veröffentlicht wird. Das Budget Griechenlands ist völlig aus dem Rahmen. Die budgetierten Ausgaben sind auch heuer explodiert, die Einnahmen weit unter den angenommenen Zahlen. Ausserdem herrscht bereits die Vorstufe zum Bürgerkrieg in Griechenland. Griechenland konnte demnach die vorgegebenen Bedingungen bei weitem nicht einhalten - was allerdings auch zu erwarten war. Nun müsste, gemäss den eigenen Regeln der Troika jedwede Zahlung an Griechenland ausgesetzt werden! Griechenland benötigt aber dringenst neues Geld, sonst ist der Staat in wenigen Wochen zahlungsunfähig!

Eine Pleite Griechenlands würde die europäische, aber auch amerikanische Bankenlandschaft mit voller Wucht treffen. Nicht so sehr wegen der damit wertberichtigten Staatsanleihen und Kredite - man spricht von einem Schuldenschnitt von 50% - sondern wegen der brisanten Papiere (CDS), die daraus entstanden sind und den Wert der Staatsanleihen bei weitem übersteigen.

Damit müsste ebenfalls die EZB bzw. die EU einspringen, denn nach eigenen Angeben sind natürlich einige systemrelevante Banken involviert, die, sollten sie nicht mit Milliarden gerettet werden, einen Dominoeffekt auslösen werden, der in kürzester Zeit den Euro, wahrscheinlich auch den Dollar vernichten wird. Also wird man wieder, entgegen allen Prinzipien und Regeln, den Griechen weiterhin Milliarden "schenken" - denn zurückbekommen werden wir, deren Vermögen es im Grunde ist, das Geld niemals wieder ...

Nun haben sich auch die Amerikaner eingemischt und drängen uns Europäer zum Handeln. Doch wie? Das amerikanische "Bernenke-Prinzip", den Markt mit neuem Geld zu fluten, zeigt in den USA auch keinen grundlegenden Erfolg, sondern auch nur ein Hinauszögern der wirklichen Probleme. Ausserdem wurde bekannt, dass sich die JP Morgan-Bank in gefährlicher Schieflage befindet. Sie wird derzeit wegen ihres enormen grossen Zahlungsausfallrisikos als gefährlicher eingestuft als die Bank of America, die französiche Societe Generale und die italienische Unicredit! Wohl gemerkt, diese drei Banken gelten bereits als weitgehend pleite!

In New York wird gegen die Macht der Wall Street demonstriert. Über 700 friedliche, also gewaltlose Demonstraten wurden verhaftet und waren teilweise rüden bis brutalen Polizeimethoden ausgesetzt. Doch sie werden immer mehr, die auf die Strasse gehen und den Unmut gegen die derzeitige Finanzpolitik und vor allem die enorme Macht der Finanzwelt demonstrieren. Der nicht rechtsstaatlich vereinbare, faschistische Einsatz der Polizei zeigt die wahren Interessen des Staates auf. Es wird auch in Europa ähnlich gehandelt werden!

Die Banken produzieren heuer einen viel höheren Verlust, als die Volkswirtschaften Erträge ausweisen. Zahlen, auch wenn Regierungen dies übernehmen, wird der Steuerzahler, das Volk! Doch da ist fast nichts mehr zu holen. Deswegen werden Steuern erhöht, neue Steuern erfunden und künftige, erst in Jahren fällige Steuereinnahmen heute schon ausgegeben!

Doch zurück nach Europa. Die wilde, konzeptlose Schaumschlägerei der Politik macht Angst! Lösungen oder auch nur Verbesserungen der aktuellen Situation sind weiterhin nicht in Sicht! Ein Ende des Euros ist absehbar und wahrscheinlich. Ebenso Staatsbankrotte - nicht nur jener von Griechenland. Wahrscheinlich ist, dass am griechischen Staatsbankrott bereits gearbeitet wird ...

Der deutsche Finanzminster hat auch einer Erhöhung der Haftungssumme Deutschlands, derzeit je nach Quellen zwischen 211 und 450 Milliarden Euro (!!!), eine klare Absage erteilt. Der geplante Euroschutzmechanismus könnte ebenfalls nicht zustande kommen, denn diesen müssten ALLE Eurostaaten einstimmig beschliessen. Gott sei Dank gibt es einen Staat, der nach eigenen Angaben nicht zustimmen wird. Es ist die Slowakei. Hat tatsächlich nur ein relevanter Politiker aus all diesen Staaten erkannt, welch gewaltiger Betrug hier abgeht und sich dagegen gestellt? Der slowakische Parlamentspräsident Richard Sulik als Asterix gegen das Imperium. Ich würde ihn glatt für den Wirtschaftsnobelpreis vorschlagen!

Nun liest man, das diese Woche ein Schwarzer Schwan auftauchen könnte (explosive, unvorhergesehene Börsenereignisse). Doch im Grunde wäre dies kein Schwarzer Schwan, sondern ein logisches Ereignis, wenn diese Woche die Börsen crashen würden. Schwarze Schwäne kommen unvermutet und können nicht vorhergesagt werden. In diesem Fall werden auf Grund der katastrophalen Europapolitik und dem gar nicht existierenden Krisenmanagement grössere bis enorme Kursverluste an den Börsen normal und vorhersehbar.

Der Markt reagiert schnell und erbarmungslos. Er lässt sich nicht von der heissen Luft und den Lügen die Politiker in ihrer Orientierungslosigkeit produzieren, manipulieren. Die gesamte Eurozone und mittlerweilen auch die Schweiz, durch die unverständliche Fixierung des Franken an den Euro, ist höchst instabil geworden.

Vor allem, die Investoren wie auch die Kleinaktionäre verlieren den Glauben an die Politik und damit den Glauben an eine, wenn auch nur vage, Zukunft des Euros. Es sieht aus, als strafen sie die Politiker ab und flüchten mit ihren Kapital ... Eine richtige Kapitalflucht hält kein Staat oder Gemeinschaft aus!

Und wenn Schäuble tatsächlich umsetzt, was er am Wochenende versprochen hat, dass Deutschland keine neuen Haftungen mehr übernimmt und auch keine weiteren Zahlungen mehr leistet, ist das Ende des Euroverbundes ohnehin eingeläutet! Dann ist es ohnehin nur mehr eine Frage der Zeit, bis uns alles um die Ohren fliegt!

Und bemerkst du etwas, mein lieber Freund? Die "Einschläge" kommen in immer kürzeren Abständen. Hatte es noch vor einiger Zeit Monate gedauert, bis wieder ein gefährliche Krisensituation entstanden ist, dauert es derzeit nur mehr Tage!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Roubini: „Die Dinge geraten außer Kontrolle“ - Nouriel Roubini glaubt, dass Europa zwei Billionen Euro auftreiben muss, um den Crash zu vermeiden. Dies müsse in den nächsten Wochen geschehen – sonst sei es zu spät. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Griechenland auf der Kippe - Banken crashen - Griechenland-Rettungspaket auf der Kippe. Es gibt in den Bundestagsfraktionen von Union und FDP breite Vorbehalte gegen die geplanten neuen Hilfen über insgesamt 109 Milliarden Euro. - Papandreou Rücktritt? - Bankensektor weltweit im Crashmodus. Dexia im freien Fall. (mmnews.de)

Überweisung von Griechenland-Hilfe aufgeschoben - Für die Griechen wird es knapp, das Land ist in der zweiten Novemberwoche pleite. Doch die Troika braucht Zeit, um die Reformen zu prüfen. (diepresse.com)

Die Griechen schaffen es allein nicht mehr - 173 Prozent Schuldenquote, jeder Siebte arbeitslos, drei Jahre Rezession: Griechenlands wirtschaftliche Kennzahlen sind so verheerend, dass die Euroländer und der IWF ein neues Rettungspaket schnüren müssen. (diepresse.com)

Griechen-Gläubiger Dexia-Bank spaltet sich auf - Die belgisch-französische Bank, die 3,8 Milliarde Euro an griechischen Bonds hält, wird in eine "gute" und eine "schlechte" Bank aufgeteilt. (diepresse.com)

U.K.s Finanzminister: Britische Banken haben Ponzisystem betrieben - Großbritanniens Schatzkanzler George Osborne erklärte erstmals öffentlich, dass britische Banken und deren Regulierer vor dem Jahr 2008 einem System gefrönt haben, dass sehr an ein Ponzischema erinnere. Diese Aktivitäten hätten zu dem fulminanten Bankencrash im September desselben Jahres beigetragen. Er vergaß natürlich nicht, die Hauptschuld der Vorgängerregierung in die Schuhe zu schieben. (wirtschaftsfacts.de)

Wall Street-Besetzungen bis nach Hamburg - Die Protestbewegung zur Besetzung der Wall Street breitet sich seit dem Wochenende aus wie ein Lauffeuer. Auf der Webseite “Occupy Together” werden Initiativen unter diesem Protest-Banner in 134 amerikanischen Städten aufgeführt. Dazu auch 13 in Europa, darunter Hamburg, Köln, Manchester, Prag, Stockholm und London. (markusgaertner.com)

Können Kometen Sonneneruptionen verursachen? Ein Komet stürzt am 1. Oktober 2011 gegen 17:12 Uhr in die Korona der Sonne, gefolgt von einem gewaltigen koronalen Masseauswurf aus der gegenüberliegenden Seite der Sonnenscheibe um 21:24 Uhr. (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com)

Blackout durch Sonnensturm - "Starke Koronale Masseneruptionen könnten Satelliten und auch Raumfahrt sehr lange blockieren" schreibt die Frankfurter Neue Presse. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)



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