Mittwoch, 26. Oktober 2011

Der grosse Crash - Margin Call

Gestern sah in den bereits seit September in den Kinos laufenden Film "Der grosse Crash". Empfehlenswert und beämgstigend, weil er authentisch und realitätsnah ist, allerdings das Ende offen lässt. Der Film gewährt Einblick in das fragile Finanzsystem und die teilweise skrupellosen Figuren an den Hebeln der mächtigen Unternehmen der Wall Street.


Der Film:

Margin Call erzählt die Geschichte der Menschen, die 2008 für die weltweite Finanzkrise verantwortlich waren. Dabei werden die 24 Stunden direkt vor der heraufziehenden Markt-Katastrophe gezeigt. Der noch unerfahrene Analyst Peter Sullivan (Zachary Quinto) erkennt, dass die Zahlen in den Büchern seines Arbeitgebers nicht stimmen und sich das Unternehmen am Rand des Ruins befindet. Gemeinsam entwickeln die führenden Köpfe der Firma (Kevin Spacey, Jeremy Irons und Demi Moore) einen Plan, der für den weltweiten Finanzmarkt verheerende Folgen haben wird.


Regisseur J.C. Chandor gibt in Margin Call den Verantwortlichen der Finanzkrise ein Gesicht und hat es trotz des bescheidenen Budgets von nur 3 Million US-Dollar geschafft, zahlreiche Hollywoodstars vor der Kamera zu versammeln. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers verursachte 2008 eine weltweite Finanzkrise, deren Auswirkungen auf die Börsen noch heute zu spüren sind. Dabei wurde der Glaube an die Unerschütterlichkeit der modernen Geldwirtschaft grundlegend erschüttert. Margin Call lief im Wettbewerb der 61. Berlinale 2011 und wurde dort für den goldenen Bären nominiert.



Filmkritik:

„Das Drama entwickelt sich in den luftigen Höhen der Chefetagen. Immer wieder lenkt die Kamera den Blick aus den Fenstern über die Skyline von New York, die ihre Schönheit darbietet und gleichzeitig die Fallhöhe klarmacht, die in diesen Hochhäusern verhandelt wird. Die korrumpierende Wirkung von Gier und Angst wird sichtbar. Die befällt dann auch bald Menschen, die glauben, sie hätten ein Gewissen. Der Film beschreibt einen kurzen Zeitraum, in dem langfristig Unheil angerichtet wird, und das alles wird klug genug vorangetrieben, um jenen hochsensiblen Moment zu fassen, in dem eine Zeitspanne wirtschaftlicher Unbekümmertheit endet. Doch die fiktiven vierundzwanzig Stunden von "Margin Call" zeigen nur den Urknall einer Krise. Die Überraschung ist längst vorbei. Sie wurde überholt von mehr und anderen Finanzkrisen, die in der Realität allmählich alltägliche Präsenz entwickeln.“ (Süddeutsche Zeitung)

„Anders als Oliver Stone in "Wall Street II" versucht J. C. Chandor die Krise nicht in einer faszinierend-bösen Gestalt zu erklären. Da er die Welt der Finanzmakler von seinem Vater her kennt, der bei Merril Lynch arbeitete, balanciert der Regisseur zwischen "System" und "Charakter": Tatsächlich ist es erst einmal überraschend, im Zentrum der gewaltigen Katastrophe ganz normale Menschen zu sehen, die sich irgendwie verhalten müssen, während sie mit dem Rücken an der Wand stehen. [..] "Die Maschine, von der sie ein Teil sind, ist derart groß und komplex geworden, dass niemand die zerstörerische Macht begreifen konnte, die von ihr ausging. Bis es zu spät war", sagt J. C. Chandor. Weniger freundlich kann man es auch umgekehrt sagen: Die Menschen, die eine solche Maschine bedienen, sind so beschränkt, trivial und charakterlos, dass die Katastrophe unausweichlich wird.“ (Die Tageszeitung)



Der Grosse Crash - Der Film (dergrossecrash-derfilm.de)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


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