Sonntag, 25. September 2011

Entspannung vor einer ereignisreichen Woche

Jetzt, im Frühherbst, wenn das Wetter sonnig und nicht mehr so heiss ist, fahren meine Allerliebste und ich gerne in die Weststeiermark zwischen Stainz und Deutschlandsberg. Heisse Kastanien (Maroni), süffiger Schilchersturm und dazwischen eine zünftige Brettljausn sind immer wunderbare Erlebnisse. Denn, kulinarisch gesehen, leben wir hier in der Steiermark im sprichwörtlichen Paradies. Bei uns gibt es so viele Einzigartigkeiten, die höchsten Genuss bieten. Und die hügelige Landschaft beginnt sich langsam zu verfärben. Und das ist alle Jahre ein Augenschmaus ...

Entspannung musste sein, ein Auftanken vor einer mit Sicherheit ereignisreicher Woche. Glauben doch einige, und es sind auch Experten dabei, dass diese Woche der Abwärtsstrudel mit einigen grösseren, einschneidenden und richtungsweisenden (nach unten!!!) Aktionen fortgesetzt wird.

Nach seriösen Berechnungen müsste, sollten nicht noch neue Hiobsbotschaften eintreffen, der Rettungsschirm mehr als 4 Billionen Euro gross sein. Eine Summe, die so einfach nicht mehr bereitstellbar sein wird, auch wenn viele im Glauben sind, man müsste nur die "Druckerpresse" einschalten ... Vor allem, dieses Geld, sollte es aufgebracht werden, sind wiederum nur und ausschliesslich Schulden! Nun kann sich jeder, der zumindest einen Hauptschulabschluss hat, ausrechnen, wohin das mittelfristig führen wird.

Bezüglich Griechenland wird zum derzeitigen Zeitpunkt ein Schuldenschnitt, das ist gleichbedeutend mit einer Bankrotterklärung, dementiert - zumindest von der Politik. Die Märkte allerdings erwarten dies in den nächsten Tagen. Betroffen sind in erster Linie europäische und amerikanische Banken. Man munkelt über 50% - das heisst für Banken ein Ausfall von 50% aller griechischen Papiere und die wahrscheinliche Pleite aller grösseren griechischen Banken. Dies wird und muss zu grösseren Verwerfungen am europäischen Finanzmarkt führen und kann zu einer sehr ernsten Situation für den Euro führen.

Ein Bekannter von mir, im Vorstand einer grossen österreichischen Bank, rät jedenfalls in seinem privaten Umfeld, alles verfügbare Bargeld von den Konten und Sparbüchern in Sicherheit zu bringen - näher lässt er sich nicht aus, doch er meint, die Situation wird aller Wahrscheinlichkeit nach, in Kürze eskalieren ... und dann kann das Geld weg sein.

Ob er mit einem Bank-Run rechnet? Der ist schleichend schon im Gange! Es wird derzeit wesentlich mehr Geld von Privaten von den Banken abgezogen, als üblicherweise, Tendenz leicht steigend! Aber, und das sagt er langsam und eindringlich, die meisten Privaten werden, weil sie zu lange warten oder nicht informiert sind, sehr, sehr viel Geld verlieren. In Bankkreisen überlegt man jedenfalls in Kürze Beschränkungen bei Abhebungen einzuführen. Doch offiziell darf und kann er nichts dazu sagen ...

Wenn jedenfalls der Wertpapiermarkt diese Woche die Abwärtstendenz fortsetzen wird, ist ersichtlich, dass sehr viel Kapital aus dem Euro herausgenommen wird. Alternativen gibt es nicht viele, es könnte allerdings dem US-Dollar zu Gute kommen und ein kleines Hoch bescheren. Doch was derzeit für den Euro gilt, gilt auch für den US-Dollar. Nur, dass die Situation in den USA nicht mit Europa, sondern eher mit Griechenland vergleichbar ist. So wie die Staatsverschuldung auch.

Generell wirken die Finanzmärkte äusserst nervös! Vor allem Banktitel sind in der letzten Woche die grossen Verlierer gewesen. Daran wird sich auch diese Woche nichts ändern. Wie man aus Erfahrung weiss, steckt in Gerüchten meist ein wahrer Kern. Und die Gerüchte über sich in Schieflage befindliche und sogenannte systemrelevante europäische Banken nehmen stark zu. Besonders gefährdet sind neben den seit Wochen kolportierten Pleitekanditaten auch ua. die Deutsche Bank und die deutsche Commerzbank.

Die einst mächtigen Kreditinstitute sind derzeit vom Verhalten Griechenlands abhängig. Wie wir wissen, ist die Griechenland-Rettung ausschliesslich eine Banken-Rettung. Die Troika (EZB, EU & IWF) versuchen mit Nachdruck Griechenland mittels rigorosen Sparprogrammen ins wirtschaftliche Nirvana zu befördern. Nur damit mögliche Bankenpleiten nicht verhindert, sondern nur hinausgezögert werden.

Die Desinformationsmaschinerie läuft jedenfalls auf Hochtouren. Allerdings haben die Erfahrungen der Vergangenheit gezeigt, wenn, so wie jetzt, gewisse Thematiken, wie zB. ein Schuldenschnitt bzw. eine Insolvenz Griechenlands derartig und vehement abgestritten und dementiert wird, diese kurzfristig bevorsteht. Es ist meist besser zwischen den Zeilen zu lesen, als das Gesagte oder Geschriebene wörtlich zu nehmen. Und zwischen den Zeilen kann man herauslesen, dass wir kurz vor einer gewaltigen Katastrophe stehen ...

Interessant ist auch die Tatsache, dass US-Banken derzeit mit Derivaten im Wert von 249 Billionen US-Dollar jonglieren! Das ist das vierfache der gesamten Weltwirtschaftsleistung ... und reine Papierwerte, durch keine realen Werte gedeckt! Das kann beim besten Willen nicht gut ausgehen!

Interessant und gleichzeitig enorm bedenklich ist auch die Tatsache, dass die "Schuldigen" des Desasters die einzigen sind, die ganz vorne bei allen Rettungsmassnahmen sind - die Banken! Sie scheissen quasi auf die Köpfe aller, nutzen alle rigoros aus, zocken ohne Ende nur wegen möglicher, gar nicht realer Profite und müssen dann, wenn nichts mehr geht, gerettet werden. Das heisst, sie bekommen Milliarden von jenen, die sie ohnehin schon seit Bestehen ausnehmen ... vom gemeinen Volk, in Form von Steuergelder ... die allerdings erst irgendwann, in ferner Zukunft gezahlt werden (sollten) - wenn es bis dahin noch das Volk der Steuerzahler im jetzigen Sinne gibt. Denn die Verschuldung ist mittlerweilen generationsübergreifend!

Natürlich werden künftige Generationen nicht für unsere Schulden zahlen müssen! Denn das System fliegt uns früher um die Ohren. Und egal wie die Zukunft aussehen wird, es muss in Kürze reiner Tisch gemacht und die Macht der Banken und des gesamten Finanzmarktes entscheidend beschnitten werden! Es kann kein System langfristig funktionieren, wenn es von wenigen, in diesem Fall, Finanzinstituten und skrupellosen Kapitalisten, sprich gierigen Investoren, abhängig ist.

Damit sind wir bei der immer grösser werdenden Inflation gelandet. Gewaltige Widersprüche tun sich auf: Der Rohölpreis sinkt, die Endverbraucherpreise für Benzin werden teurer. Die Inflation, nicht nur der steigenden Treibstoffpreise wegen, beginnt schön langsam zu gallopieren. Die offiziellen Inflationsangaben decken sich schon lange nicht mehr mit der Realität. Zahlen jenseits von 10% sind der Realität näher. Soviel wird unser Geld weniger wert - pro Jahr. Die Löhne dagegen steigen nur um einen Bruchteil, wenn überhaupt. Und vom angeblichen XXL-Aufschwung ist gar nix geblieben ...

Dennoch gibt es positive Nachrichten. Die Gold- und Silberpreise sind "Gott sei Dank" enorm gedrückt worden. Jetzt heisst es, alles verfügbare Geld in Edelmetalle zu stecken - sie sind jedenfalls der Garant, nicht alles zu verlieren. Obwohl es gerade jetzt schwer ist, verkaufswillige Händler zu finden! Die Preise werden garantiert wieder höher, höchst wahrscheinlich sogar explodieren. 2000 bis 6000 Us-Dollar für eine Unze Gold wird vielfach prognostiziert und dieser Kurs ist, angesichts der Geldentwertung durchaus real ... wenn es nicht noch viel, viel höher hinauf geht (langfristig).

Zurück zur kommenden Woche: Es sind alle Weichen auf einen Crash gestellt. Noch, ich betone noch, fehlt der eigentliche Auslöser. Doch dieser wird kommen! Vielleicht schon diese Woche, aber ganz sicher noch dieses Jahr! Ich glaube nicht, dass dieses in sich kranke und kollabierende System 2011 überleben wird - zumindest nicht in dieser Form, wie wir es heute kennen ...

Es liegt an dir, mein lieber Freund, wie du die Ereignisse der nächsten Wochen erleben wirst! Vorgesorgt zu haben heisst, einigermassen entspannt und beruhigt sein zu können. Oder folgst du den Lemmingen in den Abgrund?







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Banken-Retter ohne Munition - Wieder einmal versprechen die Industrie- und Schwellenländer, die Banken vor der Pleite zu retten. Doch im Gegensatz zum Beginn der Finanzkrise stehen die G20-Staatschefs heute mit leeren Händen da. (handelsblatt.com)

Europas Banken vor gigantischer Finanzierungslücke - Die europäischen Banken stehen nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich einer «Finanzierungslücke» gegenüber, die bis zu knapp 4 Billionen Dollar betragen könnte. (cash.ch)

Zusammenbruch der Eurozone hätte verheerende Folgen - Die Analysten der Credit Suisse zeichnen in ihrem Szenario für einen unkoordinierten Zusammenbruch der Eurozone ein düsteres Bild: Die Währungen der Peripherieländer dürften um rund 50% einbrechen und damit die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland auf 200% bis 250% des BIP der Peripherieländer ohne Italien nach oben treiben. Dies hätte einen Zahlungsausfall im Umfang von 40% sowohl auf staatliche als auch private Kredite zur Folge. (finanztreff.de)

Angst vor Banken-Schieflagen alarmiert EZB - Die harten Rating-Urteile gegen italienische und griechische Banken schüren die Angst vor einem neuen Finanzcrash. Die EZB erwägt bereits neue Hilfen. Doch die EU-Kommission stellt sich quer. (handelsblatt.com)

"Umschuldung Griechenlands bleibt kein Einzelfall" - Die US-Ökonomin Carmen Reinhart rechnet mit Staatspleiten Irlands und Portugals. (derstandard.at)

Griechenland: Staatspleite steht vor der Tür - Jetzt sprechen selbst führende Notenbanker von einer möglichen Insolvenz. Das würden einige Banken nicht aushalten. (kurier.at)

IWF setzt 6 Wochen Galgenfrist für unabwendbaren Griechenland-Bankrott (dasgelbeforum.de.org)

Italien-Krise beutelt Bank-Austria-Mutter - Italien gerät immer tiefer in den Strudel der Finanzkrise und mit ihm sein größtes Finanzinstitut: die UniCredit. Die Muttergesellschaft der Bank Austria muss möglicherweise um staatliche Hilfe ansuchen. Wie der italienische Staat diese angesichts seiner katastrophalen Haushaltslage leisten soll, erscheint fraglich. Die Schwierigkeiten könnten Bankarbeitsplätze in Österreich kosten. Und auch die Stadt Wien muss sich Sorgen machen: Sie haftet mit knapp zehn Milliarden Euro für die Bank Austria, während ihr durch den Bankverkauf 2001 lukriertes „Vermögen“ sich immer schneller dem Wert Null nähert. (unzensuriert.at)

Erste Bank droht Ungarn mit Investitionsstopp - Die Erste Bank droht Ungarn mit einem Investitionsstopp. Grund dafür ist der von Ministerpräsident Viktor Orban geplante teilweise Schuldenerlass für ungarische Fremdwährungs-Kreditnehmer. (handelsblatt.com)

Moody's stuft Bonität Sloweniens und Madeiras ab - Slowenien und Madeira bekommen ihre Schulden nicht in den Griff. Die Ratingagentur Moody's senkt nun ihre Kreditwürdigkeit. (welt.de)

Amerikas Banken haben zu viele Schrottpapiere in ihren Büchern - Amerikas Banken brauchen nicht mit dem Finger auf Europa zu zeigen. Bank of Amerika, Morgan Stanley und Citigroup halten mehr als das 30-fache ihres Börsenwertes in Wertpapieren. Viele von denen sind durch die europäische Bankenkrise hochriskant geworden – vor allem jene von französischen Banken. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Rekord: US-Banken jonglieren mit Derivaten im Wert von 249 Billionen Dollar - Geschäftsbanken in den USA hielten im zweiten Quartal „Wettscheine“ auf Zinsen, Devisen, Gold und andere Asset-Klassen im Wert der vierfachen Weltwirtschaftsleistung. (goldreporter.de)

Erster Goldautomat Chinas aufgestellt - Kunden in Peking können Goldbarren und Goldmünzen ziehen - Derzeit ist weltweit nur in Indien die Nachfrage größer. (derstandard.at)

10 most radioactive places on earth (brainz.org)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




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