Donnerstag, 15. September 2011

Die Milliarden der Chinesen, der einzige Ausweg?

Klammert sich Europa ans Geldbörsel der Chinesen? Ist das der einzige Ausweg, die drohende Euro-Pleite zu verhindern? Ich denke nicht, dass die Chinesen so mir nix dir nix ein paar hundert Milliarden springen lassen werden. Denn zum einen wird der Kapitalbedarf Europas Staaten und Banken fast täglich grösser und grösser. Eine Trendwende ist auch nicht Sicht. Warum sollen sich die Chinesen dies antun? Vor allem, da sie selbst enorme Probleme und diese Priorität haben.

Es hört sich zwar immer sehr viel an, wenn man von den chinesischen Dollar-Reserven und US-Staatsanleihen hört oder liest. Dem gegenüber stehen die Schulden und Zahlungsverpflichtungen des Reiches der Mitte. Und über die darf nur spekuliert werden, genaue Zahlen gibt es nicht. Moodys schätzt diese allerdings sehr hoch ein. So hoch, dass sie möglicherweise bald den Chinesen selbst Probleme bereiten, wenn irgend etwas passiert. Es gibt in China eine gefährliche Immobilienblase die zu Platzen droht, eine hohe Inflation, ethnische Probleme die zu Auseinandersetzungen bis hin zu Unruhen führen können und eine fatale Exportabhängigkeit. Fallen Länder wie Europa oder Amerika als Konsumenten weitgehend aus, ist das chinesische Wirtschaftswunder auch dahin ... keine Konsumenten, bedeutet Exportrückgang und Produktionsrückgang. Das chinesische Räderwerk verlangsamt sich und wird dann irgendwann still stehen.

Dass aus diesem Grunde die Chinesen Interesse haben, Europa wie auch Amerika nicht als Exportländer zu verlieren, ist verständlich. Dass diesbezüglich auch Überlegungen angestrebt werden, diesen Ländern finanziell unter die Arme zu greifen, scheint logisch. Doch die Chinesen sind keine finanziellen Selbstmörder, die ihre hart verdienten Devisen in ein Fass ohne Boden schmeissen.

Denn Griechenland zeigt vor allem eines, der Kapitalbedarf wird von Tag zu Tag höher! Die Zinsen steigen ins Astronomische und können einfach nicht mehr abgedeckt werden! Die Bemühungen, durch zweifelhafte Sparprogramme das Budget zu verringern, brachte keinen Erfolg, da die Wirtschaft empfindlich getroffen wird, es zu Entlassungen und verringerten Steuereinkommen kommt. Dadurch auch Banken immer mehr faule Kredite von Unternehmen und Private abschreiben müssen und eine Kapitalflucht einsetzt.

Ohne einer geordneten Insolvenz Griechenlands sind die Probleme nicht in den Griff zu bekommen. Eine Insolvenz bedeutet allerdings, dass viele andere Staaten, Banken und Versicherungen sehr, sehr viel Geld abschreiben müssen! Und Institute, die ohnehin nicht sehr gut dastehen, gewissermassen unterkapitalisiert sind, können ernste Probleme bekommen. So grosse Probleme, dass die Staaten mit den üblichen Bail-Outs nicht mehr helfen können, weil der Kapitalbedarf viel zu hoch ist!

In dieser Situation befinden wir uns jetzt. Nicht nur, dass die ersten Staaten sich weigern oder weigern müssen, weiterhin zu zahlen, weil sie die notwendigen Beschlüsse in den Parlamenten nicht mehr durchbringen, formiert sich auch vermehrt das Volk gegen den existenzbedrohenden Vermögenstransfer.

Verträge, wie jener von Lissabon, werden gebrochen, nur damit man einige Zeit gewinnt - natürlich auf Kosten der Allgemeinheit, auf Kosten des Volksvermögens! Griechenland verwehrt man bisher eine geordnete Insolvenz, weil dadurch der gesamte Euroraum gefährdet ist. Und das grösste Versäumis? Man hat bei all den dicken und umfangreichen Verträgen vergessen (???) eine Ausstiegsklausel mit hinein zu nehmen. So, als wäre der Euro und die Eurozone ein immerwährendes, funktionierendes Konstrukt. Vertraglich gesehen, ist ein Ausstieg also gar nicht möglich! Doch es wird nichts anderes übrigbleiben, denn so wie sich die Situation derzeit darstellt, kann Griechenland gar nicht anders, als aus dem Euroverbund auszutreten und den Staatsbankrott zu erklären.

Das würde natürlich zu enormen Verwerfungen in der europäischen Finanzwelt führen, möglicherweise auch darüber hinaus. Vorzuwerfen ist natürlich diversen Bankinstituten und Versicherungen, dass sie ob der hohen Zinserwartungen noch zu einem Zeitpunkt in griechische Papiere investierten, als die Entwicklung schon in Richtung Staatsbankrott sichtbar war!

Nun könnte man sagen, kein Mitleid, leider total verzockt. Doch das kann zu Bankenpleiten bzw. Versicherungspleiten führen, die durch ihre Systemrelevanz das Gefüge gefährden.

Neben Griechenland gibt es auch andere Kanditaten, die ebenfalls schon auf der Intensivstation gelandet sind. Es ist die sprichwörtliche Katze, die sich selbst in den Schwanz beisst. Staaten, aber auch Banken und Versicherungen, die in eine prekäre Schieflage geraten sind, müssen entweder immer höhere Zinsen für Fremdkapital bezahlen oder ihre Kurswerte sacken beträchlich ab. Wenn der "Normalbetrieb" nicht mehr finanzierbar ist, wie sollte dies dann mit schnell steigenden Mehrkosten möglich sein?

Entweder Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken. Wie sollte man die Chinesen in ein Boot bekommen, das im Sinken begriffen ist? Wie schon erwähnt, die Chinesen sind keine Selbstmörder!

Erschreckend ist, dass trotz des langen Zeitraumes, wo man die fatale Entwicklung bereits erahnen konnte, nichts, aber wirklich nichts passiert ist. Kein Programm zum Entschärfen, kein konstruktives Konzept ... nur Gelaber, falsche Prognosen und selbstherrliche Ansichten. Es zahlt ja nicht die Politik, sondern die Bürger ... und die werden nach allen Regeln der Kunst geschröpft. Nur damit das Fass ohne Boden nicht leer wird ...

Eines muss klar sein: Das System muss verändert werden! Es ist zu einem Selbstläufer geworden und zu aufgebläht. Doch das System kann so auch nicht grundlegend verändert werden. Dazu ist die Politik nicht fähig! Zumindest nicht in der uns bekannten demokratischen Form. Also muss dieses erst tatsächlich kollabieren und zusammenbrechen, bevor man aus dem Schutt und der Asche ein neues, verändertes System entstehen lässt. Ein neues System, das diese Gefahren, die jetzt akut sind, nicht mehr beinhaltet. Entsprechende, realistische und vor allem umsetzbare Konzepte gibt es einige!

Also wird man einserseits den "immerwährenden Euro" beschwören, nach Vogelstrauss-Politik den Kopf vor der Realität in den Sand stecken und dann mit hängenden Kopf sagen: "Wir haben diese Entwicklung nicht kommen sehen, wir haben doch alles getan!"

Da die Politik ausser Reden schwingen nichts kann, wird sie von der Realität überholt! Die Märkte reagieren sehr schnell und das wird der Politik zu Verhängnis. Irgendwann, heute, morgen, nächste Woche, nächsten Monat ist es soweit! Von einer Stunde auf die andere stirbt der Euro! Sei es, dass der Bondmarkt implodiert, systemrelevante Banken pleite sind oder einfach weil Griechenland seinen Staatsbankrott ausruft!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Interessant ein Werbespot der Raiffeisen in Ungarn, der suggerieren soll: "Wir wollen gar nicht wissen was du verdienst, was du hast und wie du den Kredit zurückzahlen kannst! Unterschreib den Kreditvertrag und nimm unser Geld!"





Medienschau:



Ökonom Eichengreen gibt Europa nur noch Tage, nicht Monate - Der renommierte Ökonom Barry Eichengreen teilte mit, dass Europa keine Monate – geschweige denn Jahre – mehr verblieben, um die in der Region grassierende Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Eine Katastrophe stehe ganz kurz bevor. An dem Punkt, an dem sich Europa gerade befinde, habe es nur noch Tage Zeit, um das Schlimmste abzuwenden. Hingegen sprechen einige Anzeichen dafür, dass man sich in Deutschland auf einen Staatsbankrott Griechenlands vorzubereiten scheint. (wirtschaftsfacts.de)

Krugman: «Euro-Kollaps in wenigen Tagen möglich» - Für den US-Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman ist ein Zusammenbruch des Euro möglicherweise «eine Frage von Tagen». (cash.ch)

Rettet China das Euroland? Die Börsianer-Phantasien, China – oder die BRICs – könnten im großen Stil Euroland-Anleihen oder Beteiligungen erwerben, um die Krise zu bekämpfen, hält sich hartnäckig. China hat gute Gründe, zu helfen. Es hat aber auch große Vorbehalte. In einem Interview mit dem DeutschlandRadio Wissen habe ich heute Chinas Interessenlage erklärt und versucht zu skizzieren, was die Chinesen dabei “gewinnen” könnten. Die “Notenbank der Problemländer” wollen sie nicht werden, wie wir am Dienstag von Yu Yongding bei der Akademie der Wissenschaften in Peking hörten, einem angesehenen Ökonomen, der lange Zeit die Notenbank beriet. (markusgaertner.com)

China dämpft Hoffnungen auf Hilfe für Europa - China schmälert die Hoffnung der Europäer auf Hilfe in der Schuldenkrise und mahnt dazu, das eigene Haus in Ordnung zu bringen. (kleinezeitung.at)

Euro-Crash: 20 Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Finanzzusammenbruch in Europa - Griechenland ist in einer finanziellen Todesspirale gefangen. Im Falle einer Staatspleite Griechenlands würde die Ansteckung umgehend auf Portugal überspringen und sich in Windeseile bis zum Zentrum der Eurozone durchfressen, was die europäischen Banken reihenweise in die Pleite stürzen würde. Irgendwann kracht´s, und wenn das passiert, werden die Finanzmärkte mit einer Mischung aus Angst und Panik reagieren. (propagandafront.de)

Österreich: Regierung kommt mit Euro-Rettungsschirm im Ausschuss nicht durch - Der Finanzausschuss des österreichischen Nationalrats hat am Mittwoch der von den Koalitionsparteien eingebrachten massiven Aufstockung der österreichischen Haftungen auf 21,6 Milliarden Euro für den Euro-Rettungsschirm (EFSF) nicht zugestimmt. Eine Zweidrittelmehrheit war erforderlich. FPÖ und BZÖ stimmten dagegen. Grünen-Finanzsprecher Werner Kogler erklärte, er stünde "für eine überstürzte Mehrheitsbeschaffung" nicht zur Verfügung. (finanzen.net)

Auf Österreich würden Milliarden lasten - In Deutschland wird weiter heftig über eine Pleite diskutiert, Österreich rechnet und die Slowakei will nicht mehr mitspielen. (derstandard.at)

Wut auf die Politiker - Tausende Mails und Briefe gegen Euro-Hilfen - Eine Protestwelle gegen die europäische Schuldengemeinschaft überrollt die Bundestagsabgeordneten. Die wissen nicht, wie sie mit der Angst der Bürger umgehen sollen. (welt.de)

Regierung bereitet heimlich neue Bankenhilfe vor - Die Situation um Griechenland scheint sich keineswegs zu verbessern. Während Angela Merkel beschönigend zu Geduld aufruft, sickerten Informationen an die Öffentlichkeit, dass die deutsche Regierung bereits an einem Notfallsplan arbeite, um Banken und Versicherungsgesellschaften finanzielle Hilfe zu gewähren, falls eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands eintritt. Obwohl eine internationale Presseagentur am Freitag darüber berichtete, finden sich in deutschen Medien kaum Hinweise. Dass die katastrophale wirtschaftliche Situation den Bürgern verschwiegen werden soll, hat die Kanzlerin schon im Jahr 2008 unter Beweis gestellt. Obwohl der deutsche Staat unbezahlbar verschuldet ist, soll das öffentliche Budget weiter belastet werden, um Finanzinstituten ihre Spekulationsverluste zu ersetzen. (theintelligence.de)

Französische Großbanken in freiem Fall - Die Euro-Schuldenkrise trifft nun auch französische Großbanken: Die Ratingagentur Moody's senkte die Bonität der französischen Kreditinstitute Société Générale und Crédit Agricole. Damit geht auch die Bankenkrise in eine neue, entscheidende Phase. (kopp-verlag.de)

Moody's: Frankreich Banken negativ - Moody`s stuft Société Générale und Crédit Agricole zurück. Grund dafür ist das starke Engagement der beiden Banken in den Euro-Schuldenstaaten. (mmnews.de)

«Insolvenz Griechenlands ist bloss Frage der Zeit» - ZKB-Chefökonom Anastassios Frangulidis zeichnet nach einer Stippvisite in Griechenland ein düsteres Bild seiner Heimat. Er erwartet einen baldigen Default – mit negativen Auswirkungen auf den Euro und die Banken. (cash.ch)

Griechenland-Rendite explodiert auf 76,7% - sind Euro-Scheine mit dem Y-Symbol noch sicher? Die Rendite für 2-jährige griechische Staatsanleihen stieg heute auf 76,73%. Am Montag lag sie noch bei 56,98%! (goldseiten.de)

Griechenbonds im freien Fall - Die einjährigen Griechenbonds sind – salopp gesagt – am absaufen. Gestern noch in der Spitze bei 117%, liegen sie aktuell bei 123%, Tendenz steigend ... (der-klare-blick.com)

Griechische Banken unter der Lupe: 23 Milliarden an Kreditausfällen - Ein Team des Vermögensverwalters Black Rock hat die Kredite genauer unter die Lupe genommen, die die griechischen Banken in den letzten Jahren gewährt haben. Die Zahlen sind erschreckend: Demnach müssen rund 30 Prozent aller Konsumentenkredite als Totalausfall gewertet werden, genauso wie 15 Prozent aller Immobilienfinanzierungen. Diese werden vom Kreditnehmer überhaupt nicht mehr bedient. (simablog.eu)

Kauf Dir einen Griechen: Geheimdienstskandal erschüttert Athen - Schmiergeld und Vetternwirtschaft gehören zu Griechenland wie die Akropolis zu Athen. Griechenland ist eben eines der korruptesten Länder Europas. Das ist nichts Besonderes. Doch nun ist die Korruption ganz weit oben angekommen – im griechischen Geheimdienst. Peinlicherweise wurden gerade jetzt auch noch viele Einzelheiten bekannt. In Brüssel ist man schockiert. (kopp-verlag.de)

Erst Griechenland: Immobilienbesitzer zum Aderlass - Heute Griechenland und morgen vielleicht Deutschland? Die Menschen sind perfekt darin, vor Problemen und Gefahren die Augen zu verschließen. Die Warnungen für Immobilienbesitzer verstummten auf dieser Seite nie, denn die Gefahr für Selbige ist enorm hoch. In Griechenland wurde nun die zweite Runde der Saftpresse angeworfen. Bisher hält sich das noch in Grenzen doch das Loch im Etat ist riesig. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Fakten. (infokriegernews.de)

Naher Stern bombardiert Planeten mit Röntgenstrahlung - Ein erdnaher Stern bombardiert einen Planeten regelrecht mit Röntgenstrahlung, die dem 100.000-fachen der Menge entspricht, wie sie die Erde von der Sonne abbekommt. Daten des NASA-Röntgenteleskops "Chandra" und der Europäischen Südsternwarte (ESO) belegen, dass auf diese Weise die hochenergetische Strahlung pro Sekunde dem Planeten rund fünf Millionen Tonnen an Materie ins All entreißt. (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com)



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Kommentare:

schnarchbaer hat gesagt…

Grundsätzlich stimme ich Ihrer Analyse zu, bitte aber in Bezug zur chinesischen Immobilienblase zu beachten, dass diese nicht wie in den USA zu Bankencrashs führen wird, denn China plant bis 2020 die Urbanisierung von 100 Millionen Menschen und in weiteren 20 Jahren 600 Millionen, dafür braucht man diesen Wohnraum, welcher vielleicht heute noch leer steht.
Die Chinesen haben einen Vorteil dem Westen gegenüber, sie haben einen Plan!

StopptDieEurobondzen hat gesagt…

urobonds: Wer gegen die Verpfändung unseres Bundeshaushaltes und damit des Sozialstaates ist, der kann jetzt die Bundestagspetition gegen die Eurobonds mitzeichnen:
http://eurobondzen.de

StopptDieEurobondzen hat gesagt…

urobonds: Wer gegen die Verpfändung unseres Bundeshaushaltes und damit des Sozialstaates ist, der kann jetzt die Bundestagspetition gegen die Eurobonds mitzeichnen:
http://eurobondzen.de