Dienstag, 13. September 2011

Die "Euro-Titanic" sinkt

Die jetzige Bankenkrise wird viel schlimmer eingestuft, als jene von 2008. Hinzu kommt die Staatenkrise, die Krise heillos überschuldeter Staaten wie Griechenland und andere PIIGS-Staaten. Ein gefährlicher Cocktail der in Kürze zu gewaltigen Verwerfungen in Europa führen wird. Nicht kann, sondern wird!

Nach 2008 haben die Banken in erster Linie versucht, wieder am Finanzmarkt zu Zocken und verlorenes Terrain aufzuholen. Dabei ist man, als sich damals die Wogen etwas glätteten, teilweise noch höheres Risiko eingegangen. Das rächt sich jetzt und es wird immer schwerer die Verluste in den Bilanzen zu verstecken. Statt möglichst eine Eigenkapitalerhöhung zu veranlassen, stehen viele Banken, vor allem sogenannte systemrelevante Banken, schwer unterkapitalisiert da. Der letzte Bankenstresstest, bei dem die Banken selbst - wohl aus Angst - die Prüfungskriterien selbst definiert haben, war für die Katz. Ein dickes Bündel Papier, dass nichts, absolut nichts über die Gesundheit und Stressfähigkeit der Bankinstitute aussagt. Gerüchten zufolge stehen einige europäische Grossbanken mit enormen Problemen da. Doch die Ressourcen etwaiger Bailouts sind zu knapp geworden! Auch sind sie politisch nur mehr schwer durchsetzbar. Die öffentliche Meinung bekommt in Zeiten wie diesen immer mehr Gewicht, weil in der Politik berechtigte Angst vor einem Volksaufstand, einer Rebellion vorhanden ist.

Das ist auch an der Causa Griechenland ersichtlich. Die Beteuerungen, es würde sich ohnehin nur um Kredite handeln und die Kreditgeber, jene Länder wie Deutschland oder Österreich, würden daran wunderbar verdienen, war und ist ein Märchen. Durch die Auflagen von EU, EZB und IWF ist das Land in einen desaströsen Strudel geraten, aus dem es nicht mehr herauskommen kann. Die Zinsen für Staatsanleihen sind schon lange über das Limit der Refinanzierung hinaus geschossen und haben unglaubliche, astronomische Höhen erreicht. Hat man vor wenigen Wochen noch gesagt, Griechenland liegt im Plan, Griechenland wird weiterhin europäische Milliarden bekommen, so hört man plötzlich ganz andere Töne und die Gefahr, dass eine tatsächliche Insolvenz jene Währung, die laut Politik immer existieren wird (!!!), kollabieren lässt, wird nicht täglich, sondern stündlich grösser!

Desinformiert, beschwichtigt und gelogen wird, dass sich die Balken biegen. Griechenland ist im Ausnahmezustand und die Wahrscheinlichkeit, dass sie den endgültigen Bankrott und damit den Ausstieg aus der Eurozone erklären, liegt bei fast 100%. Kaum jemand zweifelt noch daran ...

Skurill ist die Aussage Papandreou´s, als Reaktion auf die Deutschen, die nicht mehr so einfach zahlen wollen und können, dass Griechenland es ohnehin schaffen wird, sich selbst zu retten! Vielleicht mit Drachmen?

Doch jenes Erdbeben, dass Griechenland mit einem Bankrott auslösen wird, wird gewaltig sein und wenn es nicht zum sofortigen Zusammenbruch des Euros führen wird, so zumindestens zu grösseren Verwerfungen in der Eurozone. Vor allem Grossbanken werden betroffen sein und existenzbedrohende Verluste erleiden. Natürlich sind jene Banken ganz vorne mit dabei, die ohnehin schon gerüchteweise in Schieflage geraten sind.

Pessimisten erwarten in wenigen Tagen den Kollaps des Euros, Optimisten erst in einigen Wochen. Doch die Gemeinschaftswährung ist am Ende. Eine Kapitalflucht hat definitiv schon begonnen, was auch an den europäischen Börsen ersichtlich ist. Gestern rutschte der DAX zeitweise unter die 5000er Marke und die Titel der Deutschen Bank befanden sich im freien Fall ...

Nicht gerade erfreulich, was uns die nächsten Tage und Wochen erwarten wird. Dabei muss ich immer wieder fragen, ob auch du, mein lieber Freund, für dieses Szenario, von dem niemand weiss, wie es tatsächlich ablaufen und ausgehen wird, vorgesorgt hast? Oder bist auch du einer jener realitätsfremden Ignoranten, die nicht glauben, dass überhaupt etwas passieren wird und auf die Lügen der Politiker vertrauen.

Die Politik hat in allen Belangen versagt! Durch ihre ausgeprägte Inkompetenz, Selbstüberschätzung und Ahnungslosigkeit tragen sie einiges an der Schuld, dass wir uns in einer hoch gefährlichen, vermögensvernichtenden und existenzbedrohlichen Situation befinden. Alle Prognosen dieser Damen und Herren waren falsch! Deshalb finde ich es bizarr und fatal, sich auf ihre Worte, auf ihre Beschwichtigungen zu verlassen.

Der Euro implodiert! Das ist sicher! Es ist nur eine Frage der Zeit! Es kann heute, morgen oder erst im Oktober passieren. Doch abzuwarten und noch nicht vorgesorgt zu haben, ist einfach dumm! Auch wenn es heisst, die Hoffnung stirbt zu letzt. Natürlich kann sich das System noch einmal, allerdings nur kurzfristig, erfangen. Crack Up Boom nennt man das letzte Aufbäumen, bevor es endgültig zum Zusammenbruch kommt. Und ich bin mir fast sicher, dass dies, auf Kosten der Bevölkerung, der Steuerzahler, auch noch einmal durch Lügen, Betrug und Realitätsverweigerung so sein wird. Und das ganze Land wird aufatmen und wieder einmal im Glauben sein, dass dieses "Spiel" gut ausgehen wird ... Als die Titanic zu sinken begann, spielte auch noch die Band und die Passagiere tanzten dazu. Ein teuflischer aber durchaus gerechtfertigter Vergleich!

Während die Ignoranten noch tanzen, die Steuermänner (Politiker) um die Situation Bescheid wissen, allerdings beschwichtigen, haben die ersten bereits ihre Rettungsboote zu Wasser gelassen (Flucht aus dem Euro). Das Spektakel des Sinkens ist bereits voll im Gange und wir sind alle entweder Passagiere oder Mannschaft - wenn wir nicht schnellestens versuchen uns zu retten, gehen wir mit der "Euro-Titanic" unter ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Systemkrise: Auftakt zum letzten Walzer? Es gab viele Bezeichnungen für die Situation. Begonnen hat es mit der Bankenkrise, Subprimekrise, Finanzkrise hin zu einer Schuldenkrise, jedoch wird der echte Hintergrund nur selten beim Namen genannt, wir haben eine Systemkrise. Hinter vorgehaltener Hand wird im großen Stil Schwarzer Peter gespielt, genau genommen jedoch, besteht das Blatt nur aus Peter. Bereits damals hatten wir angekündigt, dass die Staaten sich als letzte Instanz massiv verschulden werden um das Karussell am laufen zu halten und natürlich lagen wir richtig. Ein Irrtum in diesem Fall war ausgeschlossen. Denn es ist ein Problem des Systems. Betrachtet man die aktuellen Umstände, sieht es aus als würde nun zum letzten Walzer aufgespielt und das bedeutet nichts gutes. (infokriegernews.de)

Finanzsystem vor Kernschmelze? Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende? EZB im internen Zerwürfnis. Obama mit neuem Konjunkturprogramm. EMS ist Spiel auf Zeit, aber die Zeitbombe tickt. Kernschmelze in Finanzsystem möglich. Weltbörsen weiter im Panik-Modus. (mmnews.de)

Das Bankensystem der Euro-Zone ist derzeit noch mehr gefährdet als 2008 – und dies nicht ohne Grund! Auch ich bin der festen Überzeugung, dass ausgehend von London und New York immer wieder die Gerüchteküche brodelt mit dem Ziel der Schwächung der Europäischen Währungsunion. Dennoch machen wir es uns zu leicht, wenn wir in der aktuellen Gemengelage stets diese Vorwürfe erheben. (kopp-verlag.de)

DAX unter 5000 Punkten - Der deutsche Leitindex DAX notiert nach genau 797 Tagen wieder unter 5000 Punkten. Am heutigen Tag wurde die Marke unterschritten. Der Index notiert über 4% im Minus und hat seit August über 30% verloren. Die Anleger haben Angst. Nun ist man geneigt zu sagen: “Endlich”, denn es ist nun genug Zeit der Warnungen verstrichen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, so auch bei den Anlegern an der Börse. (start-trading.de)

Deutsche Bank im freien Fall - Die Implosion des europäischen Bankensystems in Folge der Schuldenkrise, die eine Systemkrise ist, schreitet täglich voran. Auch der Aktienkurs der Deutschen Bank kommt weiter unter die Räder, gegen 14:00 Uhr weist die Aktie einen Verlust zum letzten Handelstag von -8,7% aus und fällt auf 20,94 Euro. Die Marktkapitalisierung des größten deutschen Bankinstituts beträgt nur noch 19,09 Mrd. Euro. Dies ist durchaus bemerkenswert, betrug doch allein das Eigenkapital der Bank per Ende Juni 51,678 Mrd. Euro. Dies kann nur bedeuten, die Marktteilnehmer irren oder das auch die Deutsche Bank seine potentiellen Verluste in der Bilanz nicht mit dem vorhandenen Eigenkapital abfedern kann. (querschuesse.de)

Banken in Frankreich: 65 Milliarden Euro wackeln - Das Engagement der französischen Banken in Griechenland könnte sich bitter rächen. Die erwartete Herabstufung durch die Ratingagentur Moody’s ist die Konsequenz eines riskanten Spiels. (deutsche-mittelstands-nachrichten.de)

Berlin-Athen: Die Achse der Zerstörung? Ambrose Evans-Pritchard hat wieder zugeschlagen. Im Telegraph legt er dar, wie sich Griechenland und Deutschland gegenseitig zerstören könnten. Ausgangspunkt der Überle-gungen ist, dass die Verhärtung der deutschen Position, sichtbar in Schäubles Ultimaten und Jürgen Starks EZB-Rückzug, Griechenland an den Rand einer hässlichen Staatspleite treibt. (markusgaertner.com)

Griechenbankrott: 107% auf einjährige Bonds - Griechenland zahlt 107% auf einjährige Bonds. Fazit: Griechenland hat zwar (noch) keinen Staatsbankrott gemeldet – ist es aber faktisch schon. Die Märkte haben den Bankrott schon eingepreist ... (der-klare-blick.com)

Drucken die Griechen schon frische Drachmen? „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war.“ Diesen Ausspruch des ehemaligen US-Präsidenten Franklin D.Roosevelt sollte man dieser Tage im Hinterkopf haben, wenn man die diversen Statements aus der Politik analysiert. Es ist reichlich naiv anzunehmen, dass ein Bosbach, Rösler, Seehofer und andere sich unkoordiniert zu einem so delikaten Thema wie dem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone äußern. Das provoziert ja geradezu eine Eskalation der Lage incl. des weiteren Abzugs von Geldern. Wie würden Sie agieren, wären Sie Grieche? (godmode-trader.de)

Die Griechen sind am Ende ihrer Kräfte - Deutsche Politiker fordern, man möge Griechenland in die Insolvenz schicken. Vor Wochen hätte es deshalb im Land Proteste gegeben. Jetzt herrscht stille Zustimmung. (zeit.de)

Griechenland-Insolvenz: Die Buschtrommel wird immer lauter - Erstmals hat mit Vizekanzler Philipp Rösler ein Mitglied der deutschen Bundesregierung eine Staatspleite Griechenlands ins Gespräch gebracht. Für den FDP-Vorsitzenden ist eine geordnete Insolvenz denkbar, wenn dafür die Instrumente zur Verfügung stünden. (kleinezeitung.at)

USA nach dem 11. September 2001Der Verfall einer Supermacht - Die Anschläge vom 11. September markieren den Beginn des Abstiegs der USA. Aber nicht der Terror riss das Land in den Abgrund, sondern eine Regierung, die sich in zwei Kriege stürzte und die Probleme an der Heimatfront vergaß. Zehn Jahre nach 9/11 haben die USA abgewirtschaftet. (n-tv.de)

Die Mogelliste: Schwindel und Wahrheit bei Lebensmitteln - Der deutsche Verbraucherverein foodwatch hat eine Mogelliste bei Lebensmittel zusammengestellt. Dabei wurden die oftmals übertriebenen Werbesprüche der Realität gegenübergestellt. DiePresse.com hat einige Beispiele ausgewählt. (diepresse.com)

Experten warnen vor neuen Erdbeben - Fachleute sind beunruhigt: Da es nach dem Erdbeben bei Goch noch keine Nachbeben gab, fürchten Seismologen nun weitere schwere Beben in der Region. (rp-online.de)

Die hellste Supernova seit 1952 - Astrophysiker, Weltraum-forscher und Hobby-Astronomen befinden sich derzeit buchstäblich in heller Aufregung. Denn am Himmel spielt sich ein Spektakel ab, das es so seit 1952 nicht mehr gegeben hat. Eine ungewöhnlich helle Stern- explosion ereignete sich in relativ geringem Abstand zur Erde. Die Auswirkungen sind durch ein schlichtes Fernrohr sichtbar. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)



kostenloser Counter



Kommentare:

3DVision hat gesagt…

Alle Prognosen dieser Damen und Herren waren falsch! Deshalb finde ich es bizarr und fatal, sich auf ihre Worte, auf ihre Beschwichtigungen zu verlassen.

Noch kurioser finde ich die tatsache dass diese Kandidaten ueberhaupt noch am Hebel sitzen.

Maldek hat gesagt…

Meine Prognose:

Griechenland wird noch 2011 den Euro verlassen.

Daraufhin wird der Kurs des Euro gegenüber dem U$ merklich ansteigen. Jetzt Euro shorten halte ich für gefährlich.

Der Crash kommt schon noch...aber nicht mehr 2011.