Donnerstag, 25. August 2011

Warum es keinen Staatsbankrott geben darf!

Offensichtlich darf es keinen Staatsbankrott in Europa geben. Geschweige denn in der Eurozone. Tatsächlich ist mindestens ein Staat zahlungsunfähig, das heisst, bankrott, einige weitere stehen kurz davor und werden durch Milliardenzahlungen in Form von Staatsanleihenaufkauf durch die EZB gerade noch am Leben erhalten.

Europa kann sich einen Staatsbankrott nicht leisten. Dies ist in unserer modernen Wirtschaftswelt nicht vorgesehen. Griechenland zB. weist nur rund 2% der Wirtschaftsleistung der Europäischen Union auf (2009: 235,017 Mio €), kann bei einem Bankrott allerdings die gesamte Finanzwelt ins Schwanken bringen. Wie ist das möglich? Normalerweise müssten die 98% der anderen EU-Staaten die griechischen 2% locker auffangen und dürften deswegen nicht in Schieflage geraten ... wie gesagt, normalerweise.

Nun sind es allerdings nicht nur die Kredite, die an Griechenland vergeben wurden und griechische Staatsanleihen, die bei einem Bankrott sehr viel an Wert verlieren würden, wenn nicht gänzlich wertlos würden.

In unserem Finanzsystem wird mit ALLEM gehandelt und gezockt, wo sich auch nur der Funken einer Chance zur Rendite bietet. So werden auch die sogenannten Rückzahlungsausfallsversicherungen (CDS - Credit Default Swaps) aller im Umlauf befindlichen Staatsanleihen, natürlich auch die griechischen, gehandelt. Sie sind, je prekärer die Situation eines Staates ist, als Höchstrisikopapiere einzustufen, die allerdings auch entsprechend hohe Renditen bringen können. Zinsen von weit über 10% sind demnach keine Seltenheit ...

Aber Achtung, all diese Kosten, Kapital, Zinsen und Renditen, müssen von jenem Staat getragen werden, der die Staatsanleihen ausgibt. Dadurch explodieren die Kosten ins Astronomische. Und gerade deswegen haben viele Banken und Versicherungen, aber auch Staaten griechische Staatsanleihen gekauft, als schon klar war, dass es niemals mehr zu einer Rückzahlung bzw. Abdeckung kommen kann. Aber die Gier auf kurzfristige, enorme Erträge war stärker, als ein wahrscheinlicher Bankrott Griechenlands. Die meisten wussten oder spekulierten damit, dass ohnehin die EU bzw. EZB einspringen würde und ihre Milliarden über Griechenland verteilen würde. Was auch tatsächlich gemacht wurde. Die Griechen wurden gerettet.

Doch nun stellt sich heraus, dass das Sanierungskonzept nicht greift und die Probleme des Landes nicht kleiner, sondern täglich grösser werden. Die rigorosen Sparmassnahmen haben der Wirtschaft einen enormen Schaden zugefügt, die Wirtschaftsleistung sinkt, die Arbeitslosigkeit steigt und eine Kapitalflucht aus Griechenland hat eingesetzt ... und Griechenland selbst benötigt immer mehr Milliarden. Von denen allerdings kaum nennenswerte Summen tatsächlich ins Land kommen, sondern fast ausschliesslich für gestiegene Zinsen und (allerdings anteilsmässig weniger) für Kapitalrückzahlungen aufgewendet wird.

Sollte Griechenland nun tatsächlich seinen Bankrott ausrufen - Gerüchten zufolge wird schon mit den Rechtsexperten Cleary Gottlieb Steen & Hamilton verhandelt, die auch Argentinien und Island beraten bzw. vertreten haben - dann muss ein Vergleich ausgehandelt werden. Das heisst, es wird auf ALLE aushaftenden Kredite und Staatsanleihen formell ein Ausgleichsangebot gemacht. Die vertretbaren Summen liegen, wie bei einem Unternehmensausgleich, zwischen 20 und 50% der Summe.

Schätzungen über alle aushaftenden Schulden inklusive der CDS belaufen sich laut Medienmeldungen auf 200 bis 300 Milliarden Euro ... und mindestens die Hälfte dieses ohnehin nicht realistischen Papierwertes müsste sofort korregiert werden. Dass dabei viele Banken und Versicherungen in Bedrängnis kommen können, erscheint nachvollziehbar.

Dass allerdings eine geordnete Insolvenz Griechenlands Vorbildcharakter haben wird, ist für die Finanzwelt zu befürchten. Sobald die Griechen diesen überfälligen Schritt wagen, werden sich auch andere in Bedrängnis gekommene Staaten diesen Schritt überlegen. Und wir wissen, bei Staaten wie Italien und Spanien kommen weit höhere Summen ins Spiel, welche nicht nur die europäische Bankenwelt und damit auch den Euro ins Wanken bringen. Darum wird mit allen Mitteln versucht, dieses system, koste es was es wolle, irgendwie zu halten und alles verfügbare Geld "Auf-Nimmerwieder-Sehen" versenkt ... äh, als Kredit deklariert, investiert!

Die Milliardenzahlungen, als Rettungsgelder für Griechenland deklariert, sind demnach nur für Banken und Versicherungen gedacht, damit ihre Hochrisikozockerei nicht offensichtlich wird ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Reiche abschlachten? Jungsozis flogen - Ein SJ-Funktionär tobte sich mit verbaler Gewalt auf Facebook aus. Sein Chef klickte an: "Gefällt mir". (kurier.at)

Euro: Deutschland Austritt? An den Finanzmärkten wird immer mehr darauf spekuliert, dass Deutschland die Eurozone möglicherweise verlässt. Bereitet die Politik einen solchen Schritt vor? (mmnews.de)

Bundestagspräsident blockiert Schäubles Blankoscheck-Pläne - Finanzminister Schäuble will laut einem Geheimpapier vom Bundestag eine Blankovollmacht zur Euro-Rettung, doch Bundestagspräsident Lammert (CDU) spricht ein Machtwort: "Eine Generalermächtigung wird es nicht geben". (handelsblatt.com)

Das Bundesverfassungsgericht wird von Unternehmern verklagt - Euro Betrug, Verrat auch im Bundes Verfassungsgericht? Deutsche Unternehmer bringen das Bundesverfassungsgericht vor Gericht. Ein Vorgang der alles aufzeigt. Wir Deutschen haben keine Vertreter sondern Verräter. Die Parteien Diktatur in Deutschland muss beendet werden. Das Bundesverfassungsgericht ist auch nur eine weitere Abteilung der Altparteien. (akivoegwerner.wordpress.com)

Papiergeld basiert auf Vertrauen - Es gibt ausnahmsweise einmal eine gute Nachricht von unseren Medien zu berichten. Es geschah am 15. August im heute-journal des ZDF, da zückte der Moderator Claus Kleber mitten in der Übertragung einen 50 Euro Schein aus der Tasche. Er wies darauf hin, dass unser Geldsystem nur auf dem Vertrauen in dieses Stück Papier besteht. Der Geldschein hat also nur einen Wert, weil wir daran glauben. Er unterstrich, dass dies in Vergessenheit geraten ist. (start-trading.de)

Blitz und Donner bei Gold und Silber - Während sich dicke, schwarze Gewitterwolken über den Rhein schieben, schlagen die Blitze längst schon im Gold- und Silbermarkt ein. Wummms! Ein Wasserfall folgt nach etlichen heißen Tagen ... (rottmeyer.de)

Gold kostet bald 3.000 Dollar - Wenn das Geld Fieber hat: Vermögensverwalter Uwe Bergold sieht keine platzende Goldblase, dafür aber die Inflation nahen. (derstandard.at)

Weitere Zuspitzung der griechischen Situation - Obwohl auch europaweit die Aktienmärkte eine kräftige Bewegung nach oben vollziehen, als technische Reaktion auf die bisherigen Verluste und in freudiger Erwartung auf ein Quantitaive Easing 3 durch die Voodoo-FED in den USA, gibt es einen Markt, dem anscheinend nichts mehr hilft, nicht mal die Hoffnung auf bessere Zeiten. Der griechische Aktienleitindex ATHEX sank auch heute wieder, diesmal um -1,99% auf 892,96 Indexpunkte. (querschuesse.de)

Wie der Westen sich zugrunde richtet - Der Spiegel v. 22.8.11, S.60 in "Märkte außer Kontrolle", Autorenkollektiv Thomas Schulz u.a. fragt, wie es kommen konnte, dass ein gut funktionierendes Wirtschaftssystem, das so lange funktionierte, so außer Kontrolle geraten konnte.

Eine Statistik zeigt recht gut, was da so schief gelaufen ist:
955 Billionen Dollar ist das Volumen der Devisengeschäfte 2010,
601 Billionen Dollar das Volumen der Finanzderivate,
87 Billionen Dollar das Volumen der Aktien und Bonds.

63 Billionen Dollar hingegen ist der Wert der real produzierten Güter und Dienstleistungen.

Der Anteil des Finanzsektors an den Unternehmensgewinnen war 1984 11,8 Prozent, 2011 32,3 Prozent. (myspace.com)

Warten auf Ben Bernankes Rauchzeichen - Die Notenbanker der Welt sitzen in Wyoming zusammen und suchen nach der Formel für die Rettung der Weltwirtschaft. (derstandard.at)

Ölpreise mit Rückgang von fast 30% - Die Ölpreise sind seit ihrem erreichten Höchststand im April/Mai von $114 pro Barrel (159 Liter) bereits um 27% gesunken. Die an den Märkten richtungweisende Ölsorte West Texas Intermediate wurde zuletzt bei rund $83 pro Fass gehandelt. Eine große Anzahl von Experten ist der Meinung, dass der Rückgang der Ölpreise sich noch weiter fortsetzen wird. Einige Experten zeigen sich gar davon überzeugt, dass die Preise bis auf die Marke von etwa $64 pro Fass hinabgehen könnten. (wirtschaftsfacts.de)

Riesiger Armee-Skandal erschüttert die Türkei - Riesiger Armee-Skandal erschüttert die Türkei - Militärische Vorgesetzte, die ihre Leute mitten im Gefecht im Stich lassen. Einheiten, die Minenfelder anlegen, ohne zu notieren, wo sich die Sprengsätze befinden. Soldaten, die bei grundlosen Schießereien von der eigenen Truppe getötet werden. Eine Armeeführung, die dank modernster Technik fast in Echtzeit einen Rebellenangriff auf einen Militärposten mitverfolgen kann, dann aber unfähig ist, etwas zu tun - sieben Soldaten sterben. "Unser Zustand ist eine komplette Schande", sagt einer, der es wissen muss. Sein Name: Isik Kosaner, bis vor Kurzem türkischer Generalstabschef. (krone.at)

Fukushima setzt mehr Cäsium frei als Bombe in Hiroshima - Emittierte Menge von Cäsium 137 ist um das 168-fache höher. (derstandard.at)

Wettbewerb der Erdbeben? In den letzten 24 Stunden haben sich die Ereignisse der Erdbebenszenarien überschlagen. Nach dem vollkommen unerwarteten Beben in Washington DC / Virginia gab es einige weitere Ereignisse die im Schatten der "prominenten" Beben untergingen. Fast zeitgleich mit Washington, jedoch vollkommen unerwäehnt hat auch weit weg in Colorado (MAG 5,3) die Erde nicht gerade unerheblich gebebt. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

The happiest places in Europe (rian.ru)

Detroiturbex - Brewster Housing Projects (detroiturbex.com)
Detroiturbex - Packard Automobile Plant (detroiturbex.com)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




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