Dienstag, 30. August 2011

Vom Regen in die Traufe?

Demokratien haben zwei Auffälligkeiten: zum einen sind sie aus der französischen Revolution "gewachsen" und haben fast ausschliesslich Europa - und damit auch die USA durch Europäer - demokratisiert (auch in Südamerika, den Karibikstaaten, Australien bis hin zu Japan waren Europäer "schuld" an der Demokratisierung!). Die früheren feudalistischen Monarchien sind weitgehend von Demokratien abgelöst worden. Seit damals, und das sind Jahrzehnte, sind Demokratien gewachsen und damit auch das demokratische Bewusstsein der Bürger. Zum anderen wird jetzt gerade in den europäischen Ländern und in der USA das demokratische Prinzip in den Arsch getreten und gegen ein faschistisch-totalitäres System ausgetauscht. Die Aushebelung der US-Verfassung durch den Patriot Act (nach 9/11) und die zunehmend offen Totalitätsansprüche der EU-Regierung, aber auch vieler EU-Staaten zeigen dies. Die früher als das beste und gerechteste Poiltsystem gepriesen - was es natürlich niemals war, denn die Macht ging niemals in einer Demokratie vom Volke aus, das darf nur wählen, niemals die Macht exekutieren! - ist es ein Auslaufmodell, das scheinbar nie so funktionierte, wie man es salbungsvoll erklärte. Wir Europäer sind, wie die USA auch, auf dem Weg in eine Diktatur ...

Trotzdem möchte man, Samariter und Gutmenschen gleich, dieses nicht funktionierende Politsystem exportieren. Vor allem in Länder, wo traditionell KEIN demokratisches Verständnis herrscht. In vielen Ländern des arabischen und nordafrikanischen Raumes sind völlig andere Strukturen, Traditionen und Systeme vorhanden, als bei uns in Europa. Darum muss man sich fragen, ob diese vom Westen angezettelte Revolutionen und scheinbare Demokratisierungen dem Volk überhaupt die Vorteile bringt oder bringen kann, die immer wieder kolportiert werden.

Am Beispiel des lybischen Diktators Muammar al-Gaddafi, auch bekannt als Oberst Gaddafi, der seit einem unblutigen Militärputsch vom 1. September 1969 bis 1979 das Staatsoberhaupt von Libyen war. Als Revolutionsführer bestimmte er von 1979 bis 2011 diktatorisch die Politik Libyens. Gaddafi war der am längsten regierende Herrscher in Libyen und einer der am längsten herrschenden Machthaber ausserhalb von Monarchien überhaupt, so dass etwa 80 Prozent der heutigen Libyer unter seiner Herrschaft geboren wurden. Gaddafi sicherte seinen Machterhalt auch durch ein rentenökonomisches, auf den Exporterlösen von Erdöl und Erdgas beruhendes Verteilungssystem nach innen ab. Dem Volk ging es, bis zum Ausbruch der Revolution im heurigen Jahr für nordafrikanische Verhältnisse sehr gut. Das Land des exzentrischen, oft in bunten Fantasieuniformen auftretenden Gaddafis, zählte zu den wohlhabensten Staaten des afrikanischen Kontinents und auch zu jenen Staaten mit einem relativ hohen Pro-Kopfeinkommen und einer für afrikanische Verhältnisse guten Infrastruktur und medizinischer Versorgung. Sein "Grünes Buch", sein politische Manifest, offenbart ein Hierarchiesystem von unten nach oben, das nicht undemokratisch ist. Gaddafis Ideologie ist am arabischen Nationalismus und islamischen Sozialismus orientiert und enthält in Form der Volkskongresse und Volkskomitees Elemente direkter Demokratie, aber auch revolutionäre Institutionen, die keiner Kontrolle unterliegen, wie zum Beispiel die 1977 zur Förderung der revolutionären Werte gegründeten Revolutionskomitees, die Personen mit abweichenden Meinungen stark unter Druck setzen. Gerade deshalb konnte durch das Gaddafi-System ein gewisser Wohlstand erreicht werden. Man bedenke, dass es in fast allen Orten Lybiens Wasserleitungen gibt ... oder gab. Auch die medizinische Versorgung war beispielhaft für die Region. Durch die Revolution ist vieles zerstört worden ... auch durch die NATO-Angriffe. Libyen gleicht, vor allem im urbanen Bereich, einem Trümmerfeld. Und was nach Gaddafi kommen wird, weiss niemand.

Trotz dem er, der auf uns Europäer oft wie ein infantiler Kasperl (Hanswurst) wirkte und auch die Opposition und seine politischen Gegner radikal bekämpfte und unter unmenschlichen Verhältnissen langzeitinhaftierte, teilweise auch umbringen liess, ein radikaler Despot war (oder noch immer ist), profitierte das Land von seiner Herrschaft und dem Erdöl- bzw. Erdgasvorkommen.

Dass die laufende Revolution von Kräften aus den USA und Europa initiert wurde, dafür gibt es viele Anhaltspunkte. Denn seit sich Gaddafi dem Terror als Unterstützer entsagte, war er plötzlich vom ehemaligen Terrorchef aus der Wüste zu einem Politfreund geworden, mit dem man offen Geschäfte machen kann. Fotos zeigen ihn bei Staatsbesuchen mit ua. Barrak Obama und Silvio Berlusconi. Er schien die Kehrwendung vom bösen Diktator zum salonfähigen Staatsmann geschafft zu haben. Doch dann begann der arabische Frühling ...

Keine dieser Revolutionen sind zufällig und kurzfristig entstanden. Lange Vorbereitungszeiten, umsetzbare Konzepte und massenhaft Know How waren notwendig, um diese Umstürze erfolgreich durchzuführen, wie in Tunesien und Ägypten. Die Konzepte wurden mit der serbischen Otpor! (siehe auch: Otpor! Geplante Revolutionen) erarbeitet, die weltweit sehr viel Revolutionswissen und Erfahrung verkauft. Die notwendigen Gelder und unterstützungen kamen und kommen aus dunklen Kanälen aus Europa und den USA, meist staatsnahen Organisationen und Geheimdiensten.

Deswegen darf man keinesfalls davon ausgehen, dass die Amerikaner oder Europäer nur das Wohlergehen der betroffenen Völker im Sinn haben und diese von einem Despoten oder Diktator befreien wollen und die vielgepriesene Demokratie einführen wollen. Quasi zum Wohl der Bevölkerung. Es gibt andere Ziele, die der wirkliche Grund sind, warum sich der Westen einmischt und Revolutionen anzettelt. Die meisten Erdöl- und Erdgasquellen Lybiens sind bereits in englischer und französischer Hand. Sie, die Bringer der Demokratie, zocken das Land jetzt ab. Nicht nur, dass auch der tonnenschwere Goldschatz Lybiens den Eigentümer gewechselt hat. Und der neue Eigentümer ist nicht der Revolutionsrat! Das Land wurde zuerst aufgewiegelt, dann zerbombt und jetzt geplündert! Dagegen war Gaddafi, egal wie man ihn sieht und was man über ihn denkt, ein fast unschuldiger Träumer und irrealer Fantast.

Ja, er hat sich bereichert, seinen Clan versorgt, die Opposition vernichtet, aber auch das Land von fast mittelalterlichen Standard in die Neuzeit geführt. Bis die NATO, also Amerikaner und Europäer, das meiste wieder zerstörten. So ist das komplexe Netz der landesweiten Trinkwasserversorgung leider zu einem Kollateralschaden geworden, der bei Revolutionen oder Bürgerkriegen einfach anfällt. Sollte dies repariert oder neu aufgebaut werden, dann müssen die Libyer ziemlich viel bezahlen und westliche Firmen werden sich daran bereichern. Vom Reichtum wird nicht mehr viel überbleiben, da auch die Erlöse aus Erdöl und Ergas plötzlich nicht dem Volk, sondern irgendwelchen elitären, westlichen Gesellschaften zu Gute kommen werden.

Und wie man an Ägypten und Tunesien sieht, eine erfolgreiche Revolution bedeutet nicht auch eine Verbesserung des Staates und des Volkes an sich. Beide Länder sind weitgehend im Chaos versunken. Es fehlen Führungsstrukturen, welche durch die despotische und diktatorische Führung aufgebaut wurden und im Zuge der Umstürze völlig vernichtet wurden. Das Volk, das sich mitreissen liess, von tückischen Hetzparolen und salbungsvollen Demokratiegefasel verführen liess, wachte in einem nachrevolutionären Trümmerfeld auf. Wer beginnt dies zusammenzuräumen? Die Chancen stehen nicht schlecht, dass auf kurz oder lang das Militär die Macht übernimmt ... sogar übernehmen muss. Vom Regen in Traufe? Wahrscheinlich noch viel schlimmer ...

Man kann, auch wenn es nur ein offensichtlicher Vorwand ist, einem Volk nicht von heute auf morgen eine westliche Demokratie aufzwingen. Das kann im Grunde nur schief gehen!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Die Diktatur des Kapitals - Der Zustand unserer heutigen Welt ist krank und pervers; alles ist verkehrt und auf den Kopf gestellt: Mediziner und Ärzte zerstören Gesundheit und Leben; Lehrer und Professoren zerstören Bildung; Wissenschaftler zerstören Wissen; Richter zerstören Recht und Gesetz; Banker zerstören Währung und Geld; Politiker zerstören Freiheit und Staat; Journalisten zerstören Information. Die Welt ist so, weil die Mehrheit der Menschen es zuläßt. (mmnews.de)

Die Domina aus Frankfurt - Kann mir irgendjemand erklären, warum die europäischen Steuerzahler “skalpiert” werden, damit die europäischen Banken keinen “Haarschnitt” abkriegen? (Wirtschafts-Blogger aus den USA, 12.Juli 2011) - („Haarschnitt“ engl.“haircut“ ist im Jargon der Finanzbranche ein Ausdruck dafür, dass Banken bzw. Anleger Verluste bei risikoreichen Geschäften hinnehmen müssen – die ebenso zur Marktwirtschaft gehören wie das Kassieren von Profiten) (medienschafe.wordpress.com)

SOS für Ersparnisse: Es droht eine Welle von Banken-Pleiten - Spätestens im Oktober 2011 könnten in Europa viele große Banken zusammenbrechen, auch in Deutschland. Und noch eine schlechte Nachricht: Rating-Agenturen wollen erst Frankreich und dann auch Deutschland herabstufen. (kopp-verlag.de)

Zwangshypothek Lastenausgleich SPD bringt flächendeckende Enteignung ins Gespräch - Kirsten Lühmann bringt im Bundestag in der 87. Sitzung vom 27.1.2011 das Thema Enteignung ins Spiel beim Tagesordnungspunkt Kommunale Finanzen. (derhonigmannsagt.wordpress.com)

US-Geheimdienste und der Euro: Fakten, die Sie kennen sollten - Selbst der renommierten amerikanischen Zeitung New York Times fällt in diesen Tagen auf, dass die EU-Elite uns Bürgern die Macht versagt und uns betrügt und belügt. Die EU hört nicht auf den Willen ihrer Bürger und zieht sie ins Verderben. Warum nur? (info.kopp-verlag.de)

Zentralbanken horten Gold, als gäbe es kein Morgen mehr - Mittlerweile springen selbst die zurückhaltendsten Zentralbanken auf den Goldzug auf. Die ohnehin bereits beträchtlichen offiziellen Zukäufe in jüngster Zeit dürften weit unter den realen Zentralbankkäufen liegen, da sich Länder wie Iran und China – von denen man weiß, dass sie massive Goldkäufe tätigen – nur ungern in die Karten schauen lassen. (silbernews.at)

Scheidet Griechenland schon in wenigen Wochen aus dem Euro aus? "Das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro sei dann 'nur noch der Stempel auf eine Tatsache, die jeder weiß'", schreibt die Wirtschaftswoche in einem umfangreichen Beitrag zum Thema: "Zwar beschwören Merkel, Schäuble und Co. noch im Stile sozialistischer Durchhalteparolen die unverbrüchliche Völkerfreundschaft in der Euro-Zone, aber die Planung der Regierungsökonomen geht in eine andere Richtung." (simablog.eu)

Alarmstufe Rot: Pleite-Griechen treffen Vorbereitungen für Sprengung des Euro-Systems - Den griechischen Banken ist das letzte Geld ausgegangen. Als allerletzter Rettungsanker blieb ihnen jetzt nur noch, in den Not-Topf der sogenannten »Notkreditlinie« (Emergency Liquidity Assistance, ELA) zu greifen. Der GAU für den Euro ist damit wohl unabwendbar. Und jeder nach Athen überwiesene Cent ist rausgeworfenes Geld. Seit Mai berichteten Fachleute über die Kapitalflucht und den stillen Bankrun in Griechenland – und über die abzusehenden Folgen. Dreieinhalb Monate später sind diese nun eingetreten. Und das einzige, was in Griechenland jetzt noch boomt, ist das Verbrechen. (kopp-verlag.de)

Eintausend Milliarden - Wie ich bereits im letzten Beitrag erwähnt habe, hat Goldman Sachs der griechischen Regierung gezeigt, wie man Bilanzen fälscht, indem das Ausmaß der Verschuldung verschleiert (durch currency swaps mit falschem Euro-Kurs) und dadurch der EU-Beitritt möglich wird. Dafür bekam die Investmentbank Zugriff auf die Mautgebühren, die Lottoeinnahmen und die Flughafengebühren des Landes. Dem griechischen Staat entgehen so Millionen an Steuereinnahmen ... (medienschafe.wordpress.com)

USA – Auch ohne Fed viel heiße Luft - Seit der Finanzkrise haben die Immobilienpreise um 40% nachgegeben. Ein Boden ist immer noch nicht gefunden. Der S&P 500 notiert 22,5% unter seinem Hoch bei 1.562 im Jahr 2007. Und die privaten Haushalte haben zumindest ein paar Prozentpunkte von ihren Schulden – als Prozentsatz des verfügbaren Einkommens – abgebaut. Von 130% in der Spitze im Jahr 2007 auf jetzt 115%. Doch damit ist längst nicht die gesamte heiße Luft aus dem System raus. Im Gegenteil, es bauen sich neue Blasen im Dutzend auf, man kann sie kaum noch zählen. (markusgaertner.com)

Bob Chapman – The Power Hour - Chapman führt aus, dass die USA nie eine Erholung von der Rezession erlebte. Die inflationäre Depression, die die USA seit 30 Monaten haben, läuft weiter – die Inflation liegt aktuell bei 11,2% Inflation – nicht 3,6%, wie die Regierung sagt. (der-klare-blick.com)

Die Angst der CIA vor dem Buch eines Insiders - Wer darf die Geschichte des 11. September schreiben? Geht es nach der CIA, muss ein ehemaliger Antiterror-Agent zahlreiche Passagen aus seinen Memoiren streichen – obwohl darin nichts Neues steht. (tagesanzeiger.ch)

Aus für 60 W: Lobbyisten irren sich nie - Dank der europäischen Union sind bereits Glühlampen mit 100 W und 75 Watt aus den Regalen der Händler verschwunden. Übermorgen soll es nun die klassische 60 W Glühlampe erwischen, das wird ja dem Umweltschutz geschuldet. Bereits vor einiger Zeit sind nun auch die Politiker dahinter gekommen, dass offensichtlich nicht alles Gold ist was glänzt. Geändert hat sich an der Umsetzung nichts, auch wenn ganz offensichtlich diese Verordnung unter falschen Grundlagen verabschiedet wurde. Zeit für einen kleinen Rückblick. (infokriegernews.de)



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