Freitag, 5. August 2011

Über Hunger, Chaoten und Altöl

Heute möchte ich mich mit drei, nicht zusammenhängenden Themen beschäftigen, die alle aktuell sind:

Hungerkatastrophe in Ostafrika

Unsere Welt, und damit meine ich auch unsere sogenannte zivilisierte Welt (wie wir uns zynischer Weise gerne selbst benennen) ist nicht fähig, ein paar hunderttausend Afrikaner mit etwas Nahrung und Trinkwasser vor dem Hungertod zu bewahren. Es müssen Aufrufe in den Medien gemacht werden und das Leben der Hungernden ist weitgehend von unserer Spendenfreudigkeit abhängig. Das Schlimme daran ist, dass all diese caritativen Organisationen viel Geld selbst benötigen um Helfen zu können. Sie brauchen Geld für die Organisation, Administration und Logistik.

Staaten, die eigentlich die Pflicht dazu hätten zu Helfen, denn es stehen ja Tausende dieser viel zitierten Menschenleben auf dem Spiel (oder sind Ostafrikaner weniger wert?). Regeirungen könnten diese Hilfe wesentlich schneller und effizienter gestalten, damit würde tatsächlich solches Natur-Massaker, ausgelöst durch eine Dürre, bereits im Keim erstickt werden! Jedes westlich Land hat eine Armee, ein Heer. Diese Armeen verfügen über Transportflugzeuge, entsprechende Mannschaften, benötigtes Material und vor allem gefordertes Know How und die Spezialisten dazu.

Die Hungernden und Durstenden benötigen keine aufwendigen Menüs, keinen Champagner, sondern einfache Lebensmittel wie Mais, Reis, Getreide und vor allem Trinkwasser ... und Medikamente.

Wenn, auch europäische Truppen, irgendwo in Nordafrika oder Asien Kriege führen, die täglich Millionen kosten, muss man sich doch fragen, was in jenen Menschen, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, vorgeht. Die Illusion, wir würden Völker vor ihren Diktatoren befreien und die Demokratiebewegungen mit Bomben und Gewehren unterstützen, kann ohnehin nicht mehr aufrecht gehalten werden. Es geht um puren Eigennutz und Interessen unserer Gesellschaft. Wir kämpfen um Drogen (die Taliban hatten die Rohopiumproduktion fast zur Gänze eingedämmt!), Erdöl und andere Rohstoffe ... und um Währungen (zumindest die USA, um weiterhin zu ermöglichen, Erdöl mit US-Dollars zu bezahlen)! Wenn es den Regierungen etwas brachte, hat man sich auch mit Diktatoren verbündet ... Wer glaubt heute noch den Scheiss, der Krieg gegen Lybien wäre nur zum Fall Gaddafis und der Demokratiebewegung der Opposition. Das Erdöl Lybiens ist schon lange aufgeteilt, für nach dem Ende des Bombardements. Verlierer ist, trotz oder wegen Gaddafi, die Bevölkerung des Landes. Dafür geben die Regierungen astronomische Summen aus.

In der Zwischenzeit sterben in Ostafrika tausende, weil sie nicht genug Nahrung und Wasser haben. Ein Problem, das, im Gegensatz zum Lybien- oder Afghanistankrieg schnell und relativ billig zu bewerkstelligen wäre ... wenn man nur wollte!

So wie sie es jetzt machen, töten sie doppelt. Die einen bringen sie mit ihrem Kriegsgerät um, die anderen durch unterlassene Hilfeleistung. Eine zynische, abartige Gesellschaft, in der wir leben!







Sind Demonstranten Choaten und Anarchos?

Die Demonstrationen, die seit einiger im Süden Europas Alltag geworden sind, wurden nicht grundlos organisert. Die finanzielle Situation und die entsprechenden erzwungenen Sparprogramme treffen die breite Masse, vor allem die Schlechterverdiener am meisten. Grund genug, seinen Unmut und Zorn auf der Strasse zu zeigen und die Unfähigkeit und Inkompetenz der Politiker anzuprangern und Forderungen zu stellen. Wohl gemerkt, eine Pleite kommt nicht von heute auf morgen, sondern diese wird über Jahre hinweg sichtbar.

Das heisst, die Regierungen hätten schon seit längerer Zeit die Erkenntnis haben müssen, dass wenn keine tiefgreifenden Veränderungen durch sie selbst eingeführt werden, würde das Land langfristig bankrott werden. Und genau dieser Umstand, die Kaste der Politiker gibt sich ja immer allwissentlich und superschlau, regt die Bürger auf. Tatenlos und manchmal auch noch mit "Turbo" wurde offensichtlich auf die Pleite hin gearbeitet. Wichtige Reformen und Veränderungen wurden nicht, aus welchem Grund auch immer, in Angriff genommen. Es war eine offensichtliche Vogel-Strauss-Politik ... oder, das wäre allerdings wirklich schlimm, eine Politik der vollkommenen Inkompetenz. Wobei ich Zweiteres glaube!

Dass nun die Bürger zornig auf die Strassen gehen, ist nachvollziehbar und eigentlich logisch. Würdest du, mein lieber Freund, dies nicht tun, wenn dein Lohnsackerl Monat für Monat weniger Geld enthielte und die Abgaben, Steuern und Lebenskosten enorm steigen?

Dass dabei natürlich auch eine Gruppe gewaltbereiter Demonstranten mitmischen würde, muss von vornherein klar sein. Doch nun alle Demonstranten pauschal als Chaoten und Anarchos zu brandmarken und mit Polizei und Militär brutal dagegen vorzugehen, ist nur der Beweis, dass die Regierung ihr Vertrauen der Bevölkerung vollkommen verloren hat und mit dem Rücken zur Wand steht. Das heisst, sie kämpfen nur mehr um ihre Posten, offensichtlich mit aller Gewalt!

Nun möchte man die Persönlichkeitsrechte jener Chaoten und Anorchos einschränken. Lässt sich das so einfach herausfiltern, oder ist nun jeder Bürger davon betroffen, der an einer Demonstration, und das ist ein legales Mittel in einer Demokratie, teilnimmt?

Sollte man meinen, dass Information und konstruktive Gespräche die Lage entschärfen kann, so wird auch diese Option vertan. Das Volk ist bis zu einem gewissen Grad kompromiss- und auch leidensfähig. Doch irgendwann werden bzw. wurden diese Grenzen überschritten. Sich jetzt als Politiker darüber aufzuregen und Gewalt gegen das eigene Volk einzusetzen, ist kurzsichtig, egoistisch und zeigt von völliger Unfähigkeit.

Doch wir werden nicht mehr lange warten zu müssen, dann werden auch wir solche Zustände erleben. Oder glaubt jemand gar, dass österreichische oder deutsche Politiker kompetenter oder fähiger wären?

Das griechische und spanische Volk kämpft um seine Existenz - um nicht mehr und nicht weniger. Würde es dem Volk dort trotz Politiker gut gehen, hätten diese keine Probleme damit, quasi das gesamte Volk pauschal als Chaoten und Anarchos zu klassifizieren ...



Griechenland wehrt sich gegen Chaoten (t-online.de)







Frittieröl-Golf fahren ist verboten



Der Amtsschimmel wiehert! Einen alten Dieselmotor kann man relativ leicht umbauen, damit man mit Salatöl, Frittieröl oder eben Altöl fahren kann. Doch, wie ein Fall aus Kärnten bekannt wurde, einfach ist die Causa dann doch nicht.

Fährt ein Dieselauto mit alternativen Ölen, so könnte man auch altes Frittieröl aus gastronomischen Betrieben dafür verwenden. Dies ist explizit nicht verboten ... zumindest in Österreich. Eine wahrhaft billige Variante zu normalem Dieseltreibstoff, der vor allem wegen der vom Staat eingehobenen Minerölsteuer sehr teuer ist.

Verboten ist nur das Sammeln von Altöl, denn damit verstösst man gegen die Altstoffbestimmungen. Im Grunde eine gute Sache, denn Altfett bzw. -öl wird dadurch entsprechend entsorgt bzw. recycled. Unter anderem benötigt die Seifenindustrie Altöl um mittels Natronlauge und entsprechenden Düften und Farbstoffen Seifen herstellen zu können.

Ich war als Kind oft bei meinem Nachbar, der damals eine Seifensiederei hatte. Ein Monat lang sammelte er bei Gastonomen das Altöl ein, lagerte es in grossen Metallfässern im Hof und produzierte dann erstklassige Seife. Jeweils aus ein paar tausend Litern alten Frittierfett. Damals "entsorgte" jener Herr Mayer (ja, er hiess wirlich so!) das Altfett und den Gastronomen kostete die Entsorgung keinen Groschen (oder Pfennig). Heute ist es gesetzlich Pflicht geworden, Entsorgungsbetriebe damit zu beauftragen. Das kostet natürlich sehr viel Geld!

Wenn nun jemand käme und das Altöl gratis entsorgt, in dem er damit sein Auto betankt, ist dies verboten. Auch wenn die Abgaswerte niedriger sind, als frisches, allerdings teureres Öl.

Horst Zwenig, der seinen Golf II entsprechend umgerüstet hat, versteht die Vorschriften des Abfallwirtschaftsrechtes nicht, denn frisches Öl zu tanken ist nämlich ausdrücklich erlaubt. "Nur weil das Öl in einer Küche erhitzt wurde, darf man das nicht mehr verwenden. Das Endprodukt riecht aber genau gleich."

Aber auch dieses Problem wird bald gelöst sein, denn wenn der Crash kommt, fragt ohnehin niemand mehr, mit welchen Treibstoff man fährt ... falls überhaupt noch Treibstoff erhältlich sein wird!



Frittieröl-Golf wurde vom Land verboten - Gailtaler betankt sein Auto mit gebrauchtem Pflanzenöl. Weil er gegen Altstoffbestimmungen verstößt, erhielt er hohe Geldstrafe. Jetzt liegt der Fall beim Unabhängigen Verwaltungssenat. (kleinezeitung.at)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Salamicrash vernichtet in acht Tagen fünf Billionen - An den Aktienmärkten gibt es seit Ende Juli nur noch eine Maxime: verkaufen. Experten geben der Politik die Schuld für den Crash auf Raten. (welt.de)

Wirtschaftsforscher warnt vor neuer globaler Krise - An den Börsen greift die Sorge vor einer neuen weltweiten Rezession um sich. Die Ängste sind nach Einschätzung des Wirtschaftsforschers Horn nicht unbegründet. Jetzt sei die Politik am Zug, Schlimmeres zu verhindern. (handelsblatt.com)

Italien geht rasant in Richtung Zahlungsunfähigkeit - Und plötzlich kam Italien in den Fokus der Märkte, als ob wir nicht schon genug Sorgen um Griechenland und Portugal hätten. Dabei sind Italiens Schulden nicht erst seit der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise ein Riesenproblem. Schon 1997 lagen sie bei 122 % des BIP. Italien ist somit bei der Sanierung der Staatsfinanzen bis heute nicht vom Fleck gekommen. (ibtimes.com)

Märkte in Aufruhr: Game over? Was ist das? Der DAX verliert 1.000 Punkte in vier Tagen. 100 Milliarden Euro sind weg. Eine Welle der Verzweiflung überrennt die Märkte. Ein Crash? Das Ende? Game over? Ein seltsames Gefühl beschleicht einen, wenn man auf die Finanzmärkte schaut, als ob der Sensenmann ums Haus schleicht ... (rottmeyer.de)

Erst wankt die Währung, dann die Demokratie - Amerikas Schuldenkrise führt uns eines vor Augen: Geld ist doch nur bedrucktes Papier. Enttäuschtes Vertrauen gefährdet unsere Gesellschaftsordnung. (welt.de)

Europas Kreditinstitute blicken in den Abgrund - Für die Banken wird es eng. Viele Anzeichen deuten auf eine neue Finanzkrise hin, die durch die hohe Verschuldung ausgelöst wird. (handelsblatt.com)

Weltweite Börsen-Talfahrt: ATX weiter tiefrot - Der Ausverkauf an den Börsen geht weiter, der ATX sackte heute zeitweise um mehr als sechs Prozent ab. Sarkozy und Merkel kündigten Beratungen zu den dramatischen Entwicklungen an. (diepresse.com)

Asien: Börsen gehen auf Talfahrt - Der Kursverfall an den europäischen und amerikanischen Börsen hat sich in Asien fortgesetzt. In Tokio, Hong Kong und Sidney verloren die Aktien-Indizes zwischen 3,5 und 4,8 Prozent. Die Anleger sind derzeit sehr nervös. (kleinezeitung.at)

"Die Lage ist sehr ernst" - Finanzmarkt-Experten zur aktuellen Börsentalfahrt. (derstandard.at)

Kriseninformationen 2: Wie sicher sind Banken? Regionaut Herbert Unger wieder im Gespräch mit dem Sicherheitspädagogen Ing. Wilmont Franta aus Wien zur aktuellen Krise ... (meinbezirk.at)

Justiz ermittelt gegen IWF-Chefin Lagarde - Die neue Währungsfonds-Chefin sieht sich durch die bevorstehenden Ermittlungen nicht in ihrer Funktion beeinträchtigt. (derstandard.at)

Hunger in Afrika: Der große Betrug - Überall in Europa wird derzeit zur Hilfe für die Hungernden in Afrika aufgerufen. Bei einer früheren großen Hilfsaktion erhielten die Hungernden Sand statt Lebensmittel. Und die Spendengelder verschwanden dahin, wo kein Spender sie haben wollte. Vor 26 Jahren gab es die bis dahin größte Hungersnot im Osten Afrikas. Millionen Menschen spendeten für die Hungernden. Es dauerte 25 Jahre, bis der britische Sender BBC und der amerikanische Geheimdienst CIA in separaten Berichten veröffentlichten, was damals tatsächlich mit einem Teil der Spendengelder geschah: Ein Teil der Säcke, in denen angeblich Lebensmittel für die Hungernden waren, enthielt tatsächlich nur Sand. (derhonigmannsagt.wordpress.com)

China kopiert Ikea (kleinezeitung.at)




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