Samstag, 6. August 2011

Der Anfang vom Ende unseres Geldsystems?

"Diese Krise ist terminal. Ganz anders als die in 2008. Jetzt erfolgt eine panikartige Flucht aus Währungen und Staatspapieren. Es ist das Ende des Fiat-Money-Systems. Die Regierungen können da nichts mehr retten, das muss man verstehen. Sie können nur noch aufhalten, hinauszögern. Aber auch das geht dann auf einmal nicht mehr wenn das System ins Trudeln kommt. Die Staaten in der Form wie sie heute existieren gehen mit dem System unter. Was dann kommt kann heute niemand sagen. Ich bin jetzt da kein Pessimist. Es kann ja auch was Besseres nachkommen" ... so schrieb ein Freund von mir in seinem Blog.

Das was diese Woche passierte, war ein Crash! Weltweit fielen die Kurse an den Börsen, es wurden enorme Werte, allerdings nur künstlich hochgehaltene, nicht reale, vernichtet. Der Schaden geht in die Billionen ... Gold steigt fast täglich zu einem All Time High (doch bitte nicht überbewerten, im Grunde fällt nur der Wert unseres Geldes!)

Und als Krönung verlor die USA zumindest durch S&P ihr umstrittenes Top-Rating. Doch schlimmer als der Verlust des Top Ratings ist der ebenfalls kolportierte negative Ausblick. Das weisse Haus erhob schwere Vorwürfe an S&P. Nach diversen abgewerteten europäischen Staaten muss nun auch die USA die Macht der Ratingagenturen spüren.

Wie werden sich die Finanzmärkte, die Börsen verhalten? Geht der Abwärtstrend weiter, kommt es zu einem Kurssturz, zu einem echten Crash? Wie werden sich der Staatsanleihenmarkt verhalten. Normalerweise müssten nun die Zinsen der US-Treasuries extrem steigen, da durch die Abwertung auch das Zahlungsausfallsrisiko steigt.

In Europa wird ohnehin nur mehr ´rum gebastelt. Mit seriösem Krisenmanagement hat das nichts mehr zu tun. Es scheint alles in Panik zu verfallen und scheinbar wird versucht, die Märkte zu beruhigen. Doch das Vertrauen ist nicht mehr vorhanden, auch durchschauen immer mehr das katastrophale Krisenmanagement.

Wie wird China reagieren? China befindet sich ebenfalls in schweren Turbulenzen. Probleme mit Minderheiten und Volksgruppen, mit der Verteilung von Vermögen, eine exportabhängige Wirtschaft, gewaltige Umweltprobleme und ein völlig ausser Rand und Band geratener Immobilienmarkt beinhalten eine gefährliche, hochexplosive Brisanz!

Wird der USA noch die Stange gehalten? Zumindest solange man von den Exporten ins Consumerland Nr. 1 leben kann. Oder gibt man die USA auf, weil die Aussicht immer negativer wird. Wo legt China dann seine Milliarden, die derzeit hauptsächlich in US-Dollar, US-Staatsanleihen, geparkt sind, an? Kann Europa davon profitieren, oder wendet sich das Reich der Mitte den aufstrebenden Staaten zu (Indien, Brasilien, Russland, etc.). Europa ist zu sehr an die USA gebunden, deshalb ist das Risiko Chinas, sich bei uns finanziell zu engagieren auch mit einem gewissen Risiko verbunden.

Wie werden die Erdöl exportierenden Staaten reagieren? Kommt es zu einer Flucht aus dem US-Dollar? Was wären die Alternativen? Der chinesische Remimbi könnte sich vom Dollar lösen und die Konvertierbarkeit anstreben. Ist der Euro stabil genug und ist das Risiko, nicht mit dem Dollar noch mehr an Wert zu verlieren, nicht zu gross? Können derartige Mengen an Rohstoffen mit kleineren, stabileren Währungen, wie CHF gehandelt werden? Oder ist zukünftig Rohöl mit Gold zu bezahlen? Fakt ist, jeder Staat, der seine Bodenschätze anbietet, möchte dafür möglichst viel und vor allem einen längerfristigen Wert dafür bekommen. Das spricht weder für den US-Dollar, noch für den Euro. Allerdings, wenn Gold oder andere Edelmetalle als wichtigste Währung für Erdöl eingeführt werden, treibt dies wahrscheinlich den Preis in astronomische Höhen. Ausser die Exporte in die USA brechen ein, dann wäre ohnehin ein Überangebot an Rohöl vorhanden und die Preise würden fallen ...

Niemand kann sagen, was uns nächste Woche erwartet. Es kann ein Massaker werden, aber auch nicht. Wie sehr beeinflusst die Abwertung S&P´s tatsächlich die Märkte. Werden die beiden anderen grossen Ratingagenturen mitziehen oder verteidigen sie die USA.

Das Downgrading ist jedenfalls nicht plötzlich gekommen, sondern war schon lange überfällig. Das politische Kasperltheater rund um die Anhebung der Schuldenobergrenze hat sicher seinen Teil dazu beigetragen. Doch man muss sich tatsächlich fragen, was sind das für Menschen, die den mächtigsten Staat der Erde lenken? Offensichtlich versuchen sich tatsächlich alle Politiker in Sachen Inkompetenz und Unfähigkeit gegenseitig zu übertrumpfen.

Alle "Lösungen" bisher waren "Rohrkrepierer". Egal ob in den USA oder in Europa. Jede "Entschärfung" hat eine Verschärfung der Situation gebracht ... also das Gegenteil, was es sollte. Deshalb kann man nicht annehmen, dass die Politik die Situation auch nur ansatzweise im Griff hat.

Nun sind wir in einer neuerlichen Krise, welche jene von 2008 bei weitem übertreffen wird. Erst kürzlich las ich in einer steirischen Tageszeitung, dass die Krise endgültig vorbei ist, die Banken wieder Milliarden verdienen und die Arbeitslosigkeit kein wirkliches Thema mehr ist. Und doch war das, was jetzt passiert, vorhersehbar!

Eine Leserin meines Blogs kündigte gestern ihr Newsletter-Abo; sie wolle keine negativen Nachrichten mehr bekommen ... natürlich nahm ich sie wie gewünscht aus dem Verteiler und konnte nicht anders, als ihr zu schreiben, dass die negativen Nachrichten in nächster Zeit wie ein Tsunami auf sie hereinbrechen würden. Ich habe mir ua. zur Aufgabe vor genau jenem zu warnen, in das wir alle jetzt hineinschlittern. Ich versuche für wirklich aussergewöhnliche Notzeiten zu sensibilisieren und die wahre Situation nicht zu unterschätzen oder zu ignorieren. Jeder, der durch meinen Blog und natürlich andere begonnen hat, vorzusorgen und dadurch möglicherweise zu überleben, wenn alles zusammenbricht - was unweigerlich kommen wird! Nur denn Zeitpunkt kann weder ich, noch jemand anderer, voraussagen.

Irgendwann, möglicherweise jetzt, bekommt das, was wir Krise nennen, eine progressive Eigendynamik und durch gewisse Ereignisse können gesamte Volkswirtschaften am Abend eines Tages völlig still stehen. Das heisst, binnen eines Tages ein gewaltiger Werteverlust der Währung, Schliessung der Banken, leere Supermärkte und Geschäfte, trockene Tankstellen und das Aufwachen im Ausnahmezustand ...

Was isst du und deine Familie morgen? Welches Wasser trinkst du morgen? Wie kannst du deine Wohnung beheizen und beleuchten?







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Geithners phänomenale AAA-Prognose – “No Risk of that” - Am 19. April hatte FOX News Timothy Geithner zur Schuldensituation der USA interviewt. Eingangsfrage des Moderators: Is there a risk that the United States could lose its AAA credit rating? Antwort Geithner (mit üblichem arrogantem Pokergesicht): “No Risk of that“. Und dann der Zusatz: “If you listen carefully now, you see the leadership of the United States of America”. (markusgaertner.com)

USA verliert Topbonität - Den Ausblick bewertete die Agentur mit negativ. Damit droht den USA in den nächsten zwölf bis 18 Monaten eine weitere Herabstufung. Die bei der Anhebung der Schuldengrenze zwischen Regierung und Kongress verabredeten Sparziele reichten nicht aus, teilte S&P zur Begründung mit. Die beiden anderen großen Ratingagenturen Moody's und Fitch hatten nach der Einigung zwischen Demokraten und Republikanern am Dienstag vorerst an der Spitzennote AAA festgehalten. (onvista.de)

USA verlieren AAA - Was bisher nur als Gerücht in den Märkten kursierte, scheint nun Wirklichkeit zu werden. Die USA erwarten eine Abstufung ihrer Bonität durch die Rating-Agentur S&P und treffen entsprechende Vorkehrungen für diese Maßnahme. In Zukunft verlieren die US-Schulden ihr AAA. Möglich ist eine gleich zweifache Herabstufung. (mmnews.de)

Wie S&P das Weiße Haus sprengte - Mitglieder der US-Administration von Barack Obama machen der Ratingagentur S&P schwere Vorwürfe für das Down-grading von AAA auf AA+. Was uns dabei nicht sonderlich verwundert ist, wie eine Administration, die das BIP-Wachstum der USA für das erste Quartal 2011 versehentlich mit 1,9% bezifferte, bevor sie gewahr wurde, dass der Zuwachs doch nur schlappe 0,4% betrug, wie diese Administration S&P jetzt glaubhaft einen 2.000 Mrd. Dollar schweren Rechenfehler vorwerfen will. (markusgaertner.com)

USA Downgrade – Erste Reaktionen und Berichte - Bloomberg TV feuert seit drei Stunden aus allen Rohren, CNN hat mit großer Verspätung reagiert und besorgt sich teilweise die Experten, die bei Bloomberg schon aufgetreten sind. Im US-Blätterwald ist das Rauschen einem Orkan gewichen, obwohl es bereits spät am Freuitag Abend ist. Bis hin zur Hindustan Times kommen die Rekationen. (markusgaertner.com)

LinkWoche des Grauens an den internationalen Börsen - Acht, teilweise schon zehn Tage in Folge geht es an vielen Börsen abwärts. Die Angst vor einer globalen Rezession wächst. (kurier.at)

Finanzsystem in Panik - Salami-Crash and den Weltbörsen – fast wie auf Knopfdruck! DAX verliert diese Woche über 1000 Punkte. Weltbörsen in Panik. Geht Italien Pleite? Globale Konjunktursorgen und Inflationsängste sorgen für Kursrutsch. EU-Krise spitzt sich zu. Gold als Krisenwährung mit Rekordhoch. Kommt QE3? (mmnews.de)

Fannie Mae braucht weitere Milliarden - Das Unternehmen Fannie Mae braucht weitere fünf Milliarden Dollar staatliche Hilfe. 2008 war Fannie Maie als Folge der Krise im Hypothekenmarkt verstaatlicht worden. (kleinezeitung.at)

The Big Picture: Scenes from the recession (boston.com)

Märkte treiben EZB zu Verzweiflungstat - Anleger sind in Panik - das zwingt auch die Europäische Zentralbank zum Handeln: Sie kauft wieder Staatsanleihen aus Krisenstaaten. Damit beruhigt die EZB die Märkte aber kein bisschen - im Gegenteil. (ftd.de)

5. August: »Schwarzer Freitag 2011« - Das weltweite Beben an den Finanzmärkten hält an: Jetzt realisieren die Marktteilnehmer, dass die Schuldenkrise nicht zu lösen ist. Panikverkäufe überall. Der Börsenwert der im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen schrumpfte um knapp 100 Milliarden (!) Euro. (kopp-verlag.de)

Euro-Rettung kostet Deutschland 3,5 Billionen - Um den Euro final zu “retten”, muss der ESFS nicht doppelt so groß, nicht dreimal so groß – sondern viermal so groß werden, wie die Akteure es behaupten, behauptet Grant Lewis, Kopf der Daiwa Economic Research. (der-klare-blick.com)

Mit kostenlosem Geld ist Marktmanipulation einfach ... Ein Konzept, über das Investoren lange Zeit nachgedacht haben, ist die Langfristrendite von Investmentkapital. Zur Berechnung scheinbar abstrakter Begriffe haben die Anleger sehr einfache Antworten. Mit Hilfe der Regel 72 können wir berechnen, wie lange unser eingesetztes Kapital bis zur Verdopplung braucht – und Barwert-Rechner sind heutzutage auf jedem Computer mit einem Tabellenkalkulationsprogramm vorhanden. (der-klare-blick.com)




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1 Kommentar:

Maldek hat gesagt…

Das Downgrade sollten wir nicht überbewerten.

Die Großbanken (Goldman/Sachs & Co) wollten dieses downgrade, damit ihre Handelsprovision höher wird. War mit Griechenland genauso.

Wer sich auf einen "Systemcrash" freut, wird wohl noch etwas Geduld brauchen. Es ist noch sehr viel "Schafsfell" von der US/EU Mittelklasse (durch Inflation) nach oben umzuverteilen.