Samstag, 13. August 2011

Das kurze Aufflackern eines Kriserls

Viele Medien schreiben nach dem Börsendesaster, dass sich alles beruhigt hat und quasi vorbei ist. Nun könnten wir uns wieder dem Aufschwung widmen. Auch die Krawalle und Ausschreitungen in London sind scheinbar Geschichte. Ist schon wieder alles in Ordnung? War das nur ein kurzes Aufflackern einer Krise, die nur ein Kriserl war?

Keineswegs! Sowohl die Börsen wie auch die Krawalle haben grösste Probleme aufgezeigt, sind aber mit grösstem Aufwand brutal niedergeschlagen worden. Gelöst sind sie nicht, nur "zugedeckt".

Der DAX hat in wenigen Wochen fast ein Drittel seines Wertes eingebüsst. Und die sozialen Probleme der britischen Hauptstadt können nicht mit Verhaftungen und ein paar Wochen Gefängnis beseitigt werden. Beides wird bald wieder fortgesetzt, der Börsengang in den Keller und die sozialen Probleme in fast allen Hauptstädten Europas.

Am Finanzsektor liegen, auch ausserhalb der Börsen die Nerven blank! Zuviele anstehende Probleme, die in astronomischen Grössenordnungen angesiedelt sind, warten darauf, zu explodieren. Der Aktienmarkt ist wohl das kleinste Problem dabei.

Im Finanzkrieg zwischen Europa und den USA kann auf Fairness kaum mehr gesetzt werden. Jeder für sich versucht derzeit seine Währung (US-Dollar vs. Euro) länger leben zu lassen. Und sich dadurch doch Überlebenschancen auszurechnen. Doch diese sind, sollte sich nicht grundlegendes ändern, äusserst gering.

In den USA wurde zwar die Schuldenobergrenze erhöht, doch sonst ist politischer Stillstand eingetreten. Da man zwischen Republikanern und Demokraten nicht einig wurde, wie und wo echte Sparmassnahmen oder Steuererhöhungen gemacht werden können, passiert vorerst nichts desgleichen. Und inzwischen explodiert wie erwartet das Budget und die Wirtschaftsleistung und Konsumumsätze fallen. Das bedeutet natürlich weniger Einnahmen für den Staat! Doch irgendwann muss man die Ausgaben in den Griff bekommen ...

In Europa erwartet man nach Zypern weitere Downgradings von amerikanischen Ratingagenturen. Frankreich steht diesbezüglich laut Gerüchten kurz davor. Was für Europa, vor allem für die Eurozone, eine echte Katastrophe werden kann. Klein-Sarko hüpft derzeit jedenfalls wie anno dazumal das Rumpelstilzchen und dementiert lautstark - fast zu lautstark. Man könnte meinen, es ist tatsächlich etwas dran an den Gerüchten. Jedenfalls sieht die Lage in Frankreich alles andere als stabil und ungefährlich aus. Bei Italien und Spanien verschärft sich die Lage auch kontiunierlich, ebenso bei Belgien, Zypern, Dänemark, ... ein Ende der Euro- bzw. Europakrise ist jedenfalls nicht in Sicht, auch keine Entschärfung.

Deutschland hat die Arschkarte gezogen, weil plötzlich alle verlangen, sie sollen die gesamte EU finanzieren. Sollte Merkel & Co nicht absolute Suizidgedanken für ihren Staat hegen, so müssen sie sich absondern - ebenfalls die anderen "Zahlerländer" wie Österreich, Niederlande, Finnland und Estland.

Doch dahinter verbergen sich grosse Gefahren. Sollte Deutschland mit wenigen Partnern abspringen, wäre der Rest der Eurozone inkl. Frankreich in kürzester Zeit zahlungsunfähig. Ein Dominoeffekt würde einsetzen und die Verbindlichkeiten zahlungsunfähiger Kanditaten sofort den Rest der Eurozone in den Ruin reissen. Vor allem dann, wenn Deutschland wieder eine eigene Währung einführen würde! Die Verbindlichkeiten wären dann kaum mehr einbringbar, denn die neue deutsche Währung würde sofort aufwerten müssen und damit auch im Interesse internationaler Investoren liegen. Der Kreditausfall für die deutschen Banken wäre gigantisch und sie müssten verstaatlicht werden. Deutschland könnte so zwar überleben, doch der Export würde einbrechen, weil kaum jemand eine neue, starke deutsche Währung bezahlen könnte. Diese Probleme sieht man derzeit am Schweizer Franken und der Schweizer Exportwirtschaft. Nur, die Schweiz ist nicht so exportabhängig wie Deutschland!

Alle Möglichkeiten die derzeit zur Rettung des Euros, inkl. der Aufspaltung in einen Nord- und einen Südeuro oder der Austritt Deutschlands aus der Eurozone (gemeinsam mit den oben angeführten anderen Staaten) und der Wiedereinführung einer eigenen Währung, sind jedenfalls brandgefährlich und ich zweifle auch sehr an den politischen Führungen die notwendige Kompetenz aufzubringen. In jedem Fall würde es ein extrem teures Desaster.

Vor allem auch, weil es wieder keine allumfassende Lösung wäre, sondern wieder nur ein Hinauszögern des totalen Zusammenbruchs. Das zumindest können unsere Politiker (... mit unserem Volksvermögen, das sie restlos vernichten!). Vor allem Deutschland müsste sich fragen, wer dann noch fähig wäre, sich deutsche Exporte zu leisten? ... wenn der Rest Europas und die USA pleite wären?

Man müsste sehr schnell, denn es ist im Grunde keine Zeit mehr vorhanden, das Finanz- und Währungssystem völlig umkrempeln. Nur durch die notwendigen Veränderungen können Lösungen gefunden werden. Zum Beispiel die immer höheren Zinsen in Bedrängnis geratener Staaten. Dadurch gibt es kaum ein Entrinnen. Ausserdem müsste man für alle Staaten einer Währungsunion gleiche oder annähernd gleiche Bedingungen und Verhältnisse schaffen. Ohne einer faschistisch angehauchten, macht- und kontrollgierigen EU-Regierung. ZB. ein einheitliches Steuersystem. Derzeit hat jeder Staat sein eigenes Steuersystem und versucht daher über Steuer- bzw. Abgabenerhöhungen sich zu sanieren. Jene, die davon empfindlich betroffen sind und sich´s leisten können wandern aus - eine Kapitalflucht setzt ein (wie derzeit in Griechenland).

Grundsätzlich ist das Vertrauen in die Bürger sowohl zu den nationalen Regierungen wie auch zur EU-Regierung sehr gestört. Kaum jemand, der diesen Stümpern noch zutraut, den verfahrenen Karren wieder flott zu kriegen. Und dieser Vertrauensverlust macht jede grundlegende Veränderung unmöglich. Ausserdem arbeiten Politiker, wie wir wissen viel zu langsam! Diese notwendige Zeit ist einfach nicht mehr vorhanden! Auch, weil es kaum denkbar ist, dass alle an einem Strick ziehen. Zu unterschiedlich sind die Vorstellungen, aber auch die Ausgangslagen.

Also werden wir bald das Krepieren des Euros erleben. ... und des US-Dollars ebenso. Die Amerikaner haben andere Probleme, die sind allerdings auch nicht geringer ...

Für mich unverständlich, dass man seit der Lehman-Pleite nicht versucht hat, wirklich und konsequent unser Finanz- und Währungssystem umzuarbeiten. Anregungen gibt es haufenweise, man braucht bloss die Wiener Schule der Ökonomie oder auch Silvio Gesell studieren, die haben die Risken damals schon definiert und Lösungen erarbeitet.

Das bedeutet allerdings auch (für mich), dass es sehr wahrscheinlich ist, dass eine elitäre Macht den Zusammenbruch und das darauffolgende Chaos bewusst anstrebt, um dann mehr Macht zu erhalten, weil sie konkrete Lösungen ohnehin schon ausgearbeitet hat. Diese dürften allerdings kaum jemand wirklich gefallen, wird in diesem Fall doch die Weltherrschaft und eine Weltwährung, möglicherweise sogar virtuell, angestrebt! ... samt absoluter Kontrolle und Überwachung!

Leider erweckt das "Drumherum" immer mehr den Eindruck, dass der Systemzusammenbruch gewollt wird und alle Kräfte auch darauf hinarbeiten. Oder, sind unsere Politiker, von den kleinen Bürgermeistern bis hin zu den Führern grosser und mächtiger Staaten tatsächlich so inkompetent und naiv?

Das muss man sich auch beim zweiten grossen Problem fragen: bei den Ausschreitungen. Diese waren nicht nur seit Jahren angekündigt (es wurden jede Menge Bücher und Skripten geschrieben und Webseiten befassen sich ausführlich mit diesem Thema!). Doch kein Politiker nahm dies offenbar ernst genug, um entgegenzusteuern.

Die Grundlagen für diese Krawalle und Ausschreitungen - und es werden bald sehr viel mehr! - liegen lange zurück, wurden aber entweder nicht erkannt oder bewusst ignoriert:

# Fast alle Staaten weisen eine extreme Jugendarbeitslosigkeit auf - teilweise bis zu 40% (!!!). Dafür wurden in Massen Ausländer importiert, um Arbeiten zu machen, für die der einheimische "zu schade war". Leider kann ein Land nicht existieren, wenn es 100% Akademikerquote aufweist ... ausser sie haben nebenbei einen Handwerksberuf erlernt.

# Die Verdienst-Schere zwischen Arbeitern und Mangern geht immer weiter auseinander. Wer arbeitet dann noch um das miese Gehalt eines Handwerkers oder Hilfsarbeiters - die allerdings dringenst gebraucht werden, sonst funktioniert unsere Infrastruktur nicht mehr.

# Völlig abgehobenes und manipuliertes Imagedenken. Du bist nur wer, wenn du einen Titel hast und Akademiker bist. Selbst in "niederen" Berufen ist die Matura schon die halbe Bewerbung ... Nicht das kleine, sparsame Auto ist in, sondern die Nobelmarken. Überschätzung und Realitätsbefremdung wohin man schaut. Und das beginnt bereits im Kindergarten mit "coolen Labels" und "protzigen Marken".

# Der fatale Trend zu einer vermischten Multikulti-Gesellschaft. Nicht nur, dass alte, traditionelle Ansichten und Werte verwaschen werden, sind offensichtlich auch die verschiedenen Kulturen und Entitäten nicht problemlos kompatibel. Es entstehen Ghettos und damit baut sich Widerstand auf. Nicht jede Kultur lässt sich einfach und ohne grössere Probleme integrieren. Brandgefährliche Staaten in den Staaten entstehen und fordern Anerkennung, eigene Gesetze und eigenes Recht. Was würden die Gesetzeshüter in den arabisch-moslemischen Staaten sagen, wenn du abends in einem öffentlichen Park mit deiner Geliebten oder deinem Geliebten eine Flasche Weintrinkst und in aller Verliebtheit zu schmusen beginnst. Bei uns alltäglich, dort strengstens verboten - auch wenn du schon 10 oder 15 Jahre im Land lebst. Man hat zuwenig für eine tatsächliche Integration getan und im Gutmenschenglauben alles zugelassen. Nun scheissen uns gewisse Gruppierungen, oft in der zweiten, dritten Generation bewusst auf den Kopf. Und wir? Wir lassen es zu, gehört dies doch zum Multi-Kulti-Wahn.

# Doch am heimischen Arbeitsmarkt sind diese ausserhalb der Gesellschaft befindlichen Migranten fast chancenlos. Es gibt fast ausschliesslich niedere Arbeiten zu vergeben (Ausnahmen bestätigen die Regel!). Dadurch baut sich ein gewaltiges Konfliktpotential auf.

Nun sind zuviele Migranten im Land und werden schneller mehr, als unsere eigene Bevölkerung wächst. (Im Grunde schrumpft unsere Bevölkerung, doch die der Migranten wächst!). Die Arbeitslosigkeit ist gefährlich hoch, die Gewaltbereitschaft ebenso. Man hätte bereits vor 15 oder 20 Jahren die aufkommenden Probleme erkennen und entgegensteuern müssen. Heute hat dieses Problem eine fatale Eigendynamik bekommen und kann mit "normalen" Mitteln kaum gelöst werden! Aufstände, Krawalle und Unruhen sind vorprogrammiert und werden kommen! In fast allen Metropolen Europas!

Deshalb wird sowohl der Niedergang des Euros wie auch die sozialen Unruhen weitergehen und in einem fulminanten Finale enden!







Johannes (schnittpuntk2012@gmail.com)



Medienschau:

Die entscheidende Frage lautet: Wer drückt den Reset-Knopf? Wir sehen gerade dem Wirtschaftsmodell „Wachstum durch niedrige Zinsen und hohe Schulden“ beim Scheitern zu. Das sieht nach teurem „Neustart“ aus. (diepresse.com)

Eurozone: Jetzt fallen die Dominosteine
- Die Schuldenkrise ist mit Frankreich im Zentrum der Eurozone angelangt. Beruhigungspillen von Präsident Sarkozy haben eine Halbwertzeit von nur noch wenigen Tagen. Die Politiker haben offensichtlich noch nicht realisiert, wie gefährlich die Dynamik der Krise geworden ist. (handelszeitung.ch)

Bonitäts-Indikatoren der Großbanken verschlechtern sich dramatisch
- „Lehman“ lässt grüßen: Die Versicherungsprämien für Bankenpleiten sind in dieser Woche so stark angestiegen, dass Erinnerungen an den Herbst 2008 wach werden. (goldreporter.de)

Frankreich wird zum Risiko
- Frankreich und Deutschland gelten als "Kerneuropa" maßgeblich als die Garanten der Stabilität der Euro-Zone und des Euro. Immer mehr Anleger an den Börsen wetten allerdings bereits, dass Paris von seinem AAA-Rating bald herabgestuft werden wird (FreieWelt berichtete). Mit den neuesten Zahlen des französischen Statistikamtes wächst diese Gefahr und Frankreich könnte vom Stabilitäts- zum Risikofaktor werden. Das französische Bruttoinlandsprodukt (BIP) erzielte im zweiten Quartal kein Wachstum mehr. (freiewelt.net)

Bankenhaie überqueren den Atlantik
- Schnell sind sie, flexibel, und nicht tot zu regulieren: Unsere lieben Leerverkäufer. In dieser Woche haben sie ihre spekulative Abriss-birne mit Wucht gegen europäische Banken geschwungen. Dann schritt bekanntlich am Donnerstag die europäische Marktaufsicht ein. Short-Verbot in vier Ländern. Vive la France, und down mit den Kurs-Haien. (markusgaertner.com)

Der inszenierte Crash - Der Kurssturz an den Börsen hat mit realer Wirtschaft nichts zu tun. Ratingagenturen und Spekulanten vollführen ein absurdes Theater. Die Politik darf nicht darauf hereinfallen. (stern.de)

Hyperinflation – Staatsbankrott – Krieg - Prof. Dr. Hans Bocker erklärt den zwangsläufigen Weg des Welt-Finanzweltsystems - nämlich nach unten ... (der-klare-blick.com)

Staatsverschuldung und soziale Unruhen
- In Europa gehen immer mehr Menschen auf die Straßen. Ihr Unmut entlädt sich auch in brutaler Gewalt. Doch im Gegensatz zu offiziellen Darstellungen sind die Unruhen durch die zunehmende Schuldenkrise begründet. (kopp-verlag.de)

Droht ein Gold-Crash? Steffens Daily: Der Goldcrash wird kommen. Stellen Sie sich dazu einfach vor, Gold fängt an zu fallen, zunächst schnell und martialisch, weil einige große Adressen aussteigen. Gerade die, die jetzt noch in Panik in Gold eingestiegen sind, müssen dann schnell aussteigen, damit die Verluste nicht zu groß werden. (mmnews.de)

Im Teufelskreis – Interview mit Michael Morris - Michael Morris ist der Autor des neuen Bestsellers Was Sie nicht wissen sollen!, in welchem er erklärt, dass eine kleine Gruppe von Privatbankiers im Geheimen unsere Welt regiert. Diese Bankiers steuern seiner Meinung nach nicht nur die FED oder die EZB, sondern auch überregionale Organisationen wie die UNO, die Weltbank, den IWF und die BIZ. Sie manipulieren demnach den Gold- und Silberpreis, haben die Immobilienblase und die Bankenkrise bewusst herbeigeführt und stürzen die Welt absichtlich in den Abgrund. (kopp-verlag.de)

Die sichtbaren und hörbaren Führer sind Puppen der „City of London“ und die „CoL“ gehört Rothschild’s - Die City of London ist das historische und wirtschaftliche Zentrum von Greater London. Sie wird oft einfach als „The City oder Square Mile“ (Quadratmeile, entsprechend ihrer Flächenausdehnung) bezeichnet. Obwohl die City während Jahrhunderten gleichbedeutend mit London war, wird der Stadtname nun für das gesamte überbaute Gebiet verwendet. (lupocattivoblog.wordpress.com)

US-Consumer Sentiment im August auf einem 31-Jahrestief - Der US-Consumer Sentiment Index, ermittelt von Thomson Reuters und der University of Michigan sank gemäß den heutigen, vorläufigen Daten für August 2011 auf 54,9 Punkte, nach 63,7 Punkten im Vormonat. Dies ist der mieseste Stand beim Verbrauchervertrauen seit Mai 1980! Die Daten waren noch wesentlich schlechter als bereits erwartet, denn die von Bloomberg im Vorfeld ermittelte Konsensschätzung, aus einer Umfrage unter 69 Ökonomen und Analysten sahen einen Fall des Verbrauchervertrauens auf 62 Punkte voraus. Selbst die niedrigste Schätzung eines Ökonomen betrug nur 59 Punkte. (querschuesse.de)

Am 13. August 1961 machte die DDR die Grenze dicht Deutschland
- Stein gewordener Kalter Krieg: Vor 50 Jahren begann die Errichtung der Berliner Mauer. In der 1989 wiedervereinigten Stadt gibt es heute vom "antifaschistischen Schutzwall" nur noch wenige Spuren. Ein Rückblick zum Jahrestag. (kleinezeitung.at)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




kostenloser Counter



Keine Kommentare: