Donnerstag, 7. Juli 2011

Portugal: "liquidacao total!"

Die EU ist in Aufruhr. Moodys hat die Bonität Portugals auf Junk gesetzt. Viele sprechen von einem Finanzkrieg zwischen Europa und Amerika. Doch es war zu erwarten.

Wenn ein Privater oder ein Unternehmer zu einer Bank geht und den Antrag auf einen Kredit stellt, so überprüft die Bank logischerweise dessen Bonität. Je höher diese ist, umso mehr Verhandlungsspielraum hat der Kreditwerber. Er kann auch zwischen den Instituten wählen. Bei guter Bonität möchte jede Bank das Kreditgeschäft machen, weil das Risko relativ klein ist. Sicher, es können immer wieder unvorhergesehene Ereignisse dazwischen kommen. Doch die Bank entscheidet auf Grund der vorliegenden, aktuellen Daten, Einkommen, Bilanzen, Gewinne und Belastungen.

Bonität (von lateinisch bonitas, „Vortrefflichkeit“) oder Kreditwürdigkeit ist in der Finanzwirtschaft die Eigenschaft einer natürlichen Person oder von Unternehmen oder Staaten, die aufgenommenen Schulden zurückzahlen zu können (wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit) und zurückzahlen zu wollen (Zahlungswilligkeit). Bei Emittenten von Wertpapieren wird unter Bonität die Fähigkeit verstanden, die Emission nebst Zinsen zu bedienen und zu tilgen. Daraus ableitbar ist die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer in der Lage und willens sein wird, die erforderlichen Rückzahlungen zu leisten. (de.wikipedia.org)

Kurz, wenn man am sogenannten finanziellen Limit ist, benötigt man entweder entsprechende Sicherheiten oder einen Bürgen mit entsprechender Bonität.

Ist das Unternehmen oder der Private bereits hoch verschuldet, so dass die Rückzahlung bzw. Tilgung des Kredits samt Zinsen nicht gewährleistet ist oder dieser in der Vergangenheit durch Zahlungsverzug bzw. Zahlungsschwierigkeiten aufgefallen ist, so wird der Kreditantrag in der Regel abgewiesen. Auf Deutsch, es gibt kein Geld, keinen Kredit ...

Um die Bonität von Unternehmen und Private zu überprüfen, bedienen sich Banken Dienstleistungsunternehmen wie Schufa, KSV, etc. um entsprechende Daten zu bekommen. Diese finanziellen Auskunftsdateien, sind nichts anderes, als für die Staaten die Ratingagenturen. Durch ihre Einstufung eines Staates wird die Bonität bewertet.

Dass die drei grossen der Branche (Standard Poor's, Moody's und Fitch) amerikanische Agenturen sind, macht die Sache brisant. Warum?

Zum einen ist die USA noch immer ein Staat der höchsten Bonitätsstufe, obwohl mittlerweilen offensichtlich ist, dass die USA den hinlänglichen Regeln der Bonität (siehe oben) nicht mehr ein "Sehr Gut" verdient, da bei diesem exorbitanten Schuldenstand eine problemlose Rückzahlung fraglich ist ... ebenso bei Griechenland und Portugal (beide Staaten sind auf Junk gesetzt).

Natürlich können sich die amerikanischen Ratingagenturen nur sehr schwer leisten, die USA abzustufen oder im schlechtesten Fall, ebenso auf Junk setzen. Obwohl derzeit US-Staatsanleihen Wertpapiere mit höchstem Risikofaktoren sind!

Staaten sind als Schuldner anders zu sehen als Unternehmen oder Private. Denn bei Staaten, wenn diese Bankrott gehen, sind viele, viele Menschen betroffen. Deshalb sind die Bewertungen der Ratingagenturen auch mit äusserster Vorsicht zu geniessen. Stell dir vor, mein lieber Freund, man stuft die USA als Junk ein. Die Zinsen der US-Staatsanleihen würden explodieren und eine endgültige Zahlungsunfähigkeit nur mehr Sache von Stunden oder Tage sein (siehe Artikel und Video von gestern: Der Tag an dem der Dollar starb ...).

Die Abwertung der Bonitätsstufe für einen Staat ist in der Regel der Beginn eines Teufelskreislaufs. Abgewertet wird, schlicht und einfach gesagt, weil die Agentur der Meinung ist, dass den aushaftenden und zukünfigen Krediten (Staatsanleihen) nicht mehr nachgekommen werden kann, das heisst, die Rückzahlung des Kapitals und der Zinsen ist nicht mehr sicher ...

In jedem Fall befindet sich vor einer Abwertung das Land bereits in Schwierigkeiten. Nach der Abwertung steigen die Zinsen enorm an. Neues Geld am Markt zu lukrieren ist fast unmöglich, die hohen Zinsen aus dem vorhandenen Budget abzudecken, ebenfalls. Der Weg in die Pleite ist vorgezeichnet. Auch wenn übertaatliche Rettungspakete die notwendigen Milliarden bringen. So wie man an Griechenland sieht, werden diese fast ausschliesslich als Rückzahlungen und Zinszahlungen verwendet. Im Fall Griechenlands ist das Rettungspaket nicht jenes Griechenlands, sondern der Banken und Versicherungen, die griechische Staatsanleihen kauften, weil die Zinsen so hoch waren ... und warum waren die so hoch? (siehe oben)

Ratingagenturen sind natürlich - auch wenn sie es dementieren - währungspolitische Instrumente. Im Moment muss mit allen Mitteln von der brisant-prekären Situation der USA abgelenkt werden. Deshalb schiessen sich die amerikanischen Ratingagenturen auf europäische Eurostaaten ein. In der Hoffnung, etwas Zeit zu gewinnen und den Druck auf den Dollar abzuschwächen.

Es ist ein politisch motivierter Währungskrieg geworden! Man kann erwarten, dass beide Währungen, der US-Dollar und der Euro, kollabieren. Offensichtlich geht es jetzt darum, sich Zeit und Vorteile zu verschaffen - auf Kosten der Bevölkerung der involvierten Staaten. Doch das sind, gelinde gesagt, nur Kollateralschäden ...

Und doch war die Abwertung Portugals nicht unerwartet gekommen! Das Land ist weitgehend pleite und kann sich aus eigener Kraft kaum mehr aus dem Schlamassel retten. Doch Griechenland und Portugal sind relativ klein. Was wird erst passieren, wenn andere Staaten, wie Italien und Spanien, wieder nicht unerwartet, viele, viele Milliarden benötigen. Die, das weiss man jetzt schon, auf normalem Wege nicht mehr finanzierbar sein werden ...

Und irgendwann, möglicherweise sehr bald, steht eine Abstufung der Bonität der USA an. Dass dies bisher nicht passiert ist, macht die Ratingagenturen, auch wenn sie amerikanische sind, nicht sehr glaubwürdig. Doch sie haben Einfluss und der globale Finanzmarkt richtet sich nach ihnen. Wenn sie einen Staat auf Junk setzen, ist dieser weitgehend verloren ... finanziell zumindest ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Erste Bank sieht Mega-Gold-Hausse wegen Geldpolitik - Mitten in die Konsolidierung des Goldpreises hinein meldet sich die Erste Bank mit schier unglaublichen Preiszielen für das Edelmetall zu Wort: Die Analysten halten langfristig einen Anstieg auf 2300 Dollar je Unze für möglich. Außerdem zitieren die Österreicher eine Untersuchung des Vermögensverwalters QB Asset Management: Demnach müsste Gold sogar bei rund 99.000 Dollar je Unze notieren, wenn die ausstehende Geldmenge der USA wegen der Schuldenpolitik auf ein Zehnfaches explodieren und wie früher im System von Bretton Woods mit dem gelben Metall besichert werden sollte. (t-online.de)

Was passiert, wenn nichts passiert? „Die Zukunft vorherzusagen, ist unmöglich, und alle derartigen Versuche wirken – wenn sie ins Detail gehen – schon wenige Jahre später lächerlich.“ Das ist der erste Satz in einem Buch, das sich ausschließlich mit der Zukunft beschäftigt; nicht irgendein Buch, sondern das Standardwerk der Futuristik: „Profile der Zukunft“, geschrieben von einem großen Denker, dessen prophetische Worte anzuzweifeln noch kein ernstzunehmender Wissenschaftlicher gewagt hat: Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008). Der hohen Politik ist das egal. (opium-des-volkes.blogspot.com)

Europäische Schuldenkrise im Fokus - Die Krise der hoch verschuldeten Industriestaaten Europas zieht auch am Mittwoch immer weitere Kreise. Während Europa weiterhin im Fokus steht, ist die amerikanische Zentralbank inzwischen zu einem der riskantesten Hedgefonds der Welt verkommen. (faz.net)

Euro-Retter verlieren die Nerven - Die EU reagiert empört auf die neue Herabstufung der portugiesischen Staatsanleihen: Brüssel überlegt, den Ratingagenturen die Bewertung der Krisenstaaten gesetzlich zu untersagen. Derweil zeichnet sich ab, dass sich die Lösung der Griechen-Krise weiter verzögert. (wissen.de)

Sommerfrische, die 74 Tage dauert - Das vom wählenden Volk ausgestellte Auftragsbuch mehr als voll, das Bangen um den Euro akut - das Parlament aber leer: Österreichs 183 Parlamentarier verabschieden sich für zehn Wochen in die Ferien - verdient oder doch nicht? (kleinezeitung.at)

Portugal säuft ab - Portugal muss aktuell auf 2-jährige Staatsanleihen 16,744 Prozent Zinsen zahlen. Die 5-jährigen notieren bei 16,02% und die 10-jährigen auch schon bei 13,06 Prozent. (der-klare-blick.com)

Portugal nach "Attacke" im Schock - Blankes Entsetzen in Portugal nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals auf Ramschniveau: Das Land werde so in den Bankrott getrieben, was wie "Terrorismus" sei. (kleinezeitung.at)

EU-Kommission greift Moody's wegen Portugal-Rating frontal an - Das harte Moody’s-Urteil gegen Portugal sorgt für große Empörung in der Politik. Die EU-Kommission reagierte in ungewöhnlich scharfer Form. Und auch die Märkte ließ der „Ramsch“-Status nicht unbeeindruckt. (handelsblatt.com)

Kommen nun Problem-Papiere aus Dänemark? Dänemark macht nicht nur mit der Wiedereinführung von Grenzkontrollen auf sich aufmerksam, sondern mit einer ausgemachten Immobilienpreisblase und einer Bankenkrise. Die Institute haben zu viele riskante Hypotheken in den Büchern. (faz.net)

Analysten befürchten Bankenpleiten in China - Kredite an die chinesischen Regionalregierungen sind eine heikle Angelegenheit, weil die Wahrscheinlichkeit ihres Ausfalls sehr hoch ist. Der Ratingagentur Moody's zufolge unterschätzt das Land die Risiken gewaltig. (ftd.de)

USA steuern auf den Staatsbankrott zu - Ein Finanzgipfel soll am Donnerstag das US-Budget retten. Doch die Parteien beschränken sich auf politisches Taktieren. (kurier.at)

Die Weltwirtschaft wird künftig mit neuen Schocks konfrontiert – So ein Bericht der OECD und der TOP Trends 2011 des Zukunftsforschers Gerald Celente. In einer aktualisierten und erweiterten Version der „Vier Reiter der Apokalypse“, hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fünf "globale Schocks", identifiziert, die die Weltwirtschaft in den kommenden 5 Jahren mit steigender Frequenz zu destabilisieren drohen. Dies berichtet die renomierte Tageszeitung The Independent in einem Artikel.
Anstatt der traditionellen Gefahren wie Kriege und Hungersnöte, identifizierte die OECD Viruspandemien, Cyber-Angriffe, Finanzkrisen, sozio-ökonomische Unruhen und geomagnetische Stürme als die fünf "globalen Katastrophen", die auf uns zukommen. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Alex Jones Warnung zu weltweiten Internetsperren – Deutsch!!! - Auch wenn A. Jones z. T. undurchsichtiger Zugehörigkeit zugeschrieben wird, ist es doch interessant zu sehen, daß solche Warnungen an die Blogger, User Nutzer weitergegeben werden ... (derhonigmannsagt.wordpress.com)

Zuckerersatz Stevia soll EU-weit zugelassen werden - Eine Revolution im Bereich der Lebensmittelindustrie steht uns bevor: Die Natursüße Stevia ist etwa 300 Mal süßer als herkömmlicher Zucker. (kleinezeitung.at)

Lebensmittelindustrie freut sich über Ampel-Aus - Die Nahrungsmittelindustrie befürwortet die Einführung von objektiven Produktinformationen, fürchtet aber Wildwuchs bei Gütesiegeln. Die österreichische Landwirtschaftskammer hätte sich insgesamt "mehr erwartet" ... (kleinezeitung.at)

Isländischer Vulkan "Hekla" bereit zum Ausbruch - In Island steht möglicherweise ein erneuter Vulkanausbruch bevor. In den vergangenen Tagen seien unter dem Krater von "Hekla" Bewegungen von Magma gemessen worden. Der Vulkan sei bereit zum Ausbruch, sagte der Geologe Pall Einarsson von der Universität Island am Mittwoch. Dies bedeute allerdings nicht, dass er das sofort tun werde. (kleinezeitung.at)

Tsunami-Warnung nach schwerem Erdbeben im Südpazifik (t-online.de)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




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Kommentare:

3DVision hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
JoHy hat gesagt…

@3D-Vision:

Ich akzeptiere keine wie immer gearteten Beschimpfungen, keinen Rassismus und keine Verunglimpfungen! Such dir ein anderes Medium, in dem du deinen kranken Geistesergüsse freien Lauf lassen kannst! Ich wünsche keinerlei Kommentare von dir mehr, verstanden?

Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)