Dienstag, 12. Juli 2011

Italien, ein weiterer Dominostein fällt ...

Gestern offenbarte sich wieder eindrücklich die Brisanz der Situation unseres Finanzsystems. Das nächste europäische Land, jenes des schönen Berlusconi, nämlich Italien, ist pleite.

Die wirklich grosse Gefahr geht alledings von der Politik aus - offensichtlich. Man wartet zu lange ab, beschwichtigt und beschönt die Lage. Dann, scheinbar für Politiker aus heiterem Himmel, reagieren die Märkte. Dort geht es um sehr, sehr viel Geld und darum müssen Investoren, Hedgefondmanager, Banker, etc. blitzschnell reagieren. Gestern morgen explodierten die Risikoaufschläge für italienische Anleihen auf ein Rekordhoch, ebenso die so genannten Kreditausfallversicherungen, mit denen Investoren sich gegen Verluste bei italienischen Staatsanleihen absichern.

Das ist keine Entwicklung von Tagen oder Wochen, sondern von Stunden, oft sogar Minuten. Der "alte" Rettungsschirm über 750 Milliarden Euro ist zu klein geworden (!!!). Nun tagten glücklicherweise gestern "zufällig" die Finanzminister der EU, die sofort einen neuen Rettungsschirm 2.0 in der Grössenordnung von 1,5 Billionen Euro verabschiedeten ...

Wäre dies innerhalb kürzester Zeit nicht möglich gewesen - ich zitiere einen österreichischen Bankmanager - "so, hätten wir Ende der Woche keinen Euro mehr gehabt!"

Es war also wieder einmal ziemlich brenzlig geworden! Das besonders Fatale daran ist, es ist trotz Rettungsschirm und Milliardenzahlungen noch kein bisheries Europleiteland (Griechenland, Irland und Portugal) aus der Gefahrenzone herausgekommen. Im Gegenteil, die benötigten Finanzhilfen werden wöchentlich höher - trotz angeblicher Einsparungsmassnahmen und rigorosen Sparprogrammen. Vor allem auch, weil die Vorgaben der EU und des IWF die Wirtschaft komplett einbrechen lassen ... und damit auch die Steuereinnahmen. Aber wir wissen ja, dass diese Rettungsaktionen ohnehin nur für die involvierten Kreditgeber (Käufer von Staatsanleihen), Banken und Versicherungen, initiiert wurde.

Nun scheint, spät aber doch, zumindest für Griechenland, die sich offensichtlich in einer ausweglosen Situation befinden, da die Zinszahlungen nicht mehr finanzierbar sind, eine Umschuldung in Betracht gezogen werden. Umschuldung heisst, es müsste, wie bei einem Insolvenzausgleichsverfahren, das Schuldenkapital reduziert werden und auch die Zinsbelastung ... Ein Schritt, den viele europäische Finanzminister bisher kategorisch ablehnten - auch unsere fesche Neofinanzministerin, die "Schottermitzi" Fekter.

Deutschland ist der wichtiste und grösste Zahler. Statt etwas angebrachte Demut und Dankbarkeit, dass Griechenland noch immer irgendwie funktioniert, findet dort, vermutlich durch Medien und Regierung angezündet, eine regelrechte Dämonisierung der Deutschen statt. Deutsche Fahnen werden verbrannt, auf Deutschland wird geschimpft, Deutschland wird verteufelt, Deutschland wird als der Schuldige des griechischen Dramas hingestellt.... normalerweise kennen wir das aus fundamentalistischen, arabischen Kreisen gegen den "Teufel USA". Wenn die Deutschen diese Dämonisierung realisieren und deswegen nicht mehr nach Griechenland auf Urlaub fahren (fliegen), bricht ohnehin alles auf der Halbinsel zusammen ...

Nun gut, weil die Griechen einige Milliarden für ihre Zinszahlungen überwiesen bekamen - bei der Bevölkerung und der desolaten Infrastruktur kommt ohnehin nichts an - haben wir ein bis zwei Monate Ruhe vor ihnen. Dann benötigen sie wieder viel, viel Geld ...

Mittlerweile ist der Finanzbedarf in nicht mehr finanzierbare Höhen geklettert. Nur zu sagen und zu beschwichtigen, EU-Milliarden, die offensichtlich ohnehin nicht vorhanden sind, würden die Probleme lösen, ist eine infame Lüge!

Solange unser gesamtes System, vor allem das Finanzsystem, nicht grundlegend verändert wird, so dass die Märkte, Investoren, Zoker und Ratingagenturen ihren mächtigen Einfluss verlieren, muss vom Schlimmsten ausgegangen werden! Denn dieses System ist ein wahrer Teufelskreis. Wenn ein Staat Probleme bekommt, steigen die Zinsen, damit die Kosten, ins Unermessliche und anstatt konstruktive Lösungen einzuleiten, wird die gesamte Chuzpe unfinanzierbar.

Und, das ist wahrscheinlich der lethale Dolchstoss, die Märkte reagieren in einer unfassbaren Geschwindigkeit. Schneller, wesentlich schneller als die Politik! Deshalb war es gestern ein "glücklicher Zufall", dass die Herren und Frauen Finanzminister zusammengesessen sind ...

Die gesamte Situation ist derzeit enorm labil und es genügt der sprichwörtliche Hauch, der das Kartenhaus zusammenbrechen lässt.

Es sind nicht nur die bekannt berüchtigten PIIGS-Staaten gefährdet, es bewegen sich derzeit fast alle Eurostaaten am Limit, manche darüber hinaus.

Zu den 3 Todeskanditaten Griechenland, Irland und Portugal gesellte sich gestern eben ein weiterer, Italien, dazu. Von Spanien wissen wir, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ebenfalls hoher Finanzbedarf angemeldet wird. Da nun Italien als Bankrott geoutet wurde, hat Spanien nicht mehr viel Zeit, dem zu folgen.

Wenn man Griechenland als relativ klein und unbedeutend sieht, die Produktivität erreicht gerade mal 1% in der EU und realisiert, welche Folgen diese Pleite bisher ausgelöst hat, so kann man kaum erahnen, was grosse Volkswirtschaften wie Spanien und Italien auslösen werden ...

Liebe Freunde, die Tage unserer noch jungen Währung sind gezählt! Lange kann es nicht mehr dauern und der Euro wird kollabieren. Die EU wird zu einer Transferunion und alles verfügbare Vermögen wird vernichtet! Allen voran jenes der Deutschen!

Und trotzdem liegen ein Grossteil des Vermögens der Bevölkerung noch immer auf Sparbüchern und Bankkonten. Es werden noch immer neue Kapitalversicherungen (sprich Lebensversicherungen) abgeschlossen. Noch immer ist der Grossteil der Bevölkeung NICHT darauf vorbereitet! Deswegen wird es ein Gemetzel! Wacht endlich auf, Freunde! Der finale Crash ist ja nicht mehr zu übersehen!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Rochade Juncker, Hütchentrick Trichet, Schachmatt Steuerzahler - Nach dem Fiasko-Treffen der EU-Finanzminister zeichnet sich eine “Lösung” ab, die sich den Ahnungslosen in Europa gut verkaufen lässt. Mehrere Zeitungen berichten in der späten Nacht auf Dienstag online noch darüber, während die meisten in Europa schlafen und von der nächsten Tagesschau träumen, oder einen Flaschengeist auftauchen sehen, der den Euro zurück in die Jungfräulichkeit zaubert: Schuldenfrei, unbeschwert, griechenlos. (markusgaertner.com)

Er nähert sich mit großen Schritten – der EURO-Crash! Krise um Italien spitzt sich zu. PIIGS-Schuldenkrise könnte Geldsystem kollabieren lassen. Kommt die totale Transferunion? Droht ein Finanzputsch aus Brüssel noch in dieser Woche? Italien-CDS mit dramatischen Anstieg. – EU- will Rating-Agenturen zerschlagen: „Es darf nicht sein, dass ein Kartell dreier US-Unternehmen über das Schicksal ganzer Volkswirtschaften und ihrer Bürger entscheidet.“ (derhonigmannsagt.wordpress.com)

Euro-Rettung endet auf jeden Fall im Horrorszenario - Weder die Aufstockung des Rettungsfonds noch eine Verkleinerung der Euro-Zone bedeuten eine glimpfliche Lösung für die EU. Aber die Zeit drängt. (welt.de)

EU-Finanzminister schnüren Anti-Ansteckungspaket - Das Eindämmen der Schuldenkrise war das Hauptziel der Verhandlungen der EU-Finanzminister am Montag. Auch wenn Italien nicht dezitiert Thema war, beschlossen die Politiker doch ein "Anti-Ansteckungspaket", um Spanien und Italien zu schützen. (kleinezeitung.at)

«Europas Sparer würden faktisch enteignet» - Die NZZ schreibt im Klartext, was Regierungen und Politiker vernebeln: Den Schuldenberg zu erhöhen, führt «direkt in den Abgrund». (infosperber.ch)

Vier Szenarien für die Zukunft des Euro - Die Zitterpartie um den Euro nimmt kein Ende. Das jetzige Chaos ist nicht alternativlos. "Welt Online" stellt denkbare Optionen vor. (welt.de)

Wie Banken Europa ausrauben - Hier kommt einer der neueren Keiser-Reports, etwas altbacken und simpel in der Präsentation, aber so gepfeffert, dass um 23 Uhr noch das Müsli vom letzten Frühstück hochkommt ... (markusgaertner.com)

Bald reihenweise Staatsbankrotte? Wer glaubt, Griechenlands Staatsbankrott ist noch abzuwenden, der irrt. Das Geld, das Griechenland erhalten hat, um eine Staatspleite zu verhindern, ist bereits verloren ... (der-klare-blick.com)

Euro-Schulden-Krise: Frankreich bald pleite? Euro-Schuldenkrise bedroht nicht nur PIIGS sondern auch Frankreich. Das zeigt der neue Handelsblatt-CEP-Default-Index. Er bezieht nicht nur die Solidität der Staatsfinanzen, sondern auch die Finanzlage der Privatwirtschaft ein und bildet so die Kreditwürdigkeit der gesamten Volkswirtschaft ab. Frankreich drohe "mittelfristig der Verlust der Kreditfähigkeit". (mmnews.de)

Italien: Nun ist anschnallen angesagt - Die Märkte sind beunruhigt, so die einhellige Meinung der selbst ernannten “Experten”. Was nun auch in den Hinterzimmern der Manager und Politiker ankommt, ist bei Menschen mit Verstand schon vor Jahren klar gewesen. Die Dynamik jedoch nimmt tatsächlich zu und man sollte diese Entwicklung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Mit Italien kommt nun eins der Schwergewichte in den Ring und mit einem Bail-Out ist es hier nicht getan, soviel ist sicher. (infokriegernews.de)

Ausverkauf an der Mailänder Börse - Die Sorge um das hoch verschuldete Italien schickt die Aktienkurse der Banken auf Talfahrt. Die Titel von Unicredit werden erneut vom Handel ausgesetzt. Der Euro fällt zeitweise unter 1,39 Dollar. (ftd.de)

Weitermachen wie bisher ist nicht möglich“: Commerzbank fordert Umschuldung Griechenlands - Bringen nun die Banker Vernunft in das kopflose Krisenmanagement der EU? Commerzbank-Chef Martin Blessing spricht sich für eine Umschuldung Griechenlands aus. Dieser Weg werde „steinig, aber gangbar“. (simablog.eu)

Obama: Griechenland ist an der Arbeitslosigkeit schuld - Präsident Obama hat bei seiner Ansprache wegen der schlechten US-Konjunktur praktisch allem die Schuld geben, nur nicht seiner katastrophalen Wirtschaftspolitik, nachdem die neuesten Zahlen über die Arbeitslosigkeit veröffentlicht wurden. Die Anzahl neu geschaffenen Stellen ist die niedrigste seit einem Jahr. Obama ging sogar her und sagte, der Anstieg der Arbeitslosigkeit ... (alles-schallundrauch.blogspot.com)

US-Budgetstreit steuert auf dramatische Endphase zu - Obama auf Verhandlungsmarathon eingestellt - Ergebnis soll am 22. Juli stehen - Jüngste Gesprächsrunde ergebnislos. (derstandard.at)

Staatsschulden galoppieren davon - Bis 2014 steigt die Verschuldung des Landes auf 250 Milliarden Euro. Experten warnen vor Steuersenkungen. (kurier.at)

Gib nur Geld aus, das du schon hast - Bereits unsere Großeltern haben es uns immer wieder gesagt: „Kind, gib nur Geld aus, das du schon hast“. Die Oma ist nun alt geworden und ihre weisen Worte sind in Vergessenheit geraten. Die Probleme, die die Welt jetzt hat, sind nämlich aus genau diesem Grund entstanden. Jeder hat Geld ausgegeben, aber keines besessen, es war ... (start-trading.de)

Globaler Weg oder globaler Irrtum? Unsere wirkliche Welt, eine bodenständige Gesellschaft und Kultur, die wahre Flora, Fauna und Natur sowie die Biologie des Menschen passen manchen Zeitgenossen überhaupt nicht in ihren Plan und diese meinen daher, überall herumpfuschen und die Menschheit entsprechend maßregeln zu dürfen.
Leider haben diese Eliten im Großen und Ganzen ein leichtes Spiel, weil es gerade bei uns im Westen den Menschen insgesamt so gut geht, dass sie im Wohlstand und Konsum versinken und das gesteuerte Geschehen gar nicht mehr wahrnehmen. (wahrheiten.org)

Global 2000 warnt vor "Zeitbombe" in Fukushima - Die Schreckensmeldungen aus dem Schrott-AKW Fukushima reißen nicht ab. Global 2000 warnt davor, dass das hoch radioaktive Wasser im Keller der Reaktoren nun auszulaufen droht. Es soll auch Probleme mit der Wasseraufbereitung geben. (kleinezeitung.at)

Ägyptische Gasleitung nach Israel gesprengt - Vermummte Angreifer haben am frühen Dienstagmorgen ein Terminal der ägyptischen Erdgasleitung nach Israel und Jordanien angegriffen und gesprengt. Ein Großbrand war die Folge. (kleinezeitung.at)

Solar Flare, vom 11 Juli (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)




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1 Kommentar:

Freiwirtschaftler hat gesagt…

Das Vertrauen der Anleger

Nichts, was normalerweise nichts kostet, ist in "dieser Welt" so teuer wie der Geldkreislauf, denn wir leben nicht in der Normalität, sondern in einer kollektiven Wahnvorstellung – die sich auflösen wird, sobald das "Vertrauen der Anleger" verloren geht:

"God said 'Cancel Program GENESIS'. The universe ceased to exist."

Diese "letzten 10 Worte" übergab mir Arthur C. Clarke kurz nach seinem 85. Geburtstag im Dezember 2002 mit der beiläufigen Bemerkung: "First you must cancel this useless program, my son. I’m too old for that." Den Rest der Dreiviertelstunde amüsierten wir uns über die Dummheiten Politik und Religion, bis Arthur die Unterhaltung beenden musste, weil das Lachen ihm aufgrund seiner schweren Krankheit zu starke Schmerzen verursachte.

Was es mit den beiden Lachnummern auf sich hat, ist erst zu erkennen, wenn man sich mit Volkswirtschaft beschäftigt, ein weiteres Gebiet, das einen vernünftigen Menschen nicht interessiert – es sei denn, man stößt durch den berühmten Zufall auf ein Werk, das alle vernünftigen Menschen interessieren sollte: "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld", Silvio Gesell, 1916. Politik ist danach einfach. Die treffendste Definition formulierte der Freiwirtschaftler Otto Valentin in einem Artikel mit dem Titel "Warum alle bisherige Politik versagen musste" 1949: "Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits." Mit anderen Worten: In der Natürlichen Wirtschaftsordnung wird Politik obsolet.

Die Religion ist komplizierter, denn wir existieren innerhalb des Programms Genesis. Wer es von außen betrachten will, muss einen Erkenntnisprozess durchlaufen, der einen buchstäblich über den Rand der Welt fallen lässt, wie bildlich dargestellt in "2001: Odyssee im Weltraum" (Stanley Kubrick / Arthur C. Clarke, 1968) als "Flug durch das Sternentor" des Astronauten David Bowman: die "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion". Ist man in der Welt der Lebenden angekommen, ist zunächst festzustellen, dass diese mit nur einer Person äußert dünn besiedelt ist, während die wandelnden Leichen in der äußeren Umgebung sich kaum aus dem Programm Genesis lösen lassen. Nur ganz wenigen Patienten gelingt die Auferstehung frühzeitig, der "Rest" muss eben warten, bis das "Vertrauen der Anleger" verloren geht.

Der "liebe Gott" der Toten ist von außen betrachtet der künstliche Archetyp Jahwe = Investor, der aus naiven Sparern "große Investoren" macht, die den Geldkreislauf verteuern, bis das Programm Genesis auf globaler Ebene zu teuer wird. Und wenn aufgrund der atomaren Bedrohung ein 3. Weltkrieg keinen Sinn mehr macht, was sogar geistig Tote begreifen, muss der "liebe Gott" kapitulieren und das Programm endlich löschen: http://www.deweles.de