Montag, 6. Juni 2011

Undefinierbare Grauzonen

Eine dieser herrlichen kubanischen Cohibas hatte ich noch. Und ein grosser Vinothekar bot vorige Woche meinen Lieblingsbordeaux im Dreierpack billiger an. Zudem war langes, teilweise sonniges Wochenende angesagt. Fast alle Bewohner unseres Hauses waren fortgefahren, also genoss ich bei Zigarre und Rotwein die herrliche Ruhe in unserem Garten ...

Vor fünf Jahren baute ich ein kleines Biotop. Damals setzte ich auch ein Seerosenpflänzchen ein, das heuer zum ersten Mal blüht. Zwischen Lavendel, Weinstock, Hibiskus und Olivenbäumchen baumelt meine Seele besonders leicht. Es waren Momente des Friedens und der Ruhe, nur Vögel zwitscherten und manchmal liess ein Windstoss die Bäume rauschen ... ein mein kleines Paradies inmitten einer grossen Stadt.

Kaum zu glauben, dass möglicherweise in ein paar Wochen oder Monate wahrscheinlich vieles anders sein wird. Aufmerksamen Beobachtern ist nicht entgangen, dass sich die Lage (wieder einmal) extrem zuspitzt. Offensichtlich spielt Griechenland dabei eine führende Rolle. Das Land muss gerettet werden, sonst droht ein Dominoeffekt. Doch, wie Freitag geschrieben, ist das nicht zu einfach. Denn die Griechen sind aufmüpfig und gehen auf die Strasse. Die Medien melden am Wochenende 30.000 Demonstranten, Insiderberichte gehen von Hunderttausenden (!!!) aus. Und nicht nur Papandreou steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe.

Derweilen zerbrechen sich diverse Blogger den Kopf darüber, wie real die Warnung vor einem getürkten Terroranschlag am 26. Juni in Deutschland ist? Ob wirklich etwas dran ist, wird dieser Tag selbst zeigen. Ich halte die Zahlensymbolik (Zahlenspielerei) für etwas an den Haaaren herbei gezogen und nicht authentisch. Wäre ich allerdings ein Berliner, ich würde an diesem Tag wie zufällig mit meiner Familie ausserhalb Berlins weilen. Denn was wäre wirklich, wenn etwas dran wäre. Man muss sich nicht blind jeder Gefahr aussetzen. Der Grat zwischen tatsächlicher Warnung und Panikmache ist sehr dünn. Verlässliche Quellen gibt es nicht. Also verbleibt alles ein wenig in einer irrealen, undefinierbaren Grauzone. Die Wahrscheinlichkeit ist relativ gering, doch das will nichts heissen. Auch die Chance auf einen Lottosechser ist relativ gering und doch gewinnt immer wieder jemand ...

Iregendwie ist es ein Merkmal unserer Zeit, dass zum einen durch die Lügen der Vergangenheit kaum mehr der Obrigkeit glaubt und zum anderen sehr laut gedacht wird, so dass wir uns immer wieder inmitten von Verschwörungstheorien befinden. Auch beim EHEC-Bakterium sind die Ansichten und Publikationen sehr, sehr breit gefächert. Es wurde gemunkelt, dass spanische Gurken der Auslöser waren, dann waren es angeblich Fäkalien-Dschihad radikaler Moslems, später kam die These hinzu, dass es ein Bakterium aus einem geheimen Labor der Bundeswehr war ... doch offiziell sucht man im Dunkeln und es kann sogar sein, dass der Auslöser nie gefunden wird. Was ist tatsächlich wahr, was nicht?

Wir sitzen fast täglich einer gefährlichen Verschwörungs- & Desinformationspolitik auf, deren Sinn nicht erkennbar ist. Werden Puzzleteilchen von Offiziellen gezielt ausgestreut, damit die Konspirativen ihre eigenen Konstrukte basteln können? Kaum jemand kann abschätzen, was wirklich die Wahrheit ist ... vermutlich liegt diese irgendwo dazwischen.

Man führt uns bei der Griechenlandsache auch bewusst in diese Grauzone. Es gibt massenhaft ernstgemeinte Lösungsvorschläge, auch von Ökonomen. Wie und ob diese politisch realisierbar sind, ist wieder ein anderes Thema. Wir wissen, zwischen Theorie und Praxis klafft manchmal ein unüberwindbarer Spalt.

Und stell dir vor, die angebliche False Flag Operation am 26. Juni in Berlin wird tatsächlich geheim geplant. Muss aber, in Folge der kursierenden konspirativen Blogs abgebrochen werden. Dann kann man natürlich sagen: "Wir haben diese Warnung ohnehin nicht ernstgenommen!" Denn wenn im Vorfeld darüber berichtet wird und die Schuldigen schon genannt werden, wäre es sehr schwer, eine falsche Spur zu legen - so wie bei 9/11.

Vor allem sind genau datierte prognostizierte Katastrophen, Anschläge und Weltuntergänge fast immer ausgeblieben! Das beruhigt und deshalb tippe ich auf "Es wird nix passieren!". Doch, wie gesagt, wäre ich Berliner, würde ich zufällig einen kleinen Ausflug unternehmen ...






Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



"EU ist fast wie Jugoslawien vor dem Ende" - Für den slowenischen Ökonomen Joze Mencinger ist die EU krank - so, wie es Jugoslawien knapp vor seinem Zerfall war. (kleinezeitung.at)

Deutschlands wirtschaftlicher Selbstmord - Der American Thinker hat gegrübelt – und herausgefunden, dass Angela Merkel sehr viel Ähnlichkeit mit Barack Obama hat. Beide, so der Thinker, würden alles tun, um wiedergewählt zu werden. Bei Barack seien es schöne Reden, bei Frau Merkel haarsträubende Wendehals-Manöver wie in der Energie-Politik. Noch vor wenigen Monaten sei man in Berlin zu dem Ergebnis gekommen, dass es Sinn machen würde, die Kernkraftwerke des Landes ein paar Jahre länger laufen zu lassen, jetzt würden sie alle in Windeseile abgestellt. (markusgaertner.com)

Griechenland kostet noch mal 100 Milliarden - Neues Griechenland-Programm kostet über hundert Milliarden Euro. Ursache für den Kostenschub sind die griechischen Staatsanleihen, für die 2014 eine Anschlussfinanzierung erforderlich wird. (mmnews.de)

Griechen-Drama – Deutsche Banken in der ersten Reihe - Ach nein, schlechte Analogie: Sie sitzen natürlich auf dem Regisseur-Stuhl. Denn laut den neuesten Zahlen im Juni-Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) halten deutsche Institute (22,7 Mrd. USD) vor den französischen (15 Mrd.) die meisten Forderungen aus öffentlichen Anleihen gegenüber Griechenland. Die genauen Zahlen hat heute MoneyNews.com zusammen getragen. Ich verweise darauf, weil ich heute keine Zeit hatte, das 80 Seiten dicke Werk der BIZ in Ruhe anzuschauen. (markusgaertner.com)

Christchurch erneut von Erdbeben erschüttert - Stärke nach ersten Angaben bei 5,5 - Medien: Nur kleinere Schäden. (derstandard.at)

Vulkan Puyehue in Chile ausgebrochen - Ein Vulkanausbruch hält Chile in Atem. Der Puyehue spuckt Asche und Rauch bis zu zehn Kilometer hoch in die Luft. 3.500 Menschen aus der näheren Umgebung des Vulkans mussten evakuiert werden. Zuletzt ist er 1960 ausgebrochen. (kleinezeitung.at)

Entdeckung auf Google-Mars: Gewaltige Station auf dem Roten Planeten? Auf den Aufnahmen des interaktiven Online-Atlas "Google Mars" hat ein Hobby-Astronom eine Struktur entdeckt, die er für eine künstliche Station hält und schon kurz nach der Veröffentlichung der Bilder im Internet hat sich eine hitzige Diskussion rund um die vermeintliche Marsstation entwickelt. (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com)

Quantenphysik und Biologie - Wie Gedanken unser Leben bestimmen
Materie und Geist. Physik und Metaphysik. Während antike Philosophien und fernöstliche Traditionen diesen Dualismus nicht kennen, ziehen die Naturwissenschaften eine scharfe Grenze zwischen den Dingen und dem, was hinter den Dingen liegt. Doch diese Grenze scheint langsam zu verschwimmen. (z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)





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