Donnerstag, 23. Juni 2011

Die Schlüsselrolle Griechenlands

Griechenland zeigt auf, wie abhängig, verwoben und vernetzt unsere Welt geworden ist. Ein relativ kleines Land mit nur mässiger Wirtschaftsleistung brint den globalen Finanzmoloch ins Wanken. Wie ist das möglich?

Normalerweise müsste man glauben, diese "paar Prozenterln" der EU könne man leicht mit Sonderzahlungen und Extragelder retten oder einfach mitschwimmen lassen ...

Doch es war die Gier nach noch mehr Profit, die nach 2008 - also nach der ersten Welle der Finanzkrise - dieses unglaubliche Desaster auslöste. Es war nach 2008 bald abzusehen, dass Griechenland in eine Pleite steuert. Die Zinsen für griechische Staatsanleihen begannen zu steigen.

Man muss wissen, dass Zinsen für Staatsanleihen aus den sogenannten Zahlungsausfallsversicherungen errechnet werden. Ist das Risiko für einen möglichen Zahlungsausfall höher, steigen die Kosten für die Versicherung, damit auch die Zinsen. Die Versicherer wiederum, bringen diese Papiere, also die Zahlungsausfallsversicheungen, als risikoreiche, aber höchstprofitable CDS wiederum auf den Markt. So lassen sich mit einer Anleihe, gleich mehrere Geschäfte abschliessen.

Was passiert nun, wenn Griechenland seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und seine Zahlungen einstellt bzw. eine Entschuldung durch eine jetzt nicht näher definierte Quote anbietet? Die Besitzer der Staatsanleihen, die plötzlich nur mehr einen Bruchteil ihres ursprünglichen Wertes aufweisen, wenden sich, da sie ja eine Versicherung abgeschlossen haben, an den Zahlungsausfallsversicherer. Der grösste dieser Art ist die amerikanische AIG, die bekanntlich bereits 2008 mit vielen Milliarden gerettet werden musste.

Wenn Griechenland die Pleite eingesteht und klar macht, Staatsanleihen mit bis zu 28% (!!!) Zinsen nicht mehr refinanzieren zu können, beginnt ein gewaltiger Dominoeffekt. Es muss der Zahlungsausfallversicherer, der auch die CDS auf den Markt gebracht hat, zahlen. Dabei können plötzlich, der hohen Zinsen wegen, vielfache Summen des eigentlichen Kapitals entstehen.

Verkäufer von Griechenland-CDS haben im Prinzip folgendes Kalkül: Sie halten das Risiko, dass Griechenland zahlungsunfähig wird, wertmäßig für geringer als die Prämien, die sie beim CDS-Verkauf bekommen. Der CDS-Käufer sieht es gerade umgekehrt: Ihm ist der Versicherungsschutz des Kreditausfalls wertvoller als die Prämie. Es ist also wie immer auf Kapitalmärkten - unterschiedliche Einschätzungen über den Wert eines Produktes machen den Handel erst möglich.

Viele CDS haben sich von Griechenland-Anleihen komplett losgelöst. Sie werden längst nicht nur gekauft von Investoren, die viele Griechenland-Anleihen im Portfolio haben, sondern auch von Käufern, die allgemeine Griechenland-Risiken abdecken wollen, weil sie viele Geschäfte mit dem Land machen.

Und dann gibt es die puren Spekulanten. Das Volumen des CDS-Marktes hängt nicht von der Größe des Anleihemarktes ab, sondern nur davon, ob ein Investor, der Geld darauf wettet, dass Griechenland zahlungstreu bleibt, einen Partner findet, der dagegenhält.

Im Grunde kann man sagen, dass der Staatsanleihenmarkt und der daraus resultierende CDS Markt nichts anderes ist, als Wetten auf den Untergang von Griechenland und die zu erwartenden hohen Profite.

Je tiefer ein Land in der Klemme steckt, desto höher werden die Wetten, dadurch steigen auch die Zinsen und die Profite ... solange, bis auch Institutionen, wie der Zahlungsausfallsversicherer nicht mehr zahlen kann.

Was ich damit sagen möchte, die Pleite Griechenlands ist für einige Investoren (noch) ein hochprofitables Geschäft mit Papierwerten, die künstlich in die Höhe getrieben werden. Einige sahnen prächtig ab, das Land geht pleite, die Bevölkerung vor die Hunde und schliesslich kann ob der Riesensummen auch der befürchtete Dominoeffekt eintreten und nicht nur den zahlungsunfähigen Versicherer, sondern auch die Investoren der Staatsanleihen, vornehmlich Banken und Versicherungen, in ernste Probleme bringen.

Davor haben alle berechtigte Angst. Und so kann es auch passieren, dass ein relativ kleines Land der Auslöser für einen Finanzkollaps und den Zusammenbruch mehrerer Währungssysteme sein kann. Dies zeigt natürlich auf, wie wenig Spielraum tatsächlich vorhanden ist und wie angespannt weltweit die Lage ist.

Tatsächlich sind diese Geschäfte, Vernetzungen und Zockereien naturgemäss etwas komplizierter und komplexer. Dieser Artikel soll nur vereinfacht darstellen, warum Griechenland mit aller Kraft gehalten werden muss ... in jedem Fall ist der globale Finanzmarkt ein einziges Casino. Jeder Mitspieler ist ein skrupelloser Zocker, hat nur seinen eigenen Gewinn im Sinn und welche Auswirkungen dies auf das griechische Volk hat, ist völlig wurscht. Wenn man genau hinsieht, kann man die $ und € Zeichen in ihren Augen erkennen. Doch das Wehklagen wird schlussendlich auch sie erfassen ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Pereat Money! Fiat Money kennen Sie, das "Es werde Geld!", das uns die Banken so intensiv vorexerzieren. Neben dem Fiat! existiert das Pereat!, das "Vergehe, verschwinde, sterbe!", das Ende des Geschaffenen. Werden und Vergehen sind alltägliche Dinge, aus einer unscheinbaren Zwiebel wächst ein grüner Keim, der zum kraftvollen Stengel wird, umgeben von Blättern und gekrönt von einer Blume. Doch die Blume verblüht, die Blätter welken, der Stengel verschrumpelt. Bei den Pflanzen dauert das ein paar Wochen, bei einem Menschen einige Jahrzehnte, doch das Ende ist unausweichlich. Gebirge sind nur scheinbar unvergänglich, im Lauf der Jahrmillionen türmen sie sich auf und werden wieder abgetragen. (nonkonformist.net)

Wall Street: QE3 kommt nicht! Die Geschwindigkeit, in der sich Amerikas Wirtschaft in den vergangenen Wochen verschlechterte, hat die meisten Investoren und Marktteilnehmer komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Laut einer Mehrheit der Analysten und den Bankenbossen an der Wall Street sollten globale Investor trotz allem nicht damit rechnen, dass Fed-Chef Bernanke signalisieren wird, dazu bereit zu sein, noch mehr Kapital in das Finanzsystem zu pumpen. Der Offenmarktausschuss der US-Zentralbank habe dies in den letzten Wochen bereits deutlich kommuniziert. (wirtschaftsfacts.de)

Kaliforniens Abgeordnete arbeiten jetzt umsonst - Kaliforniens Top-Controller John Chiang kennt keine Gnade. Der jüngste Haushalt ist defizitär, also wird eisern gespart. Das heißt auch für die Parlamentarier vorerst keine Entsoldung mehr, nicht einmal die Erstattung von Auslagen.
Jetzt hocken die wahrscheinlich alle in ihren Büros rum und werden noch mehr von Lobbyisten bedrängt. Der Gehaltsstop soll angeblich so lange inkraft bleiben, bis das Etatloch gestopft ist. Auweia: Bedeutet das Frührente für manche Gesetzes-Produzenten im Sunshine-State? (markusgaertner.com)

Fed: Scheitern Griechenlands bedroht Weltfinanzsystem - Fed-Chef Bernanke: Scheitern Griechenlands Gefahr für Weltfinanzsystem. Sollte die aktuelle Situation nicht gelöst werden, würde dies sowohl das europäische wie auch das globale Finanzsystem bedrohen. Trichet warnt vor Ausbreitung der Schuldenkrise im Euroraum. (mmnews.de)

Die Anschläge vom 11. September und die Neudefinition von »Verschwörungstheorie« nach Orwellschem Muster - Kaum haben wir gerade einmal nicht aufgepasst, schon wurde der Begriff »Verschwörungstheorie« nach Orwellschem Muster neu definiert. Unter »Verschwörungstheorie« versteht man nicht länger ein Ereignis, das durch eine Verschwörung erklärt werden kann. Stattdessen ist damit ab jetzt jede Erklärung oder selbst jede Tatsache gemeint, die von der Erklärung der Regierung oder der ihrer Medienlakaien abweicht. (kopp-verlag.de)

Was NATO-Bomben in Libyen anrichten - Was war schon wieder der Auftrag den die NATO sich selber wegen Libyen gestellt hat? Ach ja, mit Bombenangriffe die Zivilbevölkerung vor Gaddafi schützen. Ein völliger Widerspruch in sich, nach dem Motto "Krieg ist Frieden". Der Frieden eines Friedhofs. Hier sehen wir Aufnahmen was diese Bomben wieder anrichten, tote Kinder und zerstückelte Körper von Zivilisten, genau ... (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Zahlreiche neue Kornkreise Mitte Juni - Erneut sind sowohl in England als auch in Italien weitere Kornkreismuster entdeckt worden. Wir setzten unsere aktuelle Berichterstattung diesmal mit einer von Kornkreisforscher Andreas Müller kommentierten Bildergalerie der neusten Kornkreisformationen fort. (grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com)

Seltsamer Rat: "Sport für Frauen nicht gut" - Der Vizepräsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft sorgt mit eigenwilligen Aussagen für Aufregung. (kurier.at)




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Kommentare:

3DVision hat gesagt…

Es gab in der Vergangenheit viele Staatsbankrotte ,die die Welt auch nicht in eine Weltfinanzkrise gebracht haben_Rußland,I rland,Argentini en u.s.w..

Dieses angstmachende Szenario,wird nur aus einem Grund so eindringlich publik gemacht....die Eu Länder sollen durch finanzielle Zuschüße an Griechenland, bankrott gehen.
Sehr treffend find ich.

Freiwirtschaftler hat gesagt…

"Wenn wir einmal die Natürliche Wirtschaftsordnung erleben, dann braucht man sie nicht mehr in Büchern zu studieren, dann wird alles so klar, so selbstverständlich. Wie bald wird dann auch die Zeit kommen, wo man den Verfasser bemitleiden wird, nicht aber, wie es heute noch geschieht, weil er solch utopischen Wahngebilden nachstrebt, sondern weil er seine Zeit der Verbreitung einer Lehre widmete, die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht."

Silvio Gesell (1862 - 1930)

Gleich hinter der wohl interessantesten wissenschaftlichen Frage, welche tiefere Ordnung den so genannten Zufall bestimmt, rangiert die Alles entscheidende Frage, welcher kollektive Wahnsinn die halbwegs zivilisierte Menschheit bis heute davon abgehalten hat, die "banalsten Selbstverständlichkeiten" zu verstehen. Fragen wir jemanden, der die Antwort auf die zweite Frage gewusst haben muss, Sir Arthur Charles Clarke (1917 - 2008):

"Wenn ein ausgezeichneter, aber ältlicher Wissenschaftler erklärt, etwas sei möglich, so hat er fast immer Recht. Wenn er erklärt, etwas sei unmöglich, so irrt er sich mit großer Wahrscheinlichkeit."

(1. Gesetz der Zukunft)

Studierte "Wirtschaftsexperten" sind deshalb ratlos gegenüber der "Finanzkrise", weil sie über die noch bestehende, seit jeher fehlerhafte Makroökonomie nicht hinaus denken können.

"Die einzige Möglichkeit, die Grenzen des Möglichen zu entdecken, ist, sich über diese hinaus ein Stück ins Unmögliche zu wagen."

(2. Gesetz der Zukunft)

Gewählte "Spitzenpolitiker" sind deshalb ratlos, weil es ihnen aufgrund ihrer "gesellschaftlichen Position" unmöglich ist, sich ins "Unmögliche" zu wagen.

"Jede weit genug entwickelte Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden."

(3. Gesetz der Zukunft)

Das gilt auch für die Technologie der Makroökonomie, deren Verständnis, solange sie noch fehlerhaft ist, dem arbeitenden Volk verwehrt werden muss. Anderenfalls hätte das, was wir heute "moderne Zivilisation" nennen, gar nicht erst entstehen können! Das war (und ist noch) der einzige Zweck der Religion. Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

"Der Weisheit letzter Schluss"
http://www.deweles.de/willkommen.html