Mittwoch, 18. Mai 2011

Politiker sind zu feige und zu blöd ...

Der Chef einer der grössten Österreichischen Banken, Andreas Treichl, hatte sich am Wochenende über die Politiker und deren Feigheit, Ahnungslosigkeit und Blödheit ausgelassen. Sein wörtliches Zitat: "Politiker sind zu feige und zu blöd, ..." hat hohe Wellen geschlagen. Doch meines Erachtens hat er recht!

Zugegeben, dass dies gerade ein Banker sagt, der vor einigen Monaten noch eine ziemliche Geldspritze aus Steuermittel benötigte und auch bekam, ist krass ... aber seine Anschuldigung, zumindest was "feig, ahnungslos und blöd" betrifft, sind nicht so einfach von der Hand zu weisen!

Wir wissen, 2008 machte zweimal gehörig Rumps und die westliche Welt, inklusive Österreich, stand vor dem Abgrund. Man erkannte, das System ist am Ende. Gegenseitige Schuldzuweisungen und salbungsvolle Absichtserklärungen seitens der Politiker erweckten den Eindruck, nun würde wirklich nach Lösungen gesucht und das gesamte Finanzsystem entschärft. Wurde uns doch bewusst, dass dieses ein einziges, gefährliches Minenfeld war ...

Doch seit 2008 hat sich nichts getan. Es ist bei Absichtserklärung geblieben. Nur ein wenig Kosmetik wurde beschlossen. Nicht nur in Österreich und Deutschland, auch in der EU und in den USA. Die Gefährlichkeit des Systems, plötzlich zu kollabieren ist nicht nur geblieben, sondern wurde zudem noch verstärkt. Treichl sieht auch die nächste Krise auf uns zukommen, diesmal nicht vom Immobiliensektor, sondern vom Rohstoffmarkt ausgehend.

Auf die Frage, warum unsere Politiker seit 2008 nichts unternommen haben, um die Situation langfristig zu entschärfen, hat mehrere Gründe.

Zum einen fehlen der Politik hochqualifizierte Leute, die verständlicherweise in der Privatwirtschaft wesentlich mehr verdienen und nicht von Ideologien und Blockdenken behindert werden. Zum anderen setzen sich Parteien aus mehreren Bünden oder Blöcken zusammen, die, da sie gewisse Gruppen repräsentieren, natürlich mitentscheiden möchten und sich in jede nur mögliche Debatte einmischen. Damit werden keine Lösungen möglich, sondern nur Kompromisse ausgehandelt. Und mit Kompromissen kann die derzeitige Situation nicht gelöst werden.

Deshalb wird die Politik versagen, wie sie es auch in der Vergangenheit getan hat. Und das hat, neben zu vielen Mitentscheidern auch damit zu tun, dass sie ahnungslos, feig und ja, blöd sind.

Auf derstandard.at ist eine Umfrage im Gange, ob Andreas Treichl mit seinem Sager recht hatte. Über 67% sagen ja! das heisst, es ist auch die Meinung der breiten Masse, dass die Politik versagt!

Leider ist aber keine Alternative in Sicht. Egal ob man schwarz, rot, blau, grün oder bunt wählt. In diesem politischen System, solange es nicht grundlegend reformiert wird, wird sich nichts ändern! So wie auch das Finanzsystem, ohne grundlegende Reformierung bleibt es ein gefährliches Minenfeld ...

Was fehlt ist eine kompetente, chrismatische Führungsperson, welche auch die Möglichkeit hat, unpopuläre Massnahmen schnell und unbürokratisch durchzubringen. In der Politik bewahrheitet sich jedenfalls das Sprichwort: "Viele Köche verderben den Brei".

Auch ist die Nachwuchsselektion ein grosses Problem aller Parteien. Wer nicht strikt die Linie der Parteigranden und der jeweils herrschenden Ideologie vertritt und den Höhergestellten nicht in den A**** kriecht kommt in der Hierarchie nicht sehr weit. Zudem darf der sogenannte Nachwuchs intellektuell und von der Ausstrahlung her keine Gefahr für die Parteioberen sein. Darum haben wir in den ersten Reihen der Parteien mit wenig Ausnahmen gesichtslose, uniforme Ja-Sager, Ignoranten und Dampfplauderer.

Jeder Installateur, Tischler, Techniker, usw. muss sein Handwerk lernen, gegebenenfalls studieren. Politiker brauchen nichts können und hüpfen doch zwischen den verschiedenen Ressorts hin und her, als hätten sie von allem eine Ahnung.

Auch ist die immer wieder beschwörene Verantwortung, auf die sie sich berufen, ist eine imaginäre, eine scheinbare, höchstens ihren Posten betreffend. Oder hast du, mein lieber Freund, schon einmal von einen Politiker gehört, der tatsächlich Verantwortung für sein Tun übernommen hat?

Der ehemalige Migros-Manager und Buchautor, der Schweizer Hans Pestalozzi brachte es schon in den 80er jahren auf den Punkt: "Politiker haben noch nie ein Problem gelöst, höchstens neue gemacht!" (Auf die Bäume ihr Affen)



Im Wortlaut: Treichl über "zu blöde" Politiker - Die Aufreger-Aussagen des Erste-Chefs (derstandard.at)

Erste-Chef: "Unsere Politiker zu blöd und zu feig" - Laut Erste-Chef Andreas Treichl steht die nächste Finanzkrise bereits bevor. Auslöser würden diesmal nicht Immobilien, sondern der Rohstoffsektor sein. Die Branche habe kaum aus der Krise gelernt: "Unsere Politiker sind zu blöd und zu feig". (kleinezeitung.at)

"Arroganter" Treichl gegen "blöde" Politiker - Erste-Chef Treichl löst mit seiner Kritik an der Politik vor allem bei der SPÖ Empörung aus: Die wirft Treichl Arroganz und Abgehobenheit vor. Von der Opposition bekommt der Banker zum Teil recht. (kleinezeitung.at)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Mediensschau:



Fukushima: Neue Zweifel an offizieller Version vom Unglück - Fukushima-Daiichi, Block 1, in der Nacht nach dem Erdbeben vom 11. März: Mitarbeiter der Betreiberfirma Tepco betreten das Reaktorgebäude, um die Schäden zu beurteilen. Doch kaum passieren sie die Sicherheitstür, schlagen ihre Dosimeter Alarm. Die Techniker evakuieren sofort. Ihre Vermutung: Das Gebäude ist mit radioaktivem Dampf gefüllt. Ausgehend von Dosimeter-Daten schätzen Experten später, dass die Strahlung in dem Gebäude bei etwa 300 Millisievert pro Stunde gelegen hat - ein hoher Wert, der einen Austritt großer Mengen radioaktiven Materials in dem Reaktor vermuten lasse. (berlinonline.de)

UN: Nordkorea exportiert Atomraketen in den Iran - Nordkorea exportiert nach Angaben der Vereinten Nationen für nukleare Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran und andere Krisengebiete. (mainzer-rhein-zeitung.de)

Das amerikanische Imperium: Untergehen wie die Römer - In gewisser Hinsicht ähneln die USA heute dem Römischen Reich kurz vor seinem Kollaps. Dies wäre alles nicht so schlimm, wenn das Verschuldungsproblem der Amerikaner nicht ein globales Problem wäre. (mmnews.de)

Spanien: Massendemonstrationen die Medien schweigen - Unter dem Motto “Democracia Real YA!” wahre Demokratie JETZT, gehen in Spanien überwiegend junge Menschen auf die Straße. Die Jugendarbeitslosigkeit ist exorbitant und die Spanier wollen nicht für andere Länder die Rechnung bezahlen. Besonders die Korruption wird als eines der Kernprobleme gesehen. In den deutschen Medien wird die Angelegenheit tot geschwiegen und die Aktivisten werden als Linke Quertreiber abgestemplet. Kann man über 100.000 Bürger einfach so ignorieren? (infokriegernews.de)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)





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Kommentare:

Rudiratlos hat gesagt…

Es ist nicht schwer in die Politik rein zu gehen.
Alle Idioten tun es..

Freiwirtschaftler hat gesagt…

"Ich glaube - und hoffe - auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten."

Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

Ob Politiker oder Theologen die dümmsten Menschen der Welt sind, ist eine müßige Frage. Sicher ist, dass für beide Berufsgruppen nur solange eine Nachfrage besteht, wie das arbeitende Volk daran glaubt, die Vertreibung aus dem Paradies müsse ein einmaliges Ereignis vor langer Zeit gewesen sein:

http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html