Mittwoch, 25. Mai 2011

Goethe und die Krise

„Ich hatte keine Chance, aber ich nutze sie“ – Herbert Achternbusch



Schlimmer kann’s im Vorfeld der „Neuen Zeit“ (= Zeit im und nach dem Crash) wohl nicht mehr kommen. Ein Wiener, noch dazu Techniker und Sonstiges bemüht Goethe. Unglaublich. Und dies obwohl dessen Freunde fest und steif behaupten, dass der Autor dieser Zeilen einen Dr.Dolittle von einem Dr.Faust gar nicht imstande ist zu unterscheiden. Aber sei’s drum, der Mann hat Mut und bemüht trotzdem den Deutschen Dichterfürsten. Warum? Weil es wichtig ist. Sogar sehr wichtig, wie Sie geneigter Leser und geneigte Leserin (auch ich bediene mich manchmal heuchlerisch der Gender-Trottelei, wo ja bald Eltern eines Schülers im Schul-Brief mit „Elter1“ und „Elter2“ angesprochen werden könnten) weiter unten bemerken werden.

Also, jetzt wo ich mich nebenbei seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Krisenszenarien und „Ökonomischen Selbstschutz“ (auch ein Vortragsthema von mir) beschäftige, fast alles vom Spannbauer über Robert Klima, Günter Hannich bis Wilhelm Hankel gelesen habe, mir auch die hartgeld.com-Artikel der Herren: Eichelburg, „Anonymus“, Robert Klima und all den anderen ebenfalls „reingezogen“ habe, selbst einige alte Silberzehner beiseite schaffte, Nudeln und Reis, sowie BP-5 einlagerte, mir eine Armbrust aufschwatzen ließ um allfällige Begehrlichkeiten meiner Nachbarn und anderer Freunde nach genannten Vorsorgegütern hintanzuhalten, ging mir plötzlich Goethe nicht mehr aus dem Sinn.

Natürlich habe auch ich meine Bausparverträge (kleiner Scherz, keine Sorge lieber Leser, ich hatte nie irgendein „Anlage-Papierl“. Und als ausgewiesener Hedonist legt man seinen Zaster ja eh immer nur in Erlebnissen an) - wie angeraten - aufgelöst, zwei von drei Lebensversicherungen rückgekauft bzw. prämienfreigestellt, meine 3 Unfallversicherungen und den Berufsunfähigkeitsschutz gekündigt und die wöchentlichen Zusendungen der Rezeptkarten vom „Drei Eulen-Verlag“ storniert. Meine Immofinanz-Papiere, meine AvW-Genußscheine, meine Madoff- und Lehman Brother-Zertifikate habe ich einfach hergeschenkt. Fiel mir leicht. Waren ja so gut wie nichts mehr Wert. Blöd läuft´s für mich derzeit mit meinen Offenen Immobilien-Fonds-(Unwert-)Papieren. Werden derzeit nicht zurückgenommen.

Blöd läuft´s auch mit meiner auf Pump gekauften Wohnhaus-Immobilie, zumal ich als zusätzliche Sicherheit bei meiner Bank auch das ererbte Sparbuch von der Poldi-Tant hinterlegen und auch die letzte mir noch verbliebene Lebensversicherung (Laufzeit bis Endalter 80 Jahre) mit fondsgebundenem Tilgungsträger zugunsten genannter Bank vinkulieren musste. Ein „Spender-Nieren-Realisat“ war hingegen (noch) nicht von Nöten.

Jetzt schrecken mich Robert Klima´s Zeilen, es könnte Zwangs-Hypotheken, eine Hauszinssteuer und Mietzinsstopps und andere Grauslichkeiten geben. Auch meint er, dass das hinterlegte Sparbuch einem „Haircut“ zum Opfer fallen könnte und mein noch 35 Jahre laufender Immo-Kredit sich im Zuge einer kommenden Deflation (nach der Hyperinflation) sogar aufwerten könnte. Wenn das so kommt, wie es Freund Klima prophezeit, dann täte ja Selbstmord wieder Sinn machen. Oder ?

Genug der bösen Scherze liebe Leser. Kehren wir nunmehr endgültig zu Goethe zurück.
Der Deutsche Dichterfürst formulierte einst folgenden Satz:

„Ich lese nichts, was mich nicht auch zum Tun anregt“

Und jetzt sind wir richtig beim Thema: Wer wie ich all die angeführten Bücher und Artikel gelesen hat und dies nicht auch zum Anlass nimmt „etwas zu tun“, dem ist, wie auch den uns bekannten 98% Vorsorge-Unbedarften nicht mehr zu helfen. Die erst kommende „Neue Zeit“ verlangt dies als conditio sine qua non einfach von uns „Eingeweihten“ ab. Der Rest hört eh nie auf uns („Es hört doch jeder nur, was er versteht“, formulierte einst ebenfalls Goethe).

Aber ist es wirklich stimmig, wenn wir so vorsorgen, wie es die vielen schlauen Bücher und Artikeln empfehlen? Ja, es ist stimmig ! Sogar sehr wichtig, wiewohl es wohl nur ums „Überleben“ ca. in den ersten beiden Jahren der „Neuen Zeit“ gehen könnte. Oder haben Sie Dosenfutter, Nudeln oder Munition für die nächsten 20 Jahre daheim. Wohl nicht. Was hat Ihr letzter 14-Tage-Urlaub mit Gattin auf Sardinien gekostet ? Aha, in Summe 3.600.- Euro. Gut so. Aber wissen Sie auch, dass man um diese Summe für 14-Tage Urlaub auf Sardinien mit Gattin für ca. 2 Jahre Lebensmittel einfacher Natur für 2 Personen einkaufen und vorrätig halten kann. Haben Sie eh schon erledigt. Ebenfalls gut so !

Trotzdem müssen wir uns fragen, ob all das womit wir vorgesorgt und uns wissensmäßig angeeignet haben (z.B habe auch ich in Schwaz in Tirol 2010 einen „autark-werden“-Kurs besucht) im Anlassfall auch wirklich hilft. Auf längere Sicht wohl nur bedingt. Die Dosen werden aufgebraucht sein, fremdsprachige Verbrecher-Clans sind vielleicht unangemeldet auf Besuch bei Ihnen zuhause gewesen (durch meine Islamophobie bedingt bin auch ich zum Sarrazin-er geworden), Verzweiflungspotentiale bauen sich auf, der Magen knurrt und dringend benötigtes Antibiotika ist nicht mehr zu bekommen (Vorsorge-Vorschlag: argentum colloidale selbstgemacht), die Gattin ist dem Wahnsinn nahe, weil der Papa keine Arbeit mehr hat, der Sohn kifft verstärkt das Selbstangebaute und frönt seinem Autismus, und die Oma „will nicht mehr“, weil die Rentenzahlungen ausgefallen sind und beim Aldi oder Billa nichts mehr zu bekommen ist. Blöd gelaufen, wenn man nicht wirklich RICHTIG vorgesorgt hat.


Und zum RICHTIGEN Vorsorgen gehören u.a. zusätzlich noch einige Tools. Schon im Vorfeld sollte man sich bewusst sein, dass, wie der Dichter Franz Werfel einst formulierte:

„Der wahre Reichtum liegt in der Armut an Bedürfnissen“

ein paradigmatischer Satz sein sollte, den es gilt auch zu leben. Brauchen wir wirklich 4 Flachbildfernseher und 3 Videorecorder? Brauchen wir wirklich das Appartement auf Mallorca und in Kitzbühel? Brauchen wir wirklich zum Sonntagsausflug das 120 PS-Motorrad und den Time-Sharing-Vertrag? Brauchen wir wirklich die Klamotten von Versace oder Moschino? Brauchen wir wirklich das Motorboot in Kroatien und das Segelboot in Sistiana? Wohl nicht. Wenn wir die Mittel zu all diesen genannten Dingen nicht gerade gestohlen oder geerbt haben, dann haben wir doch schwer und vielleicht inkl. Überstunden sogar 50 bis 60 Wochenstunden hierfür arbeiten müssen. Oder? Schade um diese (Arbeits-)Zeit, zumal man im Regelfall grob errechnet stets nur um die 20% seiner Arbeitsleistung als wahren Wert zurückerhält (durch all die vielen Steuern, Abgaben und sonstigen Abzuge und Beiträge). Eine „schwache Stunde“ bei der Rothaarigen täte da schon mehr Sinn machen und wäre auch nicht vom Abgabemoloch bedroht ;-)

Was wohl im Sinne RICHTIGER Vorsorge – neben all den obig schon genannten Dingen, einschließlich der „silbernen und goldenen Rettungsboote“ - wichtig wäre, ist ein dem ausbezahlten Wohnbereich angeschlossener Garten zur zumindest partiellen Selbstversorgung. Hiezu benötigt man jedoch auch noch entsprechendes Wissen und Fertigkeiten und vor allem auch hierzu erforderliche, möglichst einfache Gerätschaften und nichthybrides Saatgut (aufbewahrt wie Getreide mittels Sauerstoffabsorber). Auch diesmal wird die „Landbevölkerung“ gegenüber den „Städtern“ im Anlassfall besonders stark im Vorteil sein. Die Gründe kennen wir ohne die Geschichte bemühen zu müssen.

Aber all das genügt dann nicht, wenn wir nicht auch imstande sind diese Dinge vor einer möglichen Wegnahme zu schützen. Ich meine effektiv schützen ohne hier ins Detail gehen zu wollen und ohne hier auch einen nicht Gesetzes konformen Rat zu deponieren.
Auch verteilt Verstecken macht Sinn, wem es nicht vergönnt ist über entsprechende Waffen zu verfügen.

Aber Goethes Satz schließt in unserem Fall ein, dass wir täglich und sofort etwas tun! Will heißen, wir beginnen nicht morgen, sondern heute damit. Sofort sogar, sonst könnte es „eng“ werden. Ich selbst verwende täglich ca. 1 bis 2 Stunden hierfür und bewege mich hierbei wie ein Schachspieler, welcher auf beiden Spielerseiten gleich mehrere Züge gedanklich antizipiert. Auch den eigenen Lebenspartner sollte man hierzu „abholen“. Ansonsten Irritationen auftreten könnten. Trotzdem kann jedoch alles anders kommen als gedacht.

Wie wir anlässlich der aktuellen Revolutionen in der arabischen Welt gesehen haben und wohl noch mehrfach anlässlich angenommener Unruhen vermutlich auch in unseren Breiten (die Liste der bisherigen Unruhestädte in Europa ist lange und Ihnen sicher bekannt) sehen werden ist, dass all die uns bekannten Vorsorgehinweise aus den obgenannten Büchern, uns stets mehr oder weniger als Pflicht auferlegt sind, zumal wir schon jetzt fix mit der bereits genannten „Neuen Zeit“ rechnen müssen.

Trotzdem bleibt eine – auch für mich nur rudimentär lösbare – entscheidende Gefahr im Zuge des ersten und auch wahrscheinlichen – vermutlich sogar blutigen - „Unruhefiebers“ bestehen. Diese Gefahr kann am besten mit dem lateinischen Satz „homo homini lupus“ (der Mensch ist des Menschen Feind) beschrieben werden. Schon jetzt ist eine sehr hohe Zahl „antisozialer Befindlichkeitsstörungen“ und sonstiger Abstrusitäten in unserer Gesellschaft festzustellen. Das Abnormale mutiert ja schon lange zum Normalen. Ganz zu schweigen von der Irritation infolge „Multi-Kulti“ und einer fast schon aktiven kriminogenen EU-Politik (Stichwort Grenzöffnung). Wie sich dies alles in Unruhezeiten auswachsen könnte, lässt sich hochrechnen.

Daher: Wer grob gesagt imstande ist, auch sein wehrhaft gemachtes Heim viele Monate nicht verlassen zu müssen, könnte zu den Gewinnern zählen. Multi-Kulti-Clans dürfen jedoch jetzt schon als präsumtive „Überlebens-Begünstigte“ im Anlassfall angesehen werden, ebenfalls ohne hier ins Detail gehen zu wollen.

Sie wissen ja:


„Gewinnen heißt einmal mehr aufstehen, als hinfallen“

Und da wir vermutlich in Zukunft noch sehr vielen Imponderabilien und metanoetischen Dingen ausgesetzt sein werden wir Goethes Satz:

„Ich lese nichts, was mich nicht auch zum Tun anregt“

internalisieren, uns sofort erheben und etwas tun, was auch zur Vorsorge unserer Familie geeignet ist. Auch wenn es ganz anders kommen mag, so sind wir doch durch unser (Vor-
sorge-)Tun imstande besser zu schlafen, zumal wir das berechtigte Gefühl entwickeln dürfen, zeitgerecht aktiv und nach bestem Wissen und Gewissen vorgegangen zu sein.
Die Zukunft wird zeigen, wie „stimmig“ meine obig formulierten Gedanken gewesen sein werden. Ich bin optimistisch, dass sie sich als „stimmig“ herausstellen könnten.



Gastbeitrag von Ing. Wilmont Franta

Ing. Wilmont Franta, in Wien lebender Sicherheitspädagoge (weitere Infos via Google Österreich) - Affirmative, kritische oder auch beleidigende oder böse Zuschriften bitte an E-Mail: ing.w.franta@sicherheit-mediation.com




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