Dienstag, 17. Mai 2011

Der Amtsschimmel wiehert lauter als je zuvor!

Weil die Geschichte so skurill und bizarr ist, erlaube ich mir, sie von der Kleinen Zeitung zu übernehmen. Ist es tatsächlich so, dass Sparen von Ressourcen zu solchen Amts-Blüten führt? Kaum zu glauben, vielleicht aber, fahren in Zukunft mehr mit dieser Art von Treibstoff ... da hätte die Verbeamtung viel zu tun ;-)



Tank-Rebell kämpft um seinen Frittieröl-Golf

Strenge Altstoffbestimmungen verwehren im Zugang zu preisgünstigem Treibstoff. UVS-Beschwerde gegen Strafe der Bezirkshauptmannschaft.

Für den Gailtaler Mechanikermeister Horst Zwenig ist es eine Prinzipsache, sein Auto so preisgünstig wie möglich zu betreiben. Treibstoffe seien geradezu obszön teuer, klagt er und steht mit seiner Meinung wohl nicht alleine da. Im Gegensatz zu ungezählten Leidensgenossen ist er der Preistreiberei der Ölmultis aber keineswegs hilflos ausgeliefert. Dank seiner Ausbildung und eines ausgeprägten Hanges zum Basteln und Tüfteln hat Zwenig einen älteren VW-Golf mit Turbodieselmotor für den Betrieb mit pflanzlichen Ölen tauglich gemacht. Dazu bedurfte es nicht nur eines zweiten Tanks, sondern auch ausgeklügelter Modifikationen im Motorbereich. Allein Materialkosten in Höhe von rund 1500 Euro machen deutlich, dass sich eine Umrüstung zum "Fritten-Golf" nur in Eigenregie auszahlt.

Die Investition ließe sich aber in einem überschaubaren Zeitraum refinanzieren, wenn man gebrauchtes Frittieröl oder -fett in den Tank füllen kann. Ökologisch kein Problem - die Abgaswerte von Zwenigs Golf waren damit besser als mit Diesel -, nach den Bestimmungen des Abfallwirtschaftsrechtes aber sehr wohl. Wer solche Altstoffe verwenden will, benötigt eine Sammler- und Behandlererlaubnis des Landes. "Um mir 200 bis 300 Euro pro Monat zu ersparen, müsste ich wahrscheinlich eine Halle in einem Industriegebiet errichten", sagt Zwenig, der von der Bezirkshauptmannschaft wegen eines Verstoßes gegen die Bestimmungen zu 1188 Euro Geldstrafe verdonnert wurde. Dagegen hat er Beschwerde beim Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) eingelegt. Bis auf Weiteres fährt er halt mit Rapsöl und frischem Frittierfett ...

Erfrischend sind jedenfalls die Kommentare unter dem Originalartikel in der Kleinen Zeitung!




[Foto: Willi Zorer]



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)





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