Donnerstag, 26. Mai 2011

Dali und die Krise

„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“ – Johannes Mario Simmel


Schlimmer kann’s im Vorfeld der „Neuen Zeit“ (= Zeit im und nach dem Crash) wohl nicht mehr kommen. Ein Wiener, noch dazu Techniker und Sonstiges bemüht den Maler Salvador Dali. Unglaublich. Und dies obwohl dessen Freunde fest und steif behaupten, dass der Autor dieser Zeilen einen El Creco von einem Picasso gar nicht imstande ist zu unterscheiden. Aber sei’s drum, der Mann hat Mut und bemüht trotzdem den berühmten Maler und Universalkünstler. Warum ? Weil es wichtig ist. Sogar sehr wichtig, wie Sie geneigter Leser und geneigte Leserin (ich bleibe bei der Gender-Trottelei) weiter unten bemerken werden.

Haben Sie es ebenfalls schon bemerkt ? Ich schon seit vielen Jahren. Überall „spiesst“ es sich. Nix klappt wirklich oder eben nur selten und dann meist nur durch Zufall. Die Möbelfirma beispielsweise liefert verspätet und dann noch die falschen Teile, später werden zwar die richtigen Teile geliefert – ebenfalls verspätet – dafür aber unfachmännisch montiert. Eh klar, der Monteur ist erst acht Tage bei der Firma, war vorher Friseurschneiderspenglerkoch ohne Abschluss und macht – wenn nicht gerade auf Montage – nunmehr auch den Verkauf im Schauraum. Deutsch spricht er schon recht gut, was seinem Ministerpräsidenten nicht wirklich schmeckt. Zuerst einmal die Muttersprache ordentlich lernen und sich nicht allzu viel integrieren meinte dieser, zumal ja unser lieber Monteur sogar zwei Staatsbürgerschaften hat. Zur Ausweisung wegen bisher mehrfacher Straftaten reichte es jedoch nicht. Hierfür war eine der beiden Staatsbürgerschaft echt hinderlich. Welche glauben Sie? Erraten! Wieder blöd gelaufen.

Meine ständig wechselnden Postboten – in Österreich Briefträger genannt – werfen vielfach meine Post beim Nachbarn ins Fach, läuten gar nicht mehr an, obwohl man zu hause ist und legen dann den „Einschreibzettel“ einfach ins Postfach. Auf geht’s zum Postamt am nächsten Tag wo man sogleich die Flucht ergreifen muss, wenn gerade das Heer der Arbeitslosen um den 7ten jeden Monats sich die „Stütze“ abholt und in der Schlange herumnörgelt. Dauert ihnen meist alles zu lange. Der Unmut ist verständlich. Sollten ja schon längst auf der Pfuschbaustelle sein. Sie müssen jedoch abholen, da so gut wie allen dort, ihre einstige Bankverbindung „verloren“ gegangen ist (Fachausdruck: Nicht erwünschte Kontoverbindung).

Hand aufs Herz: Können Sie Ihre Jahres-, Gas- und Strom-Abrechnung richtig lesen? Aha, sie haben eine Detektivausbildung. Toll und gut so, braucht man heutzutage fast überall. Meine Stromrechnung überrascht mit in Summe 9 Positionen. Von der Leitungsbereitstellung bis zur Energieabgabe. Der Kilowatt-Preis ist – neben der Mehrwertsteuer und anderen Horrorgebühren - aber auch vermerkt. Das erfreut mich. Wer dafür sehr wenig verbraucht – Stichwort „Energiesparen“ – der zahlt jedoch anteilig viel mehr für jede Kilowattstunde (mir einst selbst passiert, fast 4x so teuer).

Dafür weiß ich, was mein Handynetz-Betreiber meint, wenn auf der Rechnung von „Taktung“ die Rede ist. Den Rest lasse ich mir vom 20-jährigen, verhaltensauffälligen Sohn meines Nachbarn erläutern. Der wird nämlich die Grundschule ohne Sitzen bleiben absolvieren (in Österreich soll das Sitzen bleiben nunmehr vollkommen abgeschafft werden. Um in Österreich schon bisher Sitzen bleiben zu können, bedurfte es großer Anstrengungen. Bald schafft´s keiner mehr).

Genug der bösen Wahrheiten liebe Leser. Kehren wir nunmehr endgültig zu Salvador Dali, dem spanischen Künstler zurück, dem nachfolgender Satz sinngemäß übersetzt zugeschrieben wird:

„Ich erinnere mich gerne der Zukunft“

Und jetzt sind wir richtig beim Thema: Sich der Zukunft erinnern? Gott behüte bzw. Dali behüte uns davor. Alles, aber auch wirklich alles deutet darauf hin, dass wir uns der Zukunft - wie auch in Zukunft - im bisherigen Sinn wohl eher mit Schrecken erinnern werden müssen. Warum? Natürlich der Zukunft wegen. Aber ganz genau weiß auch ich das nicht. Die „Neue Zeit“ wird´s zeigen.

Vielleicht weil der Berlus(t)coni keine Bunga-Bunga-Partys mehr feiern kann, da auch Italien, nach Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Japan und vielen anderen Ländern so Pleite ist, dass auch sein Privatvermögen für staatliche Aufgaben herhalten muss. Ist zwar nicht vorstellbar, dass er seine Kröten nicht ordentlich verschoben hat, aber könnte ja doch sein, zumal die größten Vermögensteile wohl aus Sachgütern, Immobilien, Beteiligungen, etc. bestehen. Wenn Berlus(t)conis Vermögen a fonds perdu ist, dann natürlich Ihres genauso. Was? Sie sind gar nicht in Italien, sondern in Deutschland zu hause? Wird keinen Unterschied machen. Schließlich sind wir ja alle EU-Bürger und für den Anderen bürgen/zahlen/haften tun wir ja schon länger. Oder? Und mit den geplanten Euro-Bonds schaffen wir uns und dem guten Berlus(t)coni vielleicht doch noch eine kleine Atempause und eine letzte Bunga-Bunga-Party. „Zeichnen“ muss diese EU-Anleihen aber auch wer. Aber durch die dafür notwendig werdenden Risiko- bzw. notwendigen Inflationsaufschläge wird sich schon ein „Spekulatius“ finden. Wenn nicht kauft eben die EZB selbst. Hat ja schon Übung mit solchen Dingen. Aber ganz genau weiß ich das auch nicht, was da so laufen wird.

Was ich aber ahne, ist, dass meine Kinder oder auch meine Enkelkinder (23 + 17J.) irgendwann in naher Dali-Zukunft vielleicht zu Weihnachten oder zum Geburtstag einen „Doppler“ (= 2 Liter-Flasche) Superbenzin von mir geschenkt bekommen werden. Damit sie am Sonntag mit dem Auto wenigsten wieder einmal auf eine Wiese in den Wienerwald fahren können („Una festa sui prati“ wie es uns Adriano Celentano vorsingt). Für dieses Benzingeschenk werde ich wohl sparen müssen. Aber ich bin ja ein braver Opa. Aber auch das weiß ich nicht ganz genau. Schon Sokrates meinte:

„Wir haben die Wahrheit gesucht, wir haben sie nicht gefunden“

Mir geht’s auch so. Gehen wir weg vom täglich steigendem Benzin bzw. Ölpreis und wenden wir uns der Notwendigkeit zu Lebensmittel einkaufen zu müssen. Mein lieber Freund Robert Klima schrieb schon vor ca. einem Jahr in einem seiner Artikel, welcher auch hartgeld.com-Downloads erschien, dass sich seiner Einschätzung nach die Lebensmittelpreise verdreifachen werden. Ich war skeptisch, doch die Richtung stimmt, wie wir gerade sehen und wohl in Zukunft noch weiter sehen werden. Erste Ansätze sind erkennbar. Schon deshalb sollten wir uns nach Dali der Zukunft nicht erinnern wollen. Wir führen die Preiserhöhungen pflichtgemäß auf die Inflation zurück, was gar nicht stimmt. Die Inflation entwickelt sich erst daraus. Nicht umgekehrt. Und dafür scheint das „quantitative easing“ (= exorbitante Gelddruckerei ohne jegliche Deckung mitverantwortlich zu sein). Aber auch nicht mehr lange. Dann kommt die Deflation. Das ist dann der endgültige „Abwürger“ der Wirtschaft. Ob die dann zusätzlichen Bataillone an Harz-IV-lern gen Lybien marschieren müssen, weiß ich nicht. Ausschauen könnte es danach. Die politischen Weichen werden ja gerade gestellt. Und schließlich ist ja „Der Krieg (ist) der Vater aller Dinge“ (was wiederum ein Sager Heraklit´s ist).

Einen Teil unseres Wirtschaftssystems könnte man vereinfacht so erklären: Im Golf von Mexiko bläst ein starker Wind. Vorsorglich – es könnten ja Bohrinseln Schaden nehmen – erhöht sich der Ölpreis. Schwupp di wupp wird Benzin teurer, auch das Bitumen für den Straßenbau und das Polystyrol für die Fassadendämmung. Der Tee und das Kipferl im Cafehaus werden ebenfalls teuerer, da sich ja alles durch die Transportkostenerhöhung verteuern muss. Plus „Körberlgeld“ für den Wirt und den Transporteur. Das freut den Finanzminister wieder diebisch, da er dadurch mehr „rein bekommt“ (und durch neu aufgelegte und notwendig höher verzinste Anleihen und den teurer werdenden Bitumen-Straßenbau wieder verliert). Der Gaspreis zieht etwas später – weil an den Ölpreis gekoppelt – nach. Das freut wieder Putin und Medwedew. Und natürlich auch wieder den Finanzminister. Der Lohn-Sklave reduziert nunmehr um, sagen wir mal, 2° C seine Raumtemperatur in seinem Heim, da er gelesen hat, dass er sich je 1° C Temperaturdifferenz ca. 6% an Energiekosten ersparen kann. Macht in Summe ca. 12% Ersparnis. Fein für ihn. Glaubt er. Doch der Hausherr hat mit Hilfe steuerfinanzierter
(wieder auch mit dem Steuergeld unseres Lohn-Sklaven) und teilsubventionierter Wirtschaftsankurbelungsmaßnahmen – weil ja die Energie so stark gestiegen ist - nunmehr das Wohnhaus wärmedämmen lassen. Macht plus 30% auf die Miete. Kälter ist´s und teurer wurde es auch. Wieder blöd gelaufen und immer miesmutiger wird unser Lohn-Sklave. Überdrussgedanken überfallen ihn nunmehr immer öfters.

Speziell wenn er nunmehr auf seine neue Jahresstromabrechnung schaut. Die ist ja auch gestiegen. Muss so sein, sagt sein Stromlieferant. Oder wissen Sie nicht, dass sich der Ölpreis so stark erhöht hat ? Ja liebe Leser, da täte Selbstmord wieder Sinn machen. Oder? Ich selbst geh lieber auf eine „schwache Stunde“ zur Rothaarigen. Aber das wissen Sie ja schon von meinem gestrigen Artikel („Goethe und die Krise“).

Genug der suizidalen Gedanken und in die Hände gespukt. Durchforsten Sie in Permanenz stets auch Ihre Fixkosten. Hier verbergen sich meist ungeahnte Möglichkeiten, damit Sie es weiter angenehm warm in Ihrem Heim haben und trotz der 30% Mieterhöhung noch weiter dort wohnen können. Und kommen Sie mir bitte nicht mit dem Argument, dass sich unser guter Lohn-Sklave ja durch die Wärmedämmung locker einiges an Energiekosten erspart. Vordergründig stimmt das sogar. Doch wird – je mehr wärmegedämmt wird – auch der Energielieferant immer teurer werden, da er Ihnen zwar nunmehr weniger liefern muss, jedoch bei gleich hoher Rechnung wie einst. Da Sie somit nicht mehr bezahlen als früher, fällt es Ihnen auch nicht wirklich auf, dass die Energieeinheit wieder teurer geworden ist. Setzen Sie doch einfach vor Ihren Namen den Titel „Zw.“ („Zahlwurschtl“) Für diesen „Titel“ brauchen´s nirgends „Guttenbergern“ und behalten ihn auf ewig.

Und jetzt? Wollen Sie sich – wie Dali – noch immer der Zukunft erinnern ? Vielleicht auch jener erst kommenden gleich hohen Rechnung wie einst, bei weniger Energiezulieferung und niedriger temperierter Wohnung? Na also. Wir verstehen uns. Und jetzt sag ich´s ganz deutlich: Dem Dali-Sager

„Ich erinnere mich gerne der Zukunft“

kann ich ganz und gar nix abgewinnen. Beim Dali bin ich mir schon deshalb unsicher, weil dem sagt man ja nach, dass viele Bilder gar nicht von ihm sind, sondern von einigen seiner Schüler fabriziert wurden, schließlich hat er tausende Blätter voraussigniert. Trotz allem war er ein phantastischer Künstler.

Die Zukunft wird zeigen, wie „stimmig“ meine obig formulierten Gedanken gewesen sein werden. Ich bin optimistisch, dass sie sich als „stimmig“ herausstellen könnten.



Gastbeitrag von Ing. Wilmont Franta

Ing. Wilmont Franta, in Wien lebender Sicherheitspädagoge (weitere Infos via Google Österreich) - Affirmative, kritische oder auch beleidigende oder böse Zuschriften bitte an E-Mail: ing.w.franta@sicherheit-mediation.com




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