Mittwoch, 25. Mai 2011

Ausverkauf in Griechenland

Um wieder Geld in die leeren Staatskassen zu bekommen, verkauft Griechenland auf "sanften" Druck der EU Teile des Staatsvermögens. Darunter sind Häfen, Eisenbahn, Autobahnen samt Mautsystem, und, und, und. Allesamt Unternehmen, die eigentlich vom Staat geführt werden sollten. Wer sind die Käufer, die Bieter?

Gehen wir davon aus, dass bei einem Verkauf der Staat sofort Geld sehen möchte, da langfristige Darlehen oder Ratenzahlungen nicht den gewünschten Effekt haben, sofort die Staatssäckel zu füllen. Bleiben Investoren oder Investorgruppen, welche die geforderten Summen aufbringen können. Und das sind in der Regel Hedgefonds und eventuelle Konkurrenzunternehmen.

Das kann zu ziemlichen Problemen sowohl für den Staat Griechenland, wie auch für die Bevölkerung werden. Privat geführte Unternehmen müssen wirtschaftlich und nicht unter sozialen Aspekten geführt werden. Demnach ist mit den üblichen Konsenqenzen nach einer "Heuschreckenplage" zu rechnen. Unternehmen werden saniert, rationalisiert, filetiert und nicht wirtschaftlich zu führende Teile, also jene Bereiche, die keinen kurzfristigen Gewinn erarbeiten können, verkauft oder geschlossen.

Das birgt vor allem bei Betrieben, die eine soziale Komponente haben, wie Post und Bahn, ein sehr grosses Risiko. Entlassungen, Stillegungen und Preiserhöhungen stehen kurzfristig an und kann den Griechen unterm Strich sehr, sehr teuer kommen.

In Österreich wird das letzte Werk der ehemaligen Austria Tabak geschlossen. Egal, welche Meinung man zur Raucherfrage hat, Rauchen und die Produktion von Tabakwaren ist ein Wirtschaftsfaktor. Über 300 Mitarbeiter verlieren ihren Job, der Finanzminister verliert Steuereinnahmen und die Wertschöpfung bzw. Produktivität sinkt. Als ehemaliger Monopolstaatsbetrieb wurde die Austria Tabak privatisiert und nun werden ALLE Zigaretten und Zigarren, die früher in Österreich produziert wurden, importiert. Ein nicht wieder gutzumachender volkswirtschaftlicher Schaden. Nur damit der damalige und heute äusserst umstrittene Finanzminister Grasser, neben anderen Verkäufen bzw. Privatisierungen von Staatsbetrieben, ein 0-Budget, keine Neuverschuldung, erreichen konnte. Jetzt muss der Staat neben dem Schaden der verminderten Steuereinnahmen auch jenen Teil der Arbeitslosen finanzieren, die keinen anderen Job bekommen. Auch die Gemeinde hat einen empfindlichen Ausfall an Gemeindesteuern zu verbuchen. Alles in allem ein schlechtes Geschäft. Wie gesagt, egal, wie man zum Raucherproblem steht - wirtschaftlich gesehen, ein Desaster ...

Und genau diese Entwicklung steht - nicht bei einem, sondern bei wahrscheinlich allen Betrieben - Griechenland ebenso bevor. Selbst wenn soziale Komponenten ausgehandelt werden, ein mögliches Defizit wird der neue Eigentümer nur bedingt tragen!

Dies wird gemacht, damit Griechenland in irgendeiner Form sanierbar wird. Glauben kann es ohnehin fast niemand, ausser die griechischen, zu optimistischen Politiker (und ich glaube, nicht einmal die), aber es ist ein Versuch, zu retten, was zu retten ist ... allerdings mit tiefgreifenden Konsequenzen.

Stell dir vor, mein lieber Freund, Griechenland würde es schaffen, die Pleite abzuwenden oder tatsächlich einen geordneten Bankrott durchzuführen. In beiden Fällen benötigt der Staat ständige Einnahmen, die Geld bringen. Wenn nun alle gewinnbringenden Staatsunternehmen verkauft wurden, woher soll das Geld nun kommen?

Denn wir wissen auch, dass privatisierte Betriebe, hinter denen eine ausländische Investorengruppe oder ein Konzern steht, etwaige Gewinne abziehen und nicht grosszügig im Land versteuern. Es kann auch sein, dass übernommene Unternehmen aus Konkurrenzgründen einfach nach einer gewissen Zeit geschlossen werden oder der Staat für etwaige Defizite aufkommen muss.

Der sprichwörtliche Auskauf Griechenlands hat begonnen, mit noch nicht absehbaren Folgen, die möglicherweise auch wieder von der EU, das heisst, von Bürgern anderer Staaten abgegolten werden müssen.







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Medienschau:



Fukushima: Kernschmelze in drei Reaktoren - Nicht nur in einem Reaktor, sondern in allen zum Zeitpunkt des Bebens betriebenen Reaktoren des japanischen AKW gab es eine Kernschmelze. (kurier.at)

Von Bürgern in Wut – im Crack-up-Boom - Während die Spanier auf die Straße gehen, um ihre Wut zu zeigen, scheint in Deutschland die Wut (noch!) nicht angekommen zu sein. Auch die Protestpartei „Bürger in Wut“ konnte das Wut-Potenzial nicht bündeln und kam in Bremen gerade mal auf 3,7%. (rottmeyer.de)

Griechenland pleite, EZB insolvent - Es geht nicht mehr um das “ob”, sondern um das „wann“. Dennoch sind sich die Märkte kaum einig, ob der Kollaps morgen, in einem Monat oder gar in einem Jahr erfolgen wird . - Die EZB wird ebenfalls zahlungsunfähig werden, da ein großer Teil ihres Vermögens in Griechenland beziehungsweise in Irland steckt. (mmnews.de)

Weissrussland entwertet seine Währung um 56 Prozent
(alles-schallundrauch.blogspot.com)

Der große amerikanische Aderlass - Im Christian Science Monitor wird heute eine Rechnung aufgemacht, die für Gänsehaut sorgt. Sie zeigt die massive Vermögens-Implosion privater Haushalte und der Regierung in der führenden Volks-wirtschaft. Kein Wunder, dass in den vergangenen drei Monaten wieder die meisten wichtigen Indizes nach Süden abdrehen. (markusgaertner.com)

IAEA: Syrien baute «sehr wahrscheinlich» Geheimreaktor - Syrien hat nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit großer Wahrscheinlichkeit an einem geheimen Atomwaffenprogramm gearbeitet. In ihrem Bericht zu Syrien, der der dpa vorliegt, schließen die Atomwächter erstmals aus all den ihnen vorliegenden Informationen, dass eine 2007 von Israel zerstörte Anlage in Al Kibar mit großer Wahrscheinlichkeit ein fast fertiger Atomreaktor war. (t-online.de)

Dominique Strauss-Kahn: Das Establishment entledigt sich einer Bedrohung - Zahlreiche Ungereimtheiten ranken sich um die Vergewaltigungsvorwürfe und die Festnahme von Dominique Strauss-Kahn. Eins jedoch ist klar: Für das US-Establishment und die französische Regierung war er zu einer ernsten Bedrohung geworden. (propagandafront.de)

Für den Notfall vorgesorgt - Vorsorge und Eigenhilfe in Notsituationen (bbk.bund.de)

Cascadia's Fault - There's a crack in the earth's crust that runs roughly 31 miles offshore, approximately 683 miles from northern California up through Vancouver Island off the coast of British Columbia. The Cascadia Subduction Zone has generated massive earthquakes over and over again throughout geologic time—at least 36 major events in the last 10,000 years. This fault generates a monster earthquake about every 500 years. And the monster is due to return at any time. It could happen 200 years from now, or it could be tonight. (lybrary.com)

Barbara´s Nachrichtenüberblick (dasgelbeforum.de.org)





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Kommentare:

Rudiratlos hat gesagt…

Na und?
Das ist eben eine andere art der Geschäftsmacherei.
Wen juckts wenn die Euros fliessen?


Stell dir vor, mein lieber Freund, Griechenland würde es schaffen, die Pleite abzuwenden.
Wieso abwenden?
Das ist kein Thema wenn man die Pleite immer wieder hinausschieben kann. ;)
In hundert Jahren vielleicht Pleite,aber das werdet ihr nicht erleben.
Und so kommt euer Systemfall ja leider doch nicht. :))

Nicht wahr Jo aus dem hohen Norden alter Schwede du ;)

Jo hat gesagt…

Tja, ich werde jetzt hier nicht erklären wie es von statten geht, nur soviel es läuft auf eine vollständige privatisierung der Staaten hinaus, alles in privater Hand! Geld hamse ja genug gedruckt nu muss was dafür gekauft werden, gib mir die Welt + 15%. Das das funktioniert sieht man an den Schlaf-Deutschen, kein Staat nur ne Gmbh, kein Zivielrecht nur Seerecht oder auch Bankenrecht, und der Michel schuftet für sein kleines Glück. Ich denke aba das das mit anderen Völkern nicht so leicht ist wie mit den verblödeten Deutschen, es wird nicht auf lange Sicht so weitergehen. Der Systemfall( wer redet eigentlich davon) naja ein wenig wirds noch dauern, wenn China in Pakistan die Muskeln spielen lässt dann gehen hier ja ehh die lichter aus, ohne Systemfall, und dann kommt er von ganz allein, für die die übrig bleiben. Nachdem Grichenland ausgeweidet ist kommen die anderen dran, wir haben es ja schon hinter uns, nur lässt man uns noch im Saus und Braus leben, sonst werden die anderen noch stutzig! Und es soll ja noch Leute geben die auf einen Sprung in ihrem Bewusstsein warten, ich kann die Leute beruhigen den Sprung haben sie schon!

jo der Nordländer