Dienstag, 1. Februar 2011

Wir belügen uns selbst!

Ja, seit 12. Jänner habe ich keinen neuen Eintrag geschrieben. Oh, doch, geschrieben schon, nur nicht veröffentlicht. Warum? Weil offensichtlich bei mir und in meinem näheren Umfeld grössere, teilweise einschneidendere Veränderungen eine Rolle spielten.

Mir geht es gut! Sehr gut ... wie schon lange nicht mehr. Obwohl ich, wie ich auch schrieb, rund um Weihnachten und Neujahr mit einem grösseren gesundheitlichen Defekt im Bett lag. Mein behandelnder Arzt sagte, es sei eine Lungenentzündung gewesen. Okay, meine erste schwerere Erkrankung in fast 50 Lebensjahren. Nach 2-3 Wochen war jedenfalls wieder alles bestens und der bekannte Zustand wiederhergestellt ... diesmal nur ohne qualmen. Ja, durch meinen kurzen gesundheitlichen Defekt wurde ich zum Nichtraucher (und bin es immer noch!).

Ach ja, MMS habe ich natürlich auch eingenommen. Diese Wundermedizin sollte gerade bei solchen Infekten wirken ... es tat sich absolut nichts!

Ich betrachte Krankheiten als etwas, das nicht beliebig kommt und geht, sondern immer "Sinn" oder besser ausgedrückt, einen Grund haben. Und, jede Krankheit, so leicht oder schwer sie ist, trägt zu einer Entwicklung und damit auch zu einer Veränderung bei - Veränderung auf geistiger Ebene.

Seit Mitte Jänner schreibe ich meine Artikel wie früher, lese sie durch ... und lösche sie. Wie eingangs erwähnt, habe ich seit 12. Jänner nichts mehr veröffentlicht ... nur der Papierkorb ist voll ;-)

Wir sind in ein neues Jahr eingetreten und haben nun den ersten Monat schon hinter uns. Die Prognosen, dass die Krise, die uns 2008 erreichte, nun endlich vorbei ist, kann man in fast allen Medien lesen, hören oder sehen. Kehren wir also wieder dorthin zurück, wo wir zu Beginn der krise waren? Sarkastisch gesehen, waren wir damals am Rand des Abgrundes ...

Wir sind es immer noch! Nichts, gar nichts hat sich geändert. Keine wie auch immer gearteten Lösungen wurden präsentiert. Nur heisse Luft aus den Mündern inkompetenter Politiker, die alle paar Jahre, immer nach Wahlen plötzlich alles besser machen wollen, hat uns gestreift. Und ab und zu Jubelmeldungen aus zweifelhaften oder offensichtlich geschönten Statistiken in jenen Medien, die versuchen, unser System mit aller Kraft zu erhalten. Eine Sisyphusarbeit, weil das System einfach nicht mehr zu halten ist.

Aber Vorsicht! Gib jetzt nicht allzu leichtfertig nur den "Oberen" die Schuld an diesem wirklich prekären, bizarren und kranken System. Wir alle sind daran schuld, wenn man überhaupt von Schuld sprechen kann, weil wir es zugelassen haben! "Wohlstand für Alle!", hat uns den Blick verklärt und die Kritikfähigkeit herabgesetzt. Plötzich waren das Eigenheim, das Auto, die Mode, das Reisen, wichtiger als alles andere. Man arbeitete immer mehr, nur um sich immer mehr leisten zu können. Frauen gingen arbeiten, Kinder wuchsen auf der Strasse auf, die Gesellschaft pervertierte sich wiedereinmal selbst. Man tauschte das neue Swimming-Pool gegen die Drogensucht der Tochter, den neuen Mittelklassewagen gegen die kriminelle Laufbahn des Sohnes ein. Es mussten Werte geschaffen werden, Sachwerte. was mit den Kindern passierte, war irgendwie Nebensache. Manche schafften es, viele nicht.

was wir noch eintauschten, war eine der schönsten Eigenschaften des Menschen - zumindest empfinde ich es so! Nämlich die Eigenschaft unsere Nahrungsaufnahme, die für uns lebenswichtig ist, von einer qualitativ hochwertigen auf eine fast abartig niedere Ebene einzutauschen. Frisch gekocht haben wir mit Fast Food und Convenience Food vertauscht. Ein teures Auto, ein teurer Anzug gegen uniforme Mikrowellenfertignahrung und schnelle Fleischlaberlkost. Beides extrem falsch - ernährungstechnisch. Aber es geht schnell! Keine Lebens- sondern nur mehr Nahrungsmittel. Wir wissen das! Wir alle wissen, dass Fertiggerichte und Fastfood einen so komplizierten Organismus wie den menschlichen Körper nicht ausreichend versorgen kann. Wir tun es trotzdem. Jene, die es nicht tun und versuchen, dem eigenen Körper "guten Treibstoff" zukommen zu lassen, sind "Körndlfreaks", "Rohkostfaschisten" und "Realitätsverweigerer". Beim Betanken unseres Autos fragen wir aber, welchen Treibstoff der Motor benötigt und schütten nicht "irgendwas" in den Tank ...

Und genau dieses Prinzip des sich selbst Anlügens ist jener Faktor unseres Systems, der dieses schlussendlich auch zum Einsturz bringen wird.

Wir glauben das, was wir glauben wollen! Die Politiker und Oberen nutzen dies über die Medien aus und präsentieren uns immer wieder eine möglichst heile Welt. Eine Welt, in der anscheinend nichts schlimmes passieren kann, eine Welt, in der sogar der Krieg irreal und fiktionär erscheint. Wir lassen uns einlullen von einer Illusion, die nicht existiert.

Betrachte nächtes Mal die Autowerbung (Marke egal), du wirst nur lesen, wie niedrig die Leasing- oder Kreditrate ist. Du wirst niemals lesen, wie viele Stunden du für diesen Blechhaufen arbeiten musst bis du ihn kaufen kannst und weiterhin um ihn zu erhalten. Du siehst nur das, was du sehen willst. Und die Werbe- & Marketingabteilungen unterstützen das, was du sehen willst! Betrachtet man - in diesem Fall den Autokauf - nicht von der Werbeseite, sonder von jener, wie lange muss ich dafür arbeiten, dann hätten doch einige unserer Mitbürger etwas kleinere und vor allem sparsamere Autos. Doch noch scheint das Auto der verlängerte Phallus zu sein ...

Doch gehen wir weiter in unserem System. Dort kommt ein Punkt, wo ich vollkommen anstehe. Es ist der Punkt ohne Wiederkehr, the Point of no return.

Das soll heissen, dass durch Entscheidungen des Menschen Prozesse in Gang gesetzt werden, die nicht wieder rückgängig gemacht werden können.

Ein harmloses beispiel ist der Fischfang in den Ozeanen. Obwohl man weiss, dass gewisse Arten und Plätze bereits weitgehend leergefischt wurden, wird kaum etwas für ihren Schutz unternommen, damit sich diese Art oder das Gebiet wieder erholen kann. Zuviel Geschäft - "Business" - hängt daran. Investoren, die auf Gewinne setzen, Wirtschaftszweige, die NOCH davon leben ... doch irgendwann ist Schluss, die Wirtschaftszweige müssen umdenken oder schliessen, die Arbeiter sich einen neuen Job suchen ... und unseren Enkeln werden wir Bilder zeigen, wie der Rote Thunfisch und andere äusserst gefährdete Arten mal ausgesehen haben.

Aber neben dem Überfischen, dem Leerfischen grosser Gebiete ist auch die Verschmutzung der Ozeane für den Menschen gefährlich hoch geworden. So wurde jetzt erst bekannt, dass der Müll Neapels Jahrzehnte lang einfach im Mittelmeer versenkt wurde ... dass einige Mationen ihren radioaktiven Müll ebenfalls in den Ozeanen entsorgten - neben vielen verlorenen Atombomben, die irgendwo in den Meeren liegen und lamgsam korridieren (man schätzt die "verlorenen" und nicht wiedergefundenen Atombomben seit den 50er jahren auf weit über 50 Stück!!).

Und damit haben wir das wohl verlogenste, manipulativste, gefährlichste und offensichtlich polarisierste Thema erreicht: die Lüge der ungefährlichen Atomkraft.

Atomstrom ist langfristig die mit Abstand teuerste Stromgewinnung! Lass dich nicht täuschen von den Hochglanzprospekten und salbungsvollen Expertenreden. Wir haben noch nicht einmal eine Lösung des Lagerns des anfallenden radioaktiven Mülls, der teilweise Halbwertszeiten von mehreren 100.000 Jahren aufweist! (dh. in dieser Zeit verringert sich so die Strahlung um die Hälfte, in einer weiteren ebenso hohen Zeitspanne wiederrum nur um die Hälfte!!) ... schlag deine Lexikas auf und schau nach, wie lange (die Wissenschaft glaubt) dass es den Homo Sapiens schon gibt. Und was sind schon einige 100.000 Jahre Halbwertszeit! Wem hinterlassen wir unseren Dreck eigentlich?

Hier ein sehr gut recherchierter Artikel über die Gefahren der Atomkraftwerke. Dieser Artikel müsste eigentlich Entsetzen in der Bevölkerung auslösen. Doch wir sind abgestumpft. Weder der schleichende Tod des Roten Thunfisches, die Verschmutzung unserer Lebensgrundlage, der Erde, noch der schon zum Himmel schreiende geistige Müll aus den Mäulern unserer Faymanns, Prölls, merkels, Westerwelles, etc. erschreckt uns und zwingt uns zum Handeln.

Wahrscheinlich, weil unser aller Arsch noch gut verpackt in illusorischen Wohlstandswindeln (Wohlstandspampers) seine Gleichgültigkeit und Ignoranz pflegt, wir Brillen mit rosa Gläsern tragen und wir die Politiker, welche die Pompfinewra (Totengräber) unseres Systems sind, alle paar Jahre wiederwählen.
Wir wählen also unseren grössten Feind, über uns zu bestimmen und uns nach allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszunehmen! Da kann ich gleich in die Schlangengrube gehen und mit blossen Händen mit Ottern und Vipern ums Überleben kämpfen ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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Kommentare:

Alfred hat gesagt…

Der Zustand der Welt lässt sich grundsätzlich aus 2 Perspektiven betrachten: Von oben und von unten. Von unten betrachtet ist alles ungerecht. Von oben betrachtet ist alles gerecht.

Buddha wurde einmal nach einem Vortrag gefragt ob er denn seine Lehre für einen einfachen Menschen in einem Satz wiedergeben könnte. Buddha bejahte. Der mich immer wieder erstaunt zurücklassende Satz lautet: Alles ist gerecht.

D. h. natürlich nicht, die Hände in den Schoss zu legen und den jüngsten Tag zu warten. Nein, wir sind dazu aufgefordert, in unserem direkten Umfeld Menschen und Dinge zum Besseren einzuladen. Nicht den Kopf in den Sand zu stecken, noch alles beschönigen oder niedermachen. Der Künstler diferenziert und gestaltet.

Wer sich vom Negativen (sterblichen) vergiften lässt und krank wird, muss Abstand nehmen und warten. Einsicht kommt vielfach erst durch Erfahrungen. Man braucht aber einen langen Atem, aber es gibt jeden Moment Entscheidungen die unser gemeinsames Schicksal leichter machen oder beschweren. Wir können uns jeden Moment fragen, was hat die Welt davon dass es mich gibt?

Zumindest lieben kann jeder, aber das ist schon mehr als Wissen und Wollen. Besser wäre aber alles zusammen - von der inneren Verbundenheit mit allem geführt.

Maldek hat gesagt…

Hey Johannes - gratuliere zur Genesung, zur Raucher Entwöhnung und zum Bewußtseins-Sprung!

Du widmest dem Thema Ernährung im Moment viel Aufmerksamkeit.
Hab ich auch mal gemacht. Hat einige Jahr angehalten; zu der Zeit hätte ich keinen McD betreten - jetzt ist das nicht mehr so.

Ein Beispiel - sich aus "Gewohnheit" eine Zigarette anzünden ist nicht das gleiche wie bewußt eine Zigarette zu rauchen, weil man sich genau jetzt in dieser Minute dafür entschieden hat. Es besteht keinerlei Zwang, und es ist auch eher ungewöhnlich sich dann sagen wir in 40 Minuten nochmals für eine zu entscheiden.

Das gleiche Spiel mit dem BigMac - alle paar Monate esse ich ganz gern so ein Teil. Ich weiß was ich da tue. Ich kenne auch meinen Körper und weiß um die Konsequenzen meiner Entscheidung.

Das ist das Schlüsselwort schlechthin - Entscheidung - lebst du bewußt, bist du frei zu entscheiden.

Ein großer Unterschied zum "Schläfer", welcher zu 95% auf äußere Reize (Werbung, Gewohnheit, Gruppe) *REAGIERT*, aber kaum jemals bewußte Entscheidungen treffen kann.