Montag, 29. November 2010

WikiLeaks veröffentlicht Botschaftsakten

Die grosse Sensation ist ausgeblieben! Die neuesten von WikiLeaks veröffentlichten Unterlagen sind interessant, aber nicht brisant. Ich glaube, dass die diplomatischen Verbindungen keinerlei Schaden davontragen werden, denn sie sind nicht auf Freundschaft aufgebaut. Es sind reine Zweck- oder Arbeitsverbindungen, wo jeder das möglichst Meiste für sich und seinen Staat zu herausholen versucht.

Wie Politiker und Diplomaten intern kommunizieren war offensichtlich, ebenso die permanente Geringschätzung. Auch dass die Amerikaner durch ihre Botschaften ein dichtes, globales Netz für Informationsbeschaffung aufgebaut haben, dass selbst Tratsch und Klatsch miteinbezieht.

Geheime Informationen waren nicht dabei. Die USA haben die Kommunikationsdatenbank SIPRNet 2004 aufgebaut. Zu dieser Datenbank haben rund 800.000 Personen Zugang. Wobei geheimes Material nicht von allen abrufbar ist. Es war nur eine Frage der Zeit, bis daraus Informationen an die Öffentlichkeit gelangten. Auch ist nicht klar, ob es gesamte Datensätze sind, ob sie nach gewissen Auswahlkriterien oder einfach wahllos abgespeichert und weitergegeben wurden.

Geprüft wurden die ingesamt über 250.000 Dokumente von Spezialisten einiger weniger internationaler Nachrichtenmedien. In Deutschland war es der Spiegel, der gestern auch Auszüge davon veröffentlichte. Darunter auch der Code, mittels dem jedes Dokument aufgebaut ist.

Für die Diplomaten und Mitarbeiter der Aussenministerien alles in allem keine Neuigkeiten. Nur die Öffentlichkeit bekommt einen Eindruck der Geringschätzung und Kommunikationsart der Diplomaten. Und auch wie übermässig gross der Informationshunger der USA ist ... um sich in allen Belangen einen möglichst hohen Vorteil zu verschaffen.

Die einzigen Teile, die bisher veröffentlicht wurden und die eine gewisse Brisanz bieten, ist die Tatsache, dass die USA innerhalb der UNO und andere internationale Organisationen spioniert und möglichst viele Daten von UNO-Mitarbeitern sammelt. Obwohl dies dezidiert verboten ist. Diplomaten und Botaschaftspersonal wurden angehalten, möglichst jede Information über UNO-Mitarbeiter zu sammeln. darunter auch Bankdaten, Passwörter, biometrische und private Daten. Doch wirklich wird das kaum jemanden aufregen.

Interessant ist auch die Einschätzung der türkischen Regierung, der ein Wandel zu einem islamistischen Staat prognostiziert wird. So bekommen wir zu lesen, dass der türkische Aussenminister sich für die Niederlage der Türkenbelagerung von Wien revanchieren möchte ...

Auch die Allianz der arabischen Staaten mit Amerika gegen den Iran wird in den Dokumenten behandelt. Der Iran ist offensichtlich ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem in der Region und wird auch von den Arabern als "Kriegszündler" angesehen und eingeschätzt. Diese erwarten sich von den Israelis, trotzdem sie die Juden als Feinde sehen, auf Grund ihrer militärischen Stärke, Wunderdinge gegenüber dem Iran. Eine fatale Einschätzung und dies kann durchaus zu kriegerischen Handlungen führen, wobei Israel Hilfe von den Arabern bekommen kann.

Grosses Interesse zeigen die USA auch an einigen afrikanischen Staaten, darunter Burkina Faso und dem Sudan.

Insgesamt zeigt es die hegemonistisch-imperialistische Rolle des selbsternannten Weltpolizisten, möglichst überall auf seine eigenen Vorteile bedacht und seinen Einfluss überall zu erhöhen. Auch nichts wirklich Neues, das ist schon lange ersichtlich.

Einige Staaten bzw. deren Politiker werden verärgert sein und aus dieser Position heraus Bedingungen an die Amerikaner stellen. Sicher, die Veröffentlichung dieser Dokumente schadet der USA, vor allem deren Aussenpolitik. Doch verändern wird dies kaum etwas.

Durch die Veröffentlichung der Dokumente von WikiLeaks wurde nur offensichtlich, was wir ohnehin ahnten. Diesbezüglich wurden wir enttäuscht. Am Zuge sind jetzt die Diplomaten und Politiker der betroffenen Staaten. Politisch wird sich nichts dadurch ändern. Vor allem werden die Amerikaner kaum von ihrer aggressiven und dominanten Politik abrücken.

Fast kabarettistischen Charakter verleihe ich die persönlichen Einschätzungen der Diplomaten über persönlich genannte Politiker. Im Besonderen über Merkel und Westerwelle. Hier bestätigt sich unser Eindruck, also jener des kleinen Mannes, mit dem der Diplomaten.

Aber vielleicht werden im Zuge der Durchsicht und weiteren Veröffentlichung noch wirkliche Sensationen publiziert. Doch das wage ich zu bezweifeln ... denn es fehlen noch sehr viele der ursprünglich 3 Millionen angekündigten Dokumente!

Kommentar eines Lesers bei welt.de: Für uns gibt es ja auch keinen Datenschutz, wir werden überwacht durchsucht [...] warum sollen die es besser haben als wir? Jetzt können die mal sehen wie das ist ...



"Botschaftsakten" veröffentlicht
(derstandard.at)
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Wikileaks: Da fehlt einiges (infokriegernews.de)
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Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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