Montag, 22. November 2010

Was ist Moral?

Eine gute Frage, findest du nicht auch? Vor allem weil die Betrachtungsweisen und Auslegungen ziemlich auseinander klaffen. Grundsätzlich erwartet man von uns, also vom "Kleinen Mann" eine moralische Einstellung ... was das auch immer sein könnte. Wir werden durch Eltern, Schule und sozalem Umfeld mehr oder weniger moralisch erzogen. Es gibt Werte, die sollten berücksichtigt werden ... sagt man.

Trotzdem scheint es, dass all jene, die moralische Wertvorstellungen haben, es nicht nach "oben" schaffen. Denn Moral dürfte, je weiter man nach oben sieht, immer mehr zu einer leeren Worthülse, einer strapazierten Floskel werden. Sie, die Politiker, Manager, Offiziere, etc., die sogenannten Opinion Leaders, fordern sie zwar stetig ein, doch selbst halten sie sich kaum daran.

Waren nicht früher eben diese Menschen (zumindest nach aussen) die Hüter der Moral? Jetzt ist ein moralischer Zerfall der gesamten Gesellschaft zu beobachten und all jene Oberen fördern diesen auch so gut es geht.

Wir, die Kleinen müssen uns wegen Dingen verantworten und werden gerichtlich belangt, wo die Oberen sich es zum Alltag gemacht haben, straffrei, natürlich. Ein kleiner Dieb oder Betrüger geht schon mal einige Jahre in den Knast, weil die Schadenssumme ein paar Tausend Euro beträgt. Wenn allerdings mit Milliarden jongliert wird und die Bevölkerung ganzer Staaten die Geschädigten sind, ist das offensichtlich straffrei und wird von den Gerichten nicht belangt. Wenn ein kleiner Unternehmer in den Konkurs geht, kann es sein, dass auch er mit Freiheitsentzug bestraft wird. Wenn Politiker, Banker oder Manager Milliarden versenken, passiert meist gar nichts ... im Gegenteil, es wird geholfen, gerettet und vertuscht. Wenn einer von uns jemanden umbringt, so gilt das als Mord und zieht eine mehrjährige Freiheitsstrafe nach sich. Wenn die da oben morden, so heisst das Krieg und dieser ist legitim!

Mit welchen Masstäben wird Moral gemessen? Selbst solche Instanzen, die als die letzte moralische Bastion gegolten hatten, führen moralische Eigenschaften ad absurdum. Die katholische Kirche zB. hat jeglichen Anspruch als moralische Instanz verloren. Dies hat auch damit zu tun, dass derzeit das versteckte, das Verborgene an die Oberfläche kommt.

Oft wird der moralische Verfall unserer Jugend angeprangert. Moral ist relativ und wird der Zeit angepasst. Und die Jugend ist das Spiegelbild unserer Gesellschaft. Nicht sie soll kritisiert werden, sondern unsere Gesellschaft. Das heisst, wir alle - inklusive jener "Oberen", die ebenfalls Moral ad absurdum führen.

Warum fordern wir so vehement moralische Standpunkte ein, sind selbst aber nicht bereit, uns danach zu halten. Moralische prizipien gibt es de facto nicht mehr, sollten allerdings vorhanden sein um eine Gesellschaft funktionsfähig zu halten. Sie benötigt moralische Regeln. Werden diese ständig überschritten, und ist unmoralisches Denken und Handeln normal (dh. die Mehrheit ignoriert moralische Standpunkte), dann kommt es durch den Werteverfall zum gänzlichen Zerfall der Gesellschaft. Offensichtlich wird dies auch vehement gefördert. Noch halten Gesetze und Abhängigkeiten unsere Gesellschaft zusammen. Bricht die öffentliche Ordnung zusammen, dann sind auch diese nicht mehr existent.

Dieser Faktor des moralischen Zerfalls unserer Gesellschaft hat natürlich auch mit der weltweiten Finanzkrise zu tun. Denn durch das Hinwegsetzen, meist auf legaler, aber nicht moralischer Ebene, wurden gefährliche Grenzen überschritten. Wobei meist die Motivationen moralische Grenzen zu überschreiten, die Gier, der Neid und der Hass - gepaart mit Verlogenheit und Betrug - sind.

Jede Gesellschaft stellt ihre eigenen moralischen Regeln auf, die aus den kulturellen, wirtschaftlichen, legislativen, religiösen und sozialen Traditionen entspringen. Werden diese, so wie jetzt, mehr oder weniger abgeschafft bzw. ignoriert, bildet sich die Gesellschaft neu. Allerdings nicht, bevor die "alte" zerfällt. Unsere Nachkommen im jugendlichen Alter sind die Moralvorstellungen unserer Generation fremd. Dies hat auch mit dem Wandel der Zeit zu tun, aber in erster Linie mit uns selbst. Wir sind nicht mehr fähig, einstige moralische Vorstellungen weiter zugeben.

Mächtige Organisationen unterstützen dies. Und zwar schon vor der 68er Bewegung und der sexuellen und der atheistischen Revolution. Das Fatale daran, durch die fehlende Moral, und damit auch fehlende Richtlinien innerhalb einer Gesellschaft, entstehen noch mehr Abhängigkeiten. Diese können nicht nur, sondern sie werden auch ausgenützt. Jetzt mehr denn je, denn wie schon gesagt, der Motor ist Gier, Neid und Hass.

Die ehemaligen moralischen Richtlinien und Regeln sind weg und auch nicht mehr einzuführen. Das muss uns bewusst sein. Darum wird unsere Gesellschaft auch zusammenbrechen ... mit dem gesamten System. Erst aus den Ruinen kann etwas Neues entstehen. Und genau an diesem Punkt wird man sich wieder einmal an Moral errinnern. Die Dekadenz der Jetztzeit ist, wie in bisher allen bekannten Hochkulturen, der Tod der Gesellschaft, der Tod der Moral.

Menschen wird es weiterhin geben, wahrscheinlich nicht mehr so viele, aber der Mensch stirbt nicht aus. Doch sein Dasein wird sich grundlegend ändern und dabei wird eine neu zu definierende Moralvorstellung ein wichtiger Faktor sein!



Moral bezeichnet meist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen, sofern diese wiederkehren und sozial anerkannt und erwartet werden.

So verstanden, sind die Ausdrücke Moral, Ethos oder Sitte weitgehend gleichbedeutend und werden beschreibend (deskriptiv) gebraucht. Daneben wird mit der Rede von Moral auch ein Bereich von praktischen Urteilen, Handlungen oder deren Prinzipien (Werte, Güter, Pflichten, Rechte) verbunden. So verstanden, wertet eine Unterscheidung von Moral und Unmoral. Eine solche Bewertung kann als bloßer Ausdruck subjektiver Zustimmung oder Ablehnung verstanden werden (vergleichbar zu Applaus oder Buhrufen), oder als Beurteilung von Handlungen, deren Maximen oder sonstige Prinzipien in moralischer Hinsicht, d.h. als moralisch gut oder moralisch schlecht. Letzteres entspricht einem metaethischen Realismus. Die theoretische Ausarbeitung unterschiedlicher methodischer Vorgehensweisen und Kriterien moralischer Urteile sind Gegenstand der philosophischen Disziplin der Ethik. (de.wikipedia.org)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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