Freitag, 3. September 2010

Autarke Selbstversorgung

Gestern sass ich mit zwei Bauern und einem Hobby-Gärtner zusammen und wir redeten darüber, wie autark sich ein Mensch bzw. eine Familie mit einem kleinen Garten tatsächlich machen kann.

Als Grundlage diente eine kleine Durchschnittsfamilie von zwei Erwachsenen und einem Kind. Der Lebensmittelbedarf dieser Familie beträgt pro Tag derzeit im Durchschnitt: 600g Fleisch, 400g Gemüse, 400g Obst, 200g Brot, mindestens 6lt Wasser und etwaige zusätzliche Dinge, wie Eier, Marmelade, Kaffee, Säfte, Milch und Süsses.

Sollte sich diese Familie Mayer, so wollen wir sie mal nennen, selbst und autark ernähren wollen, ist ein Aufwand notwendig, der weit über das Hobby-Gärtnern hinaus geht! Nur ein, zwei Gemüsebeete zu haben, ist viel zu wenig. Ausserdem müssen geeignete Lagermöglichkeiten vorhanden sein, sonst kann die mühevoll eingebrachte Ernte sogar verderben ...

Dabei ist die Fleischproduktion noch am Leichtesten zu bewerkstelligen. Kleintiere, wie Hühner und Hasen, lassen sich relativ leicht züchten und benötigen relativ wenig Platz. Hühner haben den Vorteil, man kommt auch zu Eier. Bei Hasen können drei Pärchen soviel Nachwuchs erzeugen, dass fast jede Woche einmal Fleisch auf den Tisch kommt. Der Arbeitsaufwand hält sich in Grenzen, ebenso das Futter. Getreidekörner bzw. Getreideschrott, Mais, Wasser und Grünfutter sollten vorhanden sein, ebenso ein kleiner Auslauf. Allerdings, Hühner die Eierlegen, werden erst nach der Legephase geschlachtet, dann eignen sie sich nur mehr für die Suppe, nicht als zart-knuspriges Brathenderl oder Backhenderl ...

Sehr viel Mehraufwand benötigen grössere Tiere wie Schweine, Schafe oder Ziegen. Nicht nur ein grosser Auslauf, sondern auch entsprechend grosse Weidefläche muss vorhanden sein (bei Schafen und Ziegen). Diese Tierarten werden ebenfalls nicht sehr alt, sollten sie als Braten enden. Wer jemals ein altes Schaf oder noch ärger, einen alten Widder verspeist hat, weiss das! Meist zäh und eigentümlich im Geschmack ist es nicht jedermanns Sache ... Demnach kann man davon ausgehen, bei Schweinen bis zu 6 oder 8 Jungtiere pro Jahr zu erhalten, bei Schafen und Ziegen jeweils eines (pro Paar). Der Vorteil von Schafen und Ziegen ist, dass man auch Milch bekommt. Für Schweine muss man einige Kilo Getreideschrot, Maisschrot und Kartoffeln pro Tag rechnen, bei Schafen und Ziegen einige Kilo Grünfutter oder Heu!

Eine gute Alternative ist das Züchten von Heuschrecken oder Grillen. Wer jemals in Thailand war, weiss um die Spezialitäten, die an jeder Strassenecke angeboten werden. Man benötigt 2 grössere Terrarien und entsprechend viel Grünfutter in Form von Ästen mit grünen Blättern. Die Population ist hoch und wenn der (europäische) Ekel vor frittierten Heuschrecken oder Grillen abgelegt werden kann, liefern diese Tiere ständig hohen Proteinmahlzeiten. Der Aufwand ist gering, die Ausbeute hoch. Diese Tiere können auch in Wohnungen gezüchtet werden. In jedem Fall handelt es sich um hochwertige Nahrung! Bis zu zweimal pro Woche können frittierte Heuschrecken oder Grillen am Teller landen!

Obst, das wissen wir, kann nicht schnell produziert werden. Egal ob es sich um Strauch- oder Baumobst handelt. Die meisten Arten bringen erst nach 3 Jahren oder später einen entsprechenden Ertrag. Viele Obstsorten sind ausserdem nicht lagerfähig und müssen entweder sofort verzehrt oder konserviert werden. Frisches Obst ist demnach nur in den Sommer- und Herbstmonaten zu ernten. Lagerfähiges Obst, wie Äpfel und Birnen, benötigen für längere Lagerung einen entsprechenden Keller, der dunkel, relativ feucht und kühl ist. Beeren und Steinobst muss entweder frisch genossen oder als Marmelade oder Kompott konserviert werden. Exotische Obstsorten gedeihen in unseren Breiten nur wenige, Versuche mit Kiwi haben allerdings hohe Erfolgschancen.

Um den Obstbedarf der Familie Mayer abzudecken, werden einige bereits tragende Bäume und eine Vielzahl von Sträuchern benötigt. Ein relativ grosser Garten ist dafür notwendig! (mehrere 1.000 qm). Allerdings benötigen die Obstbäume- und -sträucher wenig Aufwand. Alte, heimische Sorten bringen bessere Qualitäten als neue Züchtungen! Erfahrung hilft zwar, ist aber nicht notwendig. Trotzdem sollte bei Krankheiten der Pflanzen ein Experte zu Rate gezogen werden.

Egal ob die Familie Mayer sich vegetarisch oder nicht vegetarisch ernährt, der Gemüseanbau ist einerseits wichtig und andererseits sehr arbeitsintensiv. Drei Hochbeete mit jeweils 6qm und ein normal angelegtes Beet mit rund 15qm könnte für den gesamten Gemüsebedarf reichen. Angebaut sollten vor allem jene Gemüsesorten werden, die sich leicht und ohne grossen Aufwand lagern und konservieren lassen. Diese sind vor allem Kraut (Sauerkraut), Kohl, Kürbis, Tomaten, Bohnen, Erbsen, Karotten und Kartoffeln (auch Tombinabur). Auch Salate sind von Beginn der Vegetationsperiode bis weit in den Herbst zu ernten - entsprechend gibt es Früh- und Spätsorten. Der Gemüseanbau verlangt schon einiges Wissen bzw. Erfahrung. Neulinge benötigen 2-3 Jahre um den benötigten Ertrag ernten zu können. Oft werden einige Sorten nebeneinander gesetzt, die sich nicht vertragen. Oft kommt es auch vor, dass plötzlich so viel geerntet werden muss, dass es kaum zu verbrauchen ist. Für lagerfähiges Gemüse, wie Kraut, Kohl, Kartoffel, Zwiebel, etc., muss auch eine entsprechende Lagermöglichkeit gegeben sein! Vieles andere Gemüse kann durch Einkochen oder sauer Einlegen haltbar gemacht werden.

Für diese benötigte Anbaufläche sind fast täglich zumindest eine, wenn nicht mehr Stunden an Arbeit aufzubringen. Sind gute, alte Sorten in Gebrauch, kann man das Saatgut fürs nächste Jahr selbst produzieren und im Frühjahr die Frühsaat selbst ausbringen.

Bei Getreide, dazu zählt auch Mais, wird die Sache schon sehr viel schwieriger. Nicht nur, dass ein relativ grosser Platzbedarf notwendig ist, benötigt man, nicht nur für Aussaat und Vegetation, sondern vor allem für Ernte (Erntezeitpunkt) und Verarbeitung entsprechendes Wissen und Erfahrung - und die notwendige Gerätschaft. Der schönste Weizen, Roggen, Dinkel und Hafer nutzt nicht viel, wenn du nicht weisst, wann der ideale Erntezeitpunkt ist, wie du das Getreide dreschen sollst, um die Körner zu erhalten und wie später das Getreide zu Mehl oder Flocken zu verarbeiten. Mehl ist allerdings die Grundlage für Brot! Nur Mais ist relativ leicht anzubauen, zu ernten und zu verarbeiten.

Eine Ausnahme ist die Maca, die peruanische Rübe (mehr darüber im Schnittpunkt:2012-Magazin - Ausgabe 1 - Juli 2010), die realtiv wenig Platz benötigt und äusserst robust ist - vor allem gegen hohe Temeraturschwangungen, UV-Einstrahlung und Bodenbeschaffenheit. Noch dazu ist sie eins der vollwertigsten und gesündesten Gemüsesorten überhaupt!

Gesamt gesehen, benötigt Familie Mayer wohl einen wirklich grossen Garten, rund 1.000 bis 1.500qm Anbaufläche und Wiese mit Obststräucher und -bäumen. Zusätzlich einen entsprechenden Lagerraum, möglichst ein kleines Nebengebäude für Hühner und Hasen. Sowohl für die Arbeit im Garten und zur Verarbeitung der Ernte sind zusätzliche Gerätschaften und der wohlwissende Umgang damit notwendig. Reduziert auf das Wesentliche, heisst das, eine kleine Landwirtschaft! Nur dann kann diese Beispielfamilie autark von ihrer eigenen Lebensmittelproduktion leben! Dass natürlich auch ein dementsprechender Arbeitsaufwand von Nöten ist, versteht sich von selbst.

Nicht berücksichtigt wurde die Haltung von Kühen o.Ä. und Aquabonik. Zum einen, weil eine Kuh rund 1ha Wiese benötigt, zum anderen, weil Aquabonik ein eigenes Thema ist (siehe: Geniales Krisenvorsorgesystem: Aquaponik).

Wer es trotzdem vorhat, sich selbst autark zu versorgen, dem wünsche ich von Herzen viel Glück!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



IWF verkauft 16,85 Tonnen Gold im Juli (goldreporter.de)
IWF: Alarmierende Überschuldung reicher Länder (orf.at)
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With Neighbors Unaware, Toxic Spill at a BP Plant (nytimes.com)

Schwere Naturbrände im Wolgaland bedrohen benachbarte Regionen
(rian.ru)
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Vergifteter Fluss im Dschungel von Peru (radio-utopie.de)
Prognosen bestätigen sich - Extremwetter kommt häufiger (n-tv.de)



IWF: “Alles wird Gut” - Das Pfeiffen im Walde möchte man meinen was der IWF in der heutigen Mainstreampresse verkündet. Niemand müsse sich vor einem Börsencrash fürchten. Alles wird Gut. Die bankrotten Staaten wie USA, Griechenland, England, Island, Irland, Spanien, Portugal, Italien, Rumänien, Ungarn um nur einige zu nennen könnten nicht einen Finanzzunami auslösen. (infokriegernews.de)

Wer hat die Macht im Staat? „Alle Macht geht vom Volke aus“ – nur manchmal - Die derzeitige Sarrazin-Debatte in Deutschland wirft die Frage auf, wer hat eigentlich die Macht im Staat? Kurze Antwort: viele, je nach Situation. Dieser Artikel listet die „Mächtigen“ und ihre „Macht“ auf. (hartgeld.com)

Europa-Richter billigen heimliche GPS-Überwachung - Dürfen Strafverfolger einen Verdächtigen heimlich mit Hilfe eines GPS-Gerätes überwachen? Ja, hat jetzt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden. Geklagt hatte ein Ex-Mitglied einer linksextremistischen Vereinigung. (spiegel.de)

Artensterben total - Studie: Welt steht Artensterben überdimensionaler Ausmaße bevor. Menschlichen Einflüsse wie Düngemittel, Pestizide, Schadstoffbelastung und Abholzung der Wälder dafür verantwortlich. "Die Menschheit betreibt ein gigantisches Experiment mit der Natur". (mmnews.de)



SCHNITTPUNKT:2012-Krisencamps am Reisslerhof

Freitag 10. 09. bis Sonntag,12.09. 2010
Freitag 24. 09. bis Sonntag 26. 09.2010


jeweils von Freitag 14 Uhr bis Sonntag 14 Uhr!

Kartoffeln am Balkon anbauen?

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Kommentare:

Rebell hat gesagt…

Und wo soll man soviel Land herbekommen?
Da ja alles den grossgrundbesitzer gehört!
Ich hatte dieses Jahr sozusagen nichts von meinem Garten.
Nur Arbeit und ärger.
Keine Sonne kein nichts.
Zuviel Regen alles ging ein!
Nein das mit dem autark sein oder werden ist oder gehört der vergangenheit an.
Das ging noch vor zweihundert Jahren wo das Klima noch in ordnung war.
Ohne Gewächshaus kann man es eh vergessen.
Und von Bohnen allein kann man auch nicht leben.
Ist alles einfach gesagt aber noch lange nicht getan.

Jimmy Forever hat gesagt…

hab von einem anderen hobby-gärtner ebenfalls gehört, daß dieses jahr schlecht war. wenn überhuapt, ist es wahrscheinlich am besten, man schließt sich mit anderen zsuammen und bildet genossenschaften o.ä., dann kann man sich kosten für gerätschaften teilen und ist mehr abgesichert, falls bei einem mal die ernte schlecht ist.

übrigens, wurde bei deinem gespräch, johannes, auch die permakultur angesprochen? diese verspricht ja eine wahre revolution in der landwirtschaft zu sein mit höchsten erträgen bei nur geringem arbeitsaufwand!

Samoth hat gesagt…

Ich bin auch der Meinung, daß nur sehr wenige Menschen heuer noch autarkes Leben verwirklichen können.

Allein die große Menschenmenge in Deutschland, wo auch noch die meißten Leute in Städten wohnen, dazu das unberechenbare Wetter, nein mein lieber Johannes, das was Du vorschlägst ist in Mitteleuropa nicht durchführbar u. pure Tagträumerrei. Im Mittelmeerraum sieht das schon viel besser aus, auch weil es viel dünner besiedelt ist u. das Meer viel hergibt.

PS. Da ich in einer ländlichen Gegend wohne, weiß ich auch wovon ich rede, u. ich glaube auch, es müßte schon zu einer heftigen globalen Katastrophe kommen, als das wir hier in Europa alle vom Hungertod bedroht wären !!!

Man soll die Dinge auch nicht schlechter darstellen, als sie eh schon sind.

Maldek hat gesagt…

@Samoth

Was nützen dir die vollsten Einkaushäuser, wenn du kein Geld hast dir etwas zu kaufen?

Jo + Selbstversorgung:
Tatsachenbericht aus dem sonnigen Südamerika. Wie sieht es wirklich aus.

Selbstversorgung funktioniert hier noch. Etwa 1 ha Land reicht für eine (große) Familie um auf *** 3. Welt Niveau *** zu ÜBERleben.

Es geht. Ihre Existenz beweist es, jedoch ist das in nichts, aber auch gar nichts zu vergleichen mit Armut, die du aus Europa kennst. Wir sprechen hier von ECHTER Armut. Hütten, keine Fenster, 1 (in Worten EINE) Glühbirne für den Hauptraum, dort leben oft 5-6 Menschen pro Zimmer...keine Heizung, kein Auto - kein gar nichts.

Das kostet nämlich alles GELD. Und in der Selbstversorgung kannst du dich und deine Familie mit NAHRUNG versorgen. Nicht mit Geld. Jeder Liter Benzin, jede kaputte Glühbirne, jedes Kleidungsstück und jede Seife mußt du immer noch kaufen. Mit GELD. Aber woher nehmen? Der Verkauf von selber produzierten "BIO" Sachen geht nur in einer reichen Gesellschaft (der Dekadenz), wenn es eine arme Gesellschaft ist, kümmert das keinen und keiner wird auch nur 1cent mehr bezahlen dafür.

Alles was auch die anderen armen Schlucker in ihren Gärten haben, das ist Spotbillig....falls es überhaupt einer kauft.

Reden wir also von Vorräten für eine *kurzfristige* Krise bis zu 6 Monaten...das ist gut und wichtig. Jeder sollte das zu Hause haben.

Reden wir aber von einer LEBENSWEISE - welche im wesentlichen lautet - so leben wie ich es gewohnt bin, aber in ländlicher Idylle als Selbstversorger....solche Fälle habe ich hier vor Ort schon so einige gesehen. Diese Menschen bleiben ca. 5-6 Jahre im Land - dann sind die Ersparnisse aufgebraucht und man flieht zurück in den Sozialstaat nach Europa. Ohne Ersparnisse, dafür ent-täuscht.

Selbstversorger als Nebenerwerb - das andererseits hat Potential. Jedes Kilo Gemüse/Obst welches nicht zugekauft werden muß, belastet nicht die Haushaltskasse.
Jedes Kilo (Bio)Fleisch statt Kartoffeln, verbessert stark die Gesundheit der Familie - und anders kann sich eine arme Familie vielleicht dieses gar nicht leisten?

Heute ist die Zeit des Überflusses in USA/EU..aber binnen weniger Jahre wird sich dies ändern. In den USA haben wir bereits jetzt real 22% Arbeitslose...dies wird sich noch steigern und auch auf der "Insel der Seeligen" (Österreich) werden wir eine Arbeitslosigkeit jenseits der 30% erleben.

Kein Grund zu verzweifeln. Hier in Südamerika ist bis zu 85% Arbeitslosigkeit im ländlichen Bereich weit verbreitet...und die Menschen leben trotzdem!

bauchstimme hat gesagt…

Meine einen Großeltern waren bestimmt zu 80% wenn nicht zu 90% Selbstversorger. Sie hatten 5-10 ha Grund und haben damit sehr gut gewirtschaftet. Natürlich gab es einen großen Gemüsegarten und genug Bohnen, Kartoffeln, Rüben, Kraut und Kürbisse noch zusätzlich auf dem Acker. Salat, Mehl, Kräuter oder Gemüse haben sie nicht gekauft. Kühe, Schweine, Hühner, Gänse und Hasen hatten sie selbst und auch gut verarbeitet. Die Landwirtschaft war so gut organisiert und bewirtschaftet, dass meine Großeltern ab den 70ern Geselchtes, Würstl, Brot, Eier, Topfen, Hühner, Frischfleisch und das eine oder andere Obst/Gemüse verkauft haben.

Doch es war auch notwendig sehr gute Rezepturen zu haben und die Konsequenz z.B. am Sonntagnachmittag einmal pro Monat Nudeln zu machen und 1-2 pro Woche Brot zu backen oder am Sonntag Vormittag den Kuchen her zu stellen. Wo sind die Rezepturen heute? Wer weiß noch wie Tiere geschlachtet und verarbeitet werden? Zu wenige und darum gibt es ja auch die Krisencamps.

Mehlspeisen zu kaufen gab es da nicht und auch nicht, weil ein bestimmter Käse fehlte ins Geschäft zu fahren, das wäre finanziell nicht leistbar gewesen. Semmeln und weißes Brot waren eine schmackhafte Besonderheit und eine Spezialität sich so etwas mal zu besonderen Anlässen zu gönnen. Es gehört bestimmt eine gute Finanzplanung dazu, so wie ich es als Kind von ihnen miterlebt habe, sich das zu kaufen was notwendig war, wie zum Beispiel Zucker, Salz und das Mineralwasser war schon ein Luxus zu späteren Zeiten. Andererseits konnten Sie sich die Zeit frei einteilen, bestimmen wann sie aufstanden und machten sich den Stress, Arbeitsdruck selbst. Einen Geschirrspüler oder Staubsauger hat meine Oma bis heute nicht.

Es hängt eben damit zusammen was einem wichtig ist und wo die eigenen Prioritäten liegen. Zur Landwirtschaft gehört es dazu über mehrere Jahre zu planen und zu bevorraten. Wenn es im einen Jahr weniger Heu, Getreide, Gemüse, Obst gibt, hat das das Vorjahr mit den eigenen Vorräten aus zu gleichen. Vieles ist eine Kunst und zu viel dieses Wissens ist schon verloren gegangen.

Mit diesem Artikel möchte ich sagen, dass es machbar ist zu einem hohen Prozentanteil SelbstversorgerIn zu sein. Geschick, Wissen, Können und Zeitaufwand gehören auch zum autharken Leben!

Hierzu noch ein Link von 4 SchweizerInnen und 2 Deutschen in Ungarn, die zu einem hohen Prozentanteil authark Wirtschafen: www.teranda.ch

bauchstimme hat gesagt…

Meine einen Großeltern waren bestimmt zu 80% wenn nicht zu 90% Selbstversorger. Sie hatten 5-10 ha Grund und haben damit sehr gut gewirtschaftet. Natürlich gab es einen großen Gemüsegarten und genug Bohnen, Kartoffeln, Rüben, Kraut und Kürbisse noch zusätzlich auf dem Acker. Salat, Mehl, Kräuter oder Gemüse haben sie nicht gekauft. Kühe, Schweine, Hühner, Gänse und Hasen hatten sie selbst und auch gut verarbeitet. Die Landwirtschaft war so gut organisiert und bewirtschaftet, dass meine Großeltern ab den 70ern Geselchtes, Würstl, Brot, Eier, Topfen, Hühner, Frischfleisch und das eine oder andere Obst/Gemüse verkauft haben.

Doch es war auch notwendig sehr gute Rezepturen zu haben und die Konsequenz z.B. am Sonntagnachmittag einmal pro Monat Nudeln zu machen und 1-2 pro Woche Brot zu backen oder am Sonntag Vormittag den Kuchen her zu stellen. Wo sind die Rezepturen heute? Wer weiß noch wie Tiere geschlachtet und verarbeitet werden? Zu wenige und darum gibt es ja auch die Krisencamps.

Mehlspeisen zu kaufen gab es da nicht und auch nicht, weil ein bestimmter Käse fehlte ins Geschäft zu fahren, das wäre finanziell nicht leistbar gewesen. Semmeln und weißes Brot waren eine schmackhafte Besonderheit und eine Spezialität sich so etwas mal zu besonderen Anlässen zu gönnen. Es gehört bestimmt eine gute Finanzplanung dazu, so wie ich es als Kind von ihnen miterlebt habe, sich das zu kaufen was notwendig war, wie zum Beispiel Zucker, Salz und das Mineralwasser war schon ein Luxus zu späteren Zeiten. Andererseits konnten Sie sich die Zeit frei einteilen, bestimmen wann sie aufstanden und machten sich den Stress, Arbeitsdruck selbst. Einen Geschirrspüler oder Staubsauger hat meine Oma bis heute nicht.Vieles ist eine Kunst und zu viel dieses Wissens ist schon verloren gegangen.

Mit diesem Artikel möchte ich sagen, dass es machbar ist zu einem hohen Prozentanteil SelbstversorgerIn zu sein. Geschick, Wissen, Können und Zeitaufwand gehören auch zum autharken Leben!

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Frank2505 hat gesagt…

Das Wichtigste: zu Allererst die "600 gr. Fleisch" durch vernünftige Nahrung ersetzen!!!

Alberts Kräuterküche hat gesagt…

Toller Blog.

Wünsche mir das mehr Leute die Selbstversorgung Beschreiben