Montag, 19. Juli 2010

Und droben am Himmel brennt nun auch Walhall

Gestern sass ich draussen, auf unserer kleinen Terrassenstiege, ein Glas pfeffrig-fruchtigen Grünen Veltliner und eine herrliche Zigarillo geniessend, in leicht kühlender, abendlicher Brise. Drinnen, am Musikcomputer, tobten die Klänge Wagners Ring ohne Worte, wirklich erhebende Passagen die an ein Duell zwischen Streicher und Bläser erinnern, aber wie immer gut und vor allem harmonisch ausgehen. Besonders liebe ich die Auszüge aus der Götterdämmerung ...

Wobei wir schon wieder beim Thema angekommen sind. Der 4. und letzte Akt Wagners Ring der Nibelungen: "und droben am Himmel brennt nun auch Walhall, der Götter Burg. Götterdämmerung ..."

Götterdämmerung, wie auch jetzt im richtigen Leben! Das Crescendo des Orchesters strebt unaufhörlich dem Höhepunkt zu, f wird zu fff, dein Körper nimmt den enormen Spannungsbogen auf, wiegt sich in den immer lauter werdenden Tönen bis hin zum unvermeidlichen Finale.

Siegfried (das Volk) wurde von Hagen (der Politik) mit Hinterlist ermordet und liegt sterbend da. "Bamm, Bamm, ..." spürst du die Pauken, die wieder verebben und abermals sich ins Unendliche steigern "Bamm, Bamm, ..."

Wotan steht mitten in den Flammen, verabschiedet sich mit lauten Worten und wilder Gestik ...

Fast unbemerkt aber doch, spielt - nein, keine weitere Wagner Oper, sondern ein Bühnenweihfestspiel - in das dramatische Finale. Parzifal auf der Suche nach dem Gral. Zwischen unendlicher Spärenmusik, wo Raum und Zeit verschmilzt, schreitet er in die Gralsburg und präsentiert ihn, den heiligen Gral ...

Die Klänge der Götterdämmerung sind schon lange verhallt, als Parzifal den Gral hochhebt und das Ritual und Amt des Gralshüters vom schon verstorbenen Titurel übernimmt ...

Paralellen in die Realität sind durchwegs angebracht. Vielleicht erkennen diese nur eingefleischte Wagnerianer - zu denen ich mich, obwohl ich auch viel andere Musik, von Jazz bis Metal, höre, zähle. Das Drama oder besser gesagt, die Dramen, laufen alle nach ein und dem selben Schema ab. Und offensichtlich kann sie nur der als wirkliches Drama erkennen, der weiss, wie sie ablaufen. Nicht nur bei Wagner, aber gerade bei Wagner sind Dramen durch die fantastische Musik noch dramatischer!

Ich weiss nicht wieso, aber am Life-Ball, der am Samstag in Wien stattfand, wurden die Besucher ebenfalls mit dem Schluss des 3. Aktes von Wagners Götterdämmerung konfrontiert. Zufall, Vorsehung, Metapher? Wer weiss es wirklich genau?

Bleiben wir kurz bei Richard Wagners aussergewöhnlichen Werken. Ich hoffe, ich langweile dich heute nicht, mein Freund! Während Walhall niederbrennt, finden wir uns wie schon gesagt im 3. Akt von Parzifal. Dort wo Parzifal mit Gurnemanz sich zur Gralshalle aufmacht und durch Raum und Zeit wandelt. Die Musik wird unfassbar, wird unendlich, wird unwirklich ... bis die zwei ans Ziel gelangen, wo die Ritter ihren toten Titurel beklagen und deren Glanz früherer Zeiten als Kreuzritter verblasst ist. In alten Fetzen gekleidet klagen sie ihr Leid und drängen Amfortas, den Sohn Titurels, sein Amt zu übernehmen. Und mit dem Gral wieder zu alten, ehrenvollen Zeiten anzuschliessen. Doch es darf nicht Amfortas sein, sondern ein anderer, "der reine Tor" ... unschuldig, nicht vorbelastet und in kindlicher Anmut rettet Parzifal das Abendland ...

Nein, wir haben ihn noch nicht gefunden, den reinen Tor, den unschuldigen, der ausgelacht wird ob seiner Naivität, seiner infantilen Art. Doch er ist schon da! Ja, ja, genauso wie Parzifal ahnt er noch nichts von seinen kommenden Aufgaben und seinem Amt. Erst dann, wenn scheinbar alles zusammenbricht, wird sich plötzlich zeigen, wer der Parzifal unserer Zeit ist.

Die Götter (die Eliten) sind mit Hagen (die Politik) einfach untergegangen und niemand vermisst sie! ... niemand! Kein Grabstein, kein Kranz, keine Blumen, keine Rede. Jeder sucht nach dem Gral, sucht Parzifal, sucht die Erlösung. Die Erlösung ist die Transformation - jener sphärische, scheinbar unendliche Mittelteil in Parzifals 3. Akt. Dort wo sich alle Weltanschauungen und Religionen treffen, das letze Stück Weg vor dem wirklichen Finale, ... das nicht das brennende Walhall gewesen sein kann ...

... und ich war gestern ganz bestimmt nicht besoffen!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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