Montag, 7. Juni 2010

Offener Brief an Minister Alois Stöger

Eine fast unbedeutende Formulierung ihrer werten Aufforderungen liess mich zuerst kurzzeitig die Sprache verlieren, danach lief mein Gesicht im Farbton "zorn-rot" an und schliesslich wurde ich völlig weiss ... im Gesicht. Und das, lieber Herr Minister, ist ein schlechtes Zeichen.

Was mich so erregte? Sie, Herr Minister führen derzeit ab 1. Juli das neue Raucherschutzgesetz in verschärfter Form ein und verbieten weitgehend die ungesunden, suchtmachenden Glimmstängel in Lokalen und Restaurants. Sie kündigen auch hohe Strafen und scharfe Kontrollen an. Und ... sie fordern Nichtraucher auf, Raucher bzw. Wirte zu denunzieren und anzuzeigen. Wissen sie lieber Stöger, wann es so eine Art hinterhältige Bespitzelung in unserem Land gegeben hat? Ebenfalls provoziert vom Gesetzgeber, es war in der Nazi-Zeit! Und es blieb uns Nachkriegsgeneration als typisch faschistische Methode hängen - vom Hören und Sagen, wir Nachkriegskinder waren ja damals nicht dabei. Mit Verlaub, ich bin ein Kind der 60er ... ja, und Raucher!

Dass diese Aufforderung ein österreichisches, demokratisch gewähltes Regierungsmitglied macht, glaube ich einfach nicht. Und noch unglaublicher ist, dass die (System)presse es einfach schluckt und bringt, als wäre es etwas völlig alltägliches.

Verehrter Minister, wäre nicht ein wenig mehr Denken angesagt, als nur stur die Vorgaben der Brüsseler Diktatoren umzusetzen. Wobei, sie scheinen ja einen militanten Nichtraucher als Gesundheitsminister gefunden zu haben, der offensichtlich alle Energie in etwas steckt, das schon jetzt ein Fast-Desaster ist.

Wie so oft in der Vergangenheit, scheinen angetrunkene oder bekiffte Juristen einen Spass-Gesetzestext verfasst zu haben, der auch Experten - also jene zumindest, die jetzt kurz vor Einführungdes Gesetzes den Gastronomen beratend zu Seite stehen sollten - etwas ratlos macht. Das Gesetz ist eine juristische Krücke!

Natürlich erwartet man von ihnen, verehrter Minister, dass sie als Chef des Gesundheitsressorts die ebensolche unserer Bürger verbessern sollten (oder zumindest nicht verschlechtern!). Eine wirkliche Reform wurde ja schon öfters zu einem kitzekleinen Reförmchen, zuletzt bei einer ihrer Vorgängerinnen, verhandelt.

In unserem Gesundheitssystem liegt viel im wirklich Argen. Die Kosten explodieren, die Qualität sinkt. Und sie fordern auf andere Mitmenschen zu vernadern, zu denunzieren. Ich würde vorschlagen, sie setzen sich morgen in ihren bequemen Sessel an ihrem Arbeitstisch, vergessen ihre faschistischen Anwandlungen und beginnen endlich effizient und nachhaltig zu arbeiten. Als Minister müssten sie die Situation kennen, demnach wissen sie auch, dass sie für solche saublöden Bemerkungen eigentlich gar nicht die Zeit haben, gar nicht haben können!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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