Donnerstag, 17. Juni 2010

Fatale Doppelmoral

War bisher die latente Doppelmoral unserer werten Regierungen nicht immer auf den ersten Blick offensichtlich, jetzt wurde sie es. Zwei höchst zweifelhafte Entscheidungen - eine der österreichischen Regierung, eine der EU - lassen an der Integrität der beiden gesetzgebenden Institutionen zweifeln. Zweimal wurde nicht für den Bürger entschieden, sondern für Lobbies.

In Österreich wurde das Glückspielgesetz neu beschlossen. Dabei wurden die Höchsteinsätze bei Glückspielautomaten extrem erhöht und gleichzeitig das Pokerspiel - bis auf eine zu vergebende Lizenz, die höchstwahrscheinlich das staatliche Unternehmen Casinos Austria erhält - verboten.

Spieler können durch die Erhöhung der Höchsteinsätze bei Glücksspielautomaten von 50 Cent auf 10 €uro in einer Stunde bis zu unglaublichen 36.000 €uro verzocken! Gefährdet sind zwischen 60.000 und 160.000 Menschen in Österreich, die spielsüchtig sind.

Einerseits verbietet man kontrolliert Poker in privaten Casinos zu spielen, andererseits unterstützt man die Spielautomaten-Lobby, u.a. Casinos Austria & Novomatic, gefährdeten Menschen noch mehr Geld abzunehmen ...

Auszug aus kurier.at:

Bis Mittwochnachmittag galt Österreich als das Pokerzukunftsland Europas. Das Kartenspiel hatte dubiose Hinterzimmer verlassen und war zum Freizeitvergnügen von Ärzten, Polizisten und Studenten geworden. Pokerclubs schossen wie die sprichwörtlichen Schwammerln aus dem Boden. Gleichzeitig zog Europas Pokerelite in die Alpenrepublik und heimische Stars (wie Erich Kollmann oder Ivo Donev) sind derzeit erfolgreich bei den Pokerweltmeisterschaften in Las Vegas engagiert.

Doch nun ist Schluss mit lustig. Mit einem Nebenabsatz im Glücksspielgesetz wurden alle privaten Pokeraktivitäten beendet. Mit Jahresende (Übergangsfrist bis Ende 2012) müssen alle privaten Casinos und Clubs geschlossen werden, wird im Büro von Finanzstaatssekretär Andreas Schieder bestätigt. Das Ende von Poker in Österreich oder Aus für den Pokersport in Österreich titeln internationale Fachmedien. Auf Facebook hat sich bereits eine Hundertschaft an Gegnern formiert, auch österreichische Profis wie Markus Golser sind dabei.

Laut Gesetz darf Poker künftig nur noch von offiziellen Casinobetreibern (derzeit nur Casinos Austria) betrieben werden, für ganz Österreich wird es noch eine Lizenz geben, die aneinem Ort (vermutlich Wien) gilt.

In privaten Casinos und Clubs wird meist um kleinere Einsätze gespielt. Bei Casinos Austria sind bei Bargeldspielen pro Tisch meist mindestens sechs Euro im Pot. Die bekannteste Turnierserie hat ein Antrittsgeld von 600 bis 2000 Euro. "Ich darf künftig an einem Automaten 36.000 Euro in einer Stunde verspielen, aber kein sechsstündiges privates Pokerturnier um 25 Euro zocken. Das nennt man Spielerschutz", ist Hobbyspieler Harald G. empört. Österreichs bekanntester Profispieler Erich Kollmann wettert ebenfalls: "Dieses Gesetz gegen die Spielsucht dient dazu, die Großen der Branche noch größer zu machen. Hunderte Arbeitsplätze werden vernichtet, die Spielsucht wird nicht einmal ansatzweise bekämpft. Man hat es sich wieder gerichtet."

Während in den Casinos am Donnerstag Krisensitzungen angesetzt waren, fürchten Insider, dass Poker wieder in Hinterzimmern und noch mehr illegal im Internet gespielt wird. Im Büro von Finanzstaatssekretär Schieder heißt es nur: "Poker war immer ein Glücksspiel, das wird jetzt nur eindeutig geregelt."







Ebenso eine fragwürdige Doppelmoral ist bei der Entscheidung des Europäischen Parlaments offensichtlich geworden, die von sich aus behaupten, den Bürger vor - im speziellen gesundheitlichen - Gefahren schützen zu wollen. Die Warnhinweise auf Tabakprodukte und die immer strenger werdenden Rauchverbote sollten dies dokumentieren. Als besonderen Fehlschlag und Kniefall vor der Pharmalobby galt ohnehin schon der Codex Alimentarius, der seit beginn des Jahr gültig ist und im Grunde alles im Gesundheitsbereich verbietet, was nicht von Pharmakonzernen angeboten wird! Eine Bevormundung des Bürgers in einer besonders verlogenen Art und Weise. Dass das Europäische Parlament nun die Einführung der sogenannten Nährwertampeln auf Lebensmittelverpackungen abgelehnt hat, ist nicht nachvollziehbar. Denn durch manipulative Werbung und Marketing wird vielen Lebens- und Genussmitteln ein Image verpasst, das sie absolut nicht haben. Eine Nährwertampelkennzeichnung könnte für viele Konsumenten ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Doch das wollen klarerweise die lebensmittelkonzerne verhindern. Denn sonst sieht der Konsument möglicherweise auf den ersten Blick, dass Produkte, die besonders gesund, light oder vollwertig angepriesen werden, es laut Inhaltsstoffe gar nicht sind! Beispiele dafür gibt es wie Sand am Meer!

Auszug aus dem foodwatch-Newsletter:

Es ist eine herbe Enttäuschung: Das Europäische Parlament hat heute gegen die Einführung einer verpflichtenden Nährwertampel gestimmt. Das Votum gegen die Ampel zeigt einmal mehr: Statt Bürgernähe herrscht in Europa die Lobbymacht der Industrie. Die Lebensmittel-Lobby hat sich ihre Kampagne gegen die Ampel eine Milliarde Euro kosten lassen. Eine Milliarde, die unter anderem aufgewendet wurde, um das von der Industrie entwickelte Kennzeichnungs-Modell "Guideline Daily Amount" (GDA) einzuführen und zu bewerben. Diesem massiven Lobbydruck von Kellogg's, Nestlé und Co haben sich die Parlamentarier nicht widersetzt. Jetzt soll die verwirrende GDA-Kennzeichnung in ganz Europa Standard werden.

Dass die Ampelkennzeichnung als freiwillige und zusätzliche Darstellung möglich bleiben soll, ist für foodwatch kein Fortschritt. Das war bisher schon möglich und bringt den Verbrauchern gar nichts. Denn wer heute schon ohne Scham Zucker- und Fettbomben als Fitnessprodukte verkauft, wird diesen Schwindel sicherlich nicht freiwillig durch leuchtend rote Ampeln entlarven. Zwar muss der Ministerrat noch dem Beschluss zustimmen, doch es besteht kein Zweifel: Die Industrie hat bei der heutigen Abstimmung einen Etappensieg errungen.

Aber erinnern wir uns: In dem ursprünglichen Verordnungsentwurf der Europäischen Kommission kam die Lebensmittelampel gar nicht vor. Erst durch das Engagement von foodwatch und durch die tatkräftige Unterstützung aus dem Gesundheitssektor – vom europäischen Adipositas-Verband über die Vereinigung der europäischen Kinderärzte bis zum europäischen Spitzenverband der Krankenkassen – wurden die Politiker überhaupt gezwungen, sich mit der Ampel auseinander zu setzen.

Die öffentliche Debatte hat gezeigt, wie weit die Interessen der Industrie und der Verbraucher auseinander klaffen. Vorerst wird es also keine Ampelkennzeichnung geben. Doch wir sind uns sicher, dass die Politik auf lange Sicht nicht an einer verständlichen, farbigen Nährwertkennzeichnung vorbei kommen wird, wenn sie das Problem des Übergewichts wirksam bekämpfen will. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, und wir werden weiter Unternehmen auf die Finger klopfen, die Fitness- und Gesundheitslügen verbreiten und die tatsächlichen Nährwerte ihrer Produkte verschleiern. Wie wichtig es ist, den Verbrauchern angesichts der Lobby-Übermacht der Industrie eine Stimme zu geben, das hat diese Abstimmung wieder einmal gezeigt.

Ihr foodwatch-Team







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



EU-Parlament lehnt "Ampel-Kennzeichnung" ab (tagesschau.de)

Die Dummheit der Masse ... (godmode-trader.de)
Farage: Euro-Rettungspaket basiert auf einer Lüge und funktioniert nicht (propagandafront.de)
Medwedew hält Eurountergang für möglich (infokriegernews.de)
Die großen Finanzinvestoren sitzen auf riesigen unrealisierten Verlusten (markusgaertner.wordpress.com)
Griechenland trickst wieder (kopp-verlag.de)
Spanien-Alarm am Anleihemarkt (ftd.de)
Fannie Mae und Freddie Mac vor dem Börsen-Aus (handelsblatt.com)

Die Ansprache von Obama zeigt seine Unfähigkeit (alles-schallundrauch.blogspot.com)
Rating-Riese Fitch setzt BP fast auf Ramsch (t-online.de)
Öl-Pest dramatischer als befürchtet (euronews.net)
Russische Wissenschaftler warnen USA vor toxischem Corexit-Regen (wirtschaftsfacts.de)



Dramatischer EZB-Monatsbericht für Mai: Kurz vor der Apokalypse - Der neue Monatsbericht der Europäischen Zentralbank lehrt seine Leser das Fürchten: Das Finanzsystem war Anfang Mai noch mehr bedroht als nach der Lehman-Pleite. Anfang Mai drohte das Finanzsystem zu kippen. Die Lage war sogar ernster als nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman im Herbst 2008, geht aus Schilderungen der Europäischen Zentralbank hervor. Zwei oder mehr große Euro-Banken seien akut vom Zahlungsausfall bedroht gewesen. (sueddeutsche.de)

GEAB N°46 (Sonderausgabe Sommer 2010) ist angekommen! Die umfassende weltweite Krise im zweiten Halbjahr 2010: Die vier Single Points of Failure der Weltordnung ... (leap2020.eu)

Warum Regierungen Gold hassen - Vor zwei Wochen haben neue und bereits andauernde Krisen die Aufmerksamkeit von dem Problem der griechischen Staatsverschuldung abgelenkt. Doch die Griechenland-Krise dauert an, durch Bailouts schiebt man das Problem immer weiter vor sich her und verschlimmert dadurch die Lage für die Steuern zahlenden Bürger nur noch weiter, hier bei uns in den USA genauso wie im Ausland. Leider ist Griechenland mit seiner unverantwortlichen Ausgabenpolitik kein Einzelfall. Schuldenexplosionen wie in Griechenland greifen von einem Land auf das andere über, auch die USA – jawohl, die USA – zählen zu den Dominosteinen, die an die Reihe kommen werden. (kopp-verlag.de)

«Schuld sind immer nur die anderen» - Die Soziologin Claudia Honegger hat Banker zur Krise befragt und findet viel – nur keine Einsicht. (bernerzeitung.ch)

Spanien: Bis zu 30 Milliarden Euro für Banken - Das Geld für die krisengeschüttelten spanischen Banken soll aus einem mit 99 Milliarden Euro dotierten Fonds für die geordnete Banken-Restrukturierung kommen. (diepresse.com)

China fürchtet Kreditblase in der Provinz - Im Reich der Mitte macht der Boom nicht an den Grenzen der Megastädte halt: Peking beobachtet mit wachsender Sorge die ins Kraut geschossene Immobilienkreditvergabe in ländlichen Regionen. (ftd.de)

Sensation perfekt: Kanada trotzt dem Kyotoprotokoll-und senkt seine CO2-Reduktionsverpflichtung um 90 %! Die Klimafestung Kyoto bröckelt. Kanada erprobt seinen Ausstieg. Premierminister Harper verkündete vor wenigen Tagen Sensationelles. Kanada, einer der bedeutendsten Rohstoff-Exporteuer weltweit, entzieht sich mit sofortiger Wirkung den Verpflichtungen von Kyoto, welche die Vorgänger-Regierungen noch willig eingegangen waren. Dazu Premier Harper lapidar: "Wir werden unsere Verpflichtung zur Verminderung des Ausstoßes von CO2 um 90 % senken. Aus wirtschaftlichen Gründen". (eike-klima-energie.eu)

Genialer deutscher ErfinderZuse baute den ersten Computer - Es gibt ein Leben vor Bill Gates und Steve Jobs. Dafür stand in den 1930er Jahren das große Z. Z für Zuse. Er baute in Berlin den ersten Computer der Welt zusammen. (n-tv.de)

Hans Dichand (1921-2010) - Der Herausgeber der "Kronen Zeitung" galt als einer der mächtigsten Männer Österreichs. Er prägte das politische Geschehen des Landes. (kurier.at)

Stellenabbau in Deutschland: Das erste Jahr Schwarz-Gelb - gezählt ab 6.10.2009. (egon-w-kreutzer.de)

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1 Kommentar:

survival scouts hat gesagt…

www.geoplatform.gov/gulfresponse

Die Apokalypse ist da.............
Schwarzel Öl, Gas und Gestein wohin man schaut.....
Quasi schon der ganze Erdball...
Diese Satelittenfotos bzw. auch der Link existieren erst seit einigen Tagen...
Jetzt wissen wir, weshalb die Massenmedien alles totschweigen..
Diese Elitenschweine werden dieses Mal nicht mehr davonkommen....