Donnerstag, 17. Juni 2010

Das grosse Dilemma der Politik

Die Politik steht vor einem sehr grossen Dilemma ... das zu einem gewaltigen Desaster ausarten kann. Denn bei allen Überlegungen die Situationen der Staaten zu entschärfen, finden sie "nur" zwei Lösungsmöglichkeiten. Beide implizieren allerdings, dass die Situation nicht entschärft, sondern im Gegenteil, noch explosiver wird und Staatsbankrotte demnächst Alltag werden.

Die eine Lösungsmöglichkeit sieht vor, die USA als Beispiel herzunehmen und Schulden mit noch mehr Schulden zu bekämpfen. Das macht durchaus Sinn, noch einmal ins Volle zu greifen und dann mit einem Riesengetöse unterzugehen. Denn, auch wenn die EZB so wie die amerikanische FED noch mehr und dadurch unkontrolliert Geld produziert, ist irgendwann der Punkt erreicht, wo zuviel Geld im Umlauf ist. Die (Geld)Schleusen würden geöffnet werden und die Überschuldungen würden Ausmasse annehmen, die jenseits von allem nur denkbaren sind. Politiker sind, wie die letzten Jahrzehnte bewiesen haben, keine Ökonomen, sondern Taktierer. Für einen potentiellen Wahlsieg verkaufen sie auch ihre sprichwörtliche Grossmutter! Das soll heissen, es wäre zu erwarten, dass die weitere Überschuldung - quasi durch einen Freibrief - in kürzester Zeit unglaublich hoch sein würde. Denn die Sozialsysteme, die jahrzehntelang aufgebaut wurden und schon jetzt als unfinanzierbar gelten, würden eine gigantische Kostenexplosion verursachen. Es gäbe kaum mehr eine Grenze nach oben und binnen absehbarer Zeit würde das ohnehin schon beschädigte Vertrauen in die Währung vollkommen verloren sein. Ergebnis wäre ein Währungszusammenbruch! Mit dieser Variante hätte man nur ein wenig Zeit gewonnen. Und glaube nicht, mein lieber Freund, Politiker wären plötzlich verantwortungsbewusster geworden ... schliesslich geht es bei allem Handeln dieser Berufsgruppe um die nächste Wahl ...

Unsere Schulden sind schon jetzt nicht mehr zurückzahlbar! Es würde ein radikales Sparprogramm benötigen, um den angehäuften Schuldenberg zu verringern. Und jetzt sind wir bei der zweiten Lösungsmöglichkeit, die ebenso brisant, desaströs und explosiv wie die vorige ist. Radikale Sparprogramme haben zwar durchaus Sinn. Doch in einem Sozialstaat nimmt der Staat bei den Kleinen. Bei jenen, die schon jetzt üms Überleben kämpfen. Einnahmen - durch Steuererhöhungen und der Einführung neuer Steuern - rauf, Ausgaben - sparen vor allem bei sozialen Belangen - hinunter. Das impliziert in jedem Fall, dass die Wirtschaftsleistung eines Landes empfindlich gestört wird. Noch dazu beginnen die Staaten die eigentlich sehr wichtige Schattenwirtschaft - in Österreich nennen wir es den Pfusch - vollkommen zu kontrollieren und zu eliminieren. Doch der Pfusch ist wichtiger Bestandteil unserer Wirtschaft. Denn, auch wenn ungesetzlich, trägt er zum Konsum, der wiederrum lebenswichtig für die Wirtschaft ist, bei. Ein Pfuscher, der Schwarzarbeit nachgeht, gibt sein Geld aus. Dieses Geld landet wieder im Wirtschaftskreislauf. Eliminiert man diese Schattenwirtschaft völlig, heisst das noch lange nicht, dass die entgangenen Beträge auch tatsächlich beim Finanzminister landen ...

Sparen heisst, dass jeder, und vor allem die Niedrigverdiener, wesentlich weniger Geld tatsächlich zur Verfügung haben. Man konnte in den letzten Jahren schon beobachten, dass die Inflation (nicht die offizielle, sondern die reale) höher war, als der jährliche Lohnanstieg. Das heisst, es war bei fast jedem von uns unter dem Strich weniger Geld (Geldwert) zur Verfügung!

Spart man jetzt durch die reihenweise angekündigten Sparprogramme und den Kontrollwahn der Behörden der die Schattenwirtschaft völlig zum Erliegen zu bringen, provoziert man klarerweise den Unmut der Bevölkerung. Aufstände bis hin zu Bürgerkriegen können daraus entstehen. Sogar die EU warnt bereits davor und alle Staaten, so auch Deutschland und Österreich, bereiten sich darauf vor.

Sparprogramme umzusetzen, heisst auch, der Wirtschaft empfindlich zu schaden. Weniger Steuerleistung und mehr Arbeitslosigkeit sind das Ergebnis und kosten dem Staat wiederrum sehr viel Geld mehr ...

Ich brauche nicht zu betonen, dass der Staat wir alle sind, nicht nur die Regierung bzw. deren Politiker! Das heisst wiederrum, dass in jedem Fall wir alle davon betroffen sind.

Die wirkliche Zauberlösung heisst, sowohl drastisch einzusparen als auch gleichzeitig die Wirtschaft anzukurbeln. Das allerdings ist ein ebenso schwieriges Unterfangen, wie die Suche nach dem Stein der Weisen.

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, bei der beides mittelfristig möglich wäre. Nämlich dann, wenn eine neue Produktgruppe oder Dienstleistungsgruppe gefunden werden würde, wie seinerzeit die paralelle Einführung von Mobiltelefon und Internet. Viele neue Wirtschaftszweige entstanden, die breite Masse machte die Innovationen und Weiterentwicklungen durch ihren Konsum möglich und dadurch boomte die Wirtschaft. Es wurde eine neue, eine virtuelle Welt geschaffen. Das enorme Interesse und die enorme Nachfrage waren die Grundlage für diesen Boom. Der hat sich allerdings durch die Marktsättigung weitgehend verlaufen. Fast jeder Haushalt hat heute mehrere Mobiltelefone und Breitbandinternetanschluss.

Jetzt müsste etwas komplett Neues gefunden werden, ist aber nicht in Sicht. Das heisst auch, dass unser herrschendes Wirtschaftssystem mit allen Faktoren neu überdacht werden muss, weil es sich totgerannt hat. Noch dazu war für viele der Boom der letzten Jahrzehnte ohnehin nur durch Kreditfinanzierungen möglich. Jetzt sind nicht nur die Staaten, sondern auch die Bevölkerung, weitgehend pleite, das heisst, überschuldet. Der grenzenlose Konsumterror rächt sich.

Dabei wäre eine Lösung recht einfach, aber auch unmöglich. Man müsste nur unser System verändern! Sowohl das politische, wie auch das wirtschaftliche. Doch darüber traut sich niemand, denn unser System "funktioniert" seit Jahrhunderten und der Wille, es zu ändern, ist (noch) nicht da, weil es, trotz lautem Stottern, scheinbar noch immer irgendwie läuft.

Tatsächlich funktioniert es schon lange nicht mehr, wir leben in einer fatalen Illusion gepaart mit einer gewaltigen Gehirnwäsche, die besagt, es wäre das einzig funktionierende System. Tatsache ist, dass dieses einzig funktionierende System sich selbst schon ad absurdum geführt hat und jetzt in seinen letzten Zügen auf der Intensivstation liegt. Ergo muss es ein anderes System geben, das langfristig besser funktioniert! Denn, liebe Freunde, 2.000 Jahre sind in der Geschichte unserer Welt höchstens ein Beistrich, nicht mehr ...

Allerdings, ohne unser System grundlegend zu ändern, wird es keine Lösung geben ... höchstens einen Aufschub. Wir sind, gelinde gesagt am Ende, doch kaum jemand bemerkt oder weiss das. Denn immer noch haben wir einen Job, können einkaufen, können auf Urlaub fliegen, können uns ein neues Auto anschaffen - fragt sich nur, wie lange noch!

Der Countdown läuft, das Ende unseres Systems wird täglich wahrscheinlicher, aber wir tun ... nichts. Nur zuwarten und hoffen, dass jenen, die bisher versagt haben, etwas einfällt, das unsere fatale Illusion am Leben erhalten könnte.

Langsam müssten wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass sich unser System und damit auch unser Leben grundlegend ändern MUSS! Ganz einfach, weil wir sonst kaum eine Chance haben zu Überleben. Denn die Krise und der absehbare, kaum abwendbare Crash sind nicht alles, was unser Leben zur Zeit zerstört. Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko, die steigende Erdbebenquote, die für uns zu erwartend desaströse Sonnenaktivitäten und die politischen Unruhen und Brandherde weltweit zeigen auf, dass ein globales Umdenken und vor allem eine Abkehr der herrschenden Systeme zur Überlebensfrage wird. "Die Krone der Schöpfung", der Mensch, sollte in die rote Liste der gefährdeten Lebewesen aufgenommen werden! Nur mit einem Unterschied, alle bedrohten und bereits ausgestorbenen Tierarten der letzten Jahrhunderte wurden vom Homo Sapiens, von der "Krone der Schöpfung" in seinem Fortschritts-, Rüstungs- und Eroberungswahn ausgerottet bzw. gefährlich dezimiert. Der Mensch selbst, hat seinen eigenen Suizid im Grunde schon begonnen. Den er auch zu Ende bringen wird, falls nicht ein globales Umdenken und eine vollkommene Abkehr am bisherigen Denken und der bisherigen Weltanschauung kommen wird. Alle bekannten und praktizierten Systeme, egal ob es sich um Imperialismus, Kapitalismus, Kommunismus, etc. handelt, müssen dem ohnehin sehr dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte angehören.

Was jetzt kommen muss, liegt auf der Hand. Ein nicht monetäres System, ohne Hierarchien, ohne selbstherrlichen Eliten, ohne Korruption, ... Unsere Fantasie ist gefragt, unser Mut, wirklich Neues zu erschaffen. Etwas Neues, das nichts von all dem enthält, das wir heute noch als wichtig erachten. Doch es ist ein weiter Weg, vor allem auf geistiger Ebene, und es verlangt von uns allen unheimlich viel Mut, diesen neuen Weg zu vollkommen neuen Systemen und Weltanschauungen zu gehen. Und doch wird uns schlussendlich nichts anderes übrig bleiben, wenn wir nicht in der sprichwörtlichen Hölle auf Erden landen wollen. Im Vorhof dieser sind wir ja bereits angekommen!







In eigener Sache: Leider ist mein Arbeitscomputer mit allen Daten derzeit wegen Virusbefalls ausser Betrieb. Deshalb gibt es die "News-Emails" erst wieder ab morgen - ich bitte um Verständnis! Danke!



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



EU droht Brüsseler Wirtschaftsdiktatur (handelsblatt.com)
Banken fürchten sich vor dem Stresstest (handelsblatt.com)
Berlin koordiniert europaweite Bloßstellung der Banken (ftd.de)
Spanien: Bis zu 30 Milliarden Euro für Banken (diepresse.com)
Oberstes Gericht in Island fällt Urteil: Fremdwährungskredite waren illegal (wirtschaftsfacts.de)
Eine radikale Türkei dreht Europa den Rücken zu (welt.de)
China: Das neue »Silicon Valley« (kopp-verlag.de)

Frisches Kapital für Lauda-Kapperl gesucht
(kurier.at)



Europäische Union warnt jetzt vor Bürgerkrieg und der Rückkehr der Diktaturen in Europa - Während deutsche Qualitätsmedien auf Wunsch des Kanzleramts die Lage weiterhin beschönigen, hat der EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso nun Klartext gesprochen: Bei einem Treffen mit Gewerkschaftsführern in Brüssel sprach er von einer »absehbaren Apokalypse« in Europa, einem Abgleiten in den Bürgerkrieg und der Ablösung demokratischer Regierungen durch Diktaturen in der EU. (kopp-verlag.de)

Kreditvolumen an die PIGS - Die Bank for International Settlements (BIS) weist in ihrem BIS Quarterly Review June 2010 daraufhin, dass die Banken der Eurozone Ende 2009 62% aller Forderungen gegenüber den PIGS (Portugal, Irland, Griechenland und Spanien) hielten. Insgesamt haben die Banken der Eurozone 244 Mrd. Dollar Kredite an Portugal vergeben, 402 Mrd. Dollar an Irland, 206 Mrd. Dollar an Griechenland und die Kreditexposition nach Spanien betrug 727 Mrd. Dollar! Französische und deutsche Banken hielten besonders exponierte Forderungen gegenüber den PIGS, satte 958 Mrd. Dollar bzw. 61% des Eurozonenexposure in Höhe von 1,58 Billionen Dollar. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Alle warten auf die spanische Inquisition - Banken und Bürger der viertgrößten Euro-Volkswirtschaft stürzten sich dank niedriger Zinsen in einen Kaufrausch. Nun ist der Kater groß – und Madrid gilt als Kandidat für die nächste EU-Rettungsaktion. (diepresse.com)

In der Schuldenfalle - Spaniens Regierung versucht fieberhaft, der Krise zu entkommen. Der Zorn bei Gewerkschaftern, Beamten, Arbeitslosen und Einwanderern wächst. Eine Reise in ein verstörtes Land. (zeit.de)

Währungsreform: Flucht nach Deutschland? An den Finanzmärkten halten sich hartnäckig Gerüchte um ein Auseinanderbrechen des Euro. Spekulation auf Austritt Deutschlands bzw. des „Nordblocks“ aus der Währungsunion. „Ein Austritt Deutschlands ist die einzige Lösung in dem Dilemma“. (mmnews.de)

Island: Parlament schützt digitale Medien - Das isländische Parlament hat am Dienstag die Regierung in Reykjavik damit beauftragt, die Arbeit digitaler Medien nachhaltig abzusichern. Der Antrag der Icelandic Modern Media Initiative (IMMI), der auch einen umfangreichen Informantenschutz vorsieht, wurde mit Unterstützung der Whistleblower-Website Wikileaks erstellt. (orf.at)

Nachtrag: Unsere Sonne – fast fleckenlos, aber feuerspeiend! Beinahe so, als hätte sie die Kopp-Berichterstattung über das Weltraumwetter mitverfolgt, beginnt die Sonne nun wieder mit dramatischen Aktivitäten. Zwar mangelt es nach wie vor an den deutlichsten Merkmalen in Form der dunklen Flecke, dafür aber jagte sie am vergangenen Wochenende mehrere kräftigere Teilchenstürme ins All. Auf der Sonnenoberfläche ereigneten sich zuvor heftige Explosionen. Gegenwärtig erscheinen auch beeindruckende Protuberanzen, die hoch über dem glühenden Gasball Sonne schweben. (kopp-verlag.de)

Stellenabbau in Deutschland: Das erste Jahr Schwarz-Gelb - gezählt ab 6.10.2009. (egon-w-kreutzer.de)




kostenloser Counter



Keine Kommentare: