Mittwoch, 12. Mai 2010

Währungsreform: Fake oder nicht Fake - was ist tatsächlich dran?

Die Meldung heute vormittag, am Wochenende wird Angela Merkel verkünden, dass Deutschland aus dem Euro aussteigt und wieder die Deutsche Mark einführt, baute sich zu einem Hype auf. Wild wurde und wird auf diversen Plattformen und Foren darüber diskutiert, ob die Meldung ein Fake war, oder nicht.

Es gibt viele Faktoren die dafür und dagegen sprechen. Obwohl, vielleicht nicht dieses Wochenende, sondern das nächste oder übernächste? Gewiss ist, dass die Deutschen nach Lösungen suchen, sonst werden sie zum Zahlmeister der EU ... solange es noch geht. Das heisst, auch politisch gesehen, würde eine Währungsreform Sinn machen. Vor allem dann, wenn sich Deutschland damit weitgehend entschuldet, was natürlich nicht ungefährlich ist.

Aussenpolitisch kann es ein genialer Schachzug auf der einen Seite und ein Freundschaftsdienst an die PIGS-Staaten sein. Die mit Sicherheit grössten Gegner einer deutschen Währungsreform sind die USA und Grossbritannien. Frankreich nicht, wenn sie auch wieder den Franc einführen, dafür spricht ebenfalls einiges. Vor allem könnte "Klein-Napoleon" Sarkozy seinen Kopf für einige Zeit retten. Die USA und Grossbritannien sind derzeit wirtschaftlich und vor allem währungsmässig geschwächt und können heute nicht mehr so dominant agieren wie früher und deshalb auch nicht mehr den üblichen grossen Druck vergangener Jahre auf Deutschland ausüben. Für die PIGS-Staaten kann es ein grosser Vorteil sein, wenn durch den Austritt Deutschlands der Euro innerhalb kurzer Zeit ziemlich an Wert verliert. Dadurch könnten sie ihre Staatshaushalte sanieren und die Wirtschaft einigermassen ankurbeln. Fremd ist den PIGS-Staaten diese Vorgehensweise ja nicht!

Innenpolitisch wäre es für die Merkel ein kluger Schachzug, den Deutschen das zurückzugeben, was sie sehr vermissen - die Deutsche Mark. Dass mittelfristig der Export und damit auch die Wirtschaft sehr leiden wird, ist abzusehen. Doch es wäre wert, ein Beispiel durchzurechnen: wo verliert Deutschland mehr an Vermögen? Durch eine Währungsreform oder die Hilfszahlungen an bankrotte EU-Staaten. Denn eines ist auch sicher, in der derzeitigen Form des Euros sind die Staatshaushalte vor allem der jetzt schon bankrotten Staaten kaum zu sanieren, trotz EU-Deutschland-Milliarden!

Mit einer neuen Deutschen Mark kann auch die durch das 750-Milliarden-Paket eingegangene Abhängigkeit des IWF, der, wie wir wissen, hauptsächlich US-Interessen vertritt, wieder aufgelöst werden. Durch das starke Engagement des IWF in Europa versuchen die Amerikaner ihre Interessen zu wahren, siehe Griechenland und Rumänien. Das heisst, eine neue deutsche Währung wäre auch eine gewisse nationale Emanzipation!

Jeder Internetuser, auch du mein lieber Freund, ist angehalten, sich aus dieser Fülle von Informationen, von Für und Wider, sein eigenes Bild zu machen. Interessant ist auch, dass es bisher noch kein Dementi aus offiziellen Stellen gab, das Gerücht einer deutschen Währungsreform geistert ja nicht erst seit heute durch das Internet.

Walter Eichelburg, selbsternannter König der Goldbugs, hat mit der heutigen Meldung viel seiner Reputation aufs Spiel gesetzt. Entweder er ist richtig gelegen und man wird es ihm verzeihen, wenn das Währungsspektakel erst zu Pfingsten stattfindet, dann erreicht er virtuelle Göttlichkeit. Kommt es, aus welchem Grund auch immer, zu keiner Währungsreform, dann ist seine Reputation weitgehend dahin. Man kann von ihm halten was man will, seine Ausdrucksweise ist manchmal ziemlich dogmatisch, populistisch und machohaft. Doch er hat es geschafft, viele Menschen dazu zu bringen, in Gold und Silber zu investieren. Diese Werte sind in jedem Fall beständiger als unser jetziger Euro! Dass bald alle Studenten und Akademiker am Feld arbeiten, ok, ist seine Art mit Metaphern zu sagen, das System crasht! Aber seien wir ehrlich, hat nicht ein Handwerker heute wahrscheinlich die besseren Chancen als ein Studierter? Einen Elektriker, Maurer, Bäcker, Mechaniker brauchen wir alle - heute wie morgen. Bei Philosophen, Germanistikern, Physikern und Psychologen bin ich mir da gar nicht so sicher ...

Leichtfertig zu sagen, der Eichelburg spinnt, eine Währungsreform bzw. die Wiedereinführung der DM sei unmöglich, ist zu einfach. Es gibt einfach zuviele Indizien, dass tatsächlich "etwas im Busch ist".

Die Exekutive in Deutschland ist nachweislich bereits geschult und instruiert, falls es zu Ausschreitungen, die offensichtlich erwartet werden, kommt. Sehr viel mehr Geldtransporte als normal werden derzeit aus Deutschland gemeldet und dokumentiert. Kassabons zeigen plötzlich wieder Doppelwährungen oder gar keine Währungen - was sie eigentlich müssten!

Gestern fiel das deutsche Internet fast ganzflächig aus. Nach dem Grund, dem wirklichen Grund, wird gesucht. Offenbar lag dies daran, dass die zuständigen Server bei der .de-Registry DeNIC zum Teil gar nicht und zum Teil falsch auf DNS-Anfragen antworteten; die Zone-Files schienen keine oder unverständliche Informationen zu liefern. Dass überhaupt für manche Nutzer noch einige de-Server unter ihrem DNS-Namen erreichbar waren, liegt an den Caches der DNS-Server bei den Internet-Providern. Da das Internet redundant ist, das heisst, selbst wenn einige Server ausfallen, funktioniert der Rest immer noch, sollte so ein Fehler nicht passieren können. Wichtige Server sind gesichert und in Echtzeit gespiegelt.

Gold und Silber ist derzeit laut Angaben auch grosser Edelmetallhändler weitgehend ausverkauft. Der Goldpreis selbst ist auf dem Weg nach oben und visiert die 1000 €uro Barriere an.

Fakt ist, sollte es wirklich zu einem Ausstieg Deutschlands aus dem Euro kommen - und damit auch Frankreichs - muss dieser plötzlich und unvermutet passieren. Nicht wie, derzeit oft argumentiert wird, damals in Südafrika. Deutschland hat viel, aber kaum Zeit.

Ob es nun wirklich zu einer Währungsumstellung kommen wird oder an etwas anderem "gearbeitet" wird, werden wir bald wissen. So wie plötzlich Politiker (Finanzminster Pröll) zugegeben haben, dass es vorige Woche wieder einmal äusserst knapp war (Interview im ORF-Report), wird der spektakuläre 750 Milliarden-Rettungsschirm die letzte Chance sein. So wie ein "all in" beim Poker ... und ist auch damit vergleichbar. Ein Bluff auf Kosten aller. Bisher haben zwar die Finanzmärkte ein wenig Freundlichkeit gezeigt, doch der Aha-Effekt ist bisher ausgeblieben. Dass die Krise einen weiteren Höhepunkt erreichen wird, wird uns nicht erspart bleiben. Ebenfalls kann es - aus welchem Grund auch immer, weil derer wird es viele geben - zu sozialen Unruhen kommen. Ob es irgendwo dazwischen eine Währungsreform in irgendeinem EU-Land geben wird, wird spätestens im Herbst sichtbar werden. Wir stehen vor äusserst turbulenten Zeiten und das System ist nicht so stabil, wie uns immer wieder eingeredet wird. Anzeichen für ein gewaltiges Stottern gibt es in immer kürzeren Abständen. Und das, meine Freunde, ist beleibe keine Verschwörungstheorie!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



Goldpreis knackt den nächsten Rekord (handelsblatt.com)
Experten erwarten anhaltende Goldrally (ftd.de)
Gold & Gesellschaft: Ende der Grande Nation (bullionaer.de)
Rettung droht (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)
"Arbeitslosigkeit wäre in 100.000er Schritten gestiegen" (diepresse.com)
Warum Griechenland und nicht das UK? Und Italien? Und die USA? (berlinerumschau.com)
Irland: Sturm auf Parlament (wirtschaftsfacts.de)

German Windfall Profits From Exiting The Euro (financialsense.com)



Gerald Celente: Globaler Crash noch in 2010 - Im Gespräch mit RT News führt der renommierte Trendforscher Gerald Celente aus, dass die zweite amerikanische Revolution bereits begonnen habe. Ausmachen könne man diese Tatsache an den immer zahlreicheren und mehr Teilnehmer umfassenden Tea-Party Protesten in den gesamten USA. Einen vorläufigen Höhepunkt habe diese Bewegung im September des vergangenen Jahres erreicht, als Millionen Protestler in einem Sternmarsch auf Washington gezogen seien, um dort gegen die Bailout-Politik, die Ausgabenwut und die Gesundheitsreform von Präsident Obama zu demonstrieren. In Europa stehe der Crash bevor, der sich noch im Jahr 2010 auch auf globaler Ebene abspielen werde. (wirtschaftsfacts.de)

Wenn Eurolenkern der Steuerknüppel entgleitet - Die Eurokrise haben nicht Spekulanten, sondern panische Politiker verursacht. Das ist kein gutes Omen. (diepresse.com)

Vorahnung großer Katastrophen - Mit meinem gesunden Menschenverstand kann ich die Geschwindigkeit nicht erklären, geschweige denn rechtfertigen, mit der unser Land im Vergleich zu 2009 abgestürzt ist auf den Punkt, wo wir einen Teil unserer nationalen Souveränität an den IWF verlieren und unter Treuhand gestellt werden. (saarbreaker.com)

Der Tanz geht erst richtig los - Die Euro-Krise ist nur ein Symptom. Dahinter steckt die Fehlkonstruktion EU. Das europäische Einigungsprojekt ist auf allen Ebenen gescheitert. (weltwoche.ch)

Wird es jetzt ernst? Pläne zur möglichen Schließung der Bankschalter in Österreich bestätigt - Die renommierte und seriöse österreichische Zeitung »Die Presse« berichtet über einen einen geheimen Notfallplan zur Schließung der Bankschalter, sollte sich die Finanzkrise zuspitzen. Das wurde der Zeitung am Rande einer Sitzung des Wiener Ministerrats bestätigt. (kopp-verlag.de)

Währungsreform? Goldshops geschlossen, Internet gestört - Kommt die D-Mark wieder? Gerüchte um eine Währungsreform am Wochenende machen die Runde. Gold ist praktisch ausverkauft. Viele Shops nicht mehr erreichbar. Breitflächige Internetstörung behindert Informationsfluss. INTERNET in DEUTSCHLAND total gestört! Auch große deutsche Email Provider lahm gelegt. 10 Millionen .de domains nicht erreichbar. (mmnews.de)

Regierung arbeitet an "Griechenland-Gesetz" - In Deutschland und Österreich müssen sich die Höchstgerichte mit dem Hilfspaket beschäftigen. (diepresse.com)

«Die USA können nicht bankrott gehen» - Anders als Griechenland könne die USA niemand zum Bankrott zwingen. Das schreibt Wirtschaftspublizist Walter Wittmann im neuen Buch «Staatsbankrott». Vor einem Desaster sei Amerika aber nicht gefeit. Eine exklusive Vorabpublikation. (cash.ch)

US-Kongress beugt sich (erneut) den Göttern der Wall Street - Wer noch immer der Illusion nachhängt, der US-Kongress sei eine unabhängige gesetzgeberische Volksvertretung, die zum Wohle der gesamten Nation handele, der sollte diese nach der jüngsten Abstimmung über eine geplante Finanz-»Reform« endgültig aufgeben. Mit einer mehr als deutlichen Mehrheit von 61 zu 33 Stimmen hat der US-Senat den Vorschlag, die sechs größten Banken des Landes zu zerschlagen, abgelehnt. Eine vorgesehene Sonderabgabe für die Wall-Street-Banken in Höhe von 50 Milliarden Dollar für den Fall des Zusammenbruchs einer größeren Bank fand ebenfalls keine Mehrheit. (kopp-verlag.de)

US-Senat: 96-0 Stimmen für die Gerechtigkeit! Fed vor Bilanzprüfung - Die Mitglieder des US-Senats versammelten sich heute zu einer anonymen Abstimmung, die über eine Gesetzesvorlage zu einer Überprüfung der Bilanzbücher der Federal Reserve und ihrer im Jahr 2008 eingeleiteten Nothilfemaßnahmen in Folge des Zusammenbruchs des Finanzsystems zu befinden hatte. Die Sonderabstimmung hing zusammen mit einem Zusatz zu einem breiteren Gesetzentwurf, dessen Verabschiedung zu einer strikteren Regulierung des heimischen Finanzsystems führen soll. (wirtschaftsfacts.de)

EFF reicht Klage wegen Berichten zum Patriot Act ein - Die US-amerikanische Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) verklagte das US-Justizministerium am heutigen Dienstag auf Herausgabe von Dokumenten zum umstrittenen Patriot Act. (gulli.com)

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Kommentare:

windstill hat gesagt…

Dieser Artikel, werter Johannes hat nun wieder mal altes Niveau. Prima und ich schreibe das mit Sicherheit nicht von oben herab. Nie war und ist dies meine Intension. Man kann über WE geteilter Meinung sein - was und vor allem mit welchen Worten er kommentiert - und ich sehe es ebenso wie Du es beschrieben hast, WE setzt hier ein gehöriges Maß Reputation aufs Spiel.

Selbst wenn WE hier falsch liegt (ich darf an das Bild der neuen Merkelwährung ausm Gelben erinnern, welches heute gekommen ist... aus der selben Quelle). Trotz allem sollte man seine Verdienste Wissen, Beobachtungen mit andern zu teilen über all dies hinweg sehen. Wer schon erreicht so viele und über Jahre hinweg beständig, viele Menschen. Warnt sie vor dem Unabwendbaren. Wer sich einmal mit diesem Geldsystem auseinandergesetzt hat, de weiß um den unabwendbaren Crash. Es bleibt nur noch die Frage WANN. Zu 99,99 % wird dies nicht dieses Wochenende sein. Die Faktoren dafür sind politisch nicht im Ansatz durchsetzbar. Was hätte Deutschland davon, wo der vermeintliche Ansprung der Wirtschaft in Tritt kommt. Was natürlich eine teuer eingekaufte Chimäre darstellt - wieder auf neuen Schulden. Eine reine Show. Ein Zeitgewinn. Mehr nicht. Er liegt mir nicht der Walter, er ist ein Zyniker der alten Zeit. Aber zumindest ist er authentisch in seiner Person. Das ist doch schon mal was in der heutigen Zeit. Fast 600 Bundestagsabgeordnete, VOLKSverTRETER können diese Vita nicht bieten. Im Gegenteil.

Johannes, die Neuverhandlung der Schulden wird kommen, vermutlich spätestens bis 2012-13. Schaun mer mal in 48 Stunden wie WE aus der Nummer wieder rauskommt. WEr schlau ist überhört den Mist und ist längst in Sachwerten. Selbst mit den heutigen Gold und Silberpreisen ist man noch günstigst positioniert und wer schlau sein will geht den Weg des DM und sichert für ein paar Prozente sein gewandeltes Kapital ab. Aber immer auch das Risiko des Emittenten beachten. Schlußendlich ist nur "sicher" was man in den Händen hält. Selbst dieses kann per Staats- per Waffengewalt in ultima ratio auch noch abhanden kommen. Der wahre Schatz liegt im Geist und im Training dessen. 4 Grundregeln, Wärme, Schlaf, Wasser, Essen und dessen Erhalt.

Eine jetzige Währungsreform macht überhaupt keinen Sinn da unsere Exporte sofort vollkommen überteuert wären. Innerhalb weniger Monate wäre unsere Industrie pulverisiert. Sie wird somit NOCH nicht kommen. Keine Panik, erdigen Verstand einschalten. Beste Grüße

Bernd hat gesagt…

Die entscheidende Frage lautet: Was ist LETZTES Wochenende passiert? Das 750-Mrd-Euro-Rettungspaket hatte eindeutig etwas von Panikaktion, das "krankheitsbedingte" Fehlen von Wolfgang Schäuble und der Wallstreet-Crash wenige Tage zuvor machen die Sache nur noch suspekter. Vielleicht ist die Lage viel dramatischer, als man uns bisher sagt - und bei Kenntnis aller Fakten würden wir eine Währungsreform plötzlich für adäquat, wenn nicht gar unumgänglich halten?

Indica hat gesagt…

sehr gut Windstill, unterschreibe ich alles, guter Kommenatar

King Balance hat gesagt…

Im Moment dürfte die Industrie gegenüber der Bankenlobby die Oberhand haben, aber gewaltige Angst geht um im Kanzleramt. Denn die Schafe wachen jetzt auf und wollen ihre Euros loswerden. Habe selbst gestern Lebensmittel für 14 Tage eingelagert (300€), lieber Stunden vorher am Geldautomaten als 5 Minuten zu spät. Damit tritt das ein, was man mit der Währungsreform verhindern wollte: die Flucht aus dem Euro beginnt. Wenn es dieses Wochenende nicht passiert, dann wird es einen CRACK UP BOOM geben.

Waehrungsreform in Deutschland

fokko hat gesagt…

"Das heisst, eine neue deutsche Währung wäre auch eine gewisse nationale Emanzipation!"

Stimmt. Und ich fürchte, aus genau diesem Grund wird sie auch nicht kommen. :-(

Tazjin hat gesagt…

Das Bild von den LKWs das oben ist ein altes, die LKWs gehörten Heros.
Das sind definitiv keine Geldtransporte ... und erst recht keine DM2.

Bundesbank Fahrzeuge sind grün/weiß.